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Heute: 10 Jahre Bloggen, 10 Tipps für BloggerInnen

17.12.2007, geschrieben von , Keine Kommentare

Der Gründungsmythos des Wortes split­tet sich in meh­rere Submythen auf (Logbuch?). Wired gibt Jorn Barger dafür Credits — der Betreiber von Robotwisdom, sei­nes Zeichens Blog-Urgestein, ver­wen­dete den Begriff erst­mals am 17. Dezember 1997 — also vor genau einer Dekade. [via Frank]

Die Intention des Amerikaners war damals eine völ­lig andere als die der meis­ten kon­tem­po­rä­ren Weblog-Autoren heute: in Jorns Welt sol­len kurze Bookmarktrails die eige­nen Wege durchs Netz für andere nach­voll­zieh­bar machen, ori­gi­nä­rer redak­tio­nel­ler Content dage­gen ist weit weni­ger gefragt:

My intent for web­logs in 1997 was to make the web as a whole more trans­pa­rent, via a sort of “mesh net­work,” where each web­log ampli­fies just those signals (or links) its aut­hor likes best. 1998 – 1999 was for me the Golden Age of Weblogs, when the fol­lo­wing prin­ci­ples were widely understood.

Blogging ver­steht Barger also als eine Art per­sön­li­ches Social Bookmarking — eine Meta-Informationsebene fürs Web, die Google Konkurrenz macht. Das ist natür­lich auch eine Meinung, und wer auf frei­wil­lige Selbstbeschränkung steht, wird mit den fol­gen­den 10 Geboten, die ich mal auf die Schnelle ins Deutsche über­setzt hab, gut leben blog­gen können.

Andererseits finde ich’s fas­zi­nie­rend, wohin sich Blogging in die­sen weni­gen Jahren ent­wi­ckelt hat: ich denke, das ange­spro­chene Amplifying ist inzwi­schen die Aufgabe von mehr oder weni­ger smar­ten Algorithmen: und Google kön­nen das in gro­ßem Stil, del.icio.us und Co. eben­falls. Die redak­tio­nelle Aufgabe des Bloggers auf Pinpointers zu beschrän­ken, mag für man­che okay sein — mich haben aber Blogs, die ein­fach nur Links mit dem Kommentar “great site!” pos­ten schon immer gelang­weilt. Aber urtei­len Sie selbst, ich stelle die Thesen hier ein­fach mal über­setzt zur Diskussion (eng­li­scher Originaltext):

  1. Ein wirk­li­ches Weblog ist eine Liste aller URLs, die du sel­ber spei­chern oder mit­tei­len willst. (Also ist del.icio.us das bes­sere Bloggingtool als Blogger.com)
  2. Du kannst auf jeden Fall Links zur Originalquelle pos­ten, auch wenn diese sich auf einer ande­ren Seite befin­det — aber wenn du mehr “ori­gi­nal posts” als Links hast, dann wär’s ver­mut­lich Zeit für eine Lektion in Demut.
  3. Wenn du vor dem Schreiben ein wenig Zeit fürs Suchen ver­wen­dest, dann fin­dest du deine Gedanken ver­mut­lich bereits irgendwo, und zwar sorg­fäl­tig ausformuliert.
  4. Du selbst zu sein wirkt stets hip­per als einen Link zu unter­schla­gen, nur weil er nicht trendy genug ist. Deine LeserInnen müs­sen dich ken­nen lernen.
  5. Bei der Beschreibung des Links lässt sich der Originaltitel so gut wie ver­bes­sern. (Deine Beschreibung muss min­des­tens so aus­sa­ge­kräf­tig aus­sa­ge­kräf­tig sein, dass deine Leser Seiten, die sie bereits besucht haben, erkennen.
  6. Inkludiere immer ein Adjektiv, das deine eigene Reaktion gegen­über der ver­lin­ken Seite beschreibt. (groß­ar­tig, nütz­lich, fan­ta­sie­voll, schlau etc.)
  7. Nenne die Quelle, die dich hin­ge­führt hat, sodass deine LeserInnen die Möglichkeit haben, “dem Fluss strom­auf­wärts zu folgen”.
  8. Warne vor “Gotchas” — das sind selt­same Formate, Beiträge, die über meh­rere Seiten ver­teilt sind, extrem lange Files etc. Verstecke nicht den Hauptlink zwi­schen unnüt­zen (oder miss­ver­ständ­lich benann­ten) wei­te­ren .
  9. Such dir ein paar Lieblings-AutorInnen oder Berühmtheiten und lege einen Google Newsfeed an, der dich über ihre Aktivitäten infor­miert, damit andere Fans Aktivitäten die­ser Personen über dein Weblog ver­fol­gen können.
  10. Poste deine Lieblingslink immer wie­der mal, damit LeserInnen, die sie beim ers­ten Mal ver­passt haben, auch mitbekommen.

Mehr Infos und ganz unter­schied­li­che Meinungen zu den 10 Tipps des “Original Bloggers” gibt’s unter ande­rem bei Sobleizer, Susan Mernit, J-Walk, Mark Ghosh, Technocult und Blogissues.

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