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Blogistan Panoptikum KW02 2008

ritchie pettauer

Icons sind genau dann nicht zur Hand, wenn man mal auf die Schnelle welche braucht. Web- und Applikationsdesigner werden sich daher gleichermaßen über die umfangreiche Free-Icon Sammlung freuen, die Crayz Leaf Design zusammengestellt hat. [via farbwolke]

Die Blogosphäre und ihre Zenit

Daniel Baumann hat für Berlin Online einen lesenswerten Artikel über die Zenitüberschreitung der Blogosphäre verfasst. Ich bin ganz der Meinung von Robert, den der Autor am Ende des Artikels zitiert:

Auch Robert Basic, der aktuell wichtigste deutsche Blogger, sieht das Ende nicht gekommen. Wenn nun einige versuchten, vom Bloggen zu leben, so befolgten sie die Regeln des Marktes, dabei würden einige Erfolg haben und eben andere scheitern, sagt Basic.

Don Alphonsos Anmerkung, dass sich die wenigen Top-Blogger auf gutbezahlte Beraterjobs stürzen würden, muss man etwas differenzierter sehen. Die Avantgarde des Bloggens ist natürlich längst vorbei, die „Mainstreamisierung“ bringt neue Einkommensmöglichkeiten; schon längst bloggen Paris-Hilten Traffic-Grabber neben IT-Experten. Die kleine und eingeschworene Blogger-Family weicht einer heterogeneren Landschaft. In absoluten Zahlen beginnt im deutschsprachigen Internet das Wachstum der Pro-Blogs erst; dass viele Blogger ersten Stunde nicht mehr dieselben Befriedigung aus ihrer Tätigkeit ziehen wie anno dazumal, verwundert nicht weiter – dafür stehen aber eine Menge junger und hungriger, wesentlich undogmatischerer Nachfolger in den Startlöchern. Es wird also höchstens spannender 🙂

Reise in die jüngere Vergangenheit

Max hat mich auf einen interessanten Sammelband aufmerksam gemacht, der im April vorigen Jahres erschien: Der Reader Reader Neue Medien versammelt neo-historisch relevante paradigmatische Texte der üblichen Verdächtigen:

Der Schwerpunkt der Textsammlung liegt auf einem kulturwissenschaftlichen Ansatz, der den Computer als Bedeutung generierendes Medium versteht, mit dem sich Macht erzeugen, Politik betreiben und Kunst hervorbringen lässt. Durch die kommentierte Zusammenstellung wird ein kompakter Zugriff auf das heterogene Gebiet der digitalen Medien und Kunst möglich. Mit bisher nicht auf Deutsch erschienenen Beiträgen u.a. von Espen J. Aarseth, Anne Balsamo, John Perry Barlow, Donna Haraway, Nam June Paik, Alan M. Turing und Sherry Turkle.

Das war mal meine Welt, und auch wenn ich dem großgeschriebenen „N“ in Neue Medien noch nie was abgewinnen konnte (genauso wenig wie dem ® hinter „Reader“): John Perry Barlows „A Declaration of the Independence of Cyberspace“ muss man einfach gelesen haben.

Face, die Ausgeburt der neokonservativen Hölle?

Ein Artikel im Guardian sorgt derzeit für Aufregung über Facebook: In With Friends like these analysiert Autor Tom Hodgkinson die politischen und ideologischen Hintergründe der FB-Gründer – und lässt dabei nichts an Boulevardqualitäten aus. Dass es bei Facebook um die monetäre Valorisierung von Freundschaftsbeziehungen geht ist ein ebenso alter Hut, wie dass das FBI natürlich Interesse an „Verkehrsdaten“ zeigt. Wer einer Online-Plattform sensible Daten anvertraut, die niemand außer den engsten Freunden zu sehen bekommen sollte, hat schlicht nicht verstanden, wie das Web funktioniert – daran würde auch ein ultralinker Facebook-Besitzer nix ändern. Als Unerhörtheit zitiert der Autor Thiels Credo:

Thiel says that PayPal was motivated by this belief: that you can find value not in real manufactured objects, but in the relations between human beings.

Wie arg. Willkommen im Medienbusiness! Richtig reißerisch wird’s aber am Ende, wenn der Autor den Betreibern folgenden AGB-Passus vorwirft:

… we cannot and do not guarantee that user content you post on the site will not be viewed by unauthorized persons. We are not responsible for circumvention of any privacy settings or security measures contained on the site. You understand and acknowledge that, even after removal, copies of user content may remain viewable in cached and archived pages or if other users have copied or stored your user content.

Ich seh das genau anders rum: StudiVZ hat deutlich gezeigt, dass niemand eine solche Garantie abgeben kann, schon rein aus technischen Gründen und „dank“ begabter Hacker. Den Usern gegenüber keinen Hehl draus zu machen, find ich nur fair. Also nie vergessen: Facebook is pretty public. Und ein gut nutzbarer Spielplatz – und gehorcht keinem dämonischen Masterplan, sondern einfach und allein den Spielregeln des Marktes. Aber die sind ja je nach Betrachtungsweise eh an sich dämonisch genug….

Vienna Knowledge Net

Einer meiner Artikel über Facebook wurde diese Woche auf Vienna Knowledge Net veröffentlicht, einem Verein, der sich einem meiner Ansicht nach potentiell sehr fruchtbaren, aber bis noch wenig bzw. recht weitverstreut erschlossenen Themenfeldern widmet:

  1. der Förderungen von Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in Bereichen intelligenter Nutzung und Gestaltung moderner Informationsstrukturen und innovativer Kommunikationsprozesse
  2. der Förderung experimenteller, theoretischer und praktischer Auseinandersetzung mit Problemen der Informationsgesellschaft und der Erarbeitung kreativer Lösungsansätze
  3. der Unterstützung und Mitwirkung am Aufbau von personellen und institutionellen Netzwerken des Wissens- und Informationstransfers.

Meine Fresse!

Wer die eigene Visage bzw. die von Freunden oder Feinden schon immer mal auf einem Magazincover sehen wollte, halte sich an Magmypic: die simple Applikation erstellt nach Upload des eigenen Bildes ein Magazincover – dabei kann man zwischen diversen bekannten Titeln, von GQ bis National Geographic, wählen. Via Dani, deren Warnung ich mich nur anschließen kann:

Das fertige Cover unbedingt per Rechtsklick auf die eigene Platte laden… auf keinen Fall mit der angebotenen Copy-Code-Lösung für Weblogs und beliebte Social-Networks, die Username und Passwort ausspioniert.

Noch netter wär’s, wenn man eine eigene Schlagzeile eingeben könnte, aber auch so sorgt die Covers schnell mal für ein kurzes Überraschungsmoment zwischendurch:

ritchie pettauer
1 comments
Chris
Chris

@ Meine Fresse Mit einem guten Drucker zu Papier gebracht macht das sicherlich was her und für einen kleinen Schocker zwischendurch taugt es alle mal, Danke für den Tipp.