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24/7 im Vernis Magazin

01.12.2007, geschrieben von , 2 Kommentare

vdz 24/7 im Vernis MagazinEine nicht näher genannt wer­den sol­len– und wol­lende Musikjournalistenkollegin hatte die unvor­stell­bare Ehre, für die kürz­lich erschie­nene 4. Ausgabe des modi­schen Vernis Magazins ein Interview einem der mys­te­riö­ses­ten Produzentenkollektive aller Zeiten zu füh­ren. daten­schmutz erhielt von min­des­tens 52% der wahl­be­rech­tig­ten Lizenz-Leistungsempfänger gegen eine nicht näher bezif­ferte Summe die exklu­sive Erlaubnis zum Online-Abdruck.

In dem mys­te­riö­sen, sehr bild– und wenig text­las­ti­gen Magazin geht’s um “Art, Fashion and Music” — in der roten Bar des Volkstheaters fand vorige Woche die Präsentation statt, durch­wegs bei gemä­ßig­ter Lautstärke. Aber darum geht’s hier gar nicht, son­dern um ein Produzentenkollektiv, das seit den frü­hen 30er Jahren die elek­tro­ni­sche (bzw. damals noch elek­tri­sche) Musikszene unsi­cher macht(e) — zumindest eini­gen der MitgliederInnen wird extra­ter­res­tri­scher Ursprung vor­ge­wor­fen. Andere Gerüchte besa­gen, dass Atom Heart, The KLF und syn­c­mode durch Zellteilung aus einer orga­ni­schen Kabelummantelung des ers­ten 24/7 Analog-Samplers ent­stan­den sind. Mit Sicherheit wis­sen wir nur, dass A Guy cal­led Geralds legen­dä­res “Dark Secret Technologies” Album min­des­tens zwei Patchkabel aus 24/7s Beständen für das finale Mastering benutzte.

Nach jahr­zehn­te­lan­ger Release-Pause tre­ten the 24/7 aus dem glei­ßen­den Licht des Underground erneut in den Schatten der inter­na­tio­na­len Popwelt. Ihre Tracks tra­gen Titel wie “Evil Giraffe”, “Cosmic Bottle”, “Non-Corporate Identity” oder “Rokkoko Robot” — ihren Sound bezeich­nen sie man­gels Alternativen als ” Live Electronics / Christian Rap / New Wave” oder “Advanced Psychoshopping Music”. Wer das Nachfolgende nicht lesen will, muss hören — denn über Architektur tan­zen ist bekannt­lich das­selbe wie über Texte musi­zie­ren. Oder so. Hörproben:
http://www.myspace.com/the2

Interview mit the 24/7

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?: Der vier­und­zwan­zigsiebte Raum?

the 24/7: Die bis­lang avan­cier­tes­ten Technik, um Produzenten zu trai­nie­ren. Ausschließlich münd­lich und über Körperflüssigkeiten wei­ter­ge­ge­ben in einem gehei­men Kloster in Südtibet. An die unmensch­li­chen Anstrengungen, die wir auf uns neh­men muss­ten, um Kammer #4 — “Advanced psy­cho musicâ„¢”, kön­nen wir uns immer noch leb­haft erinnern.

?: Auf Ihrem pro­fil pas­sen Ihre auf­ge­führ­ten Einflüsse in kein Schema. Warum? Warum nicht?

!: Um genau zu sein: Missbrauch, Snaredrums und Tee sind unsere Haupteinflüsse. Man kann kei­nen strin­gen­ten Stiel durch­bie­gen, wenn dau­ernd irgend­wel­che Persönlichkeitsfragmente dar­über strei­ten, ob blonde oder schwarz­haa­rige Basslines hot­ter sind. Manche kön­nen sich Anwälte leis­ten, andere schi­cken nach Feierabend ihre Schlägerfreunde aus der Matrosenkneipe vor­bei und las­sen alles kurz und klein hauen. Wie soll man da im Nachhinein noch jemals fest­stel­len, wer so etwas wie die Oberhoheit über so etwas wie ein Arrangement hatte? Alles kann pas­sie­ren, alles muss pas­sie­ren, nichts darf nicht pas­sie­ren, kurz gesagt. Das Ergebnis ist aber stets eine kom­plexe Mischung aus unver­ort­ba­ren Einflüssen und der gän­gi­gen Rechtssprechungspraxis des jewei­li­gen Landes.

?: Was geschah damals mit the24seven?

!: Wir alle lei­den unter einer ganz spe­zi­el­len Art von Persönlichkeitsstörung. Während die eine Hälfte/der eine Teil des Duos ver­sucht, sich selbst zu einem sin­gu­lä­ren Bassisten zu lobo­to­mi­sie­ren, wur­den die ande­ren Teile im Lauf der Jahre voll­stän­dig ent­rückt. Ein Teil von the24seven ist noch immer in jener magi­schen Lampe in einem Kloster in Tibet ein­ge­schlos­sen, an der kein Mönch jemals seine Kutte rei­ben wird, doch die andere Hälfte hat sich auf­ge­macht, die musi­ka­li­schen Schätze die­ser Welt zu erobern. 90 Jahre harte Schulung bei einer jung­fräu­li­chen Äbtin reich­ten aus, um tief in die Geheimnisse des Christian Rap ein­zu­tau­chen. Vor kur­zem hiel­ten the24seven ein Meeting in der Betty Fnord Klinik ab, wo sich alle der­zeit frei ver­füg­ba­ren Persönlichkeitsmomente für einen unmess­bar kur­zen Augenblick zusam­men­ta­ten, um die unter­schätz­teste New Wave Band der Welt zu bin­den. Einen Augenblick lang wurde das Ergebnis auf jedem Digital Culture des bekann­ten Universums aus­ge­stellt. Gestern aller­dings wurde die Fortführung des Plans effek­tiv von zwei mäch­ti­gen Persönlichkeitsfragmenten, deren genaue Identität im Dunkel liegt, die aller­dings 51% der Anteile hal­ten, zunichte gemacht.
Unwiederherrettbare Opfer woll­ten gebracht, unvor­stell­bare Anstrengungen auf sich selbst genom­men wer­den, um dem die Seele zweier Anwälte vor der Vertragslaufzeit zurück­zu­ge­ben, obwohl die Garantiefrist bereits abge­lau­fen war. Das Ergebnis lässt nicht nur den Interviews unbe­frie­digt zurück, son­dern zieht seine tropf­nasse Spur jeden Tag wei­ter ein Stück in eine domi­nierte Zukunft. Auf wes­sen Geheiß? fragt der Florist.

?: Töne erschwe­ren alles, wie kann der Produzent von heute über­haupt ein Liedchen beenden?

!: Das ist eher eine… wer zum Teufel bist du eigent­lich… zum Beispiel war the24seven letz­ten Samstag im Studio, um neues Material auf­zu­neh­men. Zwei Drittel des Duos waren begeis­tern und bereit, auf alles rein­zu­kip­pen um diese elen­den Psycho Shopping Musicâ„¢ Ohrwürmer wie­der los zu wer­den. Die ver­blei­ben­den zwei Fünftel ste­cken ihren Kopf eine Einkaufstasche vol­ler Patchkabel und ent­zo­gen damit dem pro­duk­ti­ven Teil des Duos die so drin­gend not­wen­dige Atemluft. So gut wie alle Tracks wur­den geteert, gefe­dert und anschlie­ßend gevier­teilt — eine ein­zige Nummer konnte unter den schwe­len­den Resten des Scheiterhaufens mehr oder weni­ger unver­sehrt und gegen ihren Willen geret­tet wer­den. An die­ser Stelle noch­mal ein herz­li­ches Dankeschön an die Freiwillige Feuerwehr von Mistelbach!

?: O.K.? … was?

!: Mischen Sie uns bitte nicht mit den Getränken, die Wasser enthalten!

?: Was über die Zukunft von the24seven?

!: Also erst­mal möch­ten wir alle wie­der raus aus der Klinik und ein wenig auf den gera­den Weg zurück — zum ers­ten Mal. Viele Nummern wer­den fol­gen, ver­öf­fent­lichte, unver­öf­fent­lichte, wie­der­ver­öf­fent­lichte… wir befürch­ten mas­sive Feedbackschleifen sowohl von Club-PAs als auch Publiken rund um die Welt.

?: Auf der neu­es­ten Louie Austen EP haben Sie einen der Produzenten gut­ge­schrie­ben. Oder?

!: Jein und ja. Alle von uns und ganz beson­ders jeder ein­zel­nen hatte kei­ner­lei Kontrolle dar­über, was in den ein­zel­nen Phasen des Projekts geschah. Die ande­ren ver­klag­ten uns… wir klag­ten zurück… und plötz­lich war der Track drau­ßen. Irgendwie mögen wir alle ihn, er erin­nert uns an knack-blaue Minz-Erdbeerdrinks in viel zu exklu­si­ven Schweizer Chalet-Clübs.

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1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • newstube.de (8. Dezember 2007)
    24/7 im Vernis Magazin... The 24/7 verwenden dark secret technologies und schrecken selbst vor myspace nicht zurück. Dem Vernis Magazin vertrauten sie alle ihre unglaubwürdigen Geheimnisse an....
  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
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