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Was tut eigentlich ein SEO-Berater?

Gestern musste ich über sehr unterhaltsames Interview schmunzeln, in dem Christoph Lüscher, einer der Gründer von facts.ch im Interview erklärt, dass er von seinen Bekannten ob des Internet-Jobs immer noch ab und an gefragt werde, ob er denn mal was „Richtiges“ arbeiten wird:

Wenn mir allerdings jemand sagt, das Internet sei nicht real, dann lächle ich und gehe meines Weges. Den Hang zum missionieren habe ich längst abgelegt.

Full akk, wann ich da nur sagen… aber wenn man den Fragenden mit „WAYNE?“ antwortet, dann verstehen sie’s aber vermutlich auch nicht. Andererseits kann ein beträchtlicher Teil meines BekanntInnenKreises mittlerweile einiges mit dem Begriff „Bloggen“ anfangen; häufig werde ich allerdings gefragt, was denn ein SEO-Berater so tut. Und ich kann dazu nur sagen: ich hab keine Ahnung, so generell. Bzw. weiß ich eigentlich nur, dass das Berufsbild ein weites ist, nicht umsonst wird von Black- und Whitehat Suchmaschinenoptimierung gesprochen. (Und raten Sie mal, welche Hutfarbe die „Bösen“ bevorzugen.) Also muss ich die Frage erstmal umformulieren, um sie beantworten zu können: Was tue ich so als SEO-Berater? Die Kurzfassung lautet: meinen Kunden bessere Suchmaschinen Google-Rankings verschaffen. Aber wenn’s jemand genauer wissen will, dann wird’s nämlich ziemlich kompliziert.

Denn die Zeiten, in denen simple Quellcode-Säuberung, anständige Metatags und ein paar Backlinks noch Wunder wirkten, die sind mit Ausnahme von Nischenthemen schon längst Vergangenheit. Aus gute Grund werden inzwischen immer häufiger SEO und SEM (Search Engine Marketing) in einem Atemzug genannten: denn nur eine optimal abgestimmte Gesamtstrategie aus On-Site Maßnahmen, Social Media Marketing und bezahlten Anzeigen bringt den stets gewünschten Erfolg – und der trägt den immer gleichen Namen: Effizienz. Also maximaler Effekt bei gegebenem Mitteleinsatz. Ich habe noch nie eine Wirtschaftsuniversität von innen gesehen (nein, stimmt gar nicht. Genau genommen halte ich sogar in diesem Semester meine Publizistik-LV in der WU. Aber klingt so schön pathetisch.), aber trotzdem behaupte ich mal frech, dass man die SEO/SEM Jobs am besten mit Wirtschaftsberatern bzw. Prozessoptimierern vergleichen kann. Der Online-Marketing Markt ist so neu und so hochgradig dynamisch und schwer durchblickbar, dass Marketing-Abteilungen für Wissensvorsprung bezahlen, der in kaum einem anderen Sektor so derartig echtzeitlich in harte Währung umrechenbar ist. Ein guter SEO-Berater kostet eine Firma in der Regel gar nix, weil die zusätzlichen Kunden oder das ersparte Werbebudget allemal locker sein Honorar finanzieren. Just my five cents – oder wie Jack in 30 Rock so schön sagt: „We gotta synergize backwards overflow“ 

2 comments
ritchie
ritchie

Yup, das trifft wirklich den Nagel auf den Kopf!

Online Marketing Evangelist
Online Marketing Evangelist

Lustig sind auch die Leute die immer noch vorwurfsvoll fragen:"gibt es denn jetzt ein funktionierendes Geschäftsmodell im Internet?" Aber ich denke dein "Den Hang zum missionieren habe ich längst abgelegt." trifft es wahnsinnig gut! Danke dafür!