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Der dritte Springeight Tag

24.05.2008, geschrieben von , Keine Kommentare

fr owens 300x244 Der dritte Springeight TagEines haben Elektronik– mit Skikursen auf jeden Fall gemein­sam: am drit­ten Tag folgt unaus­weich­lich ein leich­ter kon­di­tio­nel­ler Einbruch. Da kam’s ganz gele­gen, dass ges­tern im Dom relax­ter und deeper klas­si­scher Chicago-House am Programm stand. Die Über­ra­schung des Abends lie­ferte dabei Robert “The House of Voice” Owens, der nach sei­nem Live-Auftritt die Crowd mit einem groß­ar­ti­gen, ener­ge­ti­schen Set in ver­leichs­weise eksta­ti­sche ver­setzte. Aus essens– und chill­tech­ni­schen Gründen muss­ten wir Senor Coconut, der das Orpheum bereits um 21 Uhr beehrte, aller­dings lei­der auslassen.

Clemens Neufeld begann mit einem recht net­ten Warm-Up Set, in des­sen letz­tem Drittel dann auch einige Floorsmasher folg­ten. Danach war aller­dings eine Stunde Tanzextase-Pause ange­sagt, denn bei Robert Owen’s Live-Auftritt ging’s ein paar Ecken ruhi­ger zu. Das Live-Konzert selbst fand ich ganz groß­ar­tig — man muss Owens ja fast mal live sin­gen hören, um sich vor­stel­len zu kön­nen, wie wenig Studio-Wizardry bei sei­nen Stimm-Parts erfor­der­lich ist. Top war auch der Perkussionist, der spä­ter noch das fol­gende Set mit ele­gan­ten Trommelwirbeln auf­peppte. Als vor­letzte Nummer folgte dann noch “I don’t make you happy” und ich war mit der Housewelt rest­los versöhnt.

fr larry hoch 225x300 Der dritte Springeight TagEigentlich hatte ich ja ver­mu­tet, dass Owens beim Plattendrehen auch eher der sof­ten Spielart frö­nen würde, but no: die stimm­ge­wal­tige Ikone kann mit genauso gut umge­hen wie mit Stimme: ein Chikago-Klassiker () folgte auf den nächs­ten, Miami-Bass Einlagen und uralt-Parts (“Today we gonna take you back to 1985 — just as if house music was stille alive.”) wur­den gekonnt mit ruhi­ge­ren Synthie-Flächen gewech­selt: jeder Drop ein Volltreffer, sozu­sa­gen. Also mehr als ein wür­di­ger Opener für Grandmaster Larry Heard, der dann gegen halb drei die Kontrolle über die 1210er über­nahm. Mr. Fingers gilt ja nicht grund­los als einer der Housemusik Grand-Seigneurs — und seit Set fand ich erwar­tungs­ge­mäß ganz her­vor­ra­gend: wenig bis gar keine Effekthascherei, statt­des­sen per­fek­tio­nis­tisch gemixte, deepe Housetracks — rol­ling Sound, der aller­dings beim Publikum nicht so recht anzu­kom­men schien: ent­we­der lag’s am besag­ten Konditionstief oder daran, dass alle unbe­dingt die Whignomy Bros und Josh Wink in der Postgarage hören woll­ten: jeden­falls war der Dom um halb vier höchs­tens noch zu einem Drittel gefüllt; ich hab die Postgarage ges­tern aus­ge­las­sen und mich nach Larry auf den Nachhauseweg gemacht. Einzig die Visuals hink­ten ges­tern im Dom ein wenig… die sim­plen, Winamp-Visual ähnli­chen geo­gra­phi­schen Konstrukte von Lichtarbeit ohne jeg­li­che ori­gi­nelle fie­len wei­ter hin­ter die Qualität der Musik zurück — aber ich war ja nicht zum Gucken, son­dern zum Hören im Dom, und in die­ser Hinsicht war’s für mich ein sehr gelun­ge­ner Festivaltag.

fr3 300x276 Der dritte Springeight TagWar jemand aus der ver­ehrt­nen LeserInnenschaft ges­tern in der Postgarage bzw. vor­her im Orpheum? Würd mich inter­es­sie­ren, was Josh Wink so getrie­ben hat. Und heute? Egal ob’s reg­net oder nicht, am spä­te­ren Nachmittag wer­den erst­mal ein paar mons­tröse stei­ri­sche T-Bone Steaks über glü­hende Kohlen gejagt, und anschlie­ßend geht’s erst­mals ins PPC zu Kid Blue, Hannah Holland und MC Chickaboo, danach dann wei­ter in den Dom zu Marky + Stamina. (Aber bloß nicht zu früh. Ein vol­ler Bauch stu­diert nicht nur nicht gern, er bleibt auch ungern wach, wenn Gilles Peterson auf­legt.) Je nach Quecksilberstand des Partythermometers wer­den wir das Springeight dann ent­we­der mit Mr. C im Dom oder mit Herrn Luke Vibert in der Postgarage aus­klin­gen lassen.

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