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Corporate Blogging Studie: die Ergebnisse

Dominik Schneider und Mathias Tanner haben mittlerweile Abschlussarbeit und Studium abgeschlossen, die Ergebnisse ihrer quantitativen Befragung stehen nach erfolgter Benotung ab sofort im Netz.

Zahlen und Thesen haben die beiden in einer Slideshare-Präsentation zusammengefasst, eine ausführliche Zusammenfassung gibt’s als pdf-Download, die komplette Arbeit kann auf Anfrage direkt über die Autoren bezogen werden. Für mich als Corporate Blogging Berater sind die Ergebnisse hochspannend – wie etwa die primären Einflussfaktoren für die Glaubwürdigkeit:

Guter Inhalt, Quellentransparenz und eine Kommentarfunktion sind primäre Einflussfaktoren für die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs. […] Zu den Nutzungsmotiven für das Lesen von Firmen-Weblogs gehören v.a. die allgemeine Informationssuche sowie die Beobachtung einer Branche. […] Solange die inhaltlichen und formalen Aspekte erfüllt sind, ist der Autor für die Glaubwürdigkeitszuschreibung aus Sicht der Rezipienten nur nebensächlich. Trotzdem machen mehrere Autoren einen Corporate Blog glaubwürdiger, weil durch mehre Autoren auch eine breitere Themenvielfalt erreicht wird.

Ebenfalls wenig verwunderlich: eine offene Kommentarfunktion wird vorausgesetzt, selbst wenn sie für viele „Lurker“, also Leser, die selbst bloß passiv rezipieren und nicht mitdiskutieren, rein symbolischen Charakter besitzt:

Für die Zuschreibung von Glaubwürdigkeit eines Corporate Blog sind in erster Linie der Inhalt sowie die Quellentransparenz ausschlaggebend. Abgesehen davon sind es vor allem die formalen Aspekte, die aus Sicht der Rezipienten für die Glaubwürdigkeit eines Corporate Blogs wichtig sind. Eine offene Kommentarfunktion ist unerlässlich für einen glaubwürdigen Corporate Blog, weil sogar jene Rezipienten, die diese nur selten benutzen, eine offene Kommentarfunktion erwarten.

Ebenfalls völlig im Einklang mit meiner qualitativ-teilnehmenden Feldforschung stehen die Beobachtungen zur Motivation für die Nutzung von (corporate) Weblogs:

Noch vor der Suche nach Informationen über ein Unternehmen steht die Unterhaltungs-Motivation. Am wenigsten sind die Rezipienten an einem sozialen Austausch interessiert.

Dass Corporate Blogs auch der „guten“ alten Opinion-Leader Theorie wieder Auftrieb geben (demokratisch ist das Web 2.0 eben doch nicht, wie unlängst völlig richtig in einem c’t Editorial nachzulesen war), zeigte die Studie ebenfalls. Dieser Faktor mag aber durchaus mit der relativen Neuheit des Phänomens Bloggen zu tun haben: im deutschsprachigen Internet sind die professionellen Online-Tagebücher jedenfalls erst am Weg in die schöne bunte Mainstream-Medienwelt, aber noch keinesfalls dort angekommen:

Der Grad an Meinungsführerschaft unter den Rezipienten von Corporate Blogs ist sehr hoch. Ein hoher Anteil an kommunikationswilligen Opinion Leaders unter den Rezipienten sorgt aus eigenem Antrieb für eine weitere Diffusion der Nutzung sowie den Inhalten von Corporate Blogs. Außerdem nutzen die Opinion Leaders das Informationsangebot und die Kommentarfunktion überdurchschnittlich häufig und gehören selbst zu einem großen Teil zu den Bloggern.

Das Fazit der Autoren zeigt, dass für Corporate Blogs grosso modo relativ ähnliche Regeln gelten wie für den Erfolg „herkömmlicher“ digitaler Logbücher:

Im Großen und Ganzen hat sich gezeigt, dass seitens der Rezipienten die Anforderungen an Corporate Blogs von denjenigen an herkömmliche Weblogs nur wenig abweichen. So bleibt ein Corporate Blog von der Charakteristik her ein Weblog. Ein glaubwürdiger Corporate Blog zeichnet sich vor allen durch die Beachtung der Regeln von herkömmlichem Weblogs aus. Dies bedeutet, dass die Regeln der Blogosphäre größtenteils auch in der Corporate Blogosphäre gelten.

Am erfreulichsten an der ganzen Sache ist allerdings, dass Dominik aufs Bloggen „reingekippt“ ist und sich entschlossen hat, das Sinnmacherblog, ursprünglich als Diplomarbeits-Begleitung vorgesehen, auch weiterhin fortzuführen – dort gibt’s immer wieder exzellente Tipps, den RSS-Feed hab ich längst abonniert.

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