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datenschmutz und das Sprach-Splitting

15.01.2008, geschrieben von , 33 Kommentare

StammleserInnen wer­den es not­ge­drun­gen bereits bemerkt haben: ich bemühe mich auf d/s kon­se­quent, ein­zu­set­zen, also jenes spe­zi­fi­sche Problem man­cher Sprachen, dass man ent­we­der nur die Manderl oder nur die Weiberl anspricht, durch gro­ßes “” und die/der Kombis zumin­dest par­ti­ell zu entschärfen.

Im pro­fes­sio­nel­len Bereich ist Splitting so gut wie nir­gends gewünscht — wenn ich - und Marketingtexte schreibe, rich­ten die sich — aus Sicht halt — meist nur an Männer. Und ich versteh’s ehr­lich gesagt auch sehr gut: Splitting ist aus sprach­äs­the­ti­scher Sicht betrach­tet ein­fach kacke, weil’s den Sprachflow zer­stört, beim Lesen raus­reißt und häu­fig stört. Sogar mich als Autor der Texte. Warum mach ich’s dann gerade hier am , wo ich mir doch völ­lig frei aus­su­chen kann, wie ich schreibe?

Es gibt dafür nur einen ein­zi­gen, ganz sim­plen Grund: ich spre­che häu­fig mein Publikum direkt an, und die vie­len Jahre im Nahbereich lin­ker ÖH-Organisationen haben ihre Spätschäden hin­ter­las­sen. Tatsächlich habe ich bei nicht-gesplitteten Texten mitt­ler­weile selbst den Eindruck, nur Männer anzu­spre­chen, und das stört mich, das nervt, ich find’s doof. Punkt. Hat nix mit poli­ti­scher Korrektheit zu tun, die in mei­nen Augen bloß ein dele­ga­ti­ves Feigenblatt dar­stellt und schon gar nix mit Über­kor­rekt­heit und Berührungsängsten vor der­ber Sprache, ganz im Gegenteil — möch­ten Sie einen Beweis? Bitteschön: Titten, Titten, Titten! bzw.: Futkarli / –karla!

Mit ande­ren Worten: als alter Hip Hopper und Schönschreiber schla­gen ach zwei Herzen in mei­ner Brust: und die Entscheidung war gar keine bewusste, son­dern hat sich im Lauf des Schreibens ein­fach so erge­ben… hätt ich ja nie für mög­lich gehal­ten elk datenschmutz und das Sprach Splitting Das eng­lisch­spra­chige Netz hat’s da übri­gens bes­ser: von weni­gen Ausnahmen abge­se­hen (“men” wird ja auch im Sinne von “Menschheit” ver­wen­det) ken­nen eng­li­sche Hauptwörter nur eine Geschlechtsform: the baker ist zugleich Bäcker und Bäckerin, daher tritt das Problem hier weit­ge­hend gar nicht erst auf. Im Deutschen kann man sich fall­weise behel­fen und auf geschlechts­neu­trale Formulierungen aus­wei­chen, aber eben nicht immer — und für diese Fälle werde ich mich wei­ter­hin ver­trau­ens­voll ans Amt für Binnen-I’s wen­den. Ihre Meinung dazu täte mich übri­gens bren­nend inter­es­sie­ren — stört Sie das Splitting? Finden Sie’s gut? Bitte um Input, lie­ber Leserin!

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Bisher haben meine Lieblingsleser 33 Kommentare zu "datenschmutz und das Sprach-Splitting" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Wu-Lan-Tong Identicon Icon

    Wenn ich ganz ehr­lich bin, ist es mir egal, ob du split­test oder nicht :grin: Wobei ich schon inter­es­sant finde, wie ernst­haft du dir Gedanken dar­über machst, ob Splitting das bes­sere… ähm weib­li­che Geschlecht stört :razz:
    Aber ich schreibe dies dei­nem Wiener Charme zu, die Damenwelt nicht ver­let­zen zu wol­len :wink:

    Ich geb ehr­lich zu, wenn ich über die Herren mal wie­der rich­tig läs­tern möchte, dann splitte ich auch und spre­che die Fitzelchenträger direkt an :oops:

    Schreib doch ein­fach frei von der Leber weg, das ist viel­leicht dann die ehr­lichste Variante und die finde ich am besten :cool:

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  • cimddwc Identicon Icon

    Die neue “bild der wis­sen­schaft” hat einen Artikel dar­über: “Die Amtsmännin als Reisegästin — Zwanghaft ver­weib­lich­tes Deutsch”, der meint, “durch Betonen der Geschlechter wird der Sexismus in die Sprache erst eingeführt”…

    (Ganz gele­sen hab ich ihn aber noch nicht.)

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  • Antje Identicon Icon

    Also ich hätte mich auch ange­spro­chen gefühlt wenn die “Queen-Verlosung: Die Gewinner” geschrie­ben hät­test :wink: stand ja mein Name drin :mrgreen:
    Nein ich brau­che das nicht — ich selbst spre­che eigent­lich immer in der männ­li­chen Version — auch wenn ich die weib­li­che meine. Von vie­len werde ich dann ver­bes­sert — was mich dann sehr irri­tiert — da ich das nicht extra gemacht habe :cool:
    Also mir ist das völ­lig “wurscht” :)

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  • Alexa Identicon Icon

    Ich kann mich den vori­gen Kommentaren (bewußt neu­tral aus­ge­drückt :wink: ) nur anschlie­ßen. Für mein per­sön­li­ches Empfinden haben Binnen-Is, Frauentaxis, Frauenparkpkätze, etc. nichts mit Gleichberechtigung zu tun, son­dern ver­stär­ken die teil­weise beste­hende Kluft zwi­schen den Geschlechtern sogar noch.

    Grüße,
    Alexa

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  • EisFrei Identicon Icon

    Ich finde es ist Quatsch, Texte unnö­tig unles­bar zu machen. Es ist nun mal in der deut­schen Sprache ver­an­kert, dass ein Plural — der im geschrie­be­nen Deutsch oft männ­lich aus­sieht — auch das weib­li­che mit ein­be­zieht.
    In der Uni habe ich es oft erlebt, wie ein wun­der­bar for­mu­lier­ter Text, der schön auf eine A4-Seite passt, von Konsens und Gleichberechtigungsverfechtern auf­ge­bläht wird und auf ein­mal Punkte gestri­chen wer­den müs­sen, weil der Text sonst nicht mehr auf die Seite pas­sen würde.
    Komischerweise sind es in 80 – 90% der Fälle Männer, die eine Textänderung for­dern und die anwe­sen­den Frauen ver­dre­hen die Augen.

    Grüße,
    Martin

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  • michaela Identicon Icon

    moechte nur dar­auf hin­wei­sen, dass split­ting nicht die ein­zige option ist um beide geschlech­ter anzu­spre­chen. meine bevor­zugte vari­ante ist ganz ein­fach beide for­men zu ver­wen­den oder neu­trale plu­ral­for­men. also zb “liebe Buergerinnen und Buerger”. ich finde gender-bewusste spra­che extrem wich­tig, da es belegt ist, dass “maenn­li­che” spra­che frauen aus­schliesst. des­we­gen finde ich es gut, dass du es ver­suchst. krampf­haf­tes split­ting ist fuer mich aber auch nicht das ziel.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Januar 2008 um 12:09

    ich finde gender-bewusste spra­che extrem wich­tig, da es belegt ist, dass “maenn­li­che” spra­che frauen ausschliesst.

    Das ist eben die Kernfrage, die ich mir stelle. Die meis­ten Leserinnen schei­nen da ja ganz ande­rer Ansicht zu sein… ich stelle es mir schwie­rig bis unmög­lich vor, sowas zu belegen.

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  • ritchie Identicon Icon
    ritchie sagte am 15. Januar 2008 um 12:12

    Danke für die bis­he­ri­gen Rückmeldungen, bin sehr gespannt auf wei­tere Diskussion — und doch recht über­rascht, dass Splitting viel­leicht nur eine unsin­nige *und* kon­tra­pro­duk­tive Erfindung ist… hm… also eher Goodbye Binnen-I? (Die von Michaela ange­spro­chene Doppelmform klingt mir zu holp­rig und prä­si­den­tial — ich hab immer diese Klestil-Kaberettnummer im Ohr: “liebe Öster­rei­cher und Rinnen”)

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  • andi Identicon Icon

    ich seh mich als ein kind einer sehr eman­zi­pier­ten generation

    fuer mich — und ver­mut­lich viele in mei­nem freun­des­kreis — ist es klar dass mit ich wenn ich drin­gend einen arzt suche, am ziel mei­ner suche eine frau dok­tor oder ein herr dok­tor vor mir ste­hen kann — und das mit einer abso­lut natu­er­li­chen selbst­ver­staend­lich­keit
    ich ver­mute dass das sehr harte arbeit mei­ner eltern und ihrer gene­ra­tion war, trotz der gesell­schaft und der medien, ihren kin­der klar zu machen, dass nicht die exis­tenz oder groesse eine peni­ses ueber die qua­li­taet als fach­kraft aussagt

    durch split­ting wirkt es fuer mich so dass man die­sen lern­er­folg wie­der rueck­ga­en­gig machen moechte

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  • matt Identicon Icon

    Ich habe kein Problem, wenn du LeserIn schreibst, ich sehe darin nicht wirk­lich eine Störung des Textflusses und finde das auch gut nach­voll­zieh­bar, aus von dir genann­ten Gründen.

    Andererseits schreibe ich eigent­lich immre Plurar in männ­li­cher Form. Das ist keine Diskriminierung oder Ausgrenzung, son­dern ist halt so im Deutschen. Da schreib ich lie­ber “die Bäcker” als “die Bäcker und Bäckerinnen” das finde ich ein­fach holp­rig…
    Aber wenn du das dann für dich beim Lesen ungüns­tig fin­dest, dann soll­test du das beibehalten!

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  • michaela Identicon Icon

    @ritchie:

    mit “belegt” meinte ich “wis­sen­schaft­lich belegt” — da gibt’s wirk­lich genug stu­dien — anschei­nend aber doch noch nicht? ;-)

    es gibt auch genug, sehr ein­fach zu fin­dende infos ueber das wie und warum, etwa hier http://www.wien.gv.at/ma57/sprache/

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Januar 2008 um 16:13

    Naja, einige der betref­fen­den Studien kenn ich schon. “Eindeutig belegt” lei­tet sich dar­aus aber nicht ab; da steckt meist mehr Wunschdenken als Methodik drin. Unter dem ange­ge­be­nen Link fin­det man auch nur Infos zum “Wie” — das “warum” wird als gege­ben argu­men­tiert, z.B.:

    Männlich ist männ­lich — egal ob in der Einzahl oder in der Mehrzahl.
    Und auch, wenn in der männ­li­chen Mehrzahlform Frauen “mit­ge­meint” sind, den­ken wir doch zuerst die männ­li­che Form. Frauen müs­sen sich immer mit­den­ken, Männer hin­ge­gen wer­den immer direkt ange­spro­chen.
    Frauen haben auf diese Weise ein­fach nicht die­sel­ben Chancen.

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  • michaela Identicon Icon

    @EisFrei: Die Frage ist aber gerade die: Wer bestimmt denn, was “nun mal in der deut­schen Sprache ver­an­kert” ist, wie du so schoen sagst? Und was sagt das ueber unsere Gesellschaft aus? Welche poli­ti­schen Auswirkungen hat Sprache (siehe poli­ti­sche Propaganda und Agitation) Und wie koen­nen wir Sprache und Gesellschaft weiterentwickeln?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Januar 2008 um 16:50

    Das ist in der Tat eine wich­tige Frage; und ich bin mir sehr unsi­cher, ob die Sprache dabei jene Rolle spielt, die ihr PC Anhänger dabei zubil­li­gen. Oder anders gefragt: wenn ich schreibe “die Leserschaft von daten­schmutz”, adres­siere ich dann aus­schließ­lich Frauen?

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  • Xel Identicon Icon

    Meine Meinung dazu ist die glei­che wie zu einem Du oder einem Sie im Weblog… Wer das Sie nötig hat solls betrei­ben — ich ver­zichte dar­auf, solange sich dadurch nie­mand auf die Füße getre­ten fühlt…

    Das Binnen-I ist eine wider­wär­tige Sache, die in der Sprache abso­lut nichts zu suchen hat — aber wer es nötig hat soll es halt machen, ich lese dann wohl­wol­lend drü­ber und denke dabei “Uh — Hauptsache poli­tisch korrekt” — nicht abwer­tend gemeint, aber mir ist es wich­ti­ger, dass ich einen Text flüs­sig lesen kann, als dass Du jedes Geschlecht ansprichst.

    Gut, ich bin ein Kerl — in der Regel werde ich also eh ange­spro­chen — aber hey — von mir aus kannst Du auch aus­schließ­lich die weib­li­che Form ver­wen­den, wäre mir auch recht, klingt zwar auch selt­sam dann, aber pff ;-)

    Nebenbei: Welches Geschlecht soll z.B. StudentInnen denn sein? Mal davon abge­se­hen, dass das in abso­lu­tem Widerspruch zu jeg­li­cher mir bekann­ter Orthographie steht, wenn über­haupt müsste es ja eher Student(in)en heißen.

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  • yaph Identicon Icon

    Die eng­li­sche Sprache bie­tet auch ein biss­chen Anlass zur Diskussion. Da gibt es zwar keine LeserInnen aber auch gemeine Personalpronomen wie he und she und ver­su­che diese in pre­kä­ren sprach­li­chen Situationen durch it oder they zu erset­zen, was aber ziem­lich merk­wür­dig klingt.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Januar 2008 um 23:24

    Aber im Englischen kann man das gut ver­mei­den; anstatt zum Beispiel “he puts the disc in the drive” kann man ja jeder­zeit “the user puts…” schreiben.

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  • Erik Identicon Icon

    Also ich halte es auf mei­nem Blog / mei­ner Blogin so, wie ich mich, oder mein Mac / meine Macin, sich gerade fühlt. :mrgreen:

    Ernsthaft, auch wenn ich mich in Blogbeiträgen meist um poli­ti­cal cor­rect­ness bemühe, les­ba­rer wer­den die Beiträge dadurch sicher nicht. Von den Verlagen habe ich klare Anweisungen bekom­men, der­ar­tige Konstruktionen zu unter­las­sen (egal ob in Deutschland oder in den USA). Meine Freundin hat vor Kurzem ein Buch gele­sen (bes­ser gesagt, ver­sucht ein Buch zu lesen) bei dem die Schreibe in mei­nem Eingangssatz schon fast Wirklichkeit war. Sie meinte, so ein Geschreibsel wäre nicht lesbar.

    Viele Grüsse / Grüssinnen
    Erik ;)

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Januar 2008 um 23:26

    Naja, man kann’s sicher­lich maß­los über­trei­ben. Aber in der direk­ten Ansprache von Personen find ich’s durch­aus berech­tigt, wobei ich das Binnen-I als weni­ger stö­rend emp­finde als die Doppelform… aber wie gesagt eben immer noch als ehr sub­op­ti­mal vom Sprachrhythmus her.

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  • Erik Identicon Icon

    @ritchie: Bei län­ge­ren Texten ist IMHO eigent­lich auch das Binnen-I stö­rend. Erwachsene lesen meist nicht, son­dern füh­ren eine Art Mustererkennung durch, wel­che die ers­ten und die letz­ten Buchstaben des zu erken­nen­den Wortes, die “Gebirgsform” der Buchstaben dazwi­schen (ohne die Buchstaben wahr­zu­neh­men) und den Kontext benutzt. Das Binnen-I tor­pe­diert also die Lesegewohnheiten von allen, die öfter mal ein Buch in ihrem Leben gele­sen haben. Wenn Kinder viel lesen, star­tet die Mustererkennung schon rela­tiv früh (eigene Erfahrung).

    [Bei den vor­he­ri­gen Sätzen wurde auf die Vermeidung des Binnen-Is geach­tet. :mrgreen: ]

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  • shadaik Identicon Icon

    Tja, hät­ten wir damals (ich glaube, in den 60ern) die­ses über­flüs­sige –in-Suffix gar nicht erst ein­ge­führt (bzw. aus­ge­wei­tet), gäbe es heute keine Probleme damit.
    In Russland etwa meinte man, es wäre dis­kri­mi­nie­rend, wenn man für Männer und Frauen unter­schied­li­che Bezeichnungen ein­führt, als man die Frage dis­ku­tierte. Das finde ich sehr nachvollziehbar.

    Dass sich Frauen ohne –in heute aus­ge­grenzt füh­len liegt imho an der Gewöhnung an das –in. Hätten wir es nicht, nie­mand würde sich beschweren.

    Ach ja, ich benutze meist schon aus Bequemlichkeit den gene­ri­schen Plural (also ohne –innen), den Singular je nach­dem, von wem ich spre­che, aber meist ver­meide ich ihn in geschrie­be­nen Texten (also lie­ber “Liebe Leser” als “Liebe® Leser(in)”).

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  • Navigator Identicon Icon

    Willkommen am Stammtisch!
    Die deut­sche Sprache war schon immer so — was ist denn das für ein Argument? Seit wann ist Sprache sta­tisch?
    Erst durchs split­ten kommt der Unterschied in die Welt??? Ich wun­dere mich ja nur mehr. Entstammt diese Erkenntnis der Tradition des solip­si­ti­schen Konstruktivismus ;-)
    Und die Idee mit der Mustererkennung ent­stammt wohl enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät
    Und um nicht nur in Handke’scher Manier das werte Publikum für seine Offenheit zu beschimp­fen:
    Einen schnel­len Über­blick bie­tet zb die­ses PDF:
    dimeb.informatik.uni-bremen.de/documents/projekt.gender.Infopapier_No3a.pdf

    Für fast jede Situation gibt es auch eine gen­der­ge­rechte Formulierung (zb Studierende statt StudentInnen) aber es ist halt etwas mehr Denkleistung gefragt als immer nur die glei­chen Wege zu beschreiten.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 16. Januar 2008 um 21:50

    Hehe… der quote die­ser Studie passt da wirk­lich gut rein! Aber die spricht schon durch­aus eher für die Mustererkennung.

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    Erik Identicon Icon

    Und die Idee mit der Mustererkennung ent­stammt wohl enier Sduite an enier Elingshcen Unvirestiät

    Mir hat ein typo­gra­phisch sehr beschla­ge­ner Mensch von die­sem Phänomen erzählt, ist unge­fähr 15 Jahre her. Bei der Diskussion ging es um die Tatsache, dass WORTE DIE NUR IN GROSSBUCHSTABEN GESCHRIEBEN SIND den Lesefluss stark brem­sen. (Es sei denn, Mort spricht, aber dann ist es eher ein Stilmittel. ;) )

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    Navigator Identicon Icon

    rit­chie: Hast den TP Text gele­sen? Versuche die Buchstabenvertauschung auch mal sil­ben­über­grei­fend und die Mustererkennung kommt rasch an ein Ende. Ebenso wenn die Wörter län­ger wer­den. Zb: daß er birhlcs­we­ceh ist, acuh für sher giechräflh hatle: dfüar seo­grn shocn jnee Vonerümdr, die die Ocfrashuibet üebr sie gsgü­tit auf scih gmmeeonn heban.

    Erik: Du hast natür­lich recht. Es gibt Umstände die den Lesefluss stark brem­sen kön­nen. Nur Großbuchstaben gehört dazu. Das ist aber eine Übungs/Gewöhnungssache. Es würde ja auch kaum jmd ernst­haft auf die Idee kom­men eng­li­sche Texte als unle­ser­lich zu bezeich­nen weil alles klein geschrie­ben wird. Oder deut­sche Texte weil sie immer wie­der Großbuchstaben ein­streuen. Aber dass ist eigent­lich schon wie­der eine andere, mög­li­cher­weise ästhe­ti­sche Diskussion.

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  • Eerie Identicon Icon
    Eerie sagte am 17. Januar 2008 um 23:40

    Ich bin in die­ser Frage gespal­ten: Einerseits ist es mir als Frau sehr wich­tig, dass Frauen — auch — in der Sprache sicht­bar sind, was die deut­sche Grammatik nicht wirk­lich ermög­licht. Ob Frauen “mit­ge­meint” wer­den oder nicht, kann ja wohl nicht all­ge­mein beant­wor­tet wer­den. Das hängt sowohl vom Sender als auch vom Empfänger ab (ich meine grad mit ;-) …).

    Die Kehrseite sehe ich weni­ger in der Lesbarkeit etc. (da find ich Binnen-I und Splitting auch nicht so toll), son­dern in einer Sache, die mich per­sön­lich sehr schmerzt: Durch das dau­ernde Splitting hab ich das Gefühl, meine Heimat als MENSCH zu ver­lie­ren. Das Gemeinsame, das Vereinende kommt dabei abhan­den. Mir stinkts auch oft, durch die gegen­derte Sprache aus­schließ­lich aufs Frausein fest­ge­na­gelt zu werden.

    Natürlich bin ich — bio­lo­gisch betrach­tet — immer Frau. Aber ich trete nicht immer in der ROLLE der Frau auf, son­dern oft auch als Mensch. In vie­len Belangen finde ich es würs­tel, ob wir Manndl oder Weibl sind.

    Die sprach­li­che Lösung? Keine Ahnung. Die Form, die die Tätigkeit beschreibt (Studierende …) hat m.E. den Vorteil, dass die Identität nicht am Geschlecht fest­ge­macht wird. Funktioniert aber nicht immer. Die Backenden? Die zu Fuß Gehenden? Bitte bloß nicht, ein Alptraum!!!

    Am ehes­ten trifft es für mich der­zeit noch eine Formulierung, die — glaube ich — Hermes Phettberg gefun­den hat. Leider klingt sie halt ziem­lich lächer­lich, aber viel­leicht ändert sich ja das all­ge­meine Sprachverständnis und sie ist in 10, 20, 30 Jahren ganz nor­mal, die geschlechts­neu­trale Endung –y (-i ginge auch) statt –er oder –in: das Studenty, das Bäcky, das Fußgängi. Es klingt zumin­dest süß und hat was Selbstironisches. Auch kein Fehler :grin:

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 18. Januar 2008 um 16:40

    Danke für die­sen imho sehr tref­fen­den Beitrag! Und die Hermes Phettberg Formulierung hat schon was sehr Sympathisches; außer­dem klingt das ganze dann leicht Schweizerisch, das ist ein Extrabonus :mrgreen:

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    Eerie Identicon Icon
    Eerie antwortete am 20. Januar 2008 um 18:00

    Das Eidgenössy!!! :lol:

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  • Erik Identicon Icon

    @Navigator: Als Zweisprachler kann ich dazu nur sagen, es ist sehr irri­tie­rend wenn jemand in einem eng­li­schen Text plötz­lich anfängt die deut­sche Gross-/Kleinschreibung zu ver­wen­den. Wie gesagt, das Binnen-I — weil Grossbuchstabe — wird inner­halb eines Wortes nicht als “I” son­dern oft als “l” oder “t” wahr­ge­nom­men, und unter­bricht somit den Lesefluss weil das eben “erkannte” Wort kei­nen Sinn macht. Kinder dürf­ten damit eher keine Probleme haben, da sie die Wörter wirk­lich lesen und nicht mit Mustererkennung arbeiten.

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    Navigator Identicon Icon

    Natürlich ist es irri­tie­rend aber dar­aus läßt sich nicht schlie­ßen dass das eine bes­ser ist als das andere. Und erken­nen hat ja auch mit ken­nen zu tun. Kenne ich es nicht, wirds mich wahr­schein­lich stö­ren, kenne ich es (und da sind die Faktoren Zeit und Anwendung wich­tig) wird es mir bald gar nicht mehr auffallen.

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  • Maxi Identicon Icon

    ich spiele mit dem pc.

    ich bin im stadion.

    ich bin ein guter schüler.

    das brau­che ich (3 sätze) in allen zeit for­men!!!!!!!
    !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    danke tHe gaBBa !!!!! :twisted:

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 16. Februar 2008 um 17:52

    Ist doch ganz sim­pel: Ich hatte den PC gespielt wer­den sol­len wäh­rend ich ein guter Schüler hätte gewe­sen kön­nen gemusst sein um in dem Stadium sei­end gewor­den zu wer­den gewe­sen sei­end dür­fen. Viel Glück bei der nächs­ten Schularbeit!

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  • patrick Identicon Icon

    seas ann aLLe und was machd ihr heut alle ?!?!?!?!? aLso ich geh heut noch weGg !!!!! ich bin 14 jahre alt !!!!! :!: :!: :!: :!: :!: :mrgreen: bis dann dere

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1 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • newstube.de (15. Januar 2008)
    datenschmutz und das Sprach-Splitting... Splitting ist nicht gerade ein Segen in punkto Sprachflow - dennoch gebe ich mir auf datenschmutz Mühe, nicht nur eine Hälfte der potentielle Leserschaft anzusprechen. Aber wollen die LeserIIInnnen das überhaupt?...
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