Die Kolumne #82 (November 2007)

Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: des Teufels Dampfer evangelisiert am falschen Holzweg.
„Es wäre wieder an der Zeit, die Schlittenhunde aus dem Keller zu holen“, erinnerte mich Brigitte. „Wie du weißt, sind Segways mit Schneeketten ein Gadget für die Unterschicht. Ich bevorzuge ganz klar den klassischen Schlitten mit 33 vorgespannten Sony Aibos.“

„Roboterhunde sind im laufenden Betrieb gewiss günstiger als der Durchschnittshusky – und brauchen weniger Zuwendung, das muss ich zugeben. Aber eine Steckerleiste mit 33 Ladegeräten?“
„Kein Problem, ich habe den ihnen beigebracht, sich selbständig sequentiell aufzuladen – wäre ja nicht das erste Mal, dass mir meine ausgedehnten Berufserfahrungen im Filmbiz hilfreich zu Seite stünden…“ Mir trat der kalte Schweiß auf die Stirn: „Nein, tu das nicht! Die Asimov’schen Gesetze der Robotik* dürfen niemals übergangen werden, du weißt doch, was aus dem BZÖ geworden ist, oder hast du Gorbachs Berufsgesuch etwa nicht gelesen?“

Aber Brigitte zerstreute meine zweitschlimmsten Befürchtungen wie immer mit einer eleganten Kombination aus Striptease und Powerpoint-Votrag: „Vergiss vorerst unsere Roboterarmee. Zuerst erobern wir virtuelle Welten. Xing und Myspace sind von gestern, die hab ich immer ignoriert – aber Facebook heißt der neue Hype der nächsten Tage und Stunden: jeder Benutzer kann eigene Erweiterungen und Zusatzprogramme schreiben, und wir beide werden die erste Gangbang-Applikation für Facebook programmieren!“

Ich muss zugeben: mit meinen php-Kenntnissen und Brigittes umfangreichem Fotoarchiv könnten wir in der 18+ Abteilung zweifellos mehr Interesse wecken als Zombies und Vampire. „Das Projekt steht und fällt mit den Privacy-Optionen,“ wandte ich ein. „Ich möchte nicht schuld sein an virtuellen Beziehungskrisen… aber die Pyramidenspiel-Idee gefällt mir.“ Brigitte fuhr fort: „JA, ganz genau. Je mehr Freunde du zum Gangbang einlädst, desto mehr Bonus-Viagra bekommst du – außerdem gibt’s dann Extra-Actions, wie…“ An dieser Stelle muss ich unterbrechen, bereits die vorige Erstdruck-Auflage von the gap #81 musste aufgrund verbaler Entgleisungen aus Tante Brigittes Mund vollständig vernichtet werden.

„Ich such eh schon die längste Zeit nach einem 18+ Volljährigkeits-Checkprogramm für meinen privaten Facebook-Fotoclub, da könnten wir doch zwei Nashörner mit einer Wäscheleine erdrosseln, was meinst du?“ Ich warf noch einen letzten abschätzenden Blick auf Tantchens Profil und antwortete: „Wenn irgendjemand auf dieser Welt Gangbanging salonfähig machen dann, dann du. Ich bin dabei.“

Das Rätsel des Monats

Man muss keine katholische Priesterin sein, um das folgende Gedicht zu verstehen, eine Päpstin in der näheren Verwandtschaft aber sei hilfreich, Amen. Doch genug der Hinweise! Wer das folgende und mit Halloweenkostüm verkleidete Gedicht erkennt, gewinnt die Erkenntnis, dass sie ein schlauer Fuchs ist… Lösungsvorschläge bitte an: loesungsvorschlaege [at] gammelfleisch.at

Komplott! Fass Estrich, Dieb!
Kette seine Pfähle,
lass mich, kleiner Rabe.


*) 1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird. / 2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren. / 3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.
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Trackbacks

  1. newstube.de sagt:

    Die Kolumne #82 (November 2007)…

    Ein Teufel kommt selten allein, meinen die einen – don’t fear the reaper sagen die anderen. Die Wahrheit kennt nur dieser Roboterhund von Sony, aber der kann im Gegensatz zu Tante Brigitte nicht sprechen….