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UProm.tv: bottom-up Fernsehen aus Deutschland

24.03.2008, geschrieben von , 6 Kommentare

upromlogo UProm.tv: bottom up Fernsehen aus DeutschlandUProm.tv beschränkt sich nicht auf das bloße Aggregieren von Uservideos, son­dern prä­sen­tiert sich als ers­ter deut­scher Online-Fernsehsender: ein fixes Sendeschema und täg­li­che Magazine auf Astra Digital und im Kabelnetz ergän­zen das Angebot. UProm.tv kon­zen­triert sich dabei ganz auf das Thema Unterhaltung und lässt die Besucher selbst ent­schei­den, wel­che Beiträge aus­ge­strahlt wer­den.

Den Versuch, ein hybri­des Medienformat im TV-Bereich zu ent­wi­ckeln, finde ich äußerst span­nend — Videoplattformen wie youtube und Co. wer­den kei­nes­falls das klas­si­sche TV “ablö­sen”: selbst­ver­ständ­lich gehen zuneh­mende Online-Zeitbudgets (auch) auf das Konto der Fernsehnutzung. Deswegen den Beginn des Endes der Fernseh-Ära anzu­kün­di­gen, wäre aller­dings mehr als ver­früht: wäh­rend das Netz die ver­gleichs­weise akti­vere Auseinandersetzung mit den Inhalten bie­tet, hat klas­si­sches TV den Vorteil der “Passivität”: die Aufgabe des Fernsehens wird sich in wei­ten Bereichen wan­deln hin zu einem Berieselungs-/Hintergrundmedium, denn inter­ak­tive Formate dage­gen sind im Web wesent­lich bes­ser auf­ge­ho­ben. Neue Medien füh­ren nie gänz­lich zum Aussterben alter Medien — Redefinitionen und Quotenverlust bis hin zur puren Nostalgie-Technologie lie­gen frei­lich im Bereich des Möglichen.

UProm.tv beschrei­tet in die­ser Umbruchssituation inno­va­tive Wege und ver­bin­det die klas­si­sche Bottom Up Produktion mit den Vorteilen der On-Air Distribution. Auf mit­tel­fris­tige Sicht soll nicht bloß die Freude am Mitmachen Produzenten moti­vie­ren, geplant ist die Beteiligung der Produzenten, soll­ten irgend­wann mal reich­lich Werbeeinahmen fließen:

UProm.TV ver­sucht Medienschaffenden die dem Web “ent­wach­sen” wol­len und sich sel­ber TV viel­leicht noch nicht zutrauen eine Plattform neben dem Verwertungskanal FS zu bie­ten. UProm.TV zahlt zwar im ers­ten Schritt nichts für eine Content Lizenz, beginnt jedoch aktu­ell mit der Vermarktung des Senders an der die Produzenten par­ti­zi­pie­ren sollen.

Sich unter­hal­ten fühlen

Das Sendeschema von UProm.tv lässt News– und Hardfacts weit­ge­hend außen vor, die ver­bin­dende inhalt­li­che Klammer heißt Entertainment: wer unter­halt­same Videos aus den Bereichen Fiction– und Non-Fiction anzu­bie­ten hat, kann sich jeder­zeit der uner­bitt­li­chen Wertung des Publikums stel­len: denn die­ses bestimmt, wel­che Clips von online nach on air wan­dern: abge­stimmt wird auf der Homepage, die belieb­tes­ten Beiträge sol­len den Produzenten in wei­te­rer Folge den stei­ni­gen Weg Richtung Starruhm ebnen. UProm.tv sen­det Montag bis Samstag von 20:00 bis 08:00 Uhr und am Sonntag ganz­tä­gig, zum emp­fan­gen ist der unver­schlüs­selte Satellitenstream via Asta digi­tal (Orbitalposition 19,2 Grad Ost, Downlinkfrequenz 12.460,50 MHz).

upromscreen UProm.tv: bottom up Fernsehen aus Deutschland

Der Sender rich­tet sich zwar auch an Hobbyfilmer, will in ers­ter Linie aller­dings Semi-Pros und Selbstvermarkter anspre­chen: junge Bands, frei­schaf­fende Comedians, Studenten der Filmwissenschaften und andere, klas­si­scher­weise unsicht­bare Kultur-Produzenten sol­len UProm.tv für sich als Publikationsplattform entdecken.

Eine Rundgang auf der Seite zeigt ein brei­tes Spektrum an Einsendung: von pro­fes­sio­nell pro­du­zier­ten Musikvideos bis hin zu semi-grottigen Sportdarbietungen fin­det eine Sammelsurium an — auf völ­lig unter­schied­li­che Art und Weise — mehr oder weni­ger frei­wil­lig unter­halt­sa­men Bewegtbildbeiträgen. Schnelle Über­sicht ver­schaf­fen die Charts und die ein­zel­nen Kategorieseiten. Die Bildqualität der ein­zel­nen Beiträge schwankt ebenso wie die inhalt­li­che Kompetenz — letzt­end­lich hat aber ohne­hin die Nutzer das letzte Wort dar­über, wer’s ins Satellitenfernsehen schafft.

Ob UProm.tv auf län­gere Sicht Erfolg beschie­den ist, bleibt ange­sichts der star­ken Konkurrenz sowohl im Netz als auch on air wohl unge­wiss. Wer jedoch sowieso flei­ßig am Videoproduzieren ist, wird über jeden zusätz­li­chen Point-of-Display recht glück­lich sein — nutzt’s nix, so schadt’s auch nix.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "UProm.tv: bottom-up Fernsehen aus Deutschland" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • MTauber Identicon Icon
    MTauber sagte am 25. März 2008 um 10:29

    Spannendes Konzept, aber macht’s wirk­lich so nen gro­ßen Unterschied, ob man sich nun die Filme auf myvi­deo anschaut oder ein­fach in Reihe / nach Sendeplan auf uprom? :mrgreen:

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  • winston Identicon Icon
    winston sagte am 26. März 2008 um 9:18

    Interessant, aber eigene Sendungen bie­tet uprom zunächst nicht oder habe ich da was über­le­sen? Es wer­den ver­schie­dene Filme und Filmchen von diver­sen Quellen zu bestimm­ter Zeit ausgestrahlt?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 26. März 2008 um 10:00

    Ja genau, pro­du­ziert wird von den Usern — auch die wie­der­ho­len­den Formate.

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  • Meilenstein Identicon Icon
    Meilenstein sagte am 27. März 2008 um 10:13

    Klingt für mich nach einem inter­es­san­ten Konzept, das man auf jeden Fall beob­ach­ten sollte. Ob sich so etwas durch­set­zen kann und ob auf Dauer genü­gend Leute zuku­cken, bleibt wohl abzuwarten.

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  • 12home Identicon Icon
    12home sagte am 29. Mai 2008 um 16:09

    ich finde, alles was dazu führt alter­na­ti­ven in der drö­gen tv land­schaft ent­ste­hen zu las­sen ist alle­mal zu respek­tie­ren. Talkshows, tel­ehop­ping, ero­tik­ka­näle, ich kotz ab. hier kann jeder mit­ma­chen der will, wer nicht will soll es ein­fach las­sen. Für men­schen die das medium TV inter­es­sant fin­den in jdem fall aber ein NEUER INNOVATIVER Weg mit­zu­ma­chen. von mir 12 Punkte für den respek­ta­blen Wurf.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 29. Mai 2008 um 21:28

    Ja das stimmt… ein paar Alternativen scha­den da defi­ni­tiv nicht. Sehr gelun­gen finde ich in die­sem Zusammenhang übri­gens auch mogulus.com.

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