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Die Causa Facebook-Adwords

24.04.2008, geschrieben von , 5 Kommentare

Vor eini­gen Tagen hat damit begon­nen, –Adwords mit den Namen der Mitglieder zu schal­ten. Wenn also jemand nach “” suche, dann bekam er einer­seits die orga­ni­schen SERP-Ergebnisse und ande­rer­seits ein SERP-Anzeige, die auf mein Facebook-Profil verweist.

Die meis­ten deutsch­spra­chi­gen User fin­den die­ses Feature “not amusing” — es handle sich um einen fahr­läs­sige und zu ver­ur­tei­len­den Umgang mit Privatsphäre, so der Grundtenor auch bei Ringfahndung:

Unsitte, ist das rich­tige Wort, wenn man Facebooks Umgang mit Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten beschrei­ben will.

Nach der Aufregung über Facebooks Beacon, einer Art Spähsoftware zum ziel­si­che­ren Ausliefern von , arbei­tet Facebook wei­ter an sei­nem Ruf gelinde gesagt unsen­si­bel und aggres­siv eigen­nüt­zig mit den Daten sei­ner Nutzer umzu­ge­hen: de.facebook.com schal­tete bei Google.de Adsense mit Klarnamen der Nutzer, auch mit meinem.

Auf Facebook grün­dete Erik Hauth die Gruppe
NO FACEBOOK ADS using MY NAME!
, die bis dato über 150 Mitglieder zählt. Ich ver­stehe ehr­lich gesagt die ganze Aufregung nur sehr begrenzt. Die Google Adwords finde ich eines der geils­ten Features über­haupt von  — ein­zi­ger Unterschied zu Facebook ist, dass man dort die Funktion expli­zit akti­viert, wäh­rend Facebook ganz unge­fragt die Werbung geschal­ten hat:

naymz Die Causa Facebook Adwords

Schlauer wäre es, in den Privacy Optionen eine Ja/Nein Einstellung vor­zu­se­hen — ich würd die sicher­lich nicht abdre­hen, Facebook hat sich mitt­ler­weile zu einer mei­ner wich­tigs­ten Referrer-Sites für Blogbesucher ent­wi­ckelt. Dass ohne expli­zite Zustimmung gewor­ben wird, sorgt zwar für ver­ständ­li­chen Ärger, ande­rer­seits kann ich dem offi­zi­el­len Statement der Facebook-Betreiber durch­aus eini­ges abgewinnen:

Die Anzeigen wur­den nur aus­ge­lie­fert, wenn a) ein Facebook Nutzer eine öffent­li­che Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen hat und b) wenn nach spe­zi­ell ihrem Namen auf einer Suchmaschine gesucht wurde. Der Klick auf diese Anzeige führte auf die Hauptseite von Facebook, wo man sich wie immer regis­trie­ren muss bevor man ein Freund der gesuch­ten Person wer­den kann und bevor irgend­wel­che Informationen zu sehen sind. […] Öffent­li­che Suchanzeigen zei­gen allen­falls die Informationen Name und Foto des Nutzers, und auch nur dann, wenn der Nutzer in sei­nen Einstellungen der Privatsphäre die Such-Sichtbarkeit auf “Alle” gesetzt hat. Öffent­lich Suchanzeigen gibt es, um unsere Nutzer noch ein­fa­cher auf­find­bar für ihre Freunde auf Suchmaschinen zu machen und kön­nen jeder­zeit von den Nutzern aus­ge­stellt wer­den. Nur Nutzer die über 18 sind und die die Einstellung “Eine öffent­li­che Suchanzeige für mich erstel­len und diese für die Indexierung von Suchmaschinen ver­wen­den” ange­kreuzt haben, tau­chen in exter­nen Suchen auf.

Dass Facebook eben ganz gezielt nicht zwi­schen orga­ni­schen und bezahl­ten Ergebnissen unter­schei­det, mag durch­aus ein vali­der Stein des Anstoßes sein — im Ergebnis aller­dings läuft’s auf glei­che raus: man wird bes­ser gefun­den. Speziell neue Profile, die noch kein orga­ni­sches Ranking besit­zen, wer­den hier­mit sofort visi­ble. Die Grundsatzentscheidung, ob er in SMs gefun­den wer­den will oder nicht, trifft ja tat­säch­lich der User. Die Kritik zeigt für mich aller­dings sehr deut­lich, dass die meis­ten UserInnen von Social Networks diese Seiten als ihren Privatbesitz anse­hen… warum wird FB wohl so hoch bewer­tet? Weil Analysten davon aus­ge­hen, dass man mit den vie­len vie­len Userdaten viele lus­tige Income-Modelle bas­teln kann. Wer das nicht möchte, sollte sich dort nicht regis­trie­ren — basta. Wer Facebook in punkto Privacy ver­traut, den halte ich für schlicht­weg naiv — so groß kann die nach­träg­li­che Empörung dann aber doch nicht sein, immer­hin macht ja bis­lang nie­mand vom Button “Profil löschen” kaum jemand Gebrauch.

f8club.de schreibt dazu:

Ich finde es ein durch­aus befremd­li­ches Vorgehen, ein­fach mit den Namen der User Werbung zu schal­ten. Wie die recht­li­che Lage aus­sieht, kann ich nicht beur­tei­len, aber ich denke, dass auch bei die­sem Facebook-Stunt zügig ein “oops, das haben wir nun echt nicht bedacht und erst recht nicht gewollt” kommt, so wie bei Beacon und gefühl­ten 20 ande­ren Anlässen auch schon.

Über Johnny Häuslers und Eric Hauths Entsetzen hat Thomas Knüwer eine News für das Handelsblatt geschrie­ben, in dem er Johnny Häusler zitiert:

Diesen Weg geht jetzt Haeusler: Er for­dert über sei­nen Anwalt Vetter 2 000 Euro. Seinen Austritt aus Facebook hat er ohne­hin schon ver­kün­det und dabei fest­ge­stellt, dass es nicht reicht, sein Profil zu deak­ti­vie­ren — zur voll­stän­di­gen Löschung ist auch noch eine E-Mail an das Netzwerk nötig. Auch dazu hat Haeusler eine klare Meinung: “Ich finde das lächerlich.”

Warum ist das lächer­lich? Könnte ja durch­aus mal vor­kom­men, dass jemand ver­gisst, sich an einem öffent­li­chen Rechner aus­zu­log­gen — da finde ich’s sehr begrü­ßens­wert, dass man ein beste­hen­des Profil nicht mit einem ein­zi­gen Click ins beför­dern kann, solange die Löschung grund­sätz­lich zuver­läs­sig funk­tio­niert. Eine ganze Reihe von erstaun­lich ein­hel­li­gen Meinungen zum Thema fin­det man auf Rivva.

Um nicht falsch ver­stan­den zu wer­den: es gibt ein Namens– und Persönlichkeitsrecht, und bevor man der­ar­tige Werbeprogramme star­tet, sollte man die User um Zustimmung fra­gen. Grosso modo bleib ich aber bei mei­ner Meinung: Gratis Google Adwords finde ich nett, sonst hätt ich das Feature bei Naymz schon längst abge­stellt. In mei­nem Fall könnte also FB durch­aus sagen: die­ser komi­sche Wiener hat mit sei­nen Naymz-Werbung schon längst sein impli­zi­tes Einverständnis gege­ben. Ich werde also weder Google noch Facebook ver­kla­gen, son­dern abwar­ten und Chai trin­ken. Geschädigt komm ich mir nun wirk­lich beim bes­ten Wille nicht vor frog6 Die Causa Facebook Adwords

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Bisher haben meine Lieblingsleser 5 Kommentare zu "Die Causa Facebook-Adwords" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • rip Identicon Icon

    jo mei.. bei mei­nem namen steht seit jah­ren “Angebote zum Thema Pyrker — Alles kau­fen und ver­kau­fen — www.ebay.at

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  • lukas Identicon Icon

    mit www.123people.com haben wir jetzt auch google adwords geschal­ten — mit teil­weise nega­ti­ver ressonanz…ist halt lei­der noch immer ein zwispäl­ti­ges thema…sollte es aber eigent­lich gar nicht sein…die dis­kus­sion dar­über sprengt jetzt lei­der den rah­men die­ses kommentarfelds ;)

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  • Micha Identicon Icon

    Wenn Facebook für jeden Namen Adwords schal­tet, dann möchte ich nicht die Adwords-Rechnung von denen sehen. Da müs­sen ja bestimmt pro Monat so einige Millionen zusam­men­kom­men. Ob sich das wirk­lich lohnt, wage ich dann doch zu bezweifeln.

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  • David Identicon Icon

    Hat es irgend­ei­nen Einfluss, ob man sein FB-Profil nur für Mitglieder frei­ge­ge­ben hat?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 28. April 2008 um 20:26

    Ja, klar. Wenn du’s nur für Mitglieder frei­ge­ge­ben hast, tauchst du in kei­ner­lei Suchanfragen auf und es wird auch keine Werbung in dei­nem Namen geschal­ten. (Zumindest bis­her. Könnte ja sein, dass fb irgend­wann auf die Idee kommt, trotz­dem Werbung zu schal­ten, halt nicht zum Profil, son­dern zu einer Kontaktanfrage-Page oder so.)

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2 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

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