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Myspace folgt dem Trend zur Feed-isierung

13.05.2008, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 3 Kommentare

datenschnittstelle Myspace folgt dem Trend zur Feed isierungNein, ist kei­nes­wegs ein Schreibfehler und soll auch nicht Fadisierung hei­ßen, obwohl man im Falle der nix-wissenden Müllhalde durch­wegs auf diese Idee kom­men könnte. Vielleicht ist Feedisierung auch nicht ganz der tref­fende Begriff, Rupert Murdochs Musikantenspielplatz, trotz all sei­ner Schwächen nach wie vor quan­ti­ta­tiv Social Network #1*, spricht von Data . Dabei geht’s kei­nes­wegs um eine neue Homeland-Security Abteilung, son­dern um die Möglichkeiten, die eige­nen –Profildaten hin­künf­tig mit ande­ren Social Services wie , Photobucket etc. zu synchronisieren.

Facebook war mit sei­ner teil-offenen API bis­lang bekannt­lich äußerst erfolg­reich — in Zukunft soll auch –Usern die Mehrfach-Eingabe von Daten bzw. der dop­pelt gemop­pelte Upload von Fotos, Videos erspart blei­ben. Auch die Freundeslisten las­sen sich sha­ren — und zwar nicht bloß ein­ma­lig, son­dern in Realtime: Ände­run­gen am einen soll­ten auch beim jewei­li­gen Partner durch­ge­führt wer­den. Mit an Bord sind vor­erst , eBay, Photobucket und , zukünf­tig soll die allen inter­es­sier­ten Partnern zur Verfügung stehen.

Martin Weigert hat einen sehr gelun­ge­nen Kommentar ver­fasst, sei­nem Fazit kann ich mich nur anschließen:

Die Idee der Portabilität sei­ner Profildaten von einem “” aus ist trotz der dadurch ent­ste­hen­den Kontrolle eines ein­zi­gen Anbieters über die Informationen ein will­kom­me­ner Schritt. Ich kann aber nicht leug­nen, dass ich die­sen lie­ber von Facebook als von gese­hen hätte. Während Facebook-Anwender in der Regel exakte Personendaten ange­ben und sich von ihrer “ech­ten” Seite zei­gen, nut­zen die meis­ten –Mitglieder Spitznamen und stel­len sich häu­fig in sub­kul­tu­rell gepräg­ten (Wunsch-)Kontexten dar. Welchen Mehrwert eine die­ser Informationen mit einem eBay– oder –Account haben soll, ist mir zum aktu­el­len Zeitpunkt nicht klar.

Wird auch Konkurrent Facebook DA nut­zen? Most unli­kely. Bloß zwei Tage, nach­dem die Welt von ’ns Vorpreschen erfuhr, kün­digte der Konkurrent eine neue namens Facebook Connect an, die genau das glei­che tun wird — als ers­ter Partner ist, wie Techcrunch zuerst und dann das Facebook Developper Blog heute berich­te­ten, Digg mit an Bord. Wird also wohl nix mit auf brei­ter Basis, und auch Google scheint lang­sam aber sicher zu unfle­xi­bel und behä­big zu wer­den, um OpenSocial anstän­dig in die Gänge zu brin­gen. Facebook hat den rie­si­gen Vorteil, dass sich dort zur­zeit in ers­ter Linie echte Personen rum­trei­ben — was auf mit­tel­fris­tige Sicht die Chance, zur pri­mä­ren Identitäts-Verwaltungs-Infrastruktur zu wer­den, gra­vie­rend erhöht. Ich seh das genauso wie Martin:

Ging es bis­her haupt­säch­lich darum, inner­halb eines mehr oder weni­ger abge­schlos­se­nen Raumes mit ande­ren Menschen zu kom­mu­ni­zie­ren, so sind , Facebook und Google (bzw. OpenSocial-Partner) dabei, diese Räume zu öffnen, so dass Personen ihre Kommunikation auch andern­orts fort­füh­ren kön­nen. Das Motiv dabei ist klar: Wer jetzt nicht mit­zieht, hat spä­ter keine Chance mehr, selbst zum “” zu wer­den. Dieser Status ist aber (für die gro­ßen Player) not­wen­dig, um Mitglieder lang­fris­tig an sich zu bin­den und eine best­mög­li­che Ausgangsposition für die Monetarisierung des Social Webs zu haben.

Weitere span­nen­den Über­le­gun­gen zum Thema von Identitäten und Kampf um die Vorherrschaft als Netz-Meldeamt hat Marcel Weiss zusammengefasst:

Wie auch immer Facebook oder jedes andere Social Network die Informationen über die Identität der Nutzer ein­setzt, das soziale Layer, das Social Networks über das Netz, bzw. ihren Teil des Netzes legen, liegt nach wie vor brach. Diese Informationen war­ten dar­auf, im gesam­ten Netz zum Einsatz zu kommen.

Ein genauer Startzeitpunkt ist weder für Data noch für Facebook Connect bekannt. Allerdings kann man Gift drauf neh­men, dass beide Entwicklerteams auf höchs­ten Koffeinlevel ein­ge­stellt sind im Rat Race um den vir­tu­el­len Besitz unse­rer Identitäten. Ach ja: daten­schmutz nimmt keine Wetten an. Ich geh davon aus, dass Facebook gewinnt.



*) Der Frage, wie viele Profile echt, wie viele Fake und wie viele der Zweiteren von Menschen bzw. Skripten ange­legt wur­den, sollte man im Rahmen die­ser Statistik frei­lich nicht nach­ge­hen.

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