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Verlosung: Dorninger – 8K

fadi1Am 26. Oktober erschien Wolfgang Dorningers aktueller Longplayer “8k” – datenschmutz verlost zwei Stück des aktuellen Albums. Von einem abgeschlossenen Werk kann freilich keine Rede sein: die acht Stücke sind erst die Ausgangspunkte für eine Serie von Performances, die das Klangmaterial laufend neu interpretieren und mittels Tubeplug-Software die klassische Konzertsituation mit Online-Kollaboration verbindet:

Das Stück 8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) besteht aus acht abgeschlossenen elektro-akustischen Kompositionen. Diese werden auf einer CD veröffentlicht. Das Werk ist in dieser Form aber noch nicht abgeschlossen, weil alle acht Musikstücke (8K) auf unterschiedlicher Weise (G)<>(A)<>(N) neu live interpretiert werden. Diese Neu-Interpretationen werden dann laufend im Internet auf der Homepage des Künstlers veröffentlicht. Erst durch diesen Prozess wird das Werk abgeschlossen.

Die Formel 8K=8K+-(G)<>(A)<>(N) steht dabei für die drei verwendeten Bearbeitungsweisen: granulare, analoge und virtuelle Eingriffe erlauben ein komplexes Wechselspiel, das den Blick auf das Thema “Remixen” erweitert. Klingt abstrakt, aber höchst spannend: irgendwo zwischen Industrial, Ambient und Experimenten der durchwegs auch mal brachialeren Sorte ist das Ergebnis angesiedelt und hört sich folgendermaßen an:

8k

Easy Moneyk

min/max

8K

8kcoverdatenschmutz verlost zweimal 8k – wer gewinnen möchte, hinterlässt wie üblich einfach einen Kommentar zu dieser Story. Bonusrunde: wer selbst ein Blog schreibt und dort die 8K ankündigt und verlinkt, bekommt ein zweites Los für die Ziehung und hat damit doppelt so hohe Gewinnchancen!
Bitte unbedingt eine korrekte E-Mail Adresse eintragen, sonst wird’s nix mit der Gewinnverständigung. Das endet am 25. November. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im Übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.

mit Wolfang Dorninger

Wie bist du auf die Idee zu dem Remixprojekt 8k gekommen?

Die CD “8k” ist das Basismaterial für das Remixprojekt “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)”. “8K” ist die technoide Seite von mir und “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)” die experimentelle. Mich haben immer die Ränder interessiert, nie der Mainstream, auch nicht das, was gerade angesagt war. Mich haben immer die Entwickler mit all ihren Ecken und Kanten mehr interessiert, als die Bands, die dann die Zeichen geglättet haben.
Bei “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)” erforsche ich selbst, wie weit ich meine eigene Musik an den Rand drängen kann.

Wie genau sind die einzelnen Remixes entstanden? Und wie funktioniert bei tubeplug der Arbeitsablauf?

Die einzelnen Remixe entstehen immer nur live. Folgende Techniken werden da eingesetzt: (G) ist die granulare Bearbeitung, (A) die analoge und (N) die Netzwerkbearbeitung. Beim Prozess (G) re-komponiere ich Teile von “(k”-Stücken mittels einer granularen Software, die es mir erlaubt “on the fly” teile oder größere Abschnitte meines Loops, Sounds neu zu gestalten, neu zu komponieren. Aus einem Beat entsteht z.B.: eine Fläche und aus der Fläche wiederum ein zerhackter Beat. Bei (A) geht es dann eher traditioneller zu. Ich habe bis auf 2 Stücke alle Stücke von der CD “8k” in 1-taktige Loops zerlegt und bei dr. auf Dubplates schneiden lassen. Pro Dubplate sind da ungefähr 70 Loops auf einer Seite. Diese Loops werden dann live ganz DJ-mäßig neu zusammen gemixt. Bei (N) kommt das von dir bereits erwähnte tubeplug vor. Das tubeplug wurde im Auftrag der t-u-b-e München (eine Klanggalerie für radiophone Kunst, Installationen und Audio-performances) von Dr. Jörg Stelkens (Crusher X, Peer Synth, …) programmiert.
Das tubeplug ist ein VST-, das ich innerhalb meiner gewohnten Hard-Disk-Recording-Software sowohl als Sender, Receiver und Server verwenden kann. Also ich sende meine Musik via Sender an alle Mitspieler, via Receiver erhalte ich alle Signale von den Mitspielern und der Server ist die Schaltstelle. Kommunizieren tun wir über den Chat, der im Receiver implementiert ist. Wichtig ist eine fette Internetleitung, weil es dann weniger Latenzzeit und bessere Soundqualität gibt. Ganz wichtig ist auch: tubeplug ist Freeware und kann über die t-u-b-e (http://www.t-u-b-e.de/) heruntergeladen werden.

8k

 

3) 8K thematisiert konzeptionell stark die Prozesshaftigkeit des Entstehens von Musik. Muss der Hörer den Entstehungsbackground kenne, um die Musik zu “verstehen”?

Wenn man die CD “8k” ein bißchen im Ohr hat, dann wird man beim -Konzert “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)” größere und kleinere Teile wieder erkennen und die Prozesse besser verfolgen können. Nötig ist das überhaupt nicht. Jeder Abend ist ein neues Abenteuer, wo ich am Anfang auch noch nicht weiß, was wirklich passiert. Ich kenne den Weg ganz genau, habe auch eine klare Partitur für den Abend vorbereitet und dennoch ist alles möglich.
Warum? Ich selbst mische und rekomponiere mit unterschiedlichen Medien (G) & (A) und spiele mit Kollegen (N) zusammen, die ganz wo anders vor ihrem Computer sitzen, keine direkte Interaktion mit mir und dem Publikum haben, für ein Publikum, mit dem ich als einziger im Kontakt stehe. Bei stop.spot 2007 in Linz waren die (N)-Mitstreiter Werner Jauk (Graz) und Marcus Obst (Crottendorf, D). Wir haben sehr schöne Proben gehabt, aber live hatten wir sehr unter der Wechselhaftigkeit der Internetleitung gelitten. Da musste ich einiges umwerfen, was meinen Kollegen sicher alles abverlangt hat.

Marcus hat alle Jams/Proben, an denen er teilnahm, mitgeschnitten und hat letztes Wochenende in seinem Studio sein eigenes “8k”-Stück davon “geremixt”. Es wird demnächst auf seinem Label fieldmuzick auf CD erscheinen. Seit diesem Moment weiß ich, dass ich ein sehr schönes Projekt am Laufen habe :)

4) Wo beginnen die Grenzen zwischen und Neuaufnahme zu verschwimmen?

Bei stop.spot 2007 war “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)” schon mehr Neuaufnahme denn . (A) ist , (G) liegt zwischen und Neuaufnahme und (N), so ist meine Erfahrung ist schon kein mehr, auch wenn meine Kollegen mit meinem “8k” Material von der CD arbeiten, definitiv eher Neuaufnahme. Da höre ich zwar meine Sounds, aber ziemlich fremde Stücke.
Nun ja, ich habe die Kiste geöffnet und jetzt geht es ziemlich ab. Gibt es was Schöneres?

5) Sind die Tracks am Album abgeschlossene Stücke, oder siehst du sie eher als Snapshops eines bestimmen Zeitpunkts einer imaginären Entwicklungslinie?

Die Album-Tracks sind abgeschlossene Stücke, aber definitiv mit Blick auf “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)” hin entstanden. Alle Stücke sind, bis auf “Demix”, innerhalb eines Monates bei langen Studio-Rallye’s entstanden. “Demix” ist im November 2006 entstanden und ist der eigentliche Auslöser zu “8k” und dem -Projekt.

Was habe ich dem base Hausgraphiker Alex Kellas (of Familie Seelig fame) in einem Mail für das Cover geschrieben:
Alex: “Was ist deine core message für 8k?”
Fadi: “tempo, drive, abgedreht, unangepasst, hoch rauf auf den berg – dünne luft, geld beim fenster raushauen, nix mehr kosten vs qualität, high sein (im positiven – nicht wegdröhnen), …….

Was wäre die core message für “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)”:
Breiter Bogen zwischen Schärfe und Unschärfe, zwischen Original und Zitat, zwischen Digital und Analog, zwischen Egotrip und collective composition, zwischen live und Archiv, Echtzeit und Verzögerung.


Mehr Infos zum Stück “8K=8K+-(G)<>(A)<>(N)”
8k” gibt’s im base shop, im Fachhandel und hier auf datenschmutz – wer gewinnen will, hinterlässt wie üblich einfach einen Kommentar.

13 Kommentare zu „Verlosung: Dorninger – 8K“

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