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Facebook: Die Seite mit den vielen Gesichtern

30.11.2007, geschrieben von , 3 Kommentare

Motiviert durch das rasche Wachstum von , , FlickR und Co. ver­su­chen fast täg­lich neue Social Networks, eine brei­ten­wirk­same Community auf­zu­bauen. Doch wäh­rend der Mehrzahl der “Copycats” der Erfolg ver­wehrt bleibt, freut sich der­zeit vor allem ein Anbieter über stei­gende Userzahlen. punk­tet durch in ers­ter Linie durch seine fle­xi­ble Erweiterbarkeit und hat von den Vorgängern eini­ges gelernt. [ Netzkulturkolumne, zuerst ver­öf­fent­licht auf oe1.orf.at]

Dabei wirkt die ame­ri­ka­ni­sche Plattform auf den ers­ten Blick eher unspek­ta­ku­lär: weder kann der User das Design sei­nes Profils anpas­sen, noch ste­chen auf den ers­ten Blick irgend­wel­che beson­de­ren Features ins Auge. Die Standardfunktionen wie Kontakt-, Termin– und Fotoverwaltung bie­ten eben­falls wenige Über­ra­schun­gen, und so fra­gen sich viele Neulinge, wor­auf der eigent­li­che zurück­zu­füh­ren ist. In der Tat erschlie­ßen sich die Stärken der Plattform frü­hes­tens auf den zwei­ten Blick.

Die klei­nen Feinheiten

Das Erstellen der eige­nen Kontaktliste erleich­tert Facebook Neueinsteigern durch ver­schie­dene Import-Filter für die Adressbücher belieb­ter E-Mail Clients und Webmail-Services. Ein zen­tra­ler Punkt, denn neben der geo­gra­phi­schen Herkunft dient das eigene Freundesnetzwerk als Basis für alle wei­te­ren Funktionen. Was und Benutzerführung betrifft, ver­lässt sich die Plattform näm­lich ganz auf die ange­bo­rene Neugier des gemei­nen Internetnutzers: ein Klick auf den Hauptmenüpunkt “Photos” etwa führt kei­nes­wegs auf Anhieb zu den selbst hoch­ge­la­de­nen Bildern, son­dern zu einer Über­sichts­seite, auf der die neu­es­ten Alben der eige­nen Kontakte prä­sen­tiert wer­den. Das ver­lei­tet natür­lich schnell mal zum Durchklicken — und die­sen Ansatz ver­folgt Facebook kon­se­quent quer über die gesamte Plattform. Zusätzlich unter­tei­len Ländernetworks und Geo-Matching die rie­sige Userbasis in Subgruppen und erleich­tern die Suche nach Veranstaltungen und Kontakten in unmit­tel­ba­rer Nähe.

Andere erfolg­reich ando­cken lassen

Die Betreiber von Facebook haben ver­stan­den, dass in Zeiten des Rapid Web Development kein noch so moti­vier­tes Programmiererteam pro­duk­ti­ver sein kann als der ganze Rest der Welt und bezieht seine User aktiv in die Weiterentwicklung ein: dank der umfas­send doku­men­tier­ten Schnittstellen kann jeder eigene Facebook-Applikationen pro­gram­mie­ren und im zuge­hö­ri­gen Verzeichnis ver­öf­fent­li­chen. Diese je nach Aufgabengebiet klei­ne­ren oder grö­ße­ren Plugins erwei­tern den Funktionsumfang um eine inzwi­schen rie­sige Zahl nütz­li­cher und nutz­lo­ser Features: von diver­sen Computerspielen über ein Plugin, das anhand der Facebook-Kontakte die “Small World Theory” über­prüft bis hin zu diver­sen vir­tu­el­len Geschenk-Services, Informationsdiensten und Kommunikationstools reicht das Spektrum. Die Seite selbst stellt bloß das grund­le­gende Framework zur Verfügung, erst die Zusatz-Programme sor­gen für den unschlag­ba­ren Funktionsumfang — und haben bereits zahl­rei­chen talen­tier­ten Programmierern ein beacht­li­ches Einkommen ver­schafft, denn Ruhm und Ehre sind nicht die ein­zige Motivation, selbst Erweiterungen zu ent­wi­ckeln: jeder Applikationsprogrammierer hat die Möglichkeit, Werbung in seine Software zu inte­grie­ren und damit ein attrak­ti­ves Zusatzeinkommen zu lukrieren.

Facebook fun­giert somit auch als zen­tra­ler Hub, denn zahl­rei­che andere Services las­sen sich mit­tels Software-Erweiterung ins eige­nen inte­grie­ren: anstatt die User zu zwin­gen, eige­nen Services zu benut­zen, ver­steht sich Facebook als Meta-Plattform und setzt Paradigmen des kon­se­quen­ter um als jedes andere Netzwerk: die ursprüng­li­che US-College Nische hat Facebook jeden­falls längst verlassen.

Die dunkle Seite der Datenmacht

Je höher die Datenqualität einer Plattform, desto ein­fa­cher las­sen sich die damit gene­rier­ten Daten für alle mög­li­chen Zwecke miss­brau­chen: ziel­grup­pen­ge­naue Werbeschaltung ste­hen am harm­lo­se­ren Ende der Skala, geheim­dienst­li­che Begehrlichkeiten wur­den Facebook nicht zuletzt auf­grund der finan­zi­el­len Verflechtung mit US-regierungsnahen Investoren nach­ge­sagt. In der Tat scheint die Datenqualität auf Facebook sehr hoch zu sein, und trotz der fein­glied­rig kon­fi­gu­rier­ba­ren Profil-Privatsphäre sollte jedem Facebook-Nutzer klar sein, dass sowohl Profildaten als auch das Nutzerverhalten im Zweifelsfall eben nicht nur für “Freunde” ein­seh­bar sind.

Ein rasan­tes Wachstum steht der ame­ri­ka­ni­schen Plattform in Europa den­noch bevor: obwohl Facebook bis­lang so gut wie keine Anstrengungen unter­nom­men hat, um auf dem euro­päi­schen Markt Fuß zu fas­sen, ent­schei­den sich immer mehr User für den Full-Service Provider Facebook. Gratisnutzung, unbe­grenz­ter Speicherplatz für Fotos und der beschrie­be­nen Funktionsumfang schei­nen weit mehr Anziehungskraft zu haben als loka­li­sierte Sprachvarianten: denn bis­her ist die Seite aus­schließ­lich in Englisch ver­füg­bar — spä­tes­tens im nächs­ten Jahr aller­dings wol­len die Betreiber Dependancen in der EU eröffnen.

Facebook
Small World Theory — Six Degrees of Separation
Facebook-Profil des Authors

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Bisher haben meine Lieblingsleser 3 Kommentare zu "Facebook: Die Seite mit den vielen Gesichtern" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Udo Identicon Icon

    Facebook ist ansich ein wirk­lich inter­es­san­tes Medium. Wenn man jetzt mal zum “klei­nen Bruder” Studivz rüber­schaut, kann man ja rich­tig nei­disch werden.

    Ein angeb­lich kopier­tes Script von FaceBook über­nom­men, nen hau­fen Studenten gefun­den, für zig und aber zig Millionen ver­kau­fen und schon ist man Reich. Das nenne ich mal ein Investment.

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  • Achim Gutschein Identicon Icon

    Es ist wirk­lich beacht­lich, wie sich Facebook in den letz­ten Jahren ent­wi­ckelt hat.

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  • Dennis von shopclever Identicon Icon

    Naja.. im Prinzip lässt sich so halt wun­der­bar fest­stel­len.. die Richtige Idee.. die Richtige Zeit… und Zack hast du gewonnen.

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1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • newstube.de (8. Dezember 2007)
    Facebook: Die Seite mit den vielen Gesichtern... Facebook ist die derzeit schnellstwachsende Social Community. Niemand setzt die Versprechungen des Web 2.0 so konsequent um wie das einstige amerikanische College-Netzwerk....
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