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Gerald Reischl diskutiert über die Google-Falle

05.05.2008, geschrieben von , 1 Kommentar
6. Mai 2008
19:00bis21:00

Vor kur­zem war Kurier IT-Ressortleiter Gerald Reischl bei der quint­es­senz zu Gast, anläss­lich der vier­ten, aktua­li­sier­ten Auflage sei­nes Klassikers “Die Falle” dis­ku­tiert der Autor am kom­men­den Dienstag mit Thomas Schwabel (marketagent.com), Herwig Seitz (CPC-Consulting) und Andreas Kreutzer (KF Consulting) über die dunkle Seite der Datenmacht.

Moderiert wird die Runde von ORF-Futurezone Mastermind Erich Möchel, Ort des Geschehens ist die Thalia-Buchhandlung in der Landstraße 2a (direkt gegen­über vom Bahnhof Wien Mitte), der Eintritt ist gra­tis. Die Diskussion dreht sich um die tat­säch­li­che Gefährlichkeit der Suchmaschine und ihr Potential zur nach­hal­ti­gen Untergrabung jenes poli­ti­schen Systems, das wir als Demokratie kennen:

Wir alle mögen die “Suchmaschine” Google, weil es ein ver­läss­li­ches, total prak­ti­sches Webservice ist. Ein Suchschlitz, in den man einen oder meh­rere Begriffe ein­tippt und inner­halb von Sekundenbruchteilen eine Trefferliste erhält. “Doch Google ist längst keine Suchmaschine mehr, es ist ein Weltkonzern, der die totale Kontrolle der Internet-Gemeinde anstrebt und zum größ­ten Händler und Archivar von Information wer­den will”, sagt der öster­rei­chi­sche Journalist und Hightech-Experte Gerald Reischl in sei­nem neuen Enthüllungsbuch “Die Google-Falle”. Mit den vie­len Services, ob Google Earth, Google Docs oder Google Mail, hat sich die Firma von Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt zur unkon­trol­lier­ten Weltmacht im Internet ent­wi­ckelt. Google ist ein “Wolf im Schafspelz”, ein Monopolist, der eif­rigste Datensammler der Welt, der dut­zende Patente auf Methoden hat, die aus der Über­wa­chungs­in­dus­trie stam­men könn­ten. Seit Jahren schon wird jeder Google-Nutzer ana­ly­siert und kate­go­ri­siert. Die Marktdominanz Googles ist für eine Wissensgesellschaft gefähr­lich. Sie ermög­licht poli­ti­sche , wie sie in China prak­ti­ziert wird, erleich­tert das Ausspionieren der und dul­det weder Kritik noch Konkurrenten.

Vor weni­gen Tagen erhielt Reischl übri­gens den New Media Journalism Award 2008; ich hätte mir die Diskussion sehr gern ange­hört, aller­dings über­schnei­det sich die Veranstaltung mit dem letz­ten digi­talks Event vor der Sommerpause samt anschlie­ßen­dem Referenten-Abhängen, also werd ich’s lei­der nicht hin­schaf­fen. Frageee in die Runde: wird’s irgendwo ein Video bzw. einen Podcast geben?

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Bisher haben meine Lieblingsleser 1 Kommentar zu "Gerald Reischl diskutiert über die Google-Falle" geschrieben.

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  • Alexander Greiner Identicon Icon

    Ich war bei der Veranstaltung und muss gleich vor­weg schi­cken, dass ich das Buch nicht gele­sen habe.

    Es scheint, als würde Reischl ein Bedrohungsszenario an die Wand malen, das er selbst nicht ver­steht. Schließlich sagt er von sich selbst, kein Informatiker zu sein. Genau das ist aber das Problem: Mit Halbwissen jene “90% der Öster­rei­chi­schen Internetuser” (O-Ton) infor­mie­ren zu wol­len, die sich “nicht genug mit der IT aus­ken­nen” ist mei­ner Meinung nach nicht der rich­tige Weg.

    Darüber hin­aus ver­sucht Reischl sich als objek­ti­ver Datenschützer zu ver­kau­fen — ich will das nicht schlecht machen, wir brau­chen einen guten Datenschutz in Öster­reich und auf der übri­gen Welt — ist aber mit einer der­ar­tig hohen Emotionalität beim Thema, dass er selbst vor Polarisierung nicht zurück schreckt: Eine Kritik aus dem Publikum, dass IP-Adressen nicht per­so­nen­be­zo­gen seien schmet­terte er unan­ge­bracht ener­gisch zurück und wirkte für mich dadurch sehr unprofessionell.

    In Reischls Schlusswort hat er ver­mut­lich das Buch auf den Punkt gebracht: er möchte die Internetuser für einen sorg­sa­men Umgang mit ihren Daten sen­si­bi­li­sie­ren. Meines Erachtens nach so, wie er das bereits in sei­nem Buch “Im Visier der Datenjäger” vor eini­gen Jahren getan hat, nur die­ses­mal halt viel spe­zi­el­ler am Beispiel Google.

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