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Demoscene Meeting 0100: Standleitung in die Vergangenheit

demoscene4Weit in die graue Vorzeit der Digitalisierung reist am kommenden Freitag das 4. Demoscene-Meeting im Wiener WerkzeugH. BBS, also die legendären Bulletin Board Systeme, ihres Zeichens Vorläufer des „modernen“ Netzes, stehen im Fokus der Betrachtungen des deutschen Computerhistorikers dipswitch. BBS-Systeme (wie zum Beispiel die Wiener Blackbox, die der eine oder andere Modemsurfer noch kennen dürfte) boten lange vor dem WWW die Möglichkeit, Informationen auszutauschen, zu chatten und jede Menge sonstigen Fug und Unfug zu treiben:

Dipswitch stellt in seiner Präsentation beim Demoscene Meeting 0100 ein untergegangenes Kapitel kreativer digitaler Subkultur vor – die Welt der Bulletin Board Systems (BBS), und zeichnet ihre Bedeutung für die Demoszene der 1990er Jahre nach.

dipswitch, geboren in Moskau, wohnhaft in Köln und promovierter Historiker, war selbst jahrelang in der BBS-Szene äußerst aktiv. Er wird nicht nur der spannenden Frage nachgehen, wie die damaligen technologischen Mittel Strukturen und Umgangsformen der Szene beeinflussten, sondern auch Live-Schaltungen zu nach wie vor aktiven BBS-Mailboxen vorzeigen. Erreichbar waren die meist privat oder von Vereinen betriebenen Vorfahren der späteren Diskussionsforen über Telefon-Standleitung, seinerzeit sogar noch im Ortsnetz ein relativ kostspieliger Spaß – doch zugleich der erste Vorgeschmack auf die heraufdämmernde Ära der Echtzeit-Kommunikation. Hinkommen ist quasi Pflicht, denn wie die Hip Hopper so schön sagen: Gotta know your roots!

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