Wenn Physiker Systeme integrieren

Die größte Maschine der Welt hat keine zwei Räder, sondern beschleunigt winzige Teilchen. In Kürze erhält CERN ein gewaltiges Hardware Updgrade; im Metalab spricht Tobias Nöbauer morgen im Metalab über den Large Hadron Collider.

Der Ankündigungstext lässt ebenso wie die Berufs-Kombi des Vortragenden – er ist Physiker und Soziologe – einen ausgesprochen spannenden und originellen Vortrag erwarten. Und die Frage, ob neoneueste Erkenntnisse der Quantenfeldtheorie erneut unser ohnehin bereits hochgradig Einstein’sch-relativistisches Weltbild auf den Kopf stellt, darf natürlich keinen Hobby-Existenzialisten kalt lassen!

Im Juli 2008 soll nun endlich die wahrscheinlich größte Maschine der Welt, der Large Hadron Collider (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf in Betrieb gehen. Ohne mit der Wimper zu zucken tauschen die Hochenergiephysiker dabei in einer globalen, wahnwitzig komplizierten Kollaboration etwa 4 Gigaeuro Geld und 200 Megawatt Strom gegen 14 Teraelektronvolt Kollisionsenergie von Protonen, was etwa der Energie einer Handvoll motiviert fliegender Mücken entspricht.

Wer immer schon mal wissen wollte, warum Blasenkammerfotos nicht in Kunstbänden zu finden sind und welche grandiosen Überlegungen hinter Feynman-Diagramme stecken, sollte dem Metalab auf jeden Fall einen Besuch abstatten:

An der Übersichtlichkeit und Bescheidenheit des LHC-Projekts will sich der Vortrag orientieren: physikalische Hintergründe und Designüberlegungen zum LHC und den Detektoren sollen ebenso zu Sprache und Bildern kommen wie einige Grundkonzepte der Quantenfeldtheorie, die Funktionsweise von Teilchendetektoren, FPGA-Firmware-Programmierung, verteilte Steuersysteme aus Web-Services und Zukunftsperspektiven der Hochenergiephysik. Wir besprechen Blasenkammerfotos und Feynman-Diagramme, Supraleiter und Halbleiter, die Erfindung des WWW und die Entdeckung der neutralen Ströme, Quarks, Gruppendynamik, Berufsaussichten und den Weltuntergang. Kurz: Die Systemintegration des Globalen Müonentriggers für das CMS Experiment am CERN.

Ort: Metalab, 1010 Wien, Rathausstr. 6

2 comments
metalab
metalab

und nach dem vortrag feiern wir "2 jahre metalab - bring back 80's speed metal"

ritchie
ritchie

wow, das nenn ich mal ein anständiges party-motto! :mrgreen: