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Was konvergiert wie? Von Spielfilmen und Filmspielen.

13.02.2008, geschrieben von , 2 Kommentare

Gestern war ich in der Berliner Oranienburgerstraße zu Gast bei TrendONE: die deut­sche Agentur, die sich auf die Beforschung von Mikrotrends spe­zia­li­siert, ver­an­stal­tete einen Workshop, der sich der Verschmelzung zweier pop­kul­tu­rel­ler Genres wid­mete: Spiele — oder all­ge­mei­ner aus­ge­drückt “vir­tu­elle Welten” — und Filme rücken immer näher zusammen.

Martin und ich hat­ten Norbert, Analyst bei TrendONE, am Wiener Barcamp im Jänner ken­nen gelernt. Er lud uns zu besag­tem Workshop ein — denn bei fat­foo­goo haben wir natür­lich per­ma­nent mit dem Themen “ vir­tu­el­ler Environments” und “Trend im Multiplayer Gaming” zu tun. Dank Tragflächenvereisung in Schwechat und extral­an­ger Wartezeit aufs Gepäck hab ich die ers­ten Keynote Speech ver­säumt, der Rest des Vormittags gestal­tete sich dafür umso inten­si­ver. Mein per­sön­li­ches Highlight: André Sonders von IGA (Dynamic ingame Advertising) sprach über dyna­mi­sche, in Spiele-Environments ein­ge­blen­dete . Dass Geotargetting bis auf PLZ-Ebene auf­grund der IP-Adressen kein Problem dar­stellt, war mir bekannt — völ­lig neu aller­dings die Modalitäten des Abrechnungsmodells: bezahlt wird auf TKP-Basis mit­tels eines sehr ela­bo­rier­ten Measurement-Modells: die Werbefläche muss einen bestimm­ten Prozentsatz des Screens ein­neh­men, der Blickwinkel muss stim­men und die mini­male Betrachtungszeit ist eben­falls defi­niert. Erst wenn alle Parameter erfüllt sind, wird das Äqui­va­lent zum Pageview gene­riert, die Auslieferung erfolgt via Adserver — mit ande­ren Worten: das System erlaubt mehr Kontrolle tra­di­tio­nelle Systeme, die Grafik der jpegs wird dyna­misch ange­passt (wenn’s im Spiel reg­net, schaut auch die Plakatwand ent­spre­chend nass aus etc.) Molto impres­sivo! Wird höchste Zeit, dass ich anfange, in Unreal & Co. für ds zu schal­ten elk Was konvergiert wie? Von Spielfilmen und Filmspielen.

Außerdem gab’s lehr­rei­che Vorträge über gelun­ge­nes Virtual Marketing, Stichwort “aug­men­ted rea­lity”: ich würd auch mal gern unge­fragt eine Pizza samt USB-Stick gelie­fert bekom­men, die mich in ein span­nen­des Viral-Spiel rein­zieht. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Brainstormings: in zwei Kleingruppen ver­such­ten wir, auf einem “Zeittrichter” mög­li­che posi­tive und weni­ger wün­schens­werte Entwicklungen der kom­men­den 15 Jahre zu ver­or­ten — vom ers­ten durch aug­men­ted rea­lity ver­ur­sa­chen bis zu indi­vi­dua­li­sier­ten, inter­ak­ti­ven Filmen und –Kinos — Holodecks wer­den wohl lei­der noch ein Weilchen län­ger brau­chen. Andererseits benut­zen EiPod’ler ver­mut­lich in eini­gen Jährchen Geräte mit so leis­tungs­fä­hi­gen Festplatten, dass ein ein­zi­ges Leben nicht mal aus­reicht, um alle dar­auf gespei­cher­ten Filme anzu­gu­cken… Dieses Beispiel stammte übri­gens von Professor Clemens Cap, den ich auf einer in Wien vor eini­gen Monaten ken­nen gelernt habe und heute uner­war­tet wie­der traf: der von ihm initi­ierte Workshop Digitale Soziale Netze nimmt immer kon­kre­tere Formen ein, ich werd ein Paper zum Thema “Was ist neu an Social Networks?” ein­rei­chen, wird ein Pflichttermin für alle Web-Akademiker — mehr dazu in Kürze!

Die abschlie­ßende Gesamtdiskussion zeigte dann noch­mals sehr deut­lich, dass die von Games und Filmen keine Zukunftsmusik, son­dern die Entwicklung in vol­lem Gange ist. Die Technologie macht rasend schnelle Schritte, offen bleibt indes die Frage, ob nicht die eigent­li­che Leistungs des Mediums Film — quasi in Abgrenzung zu Spielen — gerade in der pas­si­ven Konsumation liegt. Generalaussagen sollte man hier tun­lichst ver­mei­den — wie sehr inter­ak­tive Elemente in Frage kom­men, hängt stark von Thematik und Zielgruppe ab. Doch bis zum nächs­ten Fußball-Großereignis wird sich’s mit den 3D Screens wohl nicht ganz aus­ge­hen — aber viel­leicht gibt’s dem­nächst schon die Uhr von Intels Roadmap, die ein Leben lang jedes ein­zelne Wort auf­zeich­net. Abgesehen von den weit­rei­chen­den recht­li­chen Folgen wären wir Männer dann end­lich in der Lage, uns auch dran zu erin­nern, was wir vor 10 Jahren — oder vor­ges­tern — eigent­lich wirk­lich gesagt haben.

Cooler Nebeneffekt des Workshops: ich krieg ein Beta-Login für Twinity, die gerade in Entstehung befind­li­che 3D Welt aus Deutschland. Im Gegensatz zum leicht abseh­ba­ren SL-Flop ste­cken in Twinity viele inno­va­tive Ansätze: ela­bo­rierte Gesichtsmodellierung, vir­tu­elle Wohnung und eine äußerst detail­rei­che Grafik war­ten auf die zukünf­ti­gen Bewohner der vir­tu­el­len Welt — mehr Info gibt’s zum Launch der Public Beta, die vor­aus­sicht­lich in Q2/2008 erfol­gen wird; der Client wird übri­gens gra­tis ver­füg­bar sein.

Fazit: danke für die Einladung — war für mich ein sehr lehr­rei­cher und span­nen­der Tag, jeder­zeit gerne wie­der. Aber jetzt ist (sozu­sa­gen als Ausgleich zum lecke­ren gesun­den Veggie Mittagessen) erst­mal eine Berliner Currywurst und dann ein Berlinale-Ausflug angesagt!

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3 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • film3.0 » Blog Archiv » Film 3.0 = Film/Gaming-Convergence (19. Februar 2008)
    [...] nicht alles zusammenfassen möchte, verweise ich gerne auf Ritchie von fatfoogoo, der auf seinem Datenschmutz-Blog einen Beitrag über den heutigen Think Tank im Hause TrendONE verfasst hat. Mehr zum Thema Film 3.0 [...]
  • datenschmutz.net (30. März 2008)
    Workshop Digitale Soziale Netze: Call for Papers... Vor wenigen Wochen habe ich Professor Clemens Cap beim Trend One Workshop in Berlin getroffen. Wie erwähnt organisiert er im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik einen breit angelegten Workshop zum Thema digitale soziale ...
  • datenschmutz.net (3. April 2008)
    Szenariotrichter zum Thema Future Entertainment... Der Szenariotrichter zum trendone Workshop Future Entertainment steht nun am wiki zum Download bereit. ......
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