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Blogvorstellung: Thinkabout.ch

01.02.2008, geschrieben von , 8 Kommentare

thinkabout Blogvorstellung: Thinkabout.chZeit für die wöchent­li­che  — wenn man sich die Mikro-Publishing Szene in der näher ansieht, dann könnte man als Öster­rei­cher (und Deutscher) ob der Themenvielfalt und der hohen jour­na­lis­ti­schen Qualität der diver­sen Fachmedien sowieso nei­disch wer­den: oder sich freuen, dass die­sel­ben Felder hier­zu­lande bis­lang eher unbe­ackert blie­ben. Keineswegs an IT.Geek.Nerds rich­tet sich Thinkabout.ch: XYs sam­melt ele­gant for­mu­lierte Gedanken — von unbe­schwert bis gra­vi­tä­tisch und stets aus­ge­spro­chen lesenswert.

Die Denkerei sei der wil­deste aller Affen, hat mal jemand behaup­tet. Buddhisten, spe­zi­ell die tibe­ti­schen, wider­sprä­chen die­ser Aussage ver­mut­lich nicht, zumal in der Dzog Chen das Hirnkasterl auch gerne mit einem unru­hi­gen ani­ma­li­schen Baumkletterer ver­gli­chen wird. Der wie­derum sei aber ohne­hin unser nächs­ter Verwandter, erklä­ren die Vertreter der “wis­sen­schaft­li­chen” und strei­ten sich in Ami-Land aus­ge­spro­chen öffent­lich dar­über, wel­cher Mythos sich für die Schulkinder als all­tags­taug­li­cher erweist… aber egal, ob wir geschöpft wur­den von einem meh­re­ren Göttern oder doch bloß die che­mi­schen Parameter in der Ursuppe sich als güns­tig erwie­sen für die Entstehung von ein paar Kohlenwasserstöffchen: um sich über der­lei Theorien aus­zu­tau­schen (oder die eige­nen Über­zeu­gung semi-dauerhaft in die mitt­ler­weile durchs Internet echt­zeit­lich ver­bun­dene Welt) hin­aus­zu­po­sau­nen, bedie­nen sich Menschen man­gels tele­pa­thi­scher Fähigkeiten in der Regel der  — die eine gewand­ter, der andere weniger.

Wer sich kom­pe­tent und beru­fen fühlt zum Schönreden, darf als gern­ge­se­he­ner Geistschreiber für Politiker-Reden auf ein anstän­di­ges Einkommen hof­fen, eine anstre­ben oder aber der Werbeindustrie den nächs­ten unver­gess­li­chen Slogan ablie­fern. Wer dage­gen rein aus intrin­si­scher Motivation was zu sagen hat, muss nicht mehr auf die Gnade ehren­amt­li­cher Chefredakteure ambi­tio­nier­ter Literaturzeitungen hof­fen, son­dern hat wahl­weise auch die Option, sein eige­nes Blog zu schrei­ben. Glücklicherweise hat sich der Autor der vor­zu­stel­len­den Publikation für letz­tere Möglichkeit ent­schie­den — er prä­sen­tiert der gen­eing­ten Leserschaft täg­lich so lesens­werte Miniaturen wie:

Die Kraft der Gedanken ist uner­forscht. Die Macht der Worte auch. Wir soll­ten sie stets mit Sorgfalt wäh­len und nicht gering ach­ten, selbst wenn wir damit gegen phy­si­sche Gewalt ange­hen müssten.

Thinkabout führt auch auf two­day in Blog namens Schreibmut auf two­day, das den Untertitel “10min NUR für die rechte Gehirnhälfte” (War das schnell noch­mal die ratio­nale oder die krea­tive nach Irrmeinung der Kognitionsforscher?) trägt:

Die Vermutung hat keine gestellt und doch schon eine Antwort gelie­fert. Damit fühlt sie sich nicht rich­tig wohl, und so ist es meist so, dass, wenn sie aus­ge­spro­chen wird, darin auch die liegt.

Thinkabout.ch gehört zu ver­gleichs­weise weni­gen anony­men, gut besuch­ten Blogs — den Grund für den Verzicht auf die reale Identität erklärt der Schweizer Blogger auf für mich sehr nach­voll­zieh­bare Weise:

Meine Texte sind gele­gent­lich durch­aus sehr pri­vat. Intim viel­leicht sogar. Das Pseudonym gibt mir eine Art Schutz, ein wenig Distanz zumin­dest, und es för­dert damit die Ehrlichkeit mir selbst gegen­über sehr viel mehr, als es sie behin­dern würde.

Wer sel­ber bloggt (groß, klein, jung, alt, unver­zicht­ba­res IT-Knowledge, Katzenblog, deutsch oder eng­lisch — egal!) und Lust drauf hat, hier vor­ge­stellt zu wer­den, hin­ter­lässt einen oder droppt mir, wie die Hip Hopper sagen, eine Message. Blogs, die ich nach — selbst­ver­ständ­lich rein sub­jek­ti­ven — Kriterien span­nend und anre­gend finde, tau­chen dann frü­her oder spä­ter an die­ser Stelle auf.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 8 Kommentare zu "Blogvorstellung: Thinkabout.ch" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Chris Identicon Icon

    Das letzte Zitat finde ich aus­ge­spro­chen gut. Die Anonymität gibt allen Lesern auch etwas mehr Glaubwürdigkeit. Zu bewei­sen, man arbeite nicht für die eigene Person, fällt damit schon­mal weg.

    Alles in Allem, tol­ler Blog für Situationen mit reich­lich Zeit, für einen schnel­len Abstecher sind die Inhalte zu gut und anspruchsvoll.

    Grüße, Chris

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  • Thinkabout Identicon Icon

    Da freue ich mich aber und sage herz­lich Dankeschön! Auch der Kommentar von Chris freut mich sehr.
    Ein Blog die­ser Art hat natur­ge­mäss nicht soo viele täg­li­che Leser, aber dafür oft treue Begleiter, die immer mal wie­der her fin­den. Da hel­fen natür­lich Rezensionen wie diese hier zusätz­lich wei­ter. Und natür­lich lese ich auch mit gros­ser Neugier, wie andere, die neu auf mich stos­sen, dies beur­tei­len.
    An die­ser Stelle möchte ich noch etwas zur Anonymität aus­füh­ren:
    Es geht dabei nicht nur um die Authentizität mei­nem eige­nen Denken gegen­über (aber auch). Es geht darum, dass ich immer in ers­ter Linie im Real Life beste­hen will und muss — und die Menschen, die ich da begleite und denen ich begegne, stets davor bewah­ren will, dass sie im Web erschei­nen. Und das geht sehr viel bes­ser als anony­mer Blogger, als mit offen geleg­ten per­sön­li­chen Daten. Wer mit mir in Kontakt steht, soll stets sicher sein, dass seine Privatsphäre geschützt bleibt, und zwar über die Verschleierung der ent­spre­chen­den Erkennungsmerkmale hin­aus. Indem ich mich nicht zum Öffent­lich­keits­blog­ger mache, mache ich es jeder­mann leich­ter, mit mir in Kontakt zu blei­ben oder Kontakt aufzunehmen.

    Und ich kann zei­gen, dass es mir um die Inhalte geht, und nicht um Bekränzungen.
    Und ich tue gut daran… Denn ich sehe ja hier, wie mir das schon wie Öl run­ter­geht, wenn ich hier gut weg­komme.
    Nein, es hat schon alles seine Richtigkeit so.

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  • houserocker Identicon Icon
    houserocker sagte am 2. Februar 2008 um 16:53

    Sehr guter Blog, danke für den Tip!!

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  • Handy ray Identicon Icon

    Ich find alle Blogs super. Bei euch les ich am liebs­ten mit. :grin:

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  • Handy-Shop Identicon Icon

    Super Blog, macht wei­ter so. Bin ein Fan und lese regel­mä­ßig mit. Grüße aus der Schweiz SOPHIE :wink:

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  • Thinkabout Identicon Icon

    Ich bin im Rahmen eines Backups mei­nes Blogs wie­der auf die­sen Beitrag gestos­sen und möchte etwas zur Anonymität ergän­zen: Ein paar Monate nach die­ser Vorstellung kam es zu einer enga­gier­ten Debatte über ein Webportal mit Forums-Merkmalen, für das ich geschrie­ben habe. Da ich mich dabei öffent­lich zur Wehr set­zen musste, aber dies nicht anonym tun wollte (gleich lange Spiesse für alle), gab ich meine Anonymität auf und führte ein ein­deu­ti­ges Impressum in mein Blog ein.
    Dennoch gilt wei­ter­hin: All mein Schreiben im Blog soll so for­mu­liert und gestal­tet sein, dass ich für nie­mand anders ent­scheide, wie öffent­lich er wer­den soll — es sei denn, er bewegt sich selbst schon in die­ser (vir­tu­el­len) Öffent­lich­keit. Aber diese Sorgfalt gehört zur Freundschaft wie zum grund­sätz­li­chen Respekt für Menschen dazu.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 20. August 2009 um 0:24

    Das ist natür­lich ein guter Grund für ein Impressum — und dei­nem zwei­ten Absatz kann ich nur zustim­men. Das ist ein sehr guter und pra­xis­taug­li­cher Grundsatz für *alle* Web 2.0 Seiten, finde ich.

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  • Reifen Identicon Icon
    Reifen sagte am 11. August 2010 um 17:01

    Ich bin immer erstaunt, wenn Leute mit Wörtern und Grammatik-Regeln, schöne Setze zau­bern kön­nen und ein­fach dahin schrei­ben kön­nen und andere damit begeistern.

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