datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
 
wbf-klosterneuburg-25 bcv08-shoes25.jpg Videocamp Vienna andalusien-2009-106 In der ÖNB
datenschmutz RSS Feed
873 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
38016 Followers
auf Twitter folgen
datenschmutz Adventkalender: jeden Tag 1 Stofftier zu gewinnen!

Google mit neuen Spielregeln

03.12.2007, geschrieben von , 19 Kommentare

Vor eini­gen Wochen sorgte das aktu­elle - für Aufregung unter Webmastern: erst­mals rea­giert die größte Suchmaschine der Welt auf das Businessfeld “Linkverkauf” mit Straf-Maßnahmen. [ Netzkulturkolumne, zuerst ver­öf­fent­licht auf oe1.orf.at]

Maßgeblich mit­ver­ant­wort­lich für den Erfolg der Suchmaschine, deren Slogan “Do no evil” schon längst nicht mehr unwi­der­spro­chen ste­hen bleibt, ist der soge­nannte Pagerank–. Google bemisst die Wichtigkeit einer Seite an den ein­ge­hen­den Links: je mehr the­men­af­fine Seiten auf eine bestimmte Adresse ver­wei­sen, desto höher deren  — und die wirkt sich wie­derum auf den die Platzierung in den Suchergebnissen aus. Da die über­wie­gende Mehrheit der Surfer bei der Websuche erst gar nicht auf die zweite Ergebnisseite navi­giert, kommt einer Platzierung mög­lichst weit ent­spre­chend große Bedeutung zu.

Google aktua­li­siert die welt­wei­ten ver­teil­ten Datenbanken stän­dig, errech­net aller­dings in mehr oder weni­ger regel­mä­ßi­gen Abständen — bis­lang zumeist vier­mal pro Jahr — eine Maßzahl, wel­che Auskunft geben soll über die Wertigkeit einer Seite. Daraus resul­tiert der soge­nannte “Pagerank”, eine Zahl zwi­schen 0 und 10, die auf einen Blick die Bedeutung einer Webadresse ver­ra­ten soll. Seiten mit hohem Pagerank “ver­er­ben” einen Teil ihrer Google-Relevanz, wenn sie auf andere Seiten ver­lin­ken. Dieses Prinzip stellt seit Jahren die Basis von Googles Businesserfolg dar. Doch mit stei­gen­der Bedeutung der Onlinewirtschaft wur­den die Methoden zur Manipulation des Pagerank immer aus­ge­feil­ter und ein neues Businessmodell erblickte das Licht der Netzwelt: soge­nannte Link Trader schu­fen Online-Marktplätze für die “Linkvermietung”. Wer bereits eine gut indi­zierte und bewer­tete Seite betreibt, kann gegen ein monat­li­ches Entgelt dort Links publi­zie­ren, der Preis rich­tet sich dabei nach dem Pagerank der Seite. Diese Form der Online– rich­tet sich kei­nes­wegs an die mensch­li­chen Besucher einer Webseite, son­dern soll ihr ledig­lich zu einer bes­se­ren Google-Platzierung verhelfen.

Im deut­schen Sprachraum mach­ten Anbieter wie Teliad oder Linklift die­ses Vermietungsbusiness zu einer attrak­ti­ven Einnahmequelle, die vor allem Bloggern häu­fig ein höhe­res monat­li­ches Einkommen sicherte, also über klas­si­sche Online-Werbung mög­lich wäre — und wurde damit zur Konkurrenz für Adsense, Googles mone­tä­res Zugpferd.

Das Adsense Geschäftsmodell

Die größte Suchmaschine der Welt deckt in der west­li­chen Welt rund 90% aller pri­va­ten Suchanfragen ab. Das eigent­li­che Kerngeschäft des Konzerns ist jedoch die Vermarktung der Adsense-Werbung: mit die­sem Produkt revo­lu­tio­nierte Google vor Jahren den Online-Werbemarkt und löste Bannerschaltungen durch die soge­nannte CPC (Cost per Click) Werbung ab. Kunden, die Anzeigen schal­ten, müs­sen sich nicht um die Auswahl geeig­ne­ter Werbeseiten küm­mern: Adsense fin­det the­ma­tisch pas­sende Webseiten und schal­tet die eige­nen Anzeigen auto­ma­tisch. Für die bloße Anzeige fal­len keine Kosten an, der Kunde bezahlt erst dann, wenn ein Surfer auch tat­säch­lich auf die Anzeige klickt.

Die Links in Adsense-Anzeigen sind mit dem Attribut “” gekenn­zeich­net, was sie für Suchmaschinen “unsicht­bar” macht, denn Google möchte sein eige­nes Bewertungskonzept nicht durch bezahlte Werbeanzeigen ver­fäl­schen. Die oben beschrie­bene Vermietung von Links ver­bie­tet Google in sei­nen Nutzungsbedingungen. Aufgrund der star­ken markt­be­herr­schen­den Situation des Anbieters wagen es die wenigs­ten , die Spielregeln des Branchenprimus zu bre­chen und hal­ten sich an die Vorgaben. Wer das nicht tat, erlebte beim aktu­el­len Pagerank eine böse Über­ra­schung: zwar exis­tiert wie stets keine aktu­elle Stellungnahme, den­noch deu­ten alle Anzeichen dar­auf hin, dass sämt­li­che “Linkverkäufer” durch einen um ein bis zwei Punkte nied­ri­ge­ren Pagerank “bestraft” wurden.

Diese Vorgehensweise ver­rin­gert nicht nur das Einkommen der betrof­fe­nen Blogger, son­dern ist wohl auch als eine Art Warnung zu ver­ste­hen: wer die Spielregeln Googles nicht ein­hält, fliegt eben raus. Damit macht die aktu­elle Pagerank-Runde vor allem eines deut­lich: ist das Quasi-Monopol erst ein­mal zemen­tiert, kann ein ein­zel­ner Player ohne viel Widerspruch die Spielregeln des gesam­ten Online-Marktes vor­ge­ben. Ob dies der Netz-Ökonomie auf Dauer gut tut, ist mehr als fraglich.

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 19 Kommentare zu "Google mit neuen Spielregeln" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Aufschnürer Identicon Icon

    Find ich gut, dass Google etwas dage­gen unter­nimmt. Eine Website soll nicht des­we­gen gefun­den wer­den, weil jemand Geld dafür gezahlt hat, son­dern weil die Seite tat­säch­lich inter­es­sierte User hat und damit einen Mehrwert bietet.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Michael Identicon Icon

    Ich kann mich dem nicht anschlie­ßen was du da schreibst. Hier geht es nicht darum, das Google eine Gefahr für Adsense sieht, son­dern darum, das Googles Kerngeschäft “suchen & fin­den” durch Manipulationen ver­fälscht wird.

    Außerdem muss man immer Bedenken, das vor Googles Marktmacht, Links nicht in die­sem extre­men Maße gehan­delt wur­den um das Ranking zu beein­flus­sen, weil es eben noch kein Google-Ranking gab. Links waren Empfehlungen, die du und ich auf inter­es­sante Angebote gesetzt haben — OHNE Bezahlung.

    Adwords-Anzeigen hin­ge­gen beein­flus­sen das Ranking nicht. Anzeigen die­ser Art kann jeder ganz sim­ple mit nofol­low selbst rea­li­sie­ren, nur wirds kaum einer kau­fen, da den meis­ten dazu die Besuchermasse fehlt. Links waren halt nur inter­es­sant, weil sie das Ranking beein­fluss­ten. Womit wir wie­der beim Anfang wären. :)

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • igor Identicon Icon

    Ich finds auch gut. Ich denke dadurch kommt bes­se­rer Content mehr in den Vordergrund und nicht nur die anzahl und menge der Links.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 5. Dezember 2007 um 0:32

    @igor: nein. dadurch kom­men die leute in den vor­der­grund, die bes­ser “schwin­deln” kön­nen, weil die google-sortierung ja eh nicht funkt. robert (basic) und ich wur­den ja nicht abge­straft, weil irgend­je­mand unsere ll-links “ent­deckt” hätte, son­dern weil wir wie­der­holt und offen drü­ber geschrie­ben haben. Ich bin in dem Punkt übri­gens ganz Roberts Meinung, er hat da die wesent­li­chen Punkte sehr schön zusammengefasst.

    @Michael: tja, in dem Punkt gehen unsere Auffassungen weit aus­ein­der :mrgreen:

    son­dern darum, das Googles Kerngeschäft “suchen & fin­den” durch Manipulationen ver­fälscht wird.

    Kategorienfehler! Suchen & Finden ist nicht Googles Kerngeschäft, son­dern die Market Proposition. Das Kerngeschäft ist Adsense (plus inzwi­schen die gan­zen ein­ge­kauf­ten old media betriebe)

    Außerdem muss man immer Bedenken, dass vor Googles Marktmacht Links nicht in die­sem extre­men Maße gehan­delt wur­den um das Ranking zu beein­flus­sen, weil es eben noch kein Google-Ranking gab. Links waren Empfehlungen, die du und ich auf inter­es­sante Angebote gesetzt haben — OHNE Bezahlung.

    Das stimmt. Google fucked it all up, mit der Einführung des PR-Algorithmus :mrgreen:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • David Identicon Icon

    Google kann doch Linkverkäufer, Linktauscher und “nor­male” Links eh nur teil­weise unter­schei­den. Außerdem hat ja nicht jeder Linkkäufer etwas schlech­tes im Sinn. Sicherlich beein­flußt er dadurch das Ranking sei­ner Seite. Allerdings kann die Webseite zu einer bestimm­ten Thematik ja durch­aus wert­voll für den Suchenden sein. Wenn ich mir teil­weise die Adsense-Anzeigen ansehe, dann sollte Google dort auch mal bes­ser aus­sor­tie­ren. Teilweise fin­det man Anzeigen die keine Themenrelevanz haben, oder ein­fach nur wei­tere Anzeigen ohne ech­ten Content vermitteln.

    Google kann und konnte sich doch noch nie von “Manipulationen” der Rankings absi­chern. Lediglich die Techniken der “Manipulierenden” ändern sich zeit­ge­mäß ein wenig.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    appsjunkie Identicon Icon
    appsjunkie antwortete am 10. August 2010 um 15:14

    Man darf den Tag nicht vor dem Abend loben… Wer weiss was Google uns noch so an den Kopf wirft!

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 6. Dezember 2007 um 11:16

    @David: full akk. Dem habe ich nix hinzu zu fügen :mrgreen:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Matthias Identicon Icon

    Linkverkauf hin oder her, ich finde nicht, dass man das fahn­den sollte. Immerhin muss sich Google an die Gegebenheiten anpas­sen und nicht die Gegebenheiten an Google. Wenn Linkverkauf betrie­ben wird, dann muss sich Google eben ein neues, bes­se­res System ein­fal­len las­sen, aber nicht den Usern das alte System auf­zwin­gen.
    Es wird sich ein­fach auf Dauer nicht hal­ten lassen.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Ken Loner Identicon Icon

    Wie will Google das in den Griff bekom­men, es kom­men jeden Tag Millionen neue Seite, die habe doch jetzt sch große Probleme.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Tester Identicon Icon

    Na ja, was google unter­bin­den bzw. sehr wohl fest­stel­len kann, sind Linkverkäufe über Plattformen wie linklift.at! Um dort tätig zu sein, muss man ja ein java script in sei­nen Quellcode ein­bin­den. Ich denke doch, dass google Mittel und Wege hat, solch ein für Linkverkaufzwecke gedach­tes java script zu iden­ti­fi­zie­ren und jeden der das auf sei­ner Seite hat abzustrafen.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 3. Juni 2008 um 17:25

    Nein, das ist ein Irrtum. Die Einbindung erfolgt ser­ver­sei­tig, trotz­dem gibt’s Mittel und Wege, sowas auto­ma­ti­siert zu entdecken.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Califaxus Identicon Icon

    Naja, die Sache ist ja, das Google mit Adsense eine der erfolg­reichs­ten Marketingideen der Menschheit gebo­ren hat. Das nennt sich dann kom­mer­zi­ell. Sie ver­weh­ren aller­dings den “exter­nen Mitarbeitern”, also den Bloggern und Webmastern, sich eben­falls auf diese Ebene zu bege­ben, also kom­mer­zi­ell zu han­deln. Das sagt eigent­lich alles. Schade.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 23. Juni 2008 um 14:18

    Ja klar, Marktausschlusskriterien sind für Google einer wich­tigs­ten Erfolgsfaktoren.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Califaxus Identicon Icon

    Ich muss dazu sagen, ich hab zwar keine Links gekauft, aber Ende des ver­gan­ge­nen Jahres war ich auch “dran”. Von PR5 auf PR2, von 2500 Besuchern auf 60 – 70 pro Tag. Aber den­noch: Jammern nützt nix, schimp­fen und unsach­li­ches “gequarke” auch nicht. Versuchen aus den alten Fehlern zu ler­nen und nicht neue zu machen.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 23. Juni 2008 um 17:04

    Autsch… das tut weh. Links würd ich aber auch nie kau­fen — wär mir viel zu teuer :cool:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Horst37 Identicon Icon

    Zu Matthias: Google MUSS gar nichts, Google macht die Spielregeln. Wer sich nicht daran hal­ten will, wird ent­fernt. Das tut sehr sehr weh, ICH weiß das. Es ist wie beim Kartenspielen: Man MUSS sich nicht an den Spielertisch bege­ben. Aber wenn man mit­spielt, sollte man sich an die Anleitung hal­ten. Sonst ist das Spiel zuende. Und im alten Texas ist man sogar erschos­sen wor­den. :wink:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 27. Juni 2008 um 9:27

    …und zwar dann, wenn die ande­ren die Extra-Asse in dei­nem Ärmel gefun­den haben. Also wirk­lich sehr pas­sende Parallele! :mrgreen:

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Softlution Identicon Icon

    Definitiv kann ich mich mei­nen vor­red­nern anschlié­ßen, dass Google damit einen Schritt in die rich­tige Richtung gemacht hat :)

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 17. November 2008 um 12:09

    Vielleicht nicht unbe­dingt ganz frei­wil­lig, aber grund­sätz­lich: ja!

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

Kommentar schreiben

:frog: :frog2: :frog3: :frog5: :frog6: :dirtfrog: :frog4: :frog4o: :frog7: :artfrog: :darkfrog: :elkfrog: :frogface: :frogonleaf: :leefrog: :littlefrog: :princefrog: :coolfrog: :coolfrogjump: :mrt: :smoking666: :borg: :ninja: :satan: :saint: :elvis: :king: :pimp: :pirat: :mrdj: :elk: :cool: :geek: :weird: :mad: :sad: :-? :shock: :anonym: :angel: :kiss: :love2: :coffee2: :white2: :dog: :cat: :ccocktail: :beer: :thumbdown: :thumbup:

1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • newstube.de (8. Dezember 2007)
    Google mit neuen Spielregeln... Google reagierte beim letzten Pagerank Update erstmalig mit Strafmaßnahmen für Linkverkäufer - zumindest für jene, die man identifzieren konnte. Was bedeutet Googles neue Politik für die Zukunft von SEO und Onlinemarketing?...
  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
?
datenschmutz.tribe
         Login | Registrieren
via RSS Feed datenschmutz RSS Feed
als Newsletter
aweber
AlbanianArabicBasqueBelarusianBulgarianCatalanChinese (Simplified)CroatianCzechDanishDutchEnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
datenschmutz q+a
Stellen Sie mir Ihre Frage zu Social Marketing, Blogging und Co. — ich ant­worte dem­nächst hier am Blog.
Neueste Beiträge