Tippen auf Laptoptastaturen kann durchwegs eine komfortable Angelegenheit sein, aber das Touchpad ist keinesfalls ein adäquater Ersatz für die gewohnte Maus. Aber wenn man nicht gerade am Schreibtisch sitzt, fehlt meist die passende Unterlage — doch die lässt sich nun nachrüsten, oder besser gesagt an den Laptop anklemmen: der Mobile Laptop Desk ist ein transportables Mousepad, das keinerlei zusätzliche Unterlage benötigt.
Waren es bislang stets Webseiten bzw. Online-Produkte, auf die ich im Auftrag trigamis einen näheren Blick geworfen habe, so handelt es sich bei dem Mobile Laptop Desk um den ersten Test eines Offline-Produktes. Eingetroffen ist das Paket gestern, und ich war schon ausgesprochen neugierig: immerhin behauptet der Hersteller MD Creativ GmbH mit diesem Produkt ein Problem zu lösen, das jeder Laptopbesitzer kennt: unterwegs sind Tische und passende Mauspad-Ablagen dünn gesät. Ich kenne niemanden, der gerne mit dem eingebauten Touchpad arbeitet, Trackballs haben sich auch nicht so richtig durchgesetzt — in punkte Präzision und Ergonomie geht nach Meinung der meisten Benutzer eben nichts über das gute alte Zeigenagetier. Das mobile Mousepad springt in diese Bresche: Platz finden sollte es in jeder Laptoptasche. Einziger Kritikpunkt in punkto Größe: ließen sich die beiden Seitenhalterungen mittels Scharnier nach vorne umklappen, wäre das Pad nicht dicker als ein Schulheft, die fix montierten Seitenteile allerdings verunmöglichen das Verstauen in schmalen Außentaschen.
Die mitgelieferten Klettverschluss-Klebepunkte sind definitiv nicht notwendig, um das Pad am Laptop zu befestigen, denn die Doppelfeder entwickelt eine enorme Spannkraft, die möglicherweise zarte Damenhände beim Einspannen besonders breiter Laptops überfordert. Maximal 30 Zentimeter breit darf der “Wirtscomputer” sein. Da das Pad nicht an einer fixen Stelle montiert wird, lässt sich in den meisten Fällen das Verdecken benötigter Eingänge durch seitliches Versetzen vermeiden. Bei meinem Laptop befindet sich der Netzteilanschluss rechts an der Rückseite, eine Befestigung war trotzdem auch bei eingestecktem Kabel problemlos möglich. Die Moosgummiauflagen schützen vor Verkratzen und sorgen für bombenfesten Sitz: hier zeigt sich der Vorteil der kräftigen Spiralfedern. An der Unterseite hat das Pad zahlreiche Lüftungsschlitze, um einen Hitzestau im verhindern. Sicherlich kein Nachteil, allerdings hat kein Mobilrechner einen Ventilator, der die Luft nach unten bläst — wär ja auch kontraproduktiv beim stationären Schreibtischbetrieb.

Die Biegefestigkeit der Unterlage ist ausreichend, um mit leichteren Mäusen auch ohne Extra-Unterstützung durch Knie oder Oberschenkel bequem arbeiten zu können — wer häufig im Zug unterwegs ist oder beim Surfen auf der Couch mit dem gewohnten Nager arbeiten möchte, tätigt mit den 20 Euros, die der Mobile Laptop Desk kostet, eine sinnvolle Investition. Für Bestellungen in Deutschland werden zusätzlich EUR 4,60 an Porto fällig, der Rest von Europa berappt für die Lieferung EUR 10,20.
Achtung Meck-User: Apple Powerbooks haben einen anderen Klappmechanismus. Für diese Geräte sowie alle anderen Laptops, die Bildschirm hinter das Gehäuse klappen, funktioniert die Klammerbefestigung daher nicht.
Die Maus hat im Lauf der Zeit eine beträchtliche Evolution durchlaufen von frühen klobigen Modellen mit eingebautem Ball und mechanischer Abtastung bis zum zeitgenössischen kabellosen Präzisions Laser-Eingabegerät: der Mobile Laptop Desk bietet modernen optischen Mäusen eine solide Unterlage, die Oberfläche aus hartem, leicht aufgerautem Kunststoff erinnert an (wesentlich teurere) Gaming Notepads.
Im Vergleich zum gewohnten Mousepad ist die zur Verfügung stehende Fläche beträchtlich kleiner — eventuell empfiehlt sich eine entsprechende Anpassung der Genauigkeit in den Mausoptionen. Ideal funktioniert das Pad in Kombination mit einer ohnehin schlankeren Laptop-Maus: damit arbeitet sich’s auch längere Zeit ausgesprochen entspannt. Die Paarung Laptop-Maus und Mobile Laptop Desk funktioniert am besten: bei meinem relativ schweren und massiv großen Logitech-Zeigegerät biegt sich das Pad ein wenig durch, wenn ich die Maus an den äußeren Rand schiebe.

Mit der kleineren Laptop-Maus dagegen ist entspanntes Arbeiten möglich, die halbrunde Form ist ergonomisch und im Vergleich zum eingebauten Touchpad liegt die Genauigkeit natürlich wesentlich höher: Photoshop-User, die gerne mal auf der Couch ihre Gemälde pixeln, mp3-DJs, die beim digitalen Auflegen oder bei Live-Sets mit dem Laptop die gewohnte Steuerung vorziehen. Fazit: smartes Design, auf meiner nächsten Zugreise wird mich mein Mobile Laptop Desk auf jeden Fall begleiten — im Laptoprucksack (den ich einer Tasche bei weitem vorziehen) ist ohnehin genug Platz für solche nützlichen Gadgets.
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