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Weihnachts-Spam und Quality PR

Unerwünschte Tipps für Weihnachtsgeschenke sind exakt das, was mir in den letzten Tagen nicht direkt gefehlt hat in den letzten Tagen. Ein Mail, das meine Spam-Abwehr-Kette unterlief allerdings erregte meine Konsumentenaufmerksamkeit letzthin in spezieller Art und Weise: des dreht sich nicht um X-Maas Viagra, vielmehr sollen Geschenkgutscheine vercheckt werden:

Sie haben noch kein passendes Weihnachtsgeschenk? Ich möchte Ihnen eine neue, tolle Onlinewelt für hochwertige Wellness- & Romantikgutscheine ausgewählter 4- und 5 Sterne Hotels Österreichs vorstellen: Sie erhalten im Handumdrehen perfekt gestaltete und hochwertige Geschenkgutscheine für jeden besonderen Anlass.

Yeah. Aber es wird noch viel besser: die E-Mail enthält einen dieser rechtsunwirksamen und unsinnig Disclaimer. [Mehr dazu hier und hier). Und zwar folgenden Wortlauts:

Der Inhalt dieser E-Mail ist ausschließlich für den bezeichneten Adressaten bestimmt. Wenn Sie nicht der vorgesehene Adressat dieser E-Mail oder dessen Vertreter sein sollten, so beachten Sie bitte, dass jede Form der Kenntnisnahme, Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe des Inhalts dieser E-Mail unzulässig ist. Wir bitten Sie, sich in diesem Fall mit dem Absender der E-Mail in Verbindung zu setzen. Der Inhalt der E-Mail ist nur rechtsverbindlich, wenn er unsererseits durch einen Brief entsprechend bestätigt wird.

Ich find das irgendwie saukomisch, in eine unerwünschte Werbeaussendungen einen Standard-Business-Disclaimer einzubauen. Geschickt bekommen hab ich die Message an r [at] pettauer.net, eine Adresse, die ich seit Jahren weder verwende noch irgendwo kommuniziere. Aber es wird noch lustiger: in der Message steht eine komplette Firmensignatur, in der die Salzburger Firma AUER PR [auer-pr.com als Absender angegeben ist.

Nun ist mir durchwegs klar, dass sich Absenderadresse leicht faken lassen; die Kopfzeilen der Mail deuten aber nicht gerade auf einen HiJack hin… also surfte ich mal schnell besagte Agenturwebseite an, wo ich auf der Startseite folgenden paradigmatischen Text lesen durfte:

AUER Public Relations setzt auf kreative, smarte und umso effektivere Mittel in der PR-Arbeit. Es geht um das Finden von neuen Zugängen. Einerseits zu den Medien und andererseits zu den jeweiligen, spezifischen Zielgruppen unserer Klienten. Nur dann kann PR-Arbeit wirksam, nachhaltig und erfolgreich sein.
Wir bedienen uns eines Methodenmix, entwickeln kreative und innovative Prozesse und versuchen so, Vorreiter und nicht Nachahmer zu sein.
Wir machen unsere Kunden bekannt(er) und optimieren den Geschäftserfolg mit Konzepten, wie dem von uns entwickelten Mehrwertmarketing.
Das ist unsere Basis für ein breites Spektrum an handverlesenen Kommunikationsaktivitäten, die Menschen bewegen.

Yup, dieser Kommunikationskanal hat mich so sehr bewegt, dass ich einen ganzen Blogeintrag drüber geschrieben hab… und dass Spam ein Teil des professionellen PR-Methodenmixes ist, war mir auch neu. Wie auch immer: Gutscheine zu verschenken ist ja sowieso the easy way out für Unentschlossene 😈

5 comments
Horst
Horst

Ich hatte mich nur gewundert, dass die die Mail-Adresse überhaupt weiterverwendet haben, weil Yahoo Accounts schon nach 3 Monaten Nichtnutzung sperrt. Die müssen also schon ein paar Jahre Fehlermeldungen bekommen haben. Aber einem richtigen Spammer macht das wohl nichts aus. :shock:

ritchie
ritchie

Da wird nix rausgelöscht - einmal in der DB, immer drin...

Horst
Horst

Ja, das ist die Art von PR, die man unbedingt braucht. Übrigens flattert mir der Spam nicht nur Weihnachten um die Ohren. Ich habe nach Jahren einen Yahoo-Account reaktiviert, den ich so gut wie gar nicht benutzt hatte. Direkt nach der Aktivierung kamen auch schon die ersten Spam-Mails. Woher die die Adresse haben, ist mir schleierhaft. :shock:

ritchie
ritchie

Viele Spammer arbeiten mit der Schrotflinten-Taktik: also einfach Millionen Addis durchprobieren, und die in der Liste behalten, wo keine Fehlermeldung zurückkommt.

Hansi
Hansi

Leider kommen solche "Angebote" jedes Jahr wieder zu Weihnachten :) Einige sind inzwischen ja ganz lustig zu lesen, aber die meisten wandern eh direkt ins Datennirvana...