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xinxiiEin Basar für Bits und Bytes versucht sich an einer spannenden Aufgaben: jeder registrierte User kann eigene Werke, die natürlich in digitaler Form vorliegen müssen, hochladen und kommerziell vertreiben - den Preis der digitalen Publikation, die in einer der über 600 Kategorien einsortiert werden muss, legt der Autor bei Xinxii dabei selbst fest und erhält für jeden Download 70% des Netto Verkaufspreises.

Leseproben vermitteln auf Wunsch des Autors einen konkreten Eindruck der jeweiligen Publikation, Käufer haben die Möglichkeit, die Qualität erworbener eTexte zu bewerten. Wer ganz bestimmte Informationen bzw. Publikationen sucht, kann über den Menüpunkt “Content on Demand” eine entsprechende Ausschreibung starten; diese Funktion qualifiziert XinXii also prinzipiell auch durchaus als b2b-Seite für den journalistischen Bereich. An den professionellen Schutz der Urheberrechte, die übrigens - und hier unterscheidet sich Xinxii gravierend von vielen anderen Vertriebsmodellen - vollständig beim Autor verbleiben, haben die Betreiber gedacht:

In Kooperation mit der Priormart AG bietet XinXii jedem Verfasser die Möglichkeit, sein Werk zur notariellen Hinterlegung auf einen Online-Server hochzuladen und dadurch zusätzlich urheberrechtlich zu schützen.

Informationswirtschaft 2.0?

Die Informationswirtschaft verweigert sich hartnäckig so manchen Grundsätzen klassischer Ökonomietheorie: Information wird nicht weniger, wenn man sie verteilt, braucht so gut wie keinen physischen Speicherplatz und lässt sich unglaublich leicht kopieren - davon weiß die Musikindustrie gewiss ein wenig beschwingtes Lied zu singen. Andererseits ermöglichen der digitale Vertrieb geistiger Ergüsse auch ganz neue Vertriebsmöglichkeiten, wie Chris Anderson in seinem Longtail-Buch so treffend feststellte: da die Kosten der Lagerhaltung bei digitalen Waren nahezu gegen Null streben, ist der Aufbau eines großen Inventories kein Problem. Dass für (hochwertige) Information auch im Web bezahlt werden soll, ist angesichts der Gratis-Mentalität im Internet schwer vorstellbar. Der herkömmliche Weg der Monetarisierung usergenerierter Inhalte führt also über das lächelnde Aas Werbung, zu dem beispielsweise Blogger ganz unterschiedliche Auffassungen vertreten.

XinXii stellt eine Alternative für unentdeckte Edelfedern dar - über diese -Ausschreibung freue ich mich besonders, da eine solche meiner Ansicht nach eine definitiv existierende Marktlücke füllt: von der Diplomarbeit bis zum Comicstrip und den bereits erwähnten b2b-Funktionen bietet sich ein breites Spektrum möglicher Verwendungszwecke an, also auf zum Praxistest.

Xinxii’s Herz und Nieren

Die Seite samt Tab-Hauptmenü ist übersichtlich und sauber aufgebaut - als Kind der Ära hängt sich Xinxii natürlich ein “beta” hinten ans Logo und wählt entsprechend dezente, helle und freundliche Farben. Die klare Screenaufteilung sorgt für gute Übersicht, verloren oder überfordert muss sich hier niemand fühlen.

xinxii startseite

Dazu passt auch die Registrierung, die rasch erledigt ist - neue Nutzer weist Xinxii speziell auf Punkt 9.3 der AGBs hin: Uploader müssen natürlich bestätigen, selbst die Urheberrechte an den angebotenen Werken zu besitzen, außerdem verlangt Xinxii Volljährigkeit nach deutschem Recht. Mich interessieren beide Seiten der Medaille, also mache ich mich erstmal auf die Suche nach einem passenden Download - dabei zeigt sich allerdings rasch, dass das Inventar noch nicht besonders gut gefüllt ist: zwar gibt’s ausreichend Kategorien, die meisten allerdings sind noch gähnend leer - hier wäre vielleicht ein dynamisches Tag-System nicht unbedingt von Nachteil. In der Kategorie “” fand ich dann allerdings doch eine Hausarbeit zum Max Frisch’ “Homo Faber”, auf die ich für 2 Euro durchaus einen Blick werfen würde, also ab in den Warenkorb. Bei der Bezahlung zeigt sich allerdings der imho erste gravierende Nachteil: lediglich Kreditkarte oder Lastschriftverfahren (nur für deutsche Bankkonten) kommen in Frage. Gerade bei Kleinbeträgen eignet sich aus Kundensicht ideal: dass diese Bezahlvariante hier nicht zum Einsatz kommt, verwundert mich umso mehr, als Autoren ihr angesammeltes XinXii-Guthaben ausschließlich via überwiesen bekommen. Mich zumindest hält die zwangsweise Eingabe der Kreditkartendaten bei solchen Kleinbeträgen vom Kauf ab.

Also Zeit, einen Blick auf die Textproduzenten-Seite zu werfen: über dem Reiter “Publizieren” gelangt man zum Uploadformular, wo eine abschließende Warnung vor Rechtsbrüchen erfolgt:

Der Nutzer verpflichtet sich, in die Datenbank des Betreibers keine Inhalte einzustellen, die gegen wettbewerbsrechtliche, urheberrechtliche oder markenrechtliche Vorschriften verstoßen oder die als obszön, beleidigend, diffamierend, anstößig, pornografisch, belästigend, rassistisch, ausländerfeindlich, rechtsradikal oder sonstig verwerflich anzusehen sind.

Das anschließende Uploadformular fasst alle benötigen Informationen auf einer Seite zusammen: Kategorie, Titel, Beschreibung, Präsentationsform, Dokumententyp etc. sind verpflichtend, zusätzliche Elemente wie ein Cover- und Autorenfoto, ein optionales Inhaltsverzeichnis bzw. eine Leseprobe erhöhen die Attraktivität der eigenen Präsentation. 2 Euro beträgt der Mindestpreis, nach oben ist die Grenze offen; leider hat niemand auf die Schnelle meinen -Test-Upload für günstige 1.300 Euro gekauft, dabei wär doch dort die Antwort auf alle Fragen dringestanden… selbst hochgeladene Dokumente können jederzeit wieder gelöscht und somit aus dem System entfernt werden, -technisch betrachtet funktioniert die Applikation ganz hervorragend - einzig die Vorschaufunktion produzierte bei mir einen php-Fehler, das mag aber möglicherweise am rtf-Format liegen. Vorsichtige Naturen dürften sich besonders über die Integration des Priormart-Services freuen: die Datenbank dient der Beweissicherung durch notarielle Hinterlegung, denn die kann im Streitfall vor Gericht sehr hilfreich sein, wenn man mal in die Lage kommen sollte, beweisen zu müssen, dass man tatsächlich der Urheber eines bestimmten Dokuments ist.

Fazit: Xinxii hat sich den hehren Anspruch gestellt, jeden interessierten Autor zu seinem eigenen Herausgeber zu machen. Die Konditionen der erscheinen dabei ausgesprochen fair, Design und sind hervorragend gelungen. Um an Popularität zu gewinnen, werden sich die Betreiber vor allem um einen raschen Ausbau des angebotenen Sortiments kümmern müssen, außerdem wäre die Integration PayPals zur Bezahlung von Downloads ebenfalls wünschenswert. Abgesehen von diesen beiden Punkten verbindet Xinxii die Themen , digitale Distribution und Eigenvertrieb auf spannende und innovative Weise zu einer , der durchaus langfristiger Erfolg beschieden sein könnte.
www.xinxii.com


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veröffentlicht am 23. January anno domini 2008.
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  1. Herr Bert Identicon Icon
    Herr Bert schrieb am 25. January 2008 [Direktlink]

    Nojo, ein weiterer Weg zum Reichtum für jeden. JEtzt müssma nur noch den entsprechenden Bestseller schreiben.

    [direkt antworten]

  2. unique texter Identicon Icon
    unique texter schrieb am 16. June 2008 [Direktlink]

    ich interessiere mich seit neuestem sehr für uniquen content und wieviel man damit verdienen kann :grin: Meine noch jungen Erfahrungen zeigen, dass eher die Plattformen reich werden und die Kunden relativ billige Texte kaufen können. Als Autor schreibend reich zu werden ist ein Knochenjob… Bei XinXii kann man die Preise selbst festlegen, das finde ich schonmal gut, werde noch testen müssen wie hoch die Nachfrage potentieller Kunden ist…

    [direkt antworten]

 

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