Blogfever: gewonnen!

blogfeverBlogfever hatte in den letzten Wochen eine kleine Rekrutierungs-Rally laufen: knapp mehr als die Hälfte des Preisgeldes geht ans Googlewatchblog, den Rest teilen Baynado und ich ex aequo.

EUR 34,62 sind wohl mehr Kohle, als viele Longtail-Blogger im Halbjahr mit ihren Google-Adsense Accounts verdienen. Für den neuen Flatscreen reicht’s nicht ganz, aber ich schätz, ich werd meinen Gewinn wohl in Mittagsmenüs in der Schönen Perle investieren, das Hirschsteak letztens war grandios. Aber ich schweife ab, weit wichtiger als das Preisgeld sind die Besucher, die mir das Syndikat täglich zu datenschmutz schickt. Denn die BF-Community konnte in den letzten Tagen und Wochen ein hervorragendes Wachstum verzeichnen, die 4 Millionen Widgetviews sind längst überschritten. Das Team arbeitet weiter engagiert an der Verbesserung des Service, das neue Bonus-System für Blogs, die besonders viele Clicks generieren, finde ich ausgesprochen gelungen:

Unser nächstes Update wird im Userbereich die Klickrate des eigenen Blogs und die durchschnittliche Klickrate anzeigen, damit sich jeder ein Bild von der Performance des eigenen Blogs machen kann. Gleichzeitig werden dann die Punkte in Relation zur Klickrate verteilt. Blogs mit einer überdurchschnittlichen Klickrate werden 6 Punkte pro Widgetaufruf erhalten, während Blogs mit einer unterdurchschnittlichen Klickrate nur 3 Views erhalten werden.

Ich merke bei meinen eigenen Widget-Schlagzeilen, dass die Klickrate beständig steigt – die Betreiber machen also offensichtlich eine ganze Menge richtig. Ausnahmsweise sieht Google das auch so, denn beim letzten Ranking-Update gab’s PR4 für die Startseite. Wie schon mal erwähnt wäre natürlich ein WordPress-Plugin, das die Links sm-lesbar einbaut, definitiv eine Überlegung wert: Blogistan lebt nun mal von themenaffiner Verlinkung – und die bekommt Blogfever umso besser hin, je mehr Blogger am System teilnehmen. Denn das geniale am System ist ja, das Blogfever vollautomatisiert themenaffine BesucherInnen aufs eigene Blog bringt!

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Heute Badeschluss in der Bunkerei

bunkereiSelbst die hartnäckigsten Schneehasser können es nicht mehr leugnen: der Sommer ist vorüber, also höchste Zeit, in der Bunkerei im Wiener Augarten den offiziellen Badeschluss zu feiern. An den Turntables steht niemand geringerer als Maestro Scheibosan, der nach seiner gesundheitsbedingten Pause nun endlich wieder die Floors dieser und anderer Städte rockt!

Die Bunkerei macht mangels winterfester Ausstattung die übliche Pause – mit anderen Worten: Badekleidung ist nicht erforderlich, eine warme Jacke wäre aber durchwegs von Vorteil. Gebadet wird in feuchtem Minimal und Maximal Electro, in schlüpfrigem Cosmic und Spacedisco sowie in wetfun*ked House und Groove. Los geht’s ab 20:00 Uhr, der Eintritt ist frei und so sieht das komplette Line-Up aus:

  • Scheibosan (akh)
  • Marcello (Vienna Scientists)
  • Scott (Telemark)
  • Pesola (Bongo Club)

Karneval: letzte Chance

A propos Sommer und Musik: mein Blogkarneval SommerSoundTrack geht am 2. November zu Ende, wer noch einreichen möchte, hat noch bis übermorgen Gelegenheit. Die Chancen auf einen der sechs Preise sind ganz hervorragend, denn bisher hält sich die TeilnehmerInnenzahl leider in Grenzen – ich hätte ja durchwegs mehr Hobby-Musikjournalisten unter der geschätzten Bloggerschaft vermutet :mrgreen:

Facebook – die ersten Eindrücke

facebookBisher hab ich über Facebook nur gelesen, am Wochenende bin ich endlich mal dazu gekommen, mein Profil einzurichten – und mein erster Eindruck in Bezug auf Features und Usability ist ganz hervorragend. So erweiterbar und flexibel war Social Marketing noch nie – die Betreiber haben jedenfalls die guten Ansätze der Konkurrenz konsequent weitergedacht und aus deren Fehlern gelernt.

Die ganz und gar nicht webzweinullige Politik Xings, essentielle Funktionen nur für zahlende Mitglieder bereit zu stellen, hat mir noch nie besonders behagt. Und während Xing sich ganz auf die Business-Klientel kapriziert, bietet Facebook ein wesentlich umfangreicheres Portfolio an. Registrierung und Import der eigenen Kontakte (in meinem Fall via Outlook-CSV, man kann aber auch bestehende Webmail-Adressbücher etwa von Gmail oder Yahoo nutzen) klappt problemlos: mit den Matching-Funktionen ist das Bekanntschafts-Netzwerk schnell aufgebaut. Facebook organisiert seine Mitglieder durch Zugehörigkeiten zu geographischen und thematischen Networks. Dank Matching-Algorithmen (“people you might know”) bleibt der Wunsch nach Geselligkeit nicht lange unerfüllt.

Jedes Mitglied kann neue öffentliche oder private Gruppen anlegen – neben “Austria” bin ich gleich mal der Barcamp Senza Confini Truppe beigetreten. Das Matching-Prinzip zieht sich durch die ganze Plattform: Events von Freunden sind sofort sichtbar, so bin ich auf Anhieb auf den mir vorher noch unbekannten OpenCoffee Club Vienna #3 im großartigen WerkzeugH, das beim Event-Profil direkt mit dem zugehörigen Tupalo-Spot verlinkt ist – Jeez, dieses ganze Web 2.0 Ding fängt wirklich an zu funktionieren!

Extrem lästig sind übrigens anfänglich die dauernden Captchas, die bei jeder neuen Freundesanfrage auftauchen – nach einer Verifikation des Accounts via SMS-Code allerdings entfällt zum Glück die Eingabe. Mit der telefonischen Verifikation trägt Facebook dazu bei, die Plattform spamfrei zu halten: dies gelingt offensichtlich derzeit noch viel besser als bei myspace und Co.

Auch von Vorteil: Soweit ich das bisher beurteilen kann, bedienen sich auf Facebook alle registrierten User bei öffentlichen Infos durchwegs der englischen Sprache – das halte ich durchwegs für einen Vorteil, da so die länderübergreifende Sprachbarriere gleich von vornherein wegfällt.

Weitere Features

Die Möglichkeit, die eigenen Fotoalben auch nicht-registrierten Usern zugänglich zu machen etwa qualifiziert die Seite durchaus als Ersatz für FlickR, so man auf die verschiedenen Auflösungsstufen der Fotos verzichten kann. Das eigentliche “Killerfeature” allerdings sind die sogenannten Facebook-Apps: eine riesige Anzahl dieser Zusatzmodule wartet darauf, das eigene Profil zu pimpen: von der Anzeige der eigenen Blogpostings bis zu verschiedensten Spiele-, Musik-, Dating-, Business- und sonstigen Erweiterungen reicht das Portfolio. Jeder, der eine entsprechende Idee hat und über die nötigen Programmierkenntnisse verfügt kann aufgrund der umfassend dokumentierten API eigene Module einreichen: und da Facebook in den letzten Monaten gewaltig im Aufwind war, kann keine andere Plattform mit einer solche Bandbreite an Tools aufwarten.

vorläufiges Fazit: myspace, Xing und Co. können sich warm anziehen: Facebook hat aus den Fehlern und Schwächen seiner Vorgänger gelernt und präsentiert als erste Web 2.0 Community kein Full-Feature-Angebot, sondern ein solides Framework, in das jeder seine eigenen Applikationen reinhängen kann: und diese Vorgehensweise garantiert einzigartige Flexibilität. Ich werd mal ein paar passende Apps für mein Profil suchen…

Google Pagerank Downgrade und die Zukunft der Linkvermietung

Wie bereits erwähnt ist datenschmutz eines der stark von Matts Pagerank-Napalm-Teppich betroffenen Blogs. Das sich statt eines 6ers nun eine 3 habe, juckt mich nicht die Bohne: ich brauch keinen PageRank, LeserInnen reichen mir völlig aus. Und da ich einer Corporation, die als notwendig erachtet, “Do no evil” zu ihrem Wahlspruch zu erheben, aus Prinzip nicht traue, bin ich auch sehr froh darüber, dass Tante G besuchertechnisch für datenschmutz keinesfalls die Hauptwasserleitung darstellt.

Vorbei also die Zeiten, als sich die SEOs auf jedes neue PageRank Update freuten – ein paar Links gestreut, und schon ging’s weiter die Leiter rauf. Wer sich zu weit aus dem virtuellen Fenster lehnte (Hallo Blackhat!) bekam schon mal einen unfreundlichen Stupser, aber diesmal wurden gleich zehntausende Seiten anders gerankt. Ich habe keine Zeit für ausgedehnte SERP-Vergleichsstudien, aber seit der Abwertung stiegen die Besucherzahlen hier auf datenschmutz leicht an – die rund 5%-10% Zusatzbesucher gehen anscheinend auf die vielen Berichte über die Abwertung deutschsprachiger Seiten zurück, in denen häufig auch dieses Blog erwähnt wurde. Die Kurzzeitwirkung ist also erstmal ausgesprochen erfreulich… aber was bedeutet das PageRank-Downgrade auf mittelfristige Sicht?

Für mich so gut wie gar nix. Ich bekomme derzeit rund 30% meiner Besucher über Google. Das heißt, falls Google mir eine SERP-Penalty aufbrummt, die meine Besucher halbiert, dann verliere ich insgesamt nicht 50%, sondern heiße 15% meines Blogtraffics. Und natürlich bin ich alles andere als unglücklich darüber, dass ich selbst und nicht Google über den weiteren Erfolg dieser Seite entscheide… Diversifikation ist in Zeiten wie diesen wohl auch bei Trafficquellen der Begriff der Stunde.

PageRank und der Linkmietmarkt

Während sich die Proklamatoren einer besseren Welt diebisch freuen, bin ich mir sicher, dass die Pagerank-Abwertung in keinster Weise den Linkmiet-Markt beeinträchtigen wird, denn wie John Chow völlig richtig schreibt:

I doubt it will affect my ability to sell links either, nor will it affect pricing that much. The last time I was at PR4, Text Link Ads sold my links for $200 per month. They increased the price to $240 when I went to PR6. Google’s mistake is thinking that every advertisers buys link for PageRank only. They don’t. Right now, PageRank is pretty much irrelevant.

Wie wahr, wie wahr: wer bei Robert Links mietet, der tut das mit Sicherheit nicht nur wegen des PageRanks – oder er hat nicht verstanden, wie Online-Marketing funktioniert. Googles allzu offensichtlicher Plan, mit dem selbst eingeführten Schwanzlängenmaß unliebsamen Entwicklungen gegenzusteuern, geht in die Hose: denn wenn ein niedriger PageRank entweder sagt “diese Seite ist unwichtig” oder aber “diese Seite ist zwar wichtig, wir vermuten aber, dass sie Links verkauft”, dann ist das der schnellste Weg einer Maßeinheit in die Bedeutungslosigkeit.

Wenn Putzerfische ins Becken pinkeln

Google lebt von einer einzigen Datenbank: dem Internet. Und dabei handelt es sich um ein kollaboratives Unterfangen, um einen riesigen Teich, in dem Firmen, Privatleute und alles Mögliche dazwischen rumschwimmen. Die verlinken sich, und Google nimmt diese “natürlichen” Links als Basis her, um daraus seine Suchdaten zu generieren. Zudem bietet die Firma ein speziell für Longtail-Seiten völlig unattraktives Werbesystem an, an dem sie Milliarden verdient. Wer mit im Index sein will, kuscht eben: vermietete Links “stören” nämlich nicht in erster Linie den Google-Index, sondern den heiligen St. Revenue Stream – ich spar mir die ausführliche Erklärung, denn prägnanter als Maestro Basic könnt ich’s nicht formulieren:

Im Endeffekt bleibt also eine gigantische Masse von für Google kostenlos arbeitenden Webseitenbetreibern und einem gigantisch gut verdienenden Unternehmen. Und das alles nur, weil alle Welt am Google-Tropf hängt, es geht doch “nur” um gute Suchergebnisse, damit sich jeder in der großen, weiten Netzwelt schnell zurechtfindet, also bleibt bitte “google-brav”. Die ganz zufällig wegen Spam das nofollow-Attribut eingeführt haben. Haben sie das? Nur wegen Spam? Diese Waffe wird mittlerweile gezielt gegen alles gerichtet, was ihrem Verdienstsystem schadet. Google kann mich kreuzweise, das ist meine Frohe Botschaft an ein Unternehmen, das seine Marktmacht so ausnutzt und wenig Kooperationsbereitschaft zeigt.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Blogging Tom, der sich darüber wundert, dass Google der Form mehr Bedeutung beimisst als dem Inhalt:

So langsam macht mich das alles ziemlich nachdenklich. Da versucht man Tag für Tag (oder jedenfalls fast jeden Tag) ein gutes Weblog zu schreiben und wird am Ende dafür abgestraft. Für Google scheint also nicht mehr die Qualität der Sites im Vordergrund zu stehen sondern vielmehr mit welchen Mitteln der Inhaber Geld verdient. Die Methode der Werbung sagt aber meines Erachtens nichts über den qualitativen Inhalt der Seite aus. Google sieht das offenbar anders und versucht derzeit wohl, seine Sichtweise des “sauberen” Internets durchzusetzen.

Konsequent weitergedacht, führt diese Strategie ja dazu, dass Google nicht mehr die inhaltliche Relevanz von Seiten, sondern deren Erwerbsmethoden wertet – und wenn eben zufällig die interessantesten Ressourcen grade Links vermieten, dann scheinen sie in den SERPs eben nicht auf. Finde ich persönlich sehr begrüßenswert, weil der einzige, der Big G ernsthaft schaden kann, ist Big G selbst: und die Monopolstellung besteht eben nur so lange man eine brauchbare Suchtechnologie bietet.

Und wo wir grade beim Thema sind: ich kann mir nicht vorstellen, dass die aus dem Jahre Schnee stammende Startseite mit dem minimalistischen Suchfeld und viel zu viel Werbung auf den Ergebnisseiten der Weisheit letzter Schluss ist. Und wie bereits oben erwähnt: dass Google den “bestraften” Seiten mit demnächst folgenden “Besuchereinbrüchen” droht, klingt zwar nach Erpressung, ist in Wahrheit aber bloß grandiose Selbstüberschätzung… so wichtig ist Google gerade für Blogs eben nicht, da gibt’s zum Glück ausreichend Alternativen.

Was soll G nun tun? Wie sollen die SERPs gereiht werden? So wie immer, natürlich: Google kann zunehmend mit manueller Abstrafung ändern, aber ich nehme kaum an, dass Matt Cutts und Co. wieder zu den gar nicht guten alten stochastischen Zeiten zurückkehren wollen: Relevanzbewertung nach Worthäufigkeit und Co. stank schon anno 95, und der Haupterfolg von Google lag in der Einbeziehung der Backlinkstruktur für die SERP-Relevanzwertung – und ein Ersatz ist nicht in Sicht. Also trennt man die “vorne” sichtbare Pagerank-Anzeige von der internen Wertigkeit einer Seite ab und bringt Linkhändler wie oben beschrieben eben dazu, auf andere “Wertfaktoren” zu fokussieren. Wär doch extrem kontraproduktiv, wenn etwa Telepolis bei der Suche nach Netzkultur nicht mehr auftauchte.

An alle Moralapostel da draußen

Die eigenen Eier zu lecken muss doch auf Dauer auch langweilig werden. Aber ich werd’s nie erfahren, denn so gelenkig bin ich nicht. Allerdings ist die Verwechselung des Netzes mit Google ein Kategorienfehler, über den jeder, der Linkvermietung auf Blogs für eine “unzulässige Beeinflussung des Pagerank Algorithmus” hält mal nachdenken sollte. Denn wer zuletzt lacht, hat Gold im Mund. Oder so.

Eigentlich hat Google sowieso jedes Recht, Webmastern vorzuschreiben, wie sie ihre Seiten bauen sollen, wenn sie gut in Google gerankt werden möchten. Wenn ich einen neuen Club in Wien aufsperre, in den nur Typen mit lindgrünen Trachtenhemden reindürfen, dann wird man mich zwar für einen seltsamen Goon halten, aber Gastlistenpolitik ist immer Sache des Hosts. Wenn mein Club aber der einzige in der ganzen Stadt ist mit brauchbaren Subwoofern, dann kommt sich jener Teil der tanzwütigen Bevölkerung, der nicht auf Trachtenhemden steht, wohl zu Recht ziemlich ausgesperrt vor.

Denn das einleitende “eigentlich” impliziert, dass neben Google noch eine Reihe weiterer Suchmaschinen existierten – und benutzt würden. Die Quasi-Monopolstellung ist für die ganzen Troubles verantwortlich: ein einzelner Anbieter sollte nicht die Spielregeln eines ganzen Mediums vorgeben, das hat der Gesetzgeber in anderen Bereichen längst kapiert: aber im Internet läuft die Zeit schneller ab als in der Welt der Anti-Trust Gesetze.

Was sagt die Linkhandelskammer?

Inzwischen gibt’s ja auch schon Stellungnahmen von Linktradern. Auch wenn ich selten einer Meinung mit Linklift bin, dieser Aussage kann und will ich als gesetzestreuer Bürger nicht wiedersprechen :-)

Wir vertreten die Meinung, dass es das Recht eines jeden Webmasters ist, auf seiner Webseite zu tun und lassen was er will – sofern es im Einklang mit dem gesetzlichen Rahmen ist.

Trigamis ausführliche Stellungnahme bestätigt für mich einmal mehr meinen sehr guten Eindruck vom Schweizer Anbieter – absurderweise allerdings sieht sich Trigami obwohl keine Linktexte vorgegeben werden und nofollow ausdrücklich erlaubt ist, diverser Kritik in Zusammenhang mit der PR-Abwertung ausgesetzt: was nicht gerade für den Sachverstand der Kritiker spricht, gelinde gesagt. Und von Teliad habe ich heute im Newsletter eine nicht unspannende Info bekommen:

Erst einmal möchten wir darauf hinweisen, dass es bei der PageRank-Veränderung in dieser Woche wie auch Anfang Oktober jeweils weniger als 1 Prozent unserer Angebote getroffen hat.

Dabei wär’s für Google ja gar kein Problem, gezielt zu suchen: wer sich bei LL, Teliad, TextLinkAds und Co. als Kunde anmeldet, sieht die meisten URLs ohnehin im Klartext, so what?

Fazit

Aus SEO-technischer Sicht finde ich das Update durchaus erfreulich, Links mieten kann jeder, aber so gewinnt das eigentliche Handwerk wieder gewaltig an Bedeutung. Und was datenschmutz betrifft, pfeif ich eben zukünftig auf den PageRank und werde ihn auch nicht mehr kommunizieren. Eines der drei größten österreichischen Blogs zu sein reicht mir völlig – und zukünftigen Werbepartnern hoffentlich auch. Adsense kommt mir jedenfalls nicht in die Blogtüte! datenschmutz ist und bleibt mein eigenes BlogLaborTool, und ich hab auch zukünftig nicht vor, eine McGoogle Franchise Filiale draus zu machen.

pulse4.com: PULS 4 verlost LCD-Fernseher plus Surround System

PULS 4SevenOne Austria kaufte vor wenigen Monaten Puls TV: ab 4. Februar 2008 wird aus dem derzeitigen Wiener Stadtsender ein österreichweit empfangbarer vierter Sender mit dem kurzen und prägnanten Titel PULS 4. Bereits vor dem Senderstart gibt’s ein Online-Gewinnspiel für alle, die sich schon mal präventiv registrieren – und der Preis kann sich sehen lassen: auf den Sieger der Verlosung wartet ein adäquates Wiedergabegerät für den neuen Lifestyle-Sender:

Der Flachbildschirm Samsung LCD TV R8 bietet mit einer Kontrastrate von 8000:1, 3 HDMI Eingängen und 102cm Bildschirmdiagonale das optimale Fernseherlebnis. Die 600 Watt starke Surround-Anlage bietet zusätzlich noch den vollen Kinosound fürs Wohnzimmer!

Ich finde die Produktionsweise von Puls TV ausgesprochen spannend: wendige 1-Mann VJs filmen, interviewen und schneiden die Beiträge in Personalunion. Diese Produktionsweise soll fortgeführt werden, wie man auf der Pressekonferenz zum Senderstart erfuhr. Die Infos über das Programm sind noch relativ dürftig, Live-Event-Übertragungen und Magazine bilden das Rückgrat, außerdem dürften dank des ProSiebenSat1 Archivs Spielfilme und Serien nicht zu kurz kommen.

Imho höchste Zeit, dass nach ATV ein zweiter Privatsender den österreichischen Fernsehmarkt belebt, denn wir .at-ler waren ja bis in die Neunziger ganz offiziell ein “Medienalbanien” mit rein staatlichem Fernsehen. Dann kam ATV, doch obwohl so gut wie mein gesamter Bekanntenkreis dem Sender durchwegs hohen Unterhaltungswert (Big Up Dominik Heinzl. Und nicht zu vergessen die großartige Ernährungsdomina Sascha W.!) zugesteht, scheint’s um dessen Finanzen nach dem geplanten Verkauf der 43% BAWAG-Anteile eher übel zu stehen: und sollte Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratschef Herbert Kloiber die Eigenproduktionsanteile zurückfahren, dann verlören die TV-Kreativen dieses Landes ihren einzigen nicht-staatlichen Spielplatz mit Lizenz zum landesweiten Senden.

In diesem Kontext freut sich sogar die Konkurrenz über den neuen Sender, wie in einer APA-Aussendung zu lesen war:

Im Sinne des dualen Systems freut es uns, wenn es einen neuen Mitbewerber am Markt gibt.

Mit dem “dualen System” meint der Medienökonomie zwar ein friedliches Nebeneinander von staatlichem und privatem TV mit jeweils genau abgesteckten Claims, und nicht den Start eines zweiten Privatsenders – aber wie auch immer: die Österreich-spezifischen Newsinhalte von Pro7 haben dem ORF schon so manchen ZIB-Seher streitig gemacht, und mit dem Know How von SevenOne könnte ein Lifestylesender durchwegs zur ernsten Konkurrenz für die ORF-Magazinschiene werden. (Was sonst? Barbara Karlich zu unterbieten scheint wirklich schwer vorstellbar.) Neugierig bin ich jedenfalls auf das Engagement des neuen Senders im Netz: ATV bietet rudimentäres Kundenservice, der ORF bleibt seinem 1995er Nachrichten-Portal-Style bedingungslos treu – und puls4.com? Man darf gespannt sein…

Blogistan Panoptikum Woche 42 2k7

Seit heute hab ich meine Facebook-Profil, mehr zur derzeit rasant wachsenden Social Media Plattform in Kürze. Thema der Woche ist natürlich das Pagerank-Update, oder besser gesagt der PR-Drop. Mittlerweile zeichnet sich wohl ab, dass der vorhande Linkjuice etwas gleichmäßiger unter allen Blogs aufgeteilt wurde, dass Robert einen Dreier bekommen hat, wundert mich dann aber doch sehr. Imho scheint weniger der Faktor Linkverkauf als vielmehr der Faktor “Blog” im Vordergrund… Näheres wird die Zukunft weisen.

Gott wohnt in einer Tube

GodTube.com täte rocken, wäre die Seite eine Parodie. Ist sie aber nicht. [via Max] Die Sammlung christlicher Filmchen beinhaltet nämlich solche “Perlen” wie die Erklärung, warum Homosexualität eine Kranktheit ist, denn:

GodTube utilizes Web based technology to connect Christians for the purpose of encouraging and advancing the Gospel worldwide.

Oida Voda! Warum ist das Scheiße? Meinetwegen soll Jesus uns ruhig alle lieben, wenn er sich dann besser fühlt – aber präziser als Michaela könnte ich das auch nicht formulieren:

naja, alle grossen meister aller anderen religionen bieten auch liebe und trost und nehmen angst vor dem ungewissen = tod etc. ist ja auch ok, trotzdem sollten religionen bei ihrem leisten bleiben und bitte von politik (recht auf abtreibung, recht auf gleichgeschlechtliche partnerschaft) und wissenschaft und philosophie (wie kommt das leben in die welt, wie ist erkenntnis moeglich etc.) vielleicht doch eher die finger lassen.

Der Plan der Radioköpfe geht auf

Radioheads neues Album verkauft sich wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, berichtet der Marketing Pilgrim:

So far Radiohead has sold 1.2 million albums in just a week. They let their fans determine what to pay. I guess it’s sort of like Priceline for music. They settled on $8 (I can’t seem to find how exactly they arrived at this number) and that has probably made the band about $10 million already. Also amazing is that the number of albums sold in the first week is higher than first-week sales of its three previous albums combined.

Lag’s an der starken Promo, an der großen Erwartungshaltung der Fans oder an der langen Pause seit dem letzten Album? Radiohead haben jedenfalls einen Coup gelandet, der sich sehen lassen kann; derartige Stunts funktionieren allerdings eben nur dann, wenn a priori bereits ein beträchtlicher Bekanntheitsgrad am Aufmerksamkeitskonto liegt.

Teamwork definieren

Beim Marketing-Blog hab ich eine ungewöhnliche Definition des Begriffs Team gefunden: Team = Toll; ein anderer machts. Wird ja mal Zeit; dass jemand in Zeiten des Kollaborationswahnsinns mal die nacke; ungeschminkte Wahrheit ausspricht :-)

Daten in Foldern verstecken

Wer aus welchen Gründen auch immer keine htaccess-Steuerung verwenden will; kann durchaus am Webserver einen Ordner kryptischen Namens anlegen – das bietet zumindest rudimentären Zugriffsschutz. Anders sieht’s auch lokalen Maschinen aus; möchte man meinen; doch Michael Dickson; schottischer Forensik-Experte; sieht dies anders: der Student Mohammed Atif Siddique hatte “terrorism-related material”; im wesentlich Videos von Bin Laden und 9/11; auf seinem Computer im Folder c:\windows\options gespeichert:

Dickson however said that in his opinion; if someone put something in the Options folder; they did so “to hide it.”
[...]
Be careful which folder you use; be careful what you link to; be careful what you read; and what books you sell…

Unglaublich; aber dennoch wahr – The Register kennt die ganze Geschichte.

Video der Woche: SEO, fresh präsentiert

Die junge Dame im Video entspricht optisch nicht so ganz den Klischees, die man sich von einem SEO-Nerd erwarten würde. Pamcakes macht ihre Sache ganz hervorragend; ob Jermeys Auftritte vor der Kamera wohl der Vergangenheit angehören?

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In diesem Sinne wünsche ich einen angenehmen Ausklang des einzigen 25stündigen Sonntags im Jahr – die nächsten 60-Extra-Minuten für Schmieden der bekannten Weltherrschaftspläne gibt’s erst wieder in einem Jahr.

GOVNE präsentiert: Jackass Oberwaltersdorf

Da der pädagogische Bedenklichkeitshinweis bereits bei Max zu finden ist, sollen die Produktionen von GOVNE ganz unkommentiert hier stehen bleiben.

Allerdings würde ich bei dem Satz “die Leute von Jackass sind Profis und wissen was sie tun” den zweiten Teil nicht unbedingt unterschreiben. Nur folgende kleine Anmerkung sei mir gestattet: Schnittfolge, Dramaturgie und Musikauswahl finde ich hervorragend gelungen, und sich den eigenen Crewnamen an den Arsch zu tackern, spricht für echte Dedication. Wider die Schmerzgrenze, wider den gesunden Hausverstand: wär ja nicht das erste mal, dass die Fadesse des Landlebens zur Selbstverstümmelung führt. Aber wie’s so schön heißt: everything is okay consenting teenagers  Da kann man nur hoffen, dass beim Dreh keine unschuldigen Kloakenfische zu Schaden kamen…

Oberwaltersdorf Jackass The Movie pt. 1

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Oberwaltersdorf Jackass The Movie pt. 2

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WordPress-Update: Bugfix-Release 2.3.1

wordpressDas erste Update zur aktuellen 2.3er Version des WordPress CMS wurde heute veröffentlicht. Da es sich um einen Bugfix- und Security Release handelt, sollte die 2.3.1er Version asap eingespielt werden.

Für alle, die bereits 2.3 einsetzen, sollte das Update problemlos verlaufen – Änderungen an der Datenbank sind in diesem Fall nicht erforderlich, trotzdem sollte das obligatorische Backup erfolgen – kann ja ohnehin nicht schaden. Wer genau wissen möchte, welche 20 Codestellen verändert wurden, wirft einen Blick in den Tracker. Hier geht’s zum Download:

WordPress 2.3.1

.de-Edition und Upgradepaket werden im Lauf der Woche nachgereicht, allerdings können besorgte Webmaster und -mistressen auch gleich das Original-Paket verwenden: Spracheinstellungen und vorhandende Sprachpakete bleiben unangetastet, lediglich im Tellerrand wird der WordPress.org Feed anstellte der de-News angezeigt.

A propos feed: ich hab vor kurzem beschrieben, wie man die Incoming Links Anzeige von der Google Blogsuche wieder auf Technorati umbiegt; durch das Update geht die entsprechende Änderung natürlich wieder verloren – komfortabler und versionierungs-resistent funkt’s mit dem Plugin Nusuni Technorati Links.

Pagerank Abstrafungsrunde: Google schlägt rundum

googleIch hätt ja was geschrieben zur aktuellen PR-Abstrafungsrunde. Aber SEO Scene hat die zentralen Punkte so präzise zusammengefasst, dass ich mir einfach mal ein etwas ausführlicheres Zitat als üblich erlaube:

Google greift also manuell ein und führt seinen eigenen Algorithmus – auf dem Googles Erfolg als Suchmaschine basiert! – ad absurdum. Gleichzeitig versucht Google dadurch, das Finanzierungsmodell des Linkverkaufs zu zerschlagen. Hier hatte ich schon an anderer Stelle geschrieben, dass beispielsweise viele Seiten von Open Source Projekten Links verkaufen und vor allem dadurch die hohen Serverkosten decken können. Durch diese Abstrafung entzieht uns Google also die Existenzgrundlage! Ist diese Tragweite überhaupt irgend jemandem klar? Kann in diesem Kontext wirklich noch jemand glauben, dass Google “nicht böse” sein will?

Es gibt nur noch ein Modell, das man dann relativ einfach fahren kann: Adsense. Wer betreibt Adsense? Google. Dies bedeutet, dass Google seine Marktposition ausnutzt, um als einziger Linkverkäufer attraktiv zu sein. Mich würde interessieren, wie dieses Vorgehen von Anwälten aus dem Wettbewerbsrecht fachlich eingeschätzt wird.

Heises telepolis, für die ich in der Vergangenheit öfter mal geschrieben hab, hat’s also auch erwischt. Die kurzfristig wegfallenden Einnahmen durch Linkvermietung mögen allenfalls ärgerlich sein, aber was tut Google sich mittelfristig selbst an, wenn solche Institutionen wie das älteste deutschsprachige Netzkultur-Magazin manuell herabgesetzt werden? Falls nur der PR in Mitleidenschaft gezogen wird, richtet sich der Schlag bloß gegen Linkverkäufer wie Linklift und Co., sollte die Abstrafung aber auch Auswirkungen auf die SERPs haben, dann bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass Google sein eigenen Core-Businessmodell – nämlich die jeweils relevantesten Suchergebnisse möglichst weit vorne anzuzeigen – zerstört. Und das fände ich wieder äußerst positiv, denn eine solche Situation schüfe? Markteintrittschancen für die Konkurrenz.

Zweifellos war die Google-Idee, vom Full-Service Portal wegzugehen hin zu einer minimalistischen Suchbox, vor 10 Jahren revolutionär. Ich glaube aber erstens weder, dass im Web 2.0 die G-Suche in ihrer jetzigen Form der Weisheit letzter Schluss ist, noch halte ich es zweitens in irgendeiner Art und Weise für gesund oder wünschenswert, wenn eine einzige Firma ganz allein die Spielregeln eines kompletten Marktes festlegt. Und drittens fuckt Google alle aufgekauften Services langsam aber sicher ab: weder bei Blogger noch bei Feedburner noch bei Analytics geht irgendwas weiter: scheint ganz so, als wär da jemand dabei, sich ordentlich zu “zersprageln”, wie wir in .at sagen.

Stark verwundert bin ich in diesem Kontext durchaus über F!XMBRs Meinung im Hinblick auf trigami:

Die Trigami-Blogger scheint es auch erwischt zu haben. Der Journalist und Optimist ist allem Anschein nach von 2 auf 0 gefallen, caschy hat nur noch einen PR von 3 und der Live-PR vom Upload-Magazin zeigt auch einen kommenden Abfall auf 3. Ich sage dazu mal nichts weiter – gewarnt wurde vorher lange genug und auch Google selbst hat diesen Schritt angekündigt.

Weder gibt trigami Linktexte vor noch geht’s dabei um SEO: ich verstehe ganz ehrlich gesagt nicht, warum man es gut findet, wenn Google bezahlte Rezensionen auf Blogs verbietet. Nehmen wir mal an, die Welt der Printmedien wäre ebenso monopolisiert wie die Online Suche und ein einziger Anbieter verbietet sämtlichen Zeitschriften, Werbung zu schalten – außer über die eigene Agentur. Alle würden aufschreiben und “Kartellrecht” rufen. Wenn Google Rezensionen auf Blogs verbietet und *nur* Adsense zulässt, dann schwappt die braune Suppe endgültig über, metaphorisch gesprochen. Wie man eine solche Marktdominanz begrüßen kann, erschließt sich mir nicht.

datenschmutz ist von dem aktuellen Update nicht direkt betroffen, die Seite bekam bereits vor vier Wochen einen PR-Dämpfer von fünf auf vier. Dass die letzten zwei Tage PR3 angezeigt wurde, lag wohl an dem altbekannten “Google Dance” während des Updatens der einzelnen Datacenter. Dennoch:

  • Ich hab trigami Rezensionen geschrieben. Das werd ich auch weiterhin tun, warum, habe ich hier ausführlich erklärt.
  • Google hat mich als Linkverkäufer eingestuft – immerhin berichte ich regelmäßig über alle neuen Linkmiet-Plattformen.
  • Google unsere Blogketten- und Piraten-Aktionen nicht.
  • Google findet meine Berichterstattung über Google nicht gut. (Für alle, die jetzt rufen: “Maßlose Selbstüberschätzung, alter Schwede!” hier eine kleine Anekdote: mein Bericht über unsere gap-Diskussion zum Big G – Der Google Zauberbesen – führte zu einem Anruf von Google Europa in der gap-Redaktion: warum wir denn keinen Vertreter von Google Österreich eingeladen hätten, lautete die Frage. Hatten wir, aber kein österreichischer Firmenvertreter wollte kommen, gefragt hätten wir durchaus – soviel zum Thema “Unterm Radar durchfliegen”.)

Da d/s zu den meistgelesenen österreichischen Blogs gehört, eine mittlerweise phatte ungefakte Technorati-Authority besitzt und ausreichend starke Backlinks hält sich der Schaden in infinitesimal engen Grenzen. Warum genau ich von vier auf fünf gefallen bin, werde ich mit Sicherheit nie erfahren – denn auskunftsfreudig war Big G noch nie. Jedenfalls bin ich in dem Zusammenhang heilfroh, dass mittlerweile nur mehr weit unter 40% meiner Besucher über besagte Suchmaschinen eintrudeln – Google can’t kill me. But sooner or later, Google will eat itself. :mrgreen:

Neue US-Serie: Californication

Populär wurde David Duchovny als Special Agent Fox Mulder. Dass dem Alienjäger ein zweiter Popularitätsfrühling ins Haus steht, hat der Amerikaner der Fernsehserie Californication zu verdanken: denn die Erlebnisse eines von seinen persönlichen Dämonen geplagten Autors in der Midlife-Crisis gehören zu den Überraschungs-Erfolgen der aktuellen Seriensaison.

Die titelgebende Wortschöpfung, welche bereits die Red Hot Chili Peppers für ihr Album verwendeten, klingt in deutschsprachigen Ohren vorerst harmlos: allerdings sollte man wissen, dass “Fornication” in anglo-amerikanischen Ländern der juristische Terminus Technicus für Analverkehr ist, was Californication naturgemäß eine ganz neue Doppelbedeutung verleiht. In der Tat passt der Titel zur Serie wie die sprichwörtliche Faust auf das mehr als einmal blaue Auge des Hauptdarstellers. Die Wikipedia schreibt:

In der Serie Californication geht es um den Schriftsteller Hank Moody (David Duchovny), der versucht seine 13-jährige Tochter Becca (Madeleine Martin) zu erziehen. Becca lebt bei ihrer Mutter und Hanks Ex-Lebensgefährtin Karen (Natascha McElhone), für die er noch immer starke Gefühle hat. Dennoch schwimmt Hank in einem Sumpf voller Sex und Alkohol, aus dem er sich zu befreien versucht.

Dieser Sumpf allerdings bietet eine grandioses Setting für einen Wechsel von so noch nie gesehenen Wechsel von sexuell expliziten, herzergreifenden und absurden Szenen: eine Art “Sex in the City” mit wesentlich besseren Dialogscripts für die männliche Zielgruppe sozusagen. Diverse frenetische Beschreibungen in verschiedenen amerikanischen Foren lassen Vorfreude auf die deutsche Erstausstrahlung aufkommen: bereits in der ersten Folge landet der vom einstigen Erfolg zehrende Autor Hank Moody mit einer jungen Dame im Bett, die sich am nächsten Tag als 16jährige Tochter des zukünftigen Mannes seiner Langzeit-Exfreundin Karen erweist, an der Hank nach wie vor großes Interesse zeigt.

Später stellt sich heraus, dass besagter neuer Freund zugleich Besitzer und Herausgeber des Hell-A Magazine ist, für das Hank ein Blog schreibt. Sein Agent und Freund dagegen, dessen Frau die Intimbereiche der weiblichen Prominenz mit Heißwachs enthaart, beginnt eine SM-Affäre mit seiner Assistentin, deren Attraktivität er erst bemerkt, nachdem er bei den suicidegirls.comSuicide Girls auf ihr Fotoset gestoßen ist. Vielzitierter Dialog aus der ersten Folge: Hanks 13jährige Tochter Becca besucht ihren Vater, in dessen Schlafzimmer sich bereits die aktuelle Bettgespielin eingenistet hat und trifft unerwartet auf diese. Ihr Kommentar: “Father, there’s a naked lady in your bedroom. She’s got no hair on her vagina, is she sick?” Sickness dürfte in den Dialogen überhaupt eine gewisse Rolle spielen – auf den Vorwurf seines Agenten, das er paranoid sei, antwortet Hank Moody nach einer ausgedehnten Koks-Orgie: “I look around me and I see that everybody else is indefinitely more fuck up than I am. Ok, could be the blow.” Ob diese feine Wortwitz-Klinge die deutsche Übersetzung überlebt, steht natürlich wie immer auf einem anderen Blatt geschrieben.

“Californication” klingt jedenfalls nach sauberem Handwerk und zeitgenössischer TV-Unterhaltung at its best – meine amerikanischen Bekannten sind durch die Bank voll des Lobes. Ich bin jedenfalls gespannt auf die Fernsehumsetzung des Californication-Topics: die Serie dürfte ebenso rocken wie das gleichnamige Album der Chili Peppers.

eGovernment die zweite: Holland wählt wieder am Papier

In Deutschland fallen Wahlentscheidungen teilweise bereits nicht mehr via Urne, sondern via Wahlcomputer. Dies rief heftige Proteste des Chaos Computer Club hervor, der den Maschinen der Firma NEDAP von Anfang an nicht vertraute, damit aber auf taube Ohre bei den zuständigen Politikern stieß. [erschienen auf oe1.orf.at]

So ganz falsch kann der CCC mit seinen Anschuldigungen nicht gelegen sein: denn in den Niederlanden, wo baugleiche Geräte schon länger im Einsatz sind, beschloss die Regierung nun, wieder auf das herkömmliche Papierwahl-System umzustellen.

Ausschlaggebender Grund dafür ist eine Studie, die der Chaos Computer Club gemeinsam mit der Niederländischen Stiftung “Wij vertrouwen stemcomputers niet” (Wir vertrauen Wahlcomputern nicht) durchgeführt hat und die derart nachhaltig die leichte Manipulierbarkeit der NEDAP-Geräte vor Augen führt, dass die Regierung den resultierenden Vertrauensverlust in das “Rückgrat der Demokratie” nicht in Kauf nehmen wollte. Ob die deutsche Regierung sich dieser Entscheidung anschließen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt. Fest steht allerdings, dass die technischen Anforderungen an jegliche Geräte, mit denen freie demokratische Wahlen durchgeführt werden sollen, enorm hoch sind. Denn während bei der klassischen Wahl in Zweifelsfällen letztendlich immer die “Hardware” Papier als unbestechlicher Zeuge fungieren kann, öffnet die rein digitale Speicherung der Stimmabgabe gezielten Eingriffen Tür und Tor. Wenn also in diesem Bereich digitalisiert werden soll, dann stets mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen.

Dass ein ehemaliger Hackerverein als kritischer Mahner auftreten muss, führt deutlicher als jede Bürgerkarte vor Augen, wie tief die Informationsverarbeitung mittlerweile in alle Bereiche des privaten und politischen Lebens eindringt. Darauf wird der Chaos Computer Club seit Jahren nicht müde hinzuweisen. Bei einem Vortrag im Wiener Metalab etwa führte Starbug, ebenfalls Mitglied des Club, eindrücklich vor Augen, dass biometrische Techniken zwar die breite Masse sehr wirksam, routinierte Kriminelle allerdings so gut wie gar nicht erfassen.
Ein Hauptproblematik der Technikfolgenabschätzung ist bekanntlich die unglaublich dynamische Entwicklung des digitalen Sektors: vor lauter Innovationen, die sich täglich überschlagen, bleibt kaum jemandem Zeit für die nötige kritische Distanz. Es mag nur auf den ersten Blick überraschend anmuten, dass ausgerechnet ein Hackerverein zum Mahner vor blindem Technikvertrauen wird – sind Hacker in der breiten Wahrnehmung doch gerade jene technik-affinen Nerds, die mit Digitaldisplays auf ihren Baseball-Kappen mit entrücktem Blick durch die Gegend laufen. Die Realität zeigt allerdings, dass just aus dem Ansatz des Hackens, Technologien anders als im Sinne ihres Verwenders zu nutzen, ein immer notwendigeres kritisches Potential erwächst. Technologien wollen verstanden und analysiert werden – nicht umsonst sind die sogenannte “Hackerethik” und die Open Source Bewegung stark miteinander verwoben.

Im vorliegenden Fall der eWahlen konnte der CCC nun zeigen, dass die in Holland zugelassenen NEDAP-Wahlcomputer schlicht nicht die Anforderungen an freie demokratische Wahlen erfüllen.

Bereits im Oktober 2006 war man mit dem Beweis angetreten, dass die betreffenden Computer manipulationsanfällig seien. Ende September schloss sich nun die von der niederländischen Regierung eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission dieser Meinung an. Die Chance, dass Manipulationen im Nachhinein mit ausreichender Sicherheit festgestellt werden können, sei nicht gegeben, so die offizielle Begründung. Während die holländische Administration die geäußerten Bedenken offensichtlich sehr ernst nimmt, weckt die Berichterstattung in deutschen IT-Magazinen eher den Eindruck, dass die Verantwortlichen die CCCs als einen Haufen hypersensibler Übertreiber abtun. Nun beschäftigt sich glücklicherweise der VfGH mit den veröffentlichten Einwänden:

Die Frage, ob die Verwendung von Wahlcomputern in Deutschland mit den Grundsätzen eines freien, gleichen, geheimen, manipulationsfesten und vom Bürger nachvollziehbaren Wahlverfahrens vereinbar ist, beschäftigt derzeit auch das Bundesverfassungsgericht. Der Chaos Computer Club hat dazu eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. (Presseaussendung des CCC vom 27. September 2007)

Dirk Engling, Sprecher des CCC, forderte die deutsche Regierung auf, rasch tätig zu werden, denn bereits am 27. Jänner 2008 sollen in Hessen und Niedersachsen die umstrittenen NEDAP-Rechner zum Einsatz kommen. Und der CCC befürchtet, dass nun die in Holland offiziell nicht mehr zugelassenen Restbestände “günstig” nach Deutschland verkauft werden, denn dort dürfen die Rechenmaschinen nach wie vor ungestört das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Wahlen untergraben.

Links:

Mister Wong folgt nicht mehr

No more dofollow beim erfolgreichsten deutschen Bookmarkdienst mit dem angeblich so diskriminierenden Namen (siehe Wongs Kopflosigkeit – eine Ching Chong Affäre): wie Netzkultur 2.0 berichtet, geizt der diensteifrige Chinese künftig mit Linklove:

Als ich dem Bookmarkdienst Mister Wong gerade eben mal wieder einen kurzen Besuch abgestattet habe hat mir ein Firefox Plugin verraten, dass dort sämtliche ausgehenden Links mit dem “nofollow-Tag” ausgestattet worden sind und folglich nicht mehr in die Rankingbewertung von einigen Suchmaschinen, allen voran Google, einbezogen werden.

So ganz konsequent durchgezogen wurde die Ent-follow-isierung nicht, die Bookmarks im Userprofil zählen nach wie vor. Dennoch stößt die Nacht-und-Nebel Aktion nicht unbedingt nur auf Verständnis:

Nachvollziehbar ist der Schritt sicherlich, da man sich auf diese Weise wahrscheinlich erhofft, Mister Wong für Spammer uninteressanter zu machen.
Grundsätzlich ist es mir natürlich auch egal, was die Jungs und Mädels von construktiv mit ihrer Webseite so treiben, aber dennoch sollte man solche Änderungen meines Erachtens kommunizieren.

Das seh ich genau so: Mister Wong hat in den letzten Monaten extrem starke Google-Positionierungen mit seinen Tag-Seiten erreicht. Klarerweise hält man mit dem eingeschlagenen Weg Spammer ab – und SEOs ebenso. Ich behaupte mal ganz frech, dass der Erfolg Wongs zu einem hohen Grad auf aktiven Usern, die ihre eigenen Blogs und Seiten pushen, zurückzuführen ist – und die werden sich die Mühe zukünftig sparen.

Ästhetisch und usability-technisch ist Wong bei weitem die grottigste Social-Bookmark Plattform, die je das Licht der Netzwelt erblickt hat: extrem knappe Beschränkung beim Beschreibungstext und die Nicht-Übernahme des Titels bei direkter Verlinkung sind nur zwei Minuspunkte: Folkd, del.icio.us und andere Alternativen bieten wesentlich ausgereiftere Features, dennoch mag das deutsche Internet Wong. Ob das mit nofollow auf Dauer so bleibt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Wie mein Sommer klang

sommersoundtrackDie Blog-Parade Mein SommerSoundTrack dauert noch bis zum 2. November – ich möchte gern von meinen LeserInnen wissen: was war Ihr/euer persönlicher Soundtrack des Sommers? Hier nun wie angekündigt mein eigener Beitrag. Musikalisch betrachtet hab ich einen stilistisch und genre-technisch durchwegs gemischten Sommer hinter mir, wobei allerdings dubbige und hip hoppige Sounds eine durchwegs dominierende 30-Grad-plus Rolle spielten.

Mixtape des Sommers

Ich hab’s zum ersten Mal gehört im Auto auf der Fahrt nach Graz – keine Rede von adäquaten Subwoofern, aber dieser Mix ist solideste Handarbeit: DJ Food & DK: Now Listen Again erschien in diesem Jahr am Solid Steel Label. Dass DK fein scratcht und Food einen exzellenten Musikgeschmack hat, war schon vorher klar. Überraschend allerdings die komplexe Reise durch unterschiedlichste Studiowelten: von Timbaland über Cut Chmist zu Pepe Deluxe und wieder zurück, von Gorgio Moroder zu Aphex Twin – die beiden Reiseführer durchs (broken) Hip Hop Universum packen mehrere Jahrzehnte in ihren Mix und droppen gegen Ende dann sogar noch den Qemists ’03 Remix von “Swords in the Dirt” (Roots Manuva feat. Rodney P.) sowie – und spätestens an diesem Punkt sollte die Bassbox bei Fuß stehen – “Tarantula” von Pendulum und Fresh. Großes Ohrenkino… und definitiv eine meiner Heavy Rotation Schreiben im vergangenen Sommer.

Back to Hip Hop

“Where my dawgs at?” Irgendwo hab ich vor kurzem gelesen, DMXens alte Produktionen klängen nach Casio-Synthies. Shame on whoever wrote that! “It’s dark and hell is hot” von 1998 ist ein episches Meisterwerk. Ich muss ja gestehen, dass ich die Qualitäten dieses Albums seinerzeit durchwegs übersehen hab – vor allem die textlichen: “Damian” und “The Convo” liefen in meiner Neuerwerbung dieses Sommers (ein Sony-MP3-Player. Yup. MP3. Nicht Atrac4.) auf heaviest rotation possible. Die späteren Alben kommen da kaum mehr ran… und irgendwie hat mich DMX in einen unheilvollen Strudel früher Kindheitserinnerungen im Osttiroler Ghetto gesogen… nee, Quatsch. Aber ich hab jede Menge reminisziert, Zeitreisen via Audio: und Wu Tangs “36 Chambers” widersetzt sich immer noch hartnäckig jedem Remastering. “Can it be that it was all so simple then?” Naughty by Nature 1995 in der Wiener Arena, Gang Starr einige Jahre später in der Szene und dann ein zweites Interview mit meinem lyrical Hero Guru, als er mit Jazzmatazz im Metropol auftrat – yup, Hip Hop trägt die Hauptschuld an meiner Liebe zur Musik. Und in diesem Sommer hab ich meine Soundroots extensiv gewürdigt.

Und der ganze Rest

24-7Natürlich war da noch eine Menge mehr, über die ich großteils bereits auf datenschmutz geschrieben habe: Dubblestandart, Shantel, Samon Kawamura, D.Kay, Stereotyp (Keepin’ me!), Underwolves, MC Mankind, Deep Dish, Spiral Tribe, Trentemoeller, Little Louis Vega, und und und – but first and foremost I can’t forget my wicked sound engineers – und hier gibt’s auch gleich was zum Anhören. Ladies and Gents, vereinte eklektische Popfans: give it up for the one and only mysterious sound engineers from inner space:

24/7

Gewinnspiel: Supershirt – Du bist super

supershirtSupershirt haben ihr Debutalbum veröffentlicht – ich war von der Vorab-Single “Teitmaschine” bereits so geflasht, dass ich die Teitness gern mit meinen LeserInnen teilen möchte: et voilá, datenschmutz verlost einmal das komplette Album, ABER: bei diesem Gewinnspiel gibt’s keine VerliererInnen. Denn Jede/r, die/der mitspielt, gewinnt einen Download-Code für die erste Single Teitmaschine. Und die rockt ganz gewaltig! Außerdem inside: ein Interview mit der Band sowie eine Reihe von Live-Videos – viel Vergnügen mit poppigem Konsumkritikwahnsinn á la Supershirt! Crazy abgefahrn eben!

“Kauf weniger ein – dann brauchst du weniger Geld – dann musst du weniger arbeiten geh’n – und hast mehr Zeit für dich selbst.” Wer solche Texte schreibt, der hat offensichtlich eine enge Beziehung zur Sprache: in der Tat kommen das Duo aus der Hip Hop-Ecke, kreuzt aber wild Elektro, Technobeats und Punkrock-Attitude mit den originellsten deutschsprachigen Texten, die mir seit langem zu Ohren gekommen ist. Zitat aus dem Pressetext, dem ich nur vollinhaltlich zustimmen kann:

Aber was tun, wenn man so teit ist? Die gute Erziehung von Faxe System und Tim Brenner ließ nur eine Antwort zu: Sie wollten die Teitness gerecht unter allen Menschen auf der Welt verteilen. Und es funktionierte: Die Menschen wurden teit und teiter. Sie waren schön, fröhlich und sexuell unersättlich.

In der Praxis klingt das ganze ungefähr so:

Kauf weniger ein:

Wie es funktioniert

Mehr Infos über die Band gibt’s am obligatorischen myspace-Profil, und statt einer old-school Homepage betreibt die Band ihre eigenes Weblog.

Gewinnspiel: 1x “Du bist super” auf CD

Wer das liebevoll gestaltete Album auf CD sein eigen nennen möchte, muss wie gewohnt lediglich einen Kommentar zu dieser Story hinterlassen. Mitmachen lohnt sich diesmal aber in jedem Fall, denn jede/r TeilnehmerIn bekommt einen Downloadcode für die erste Single-Auskopplung “Teitmaschine” – die digitale Musikdistribution lässt grüßen! Also wie immer bitte unbedingt eine korrekte E-Mail Adresse eintragen, sonst wird’s nix mit der Gewinnverständigung. Das Gewinnspiel endet am 11. November.
Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, die Preise können nicht in bar abgelöst werden. Im übrigen gelten die Standard Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.

Interview mit Teitmaschine

datenschmutz: Der Titel “Teitmaschine” lässt irgendwie drauf schließen, dass Hip Hop in eurer Vergangenheit durchwegs eine gewissen Rolle spielt. Musikalisch allerdings sitzt das Album auf originelle Art zwischen Elektro-, Techno- und Rock-Stühlen. Wie würdest du euren Sound beschreiben?

Hendrik: Das stimmt – wir waren mal eine HipHop-Band und haben uns auch sehr viel mit der Musik beschäftigt – wir kennen wohl jeden Deutschen Rap-Song, der bis 2001 erschienen ist. Der Hype hatte sich aber damals totgelaufen, die Musik wurde langweilig, die Szene unangenehm und wir langsam erwachsen. Natürlich haben wir zu dem Zeitpunkt schon viel andere Musik gehört. Tim eher Rock und Pop – Faxe eher Techno und Elektro. Und als dieses Mashup- Electroclash-Zeug langsam hochkam haben wir uns wieder in der Mitte getroffen. Unser Sound heißt AlkoPop – das passt ganz gut, obwohl es natürlich ein schnöder Gag ist.

? Wie produziert ihr und welche Hard- bzw. Software benutzt ihr dabei?

! Hardware benutzen wir kaum noch. Wir produzieren eigentlich alles am PC. Naja, Gitarren sind ja auch Hardware – die nehmen wir dann aber auch auf und verwursten sie in Cubase oder Cakewalk Sonar. Manchmal ist es etwas kompliziert das wir unterschiedliche Software benutzen, aber unsere Ansprüche sind einfach anders. Außerdem will auch keiner zugeben “Okay, Dein Programm ist besser”

? Du betreibst mit Kasabi Tunez selbst ein netlabel – was hat euch dazu bewogen, “Du bist Super” auch als Offline-Album rauszubringen?

! KasabiTunez ist ja kein Netlabel. Das war immer als “normales” Label gedacht. Und wir haben auch fast alle Veröffentlichungen physisch rausgebracht. Ich bin einfach ein Fan von schönen Produkten, Verpackungen und so – und ich kenne auch viele Leute, die eine mp3-Datei einfach nicht als wertvolles Etwas ansehen. Für diese Leute mit gutem Musikgeschmack bringen wir Platten raus.

? Welche Bands bzw. Produzenten (aktuell und/oder old school) findet man so auf euren persönlichen Playlists?

Supershirt Duo

 

! Mal die aktuelleren Sachen: Timbaland, Justice (sowieso der ganze Ed Banger-Kram), The Knife, Familjen (und die ganzen upcoming schwedischen Superbands), ach es ist soviel – da fällt mir adhoc kaum was ein. * Wie war euer persönlicher Weg zur Musik? Ist Supershirt eure erste Band? Jein. Wie gesagt waren wir vorher “Halbe Hemden”, aber fast in derselben Besetzung. Wir haben als Teenies angefangen zu rappen, immer mehr Musik gehört, Platten gekauft, gesampelt, angefangen zu produzieren. Wie das halt so läuft.

? Wie steht’s mit der Arbeitsteilung im Studio, und mit welchem Setup tretet ihr live auf?

! Im Studio mache ich (Tim) schon das meiste. Ich übernehme das Aufnehmen und Mischen. Mastern lassen wir in dann woanders. Man muss dann auch mal Abstand vom eigenen Kram schaffen und jemand anderen ranlassen. Live passiert noch viel Playback, da wir mit dem Singen und Rappen schon recht ausgelastet sind. Außerdem ist es oft albern 2-3 Knöpfe in Ableton zu drücken, da kann man’s auch sein lassen. Wir haben auch schon mal Gitarren live probiert, aber das sitzt noch nicht teit genug. Unsere tollste Live-Erfindung ist die Beat-Tanz-Matte. Da haben wir eine Tanzmatte von einem Konsolen-Tanz-Spiel für den PC umgebaut und nutzen das quasi als Midi Controller. Wir können also einen Sampler mit den Füßen ansteuern und so den Beat tanzen. Das hat (soweit ich weiß) noch niemand gebracht.

superhirt

 

? Wie sehen die näheren Zukunftspläne von Supershirt aus?

! Wir wollen möglichst viel Live spielen und Leute von uns überzeugen. Am 19.10. erschien/erscheint unser erstes Album “Du Bist Super” auf KasabiTunez. Wir hoffen auf gute Presse und viele Interessierte. Wir wissen, dass die Platte gut ist, aber als Newcomer ist es schwer reinzukommen.

Live-Dates

In diesem Jahr stehen noch einige Live-Auftritte am Programm. In folgenden Städten gibt’s die Gelegenheit, die Band live zu erleben:

  • 27.10. – Berlin – vorWien
  • 21.11. – Amsterdam (NL) – MS Stubnitz
  • 24.11. – Rostock – Mau Club
  • 30.11. – Reutlingen – Zelle

Wie’s dabei so zugeht, verraten die kürzlich produzierten Live-Videos von Fortschritt.tv:

 

Teitmaschine live

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Kauf weniger ein

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Teiter, teiter

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Dirt Bird’s Predigtarchiv: Karnevalstreiben

Lässig, dass mit Blog-Parade.de eine deutschsprachige Syndikationsseite für alle möglichen Karnevalstreiben existiert. Wunderlich dagegen dünkt mich die neue “Back to the Roots Policy”. Vielleicht war ja früher wirklich alles besser. (Wir waren ja nicht dabei – damals, als die E-Gitarre noch nicht erfunden war. Geschweige denn der Synthesizer.) Aber Geschichtsfälschung bleibt trotzdem Geschichtsfälschung, und dass von New School Paraden gerade die Initiatoren profitieren, kann so nicht unwidersprochen stehen bleiben, meint Dirt Bird, mein Alter Ego für solche missgelaunten Quengeleien wie den folgenden Text.

An besagtem Artikel zeigt sich eines der Dilemmata der .de Blogosphäre überdeutlich. Aber das Schöne daran ist ja bekanntlich: jedes Ding hat zwei Seiten, jede Parade zwei Enden wie die Wurst. Und weil auf Blog-Parade.de gar ein bisschen einseitig argumentiert wird, kann ich das nicht einfach so stehen lassen, wenn Michi Wöhrer schreibt:

Dann gab es Blog-Paraden, bei denen die Initiatoren zur Teilnahmebedingung machten, dass nach Abschluss der Blog-Parade jeder Teilnehmer einen weiteren Blog-Beitrag erstellen muss, in dem alle Teilnehmer-Artikel per Permalink verlinkt werden – d.h. jeder musste jeden verlinken. Ein Mehrwert für den Blog-Leser? Wohl kaum;

Kategorienfehler! Es ging nie um den Mehrwert für die Leser, sondern für die teilnehmenden BloggerInnen. Was die Leser betrifft, so würde ich aber durchaus die gar nicht so weit hergeholte Behauptung wagen, dass es für die durchwegs interessant ist, sich auch durch die übrigen Beiträge zu klicken. Aber selbst erwähnter Nutzen für den Karnevalszug wird im folgenden Absatz radikal abgestritten:

Mit 5-10 Minuten Zeitaufwand konnte da schnell mal die Technorati-Authority um einen zwei- bis dreistelligen Wert erhöht werden; den vielfach unwissenden Lesern erklärte man das ganze als “Link Love”. Hauptziel einiger Teilnehmer war aber höheres Ranking bei Technorati, bessere Treffer bei Google, besseres Pagerank und damit höhere Werbeeinnahmen für Textlinks.

Was für eine Unverschämtheit! Es gibt tatsächlich fiese Blogger, die mit solchen “Methoden” ein besseres Ranking bei Google und höhere Werbeinnahmen erreichen wollen? Schmeißt diese Windbeutel alle sofort aus dem Netz! Ich bin für eine deutsche Blogzulassungsstelle: eine Gewissenskommission (ich wüsste da schon ein paar Kandidaten) prüft sechs Monate im internen Testbetrieb jedes Blog auf Motive und Sinistrizität des Autors: wenn’s diesem darum geht, Besucher oder gar Werbeeinnahmen zu erzielen, dann wird das Blog erst gar nicht freigeschalten. [/satire modus off].

Also, liebe unwissende TeilnehmerInnen, ich erklär euch jetzt mal was: vom klassischen Karneval profitiert der Initiator, da er von allen TeilnehmerInnen Backlinks bekommt. Das sieht so aus:

karneval old school

In ihren Beiträgen verlinken die teilnehmenden BloggerInnen auf den Karnevalsinitiator (schwarze Pfeile), der linkt am Ende zurück (blaue Pfeile). Nun betrachten wir doch mal den Fall der umstrittenen Linkliste:

karneval nu school

Zusätzlich zu den oben erwähnten Links kommen noch die gegenseitige Verlinkung (rote Pfeile). Der Endstand ist ziemlich eindeutig: in der ersten Variante hat der Initiator 3 Backlinks und jeder Teilnehmer 1 bekommen, in der zweiten Fassung dagegen erhalten alle teilnehmenden Blogs gleich viel, also in dem Fall 3 Backlinks.

Skurril übrigens, dass das jemand schreibt, der sein eigenes extrem hohes Technorati-Ranking prima causa den Backlinks in Plugins zu verdanken hat… ja ja, “Warnung vor Max Kossatz und Ritchie Pettauer”, sag ich nur. So, genug Dirt Bird gespielt, but you get my point, right?

PS: Aus der Rubrik “Advocatus Diaboli”: Irgendwie ja durchaus verständlich – solche exzessiven gegenseitigen Verlinkungen könnten ja plötzlich eine ganze Liga von Kleinseiten in die Mittelliga katapultieren, und ich versteh schon, dass die derzeitigen A-Blogger keinen Bock auf übermäßig Konkurrenz haben. Ob man seine Kanzelpredigten aber dafür nützt, brave Google-Schäfchen zu basteln, oder man Blogistan als ein weitgehend kollaboratives Unternehmen begreift, bleibt aber zum Glück jedem selbst überlassen.

25. Oktober: Big Brother Awards 2007

Big Brother AwardsDie Big Brother Awards haben sich in den letzten Jahren als feste Größe am österreichischen Datensammelhimmel etabliert: nicht etwa bloß dank des Einsatzes der Initiatoren, sondern auch und nicht zuletzt, weil die Datensammel-Problematik langsam ihr Schattendasein beendet und im Kontext von Terrorismusangst und Kontrollwut langsam in den Lichtkegel des öffentlichen Bewusstseins tritt. Diesjähriges Motto: Laust da jemand?

Und genau dort gehört das Thema auch hin: denn die neue Welt der Informationsgesellschaft ist per se weder schön noch grässlich, denn die Spielregeln legen wir selbst fest: aber wo Entwicklungen so rasend schnell passieren wie im Netz und Begehrlichkeiten gerne das Radar unterlaufen, da droht die fallweise recht träge demokratische Meinungsbildung von der normativen Kraft des Faktischen überrundet zu werden – und genau dagegen richten sich die BBA.

Als vor 9 Jahren die q/uintessenz die BBA ins Leben rief, da fragten einige meiner Bekannten, als ich Ihnen von der geplanten Veranstaltung erzählte: “Warum gibt’s einen Event zu deutschem Reality-TV in Österreich?” Der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung, deren Namen sich von George Orwells “Big Brother” aus 1984 ableitet, ist beträchtlich gewachsen. In der Hall of Shame finden sich zahlreiche Lowlights aus den letzten Jahren: so wurde im ersten Jahr der KSV mit einem Preis bedacht, 2001 erhielt unter anderen Peter Wesenthaler eine Riesenkakerlake, im Jahr darauf war die damalige BM Elisabeth Gehrer an der Reihe.

Die Homepage listet alle Nominierten, das Rennen bleibt spannend, denn abstimmen für die Kategorie Volkswahl kann man bis zum 25. Oktober um 12:00 Uhr. Um 20:00 Uhr gehen die Awards dann im Rabenhoft Theater über die Bühne. Die Veranstaltung wird übrigens auch live nach Graz zum Elevate Festival gestreamt (open space in der Grünen Akademie):

In Kooperation mit dem Verein q/uintessenz und dem Rabenhof Theater überträgt das Elevate Festival die Big Brother Awards erstmals live im Internet. Im Open Space in der Grünen Akademie kann mensch sich das Spektakel in geselliger Runde auf Leinwand gebeamt ansehen.

Zur Einstimmung ein Best-Of Video der Big Brother Awards 2006:

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CD-Review: Dub Spencer and Trance Hill – Return of the Supercops

supercopsAlpenländlichkeit scheint beflügelnde Wirkung auf Dub-Heads auszuüben. Wie ließe sich auch sonst erklären, dass nach Dubblestandarts fantastischem Immigration Dub nun Schweizer Delay-Haudegen der Welt hochprozentig gelungene Interpretationen ihres persönlichen verhallten Schalluniversums schenken? Enter Dub Spencer and Trance Hill.

Psychedelische LSD-Seligkeit der 60er Jahre ist Kleinkinderkram im Vergleich zu den Outer Spaces, die Professor Lee “Scratch” Perry auf der Suche nach immer neuen Dimensionstoren durchschritten hat. Dub is the new Multiverse, im Taschenformat aber praktisch zusammenfaltbar auf zwei bis drei Dimensionen, was im Rave-Kontext auch immer mehr historie-ungeschulten Dubsteppern auf skurrile Weise bewusst wird. Traditionsbewusst dagegen zelebrieren die Supercops das gesamte Spektrum vom Pappkameraden bis zur vielhändigen Bassline-Gottheit mit tausend Fingern in tausend Ohren. Aus der Mitte entspringt vielleicht eine Trance, aber die hat mit Großhallenraves nicht mal den Mutterinstinkt gemeinsam, also keine Angst vor Mash Ups: Dub come save you all.

Seit dem Vorjahresdebut “Nitro” gab’s einige Umbesetzungen, die personellen Diskontinuitäten spiegeln sich im Sound der Band aber keineswegs wieder: Die Supercops setzen die mit Country- und Rockreferenzen gespickte Reise durch das soundtechnische Vermächtnis von Tubby, Perry und Co. nahtlos fort und verzichten dem größeren Dub-Ganzen zuliebe völlig auf Sunshine-Reggae-selige Anbiederungstaktik. Reinkipp- statt Hitpotential sozusagen. Das Echo trifft dich gewiss, mit anderen Worten und in aller Deutlichkeit: großartiges Album, wobei der Künstlername in die Irre führen könnte: niemand braucht Angst vor Trance-Beats zu haben, alle 11 Nummer setzen auf gemächliches Dubtempo und massive Basslines, die ein solides Fundament für die kleinen Lustigkeiten in den höheren Frequenzbereichen bilden.

Es brodelt, zischt und rummelt so ausgewogen, dass man sich gleich beim ersten Anhören mitten ins Zentrum der gigantischen Boxen aus dem Foto auf der CD-Rückseite wünscht. Wer Dub mag, kann hier nix falsch machen. Spätestens ab dem dritten Track “Nano Dub” zollt das Hi-Fi-verwöhnte Ohr der soundtechnischen Seite der Produktion Respekt: die Wärmflasche unterm Synthesizer hat wieder mal Wunder bewirkt.

Blogvorstellungen: GreenSmilies und Unterneuntupfing

Willkommen zur aktuellen Blogvorstellungs-Runde: im Themenfokus stehen Grüne Smilies und ein Schweizer Satiremagazin: auch wenn es sich bei beiden Blogs keineswegs zum todernste Machwerke handelt, so steckt doch ernsthaft viel Arbeit dahinter.

Und wie immer gilt: wer hier mit seinem/ihrem Blog vorstellt werden möchte, sagt via Kommentar oder Kontaktformular Bescheid: kann ein bisschen dauern, da bereits einige Review-KandidatInnen auf der Warteliste stehen. Im Übrigen gilt der gute alte Stehsatz aus der Bezirkszeitung: “Unverlangt eingesandte Manuskripte können nicht retourniert werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.”

GreenSmilies

Zumeist gelb ist bloß das mittlere Licht an der Ampel. Wer jedoch glaubt, dass die guten alten Smilies immer in dieser Farbe daherkommen, kennt Michaels Blog noch nicht. Auf GreenSmilies.com spielt mehrmals wöchentlich großes grünes Kino im Mikroformat. Aber Schreiben ist in dem Fall Silber und Gucken Gold – hier einer meiner vielen Favorites:

doggysmilie

Ob Geschichte der grünen Smilies oder ein Smilie-Lexikon, bei Michael gibt’s massig Hintergrundinfos – vor allem aber die Einwohnerschaft des Blogs selbst, und die ist mittlerweile auf beachtliche Größe angewachsen. Überblick verschafft das Smilie-Album.

Ebenfalls sehr praktisch für die Fans der Grünlinge: Michael packt immer wieder mal ein paar seiner Kreationen zu Packs für andere Software, aktuell zum Beispiel bietet er ein fertiges Package für Miranda an. Auch WordPress lässt sich ohne weiteres umrüsten – bei mir steht der Totalumstieg auf grüne Smilies jedenfalls ganz oben auf der Liste. Für verschiedene Sonderwünschen und “Spezialanfertigungen” hat der Blogbetreiber immer ein offenes Ohr – ich habe vom Maestro diesen wunderbaren Gesellen bekommen: pirat

Unterneuntupfing aktuell

unterneuntupfingUNTERNEUNTUPFING Aktuell ist ein länderübergreifendes non-kommerzielles Satireprojekt für den karitativen Zweck, wenn es mal groß ist soll es eine Menge Gutes tun,” sagen die Betreiber, und dem kann man ja nun wirklich nicht widersprechen. Den humorvollen Leser erwarten schräge Beiträge aus Rubriken wie Politik, Gesellschaft, Gesundheit und Web 2.0. Getreu dem Motto “viel Wahnsinn muss gerecht verteilt werden” richtet sich die Seite an den gesamten deutschen Sprachraum. Selbstredend möchte Unterneuntupfing auch etwas über seine LeserInnen erfahren – sehr zu empfehlen als Einstiegslektüre ist die Umfrage Wer sind unsere werten Leser?.

Den bisherigen Ergebnissen nach zu urteilen ist die Quote an Selbstausbeutern besonders hoch – wer also nicht CEO einer fiktiven Visitkartenfirma ist und täglich sein Xing-Profil pflegt, der darf darauf hoffen, hier Gleichgesinnte zu treffen. Auch gleich ordentlich zur Sache gehen die Tipps zur Profi-PC-Entschlackung.