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Interview: 1000 Euro mit Trigami

Es geschah in einer lauen Oktobernacht: inklusive meiner September-Rezensionen hab ich insgesamt knapp über 1.000 Euro mit meinen bisherigen trigami-Rezensionen verdient. Ich trete damit sozusagen in die Fußstapfen von Meister Yoda, der Anfang September die 1000 Franken Grenze überschritt.

Remo Uherek, Geschäftsführer der trigami AG, blieb der -Tradition treu und schickte mir dieselben Fragen wie Roman. trigami, der Schweizer für Blogosphere-Meinungen, war in der Vergangenheit nicht unumstritten: ob es denn moralisch vertretbar sein, Rezensionen gegen Bares zu schreiben, fragten sich einige Blogger. Nun, ich bin schon viel zu lange Journalist und Autor, um mit dem bezahlter Schreiberei ein Problem zu haben - und insofern war das für mich eine willkommene Gelegenheit, meine Meinung zur derzeit besten Einnahmequelle für deutschsprachige BloggerInnen ausgiebig darzulegen.

Dieses möchte ich meinen LeserInnen keines vorenthalten - wer selbst ein Blog schreibt, dem kann ich nur empfehlen, sich bei anzumelden: ich prognostiziere ganz ohne Glaskugel, dass dem Schweizer Unternehmen in den nächsten Jahren ein blühendes Wachstum bevorsteht.

: Immer diese Österreicher!

Du bist der erste Blogger, der bisher insgesamt über 1000 EUR von uns ausbezahlt erhalten hat. Wie kommt es dazu, dass trigami so gut für Dich funktioniert?

Ich war von Anfang sehr überzeugt von der Idee und fand es schade, dass man mit einem deutschsprachigen Blog bei den us-amerikanischen Blog-Werbeservices aufgrund der Sprachbarriere kaum eine Chance auf Aufträge hat. Daher habe ich mich, als ich vom Start trigamis erfuhr, sofort angemeldet. Zu Beginn habe ich mich gefragt, ob's denn auch gelingen wird, in kurzer Zeit ausreichend Werbekunden zu gewinnen. Das ist anscheinend sehr gut gelungen, die Ausschreibungen werden von Woche zu Woche mehr. Ich glaube, dass trigami für mich persönlich vor allem deshalb so gut funktioniert, weil ich seit Jahren als Consultant im New Media Bereich und gleichzeitig als Journalist arbeite. Zu dieser Kombination passt die Art Jobs, die trigami vergibt, natürlich hervorragend.

Bewirbst Du Dich eigentlich für alle Kampagnen? Wie bewirbst Du Dich, was ist Dein Geheimnis?

Auf schreibe ich in erster Linie über neue Services und Internet-Communities, die ich, ganz allgemein ausgedrückt, spannend finde. Sehr viele der trigami-Ausschreibungen, die ich bis dato bekommen habe, befassen sich in der einen oder anderen Form mit Online-Services. Da sich mein Blog mit dem Medium Internet als solches beschäftigt und nicht einem einzelnen spezialisierten Thema - wie etwa Reisen oder Mode - habe ich sozusagen das Glück, dass thematisch bisher viele Ausschreibungen gepasst haben. Wenn eine neue Ausschreibung hereinkommt, dann schau ich mir das Produkt bzw. die betreffende Internetseite ein paar Minuten lang an und entscheide dann, ob ich mich bewerbe: wenn mir das Konzept nach dieser Zeit nicht einleuchtet oder ich nicht verstehe, was die Betreiber der Seite eigentlich wollen, oder wenn ich die Seite unterirdisch schlecht finde (was aber erst bei einer Ausschreibung der Fall war), lehne ich dankend ab. Über ein dediziertes Erfolgsgeheimnis habe ich bisher nicht nachgedacht, aber vielleicht liegt's ja auch daran, dass ich nur Ausschreibungen zu Produkten annehmen, über die ich auf meinem Blog potentiell auch ohne Bezahlung schreibe würde - aber der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.

Du warst ja von Anfang an bei trigami dabei. Was ist Dein persönliches Fazit? Würdest Du trigami anderen Bloggern empfehlen?

Ich empfehle trigami auf jeden Fall uneingeschränkt. Von den meisten Longtail-Werbeformen profitiert lediglich der Plattformbetreiber: mit Partnerprogrammen von Affili.net, Zanox und Co. kann man vermutlich auf thematisch spezialisierten Blogs ein nettes Nebeneinkommen erzielen, meine persönlichen Erfahrungen mit diesen Werbeformen sind allerdings nicht besonders prächtig. Die Relation von Aufwand zu Bezahlung finde ich bei trigami fair, und ich glaube, dass die Firma sich noch sehr gut entwickeln wird: das Genre der bezahlten Rezensionen ist im deutschsprachigen Teil Blogistans ja noch ganz neu, löst einiges Diskussionen aus und meiner Ansicht nach erst dabei, ein Teil des "Mediamix" zu werden. Sehr erfreulich finde ich bei trigami die raschen Reaktionen auf Support-Anfragen und die Diskussionsbereitschaft der Betreiber.

Im übrigen wundere ich mich über die Kritik, der trigami auf manchen Blogs ausgesetzt ist: ein Weblogautor sollte ganz simpel gesagt selbst entscheiden, ob es sich um eine für seine Seiten geeignete Werbeform handelt oder nicht - die redaktionelle Freiheit ist bei trigami gewährleistet, und jegliche Diskussion darüber, ob denn bezahlte Einträge auf Blogs "erlaubt" oder "moralisch zulässig" seien, geht meiner Ansicht nach an des virtuellen Pudels Kern vorbei.

Jeder Blogger arbeitet ja ohnehin als unbezahlter Mitarbeiter zumindest von , Digg, Google und zahlreichen weiteren Aggregatoren: von einer Non-Commercial oder Non-Profit Szene kann in diesem Setup schon mal a priori keine Rede sein. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur schon zu lange Journalist und Autor, um ein Problem mit der Vorstellung zu haben, fürs Schreiben bezahlt zu werden. Da nun mal von einer sehr inhomogenen Gruppe bevölkert ist, kann man es sicherlich nicht allen Recht machen, und wie erwähnt liegt die Entscheidung über die "Kommerzialisierung" des eigenen Blogs ganz allein in den Händen des Betreibers: und ich hab mich definitiv dafür entschieden, mit trigami weiterhin Geld zu verdienen :-)

 

2 Kommentare zu „Interview: 1000 Euro mit Trigami“

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  • Tausend Euro für Datenschmutz » blog.yoda.ch (10. Oktober 2007)
    [...] als trigami-Schreiber ab und an mit etwas rauem Gegenwind rechnen muss. Und so hat auch Ritchie ein Interview geben dürfen, welches natürlich auch bei trigami zu lesen ist. Ich kenne Ritchie vom [...]
  • Tausend Euro für Datenschmutz » alliance.yoda.ch (11. Dezember 2007)
    [...] als trigami-Schreiber ab und an mit etwas rauem Gegenwind rechnen muss. Und so hat auch Ritchie ein Interview geben dürfen, welches natürlich auch bei trigami zu lesen ist. Ich kenne Ritchie vom [...]
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