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Blogvorstellung: Effilee bittet zu Tisch

effileeMmmmhhh… lecker! Effilee macht Appetit und gehört zu meinen absoluten Lieblings-Koch-Infoquellen. Es handelt sich keineswegs um ein Blog im herkömmlichen Sinn, vielmehr teilt sich die Seite in einen redaktionell gepflegten, blogartigen Teil und eine wiki-mäßig organisierte Tipp- und Wissensdatenbank, bei der jeder registrierte User mitschreiben kann.

thunfischGängigen Kategorisierungen entzieht sich die Seite auf den ersten und auch zweiten Blick – Biographien von Köchen, Restaurantadressen, Frage-und-Antwort Teile, Filme, Bilder und Rezepte bilden ein sympathisches Mini-Koch-Universum, das vor einzigartigen Infos nur so strotzt. Das ruhige, reduzierte Design lenkt den Blick auf die hochwertigen Fotos – hier steht nicht König Firlefanz, sondern Kaiserin Haute Cuisine im Fokus, wie die Betreiber auf der Titelseite so treffend schildern:

Vom Hummer bis zum gebackenen Wachtelei – so manches, was den Weg in die heimische Küche selten findet lohnt doch den Versuch. Denn seltene und vor allem gute Zutaten regen Koch- und Esslust an. Was Sie über Schnepfe und Foie Gras wissen müssen erfahren Sie bei uns. Oder lassen Sie sich von historischen Speisekarten inspirieren. Vieles mehr finden Sie auf unseren Seiten.

Vor gar nicht allzu langer Zeit ließ eine deutsche Rezeptseite eine ganze Menge Blogger abmahnen, die sich Rezept-Fotos geborgt hatten – wer dies mit Defilee-Inhalten macht, muss keine Angst haben, vor dem Kadi zu landen, denn alle Inhalte stehen geilerweise unter der Creative Commons Attribution License! Überhaupt sehen die Betreiber das Projekt recht locker:

Die Seite wird betrieben von der Effilee GmbH (ehemals Kochpiraten) mit Sitz in Hamburg. Ein netter Journalist hat uns mal als „Startup ohne Geschäftsmodell“ beschrieben. Das trifft es ganz gut: Momentan wissen wir noch nicht so genau, womit wir mal Geld verdienen sollen. Aber das findet sich.

zuppaIch bin über eine Google-Suche nach Clubsandwich auf Effilee gestoßen – und schon dieses eine Rezept zeigt die unglaubliche Liebe zum Detail – die das Ergebnis, ich hab’s natürlich ganz nach Anleitung inklusive home-made mayo ausprobiert, aber absolut rechtfertigt. Ab sofort besteht auch keinerlei Notwendigkeit mehr, zum Currywurstverzehr nach Berlin zu reisen… als Rohmaterial werden übrigens ob des hohen Kalbfleischanteils boarische Weisswiascht‘ empfoi’n.

Dazu findet sich massiv viel Hintergrundwissen über klassische Haute Cuisine Zutaten und Zubereitungsvarianten – so erfährt man im Eintrag zu Schnepfen etwa, dass deren Darm samt Originalfüllung besonders begehrt ist. (You think you’re a gourmet? Eat shit!)

Als besondere Delikatesse gilt der Schnepfendreck. Dabei handelt es sich um den Darm der Vögel samt Inhalt. Keine Sorge, Schnepfen sind, so sagt man, ausgesprochen wählerisch bei der Wahl ihrer Nahrung. Der Schnepfendreck kann mit etwas Gänseleber „verlängert“ werden und wird zusammen mit Speck und einigen Gewürzen (Thymian, Rosmarin) fein gehackt und mit Eigelb vermischt. Auf kleine goldgelb geröstete Scheiben Toast geben und im Ofen etwas gratinieren.

Kurz gesagt: eine Welt voll Kochwissen, ein riesiger digitaler Appetitanreger mit unglaublich nachkochenswerten Rezepten, fantastischen Fotos und erstklassigen Warenkunde-Infos.


Fotos: Zuppa Inglese (Lammsattel) von Räubertochter, Thunfischtatar von papadoc
2 comments
Dave
Dave

Sehr lecker muss ich sagen. Jetzt hab ich Hunger :cool:

Liliana
Liliana

Ich dachte, das wäre der ideale Beitrag für mein Mittagessen nebenher - bis ich zu den Schnepfen kam ... Naja, aber nach gewissen Salaterfahrungen haut mich das jetzt eigentlich auch nicht mehr wirklich um ;)