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Rezept: Orchiette mit gebratenen weißen Spargelspitzen

SpargelspitzenDie hat nicht bloß begonnen, sie ist in vollem Gange. Das bedeutet für mich persönlich: noch mehr Zweiradausflüge nach Niederösterreich als sonst… bis die wieder zu Ende ist, stehen die genialen Stangen bei mir jedenfalls ganz oben am Speiseplan. Und wer bislang bloß gekochten mit Sauce Hollandaise kennt, der sollte seinen geschmacklichen Horizont dringend erweitern – zum Beispiel mit diesem für ein ausgesprochen knackiges -Nudelgericht, und dazu noch recht simpel: also für kochwillige Söhne durchwegs Muttertags-geeignet.

Vorige Woche war ich zum ersten Mal in diesem Jahr bei meinem Lieblings-Spargelbauern: bei der Familie Unger bekommt man nicht nur erstklassigen weißen, grünen und Purpur-, sondern auch hervorragende österreichische Weine. Passend zur erschien in diesem Jahr die “limited edition Aspargus” – alle Sorten hab ich noch nicht durch, so far ist der Riesling mein Favorit: dank seines unglaublich gut strukturierten Bouquets und der perfekt eingebundenen Säure eignet er sich nicht nur hervorragend zum Anstoßen, sondern auch als -Kochwein zum Verfeinern aller möglichen hellen Saucen, wie auch in diesem .

weisser SpargelNoch vor drei Jahren habe ich übrigens ausschließlich gekocht, bis mir Frau Unger erklärt hat, dass die adäquate Zubereitung vor allem für grünen im sanften Anbraten in etwas Olivenöl und/oder Butter liegt – dann ein Hauch Meersalz und ein paar Töpfchen Himbeer-Balsamico drüber, und fertig ist die perfekte Vorspeise. Auch für das folgende kommt bleibt der Kochtopf im Schrank: denn auch weißer kommt gebraten ganz hervorragend zur Geltung. Die können natürlich durch andere Nudelsorten ersetzt werden, allerdings eignen sich die muschelförmigen italienischen Teigwaren ganz besonders gut zur Aufnahme der cremigen Sauce. Nuff said, let’s get right to the Herd:

Zutaten

(für 4 Personen)

  • 500g weiße (mittlere oder dicke Spitzen)
  • 250g
  • 1 rote Paprika
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 kleine od. 1 große weiße Zwiebel
  • 1 kleines Stück (ca. 1cm) frischer Ingwer
  • optional: 160g magerer Schinken
  • 2 Teelöffel Butter
  • etwas Olivenöl
  • 200ml Weißwein (Riesling od. ähnliches, siehe oben)
  • 100ml Hühnersuppe od. wahlweise klare Gemüsebrühe
  • optional: Saft 1/2 Zitrone
  • 150g Creme Fraiche
  • Meersalz
  • weißer
  • Muskatnuss
  • 120g Pecorino-Käse, fein gerieben
Spargelspitzen

Zubereitung

Da die Zubereitung dieses Gerichts (geradezu wokartig :mrgreen: ) recht rasch erfolgt, empfiehlt es sich, alle Zutaten vorher zu schneiden und griffbereit in einzelne Schüsselchen zu legen… damit die Zutaten knackig bleiben, ist das Timing ganz entscheidend!

Weiße Zwiebel, Knoblauch und Ingwer fein hacken. waschen, unteren Teil der Spitzen schälen, Stangen der Länge nach vierteln und in ca. 5mm lange Stücke schneiden, zur Seite stellen. Rote Paprika putzen, Kerngehäuse und Strunk entfernen, in kleine Würfel schneiden. Falls Schinken verwendet wird, diesen im Geschäft fein schneiden lassen und dann in ca. 5×5mm Stücke teilen. Wer’s vegetarisch bevorzugt, kann den Schinken natürlich auch weglassen und die Hühnersuppe durch Gemüsebrühe ersetzen. Falls Schinken verwendet wird, empfiehlt sich eher ein magerer, milder Kochschinken – Prosciutto besitzt ein für dieses Gericht zu kräftiges Aroma.

SpargelsaisonIn einem Topf reichlich Salzwasser zum bringen, Nudeln beifügen. (Kochzeit beachten: brauchen ca. zwischen 8 und 12 Minuten). Zugleich in einer Pfanne Butter und Olivenöl erwärmen, die fein gehackten weißen Zwiebeln dazugeben und bei mittlerer Hitze ca. 1 Minute lang anschwitzen, dann die geschnittenen beifügen und ca. 3 Minuten lang anbraten. Anschließend Knoblauch, Ingwer und roten Paprika beifügen und nach einer knappen Minute mit dem Weißwein und der Suppe aufgießen, ca. 2 Minuten weiterköcheln lassen und dabei die Flüssigkeit etwas reduzieren. Falls der Wein wenig Säure aufweist, den Saft einer halben Zitrone beifügen. Nach Geschmack mit weißem , Meersalz und ein wenig frisch geriebener Muskatnuss würzen, vorsichtig Creme Fraiche unterrühren und nochmals abschmecken, Pfanne vom Herd nehmen.

Die fertig gekochten abseihen. (*Nicht* kalt abspülen. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass dies das Zusammenkleben der Nudeln verhindere. Gute Nudeln kleben ohnehin nicht zusammen, durch das kalte Wasser kühlen sie aber unnötig ab.) Nudeln auf vier tiefe Teller verteilen, -Ragout über den verteilen und mit geriebenem Pecorino bestreuen. Bon Appetit!

Dazu passt ein Glas Riesling ganz hervorragend, vorzugsweise natürlich der beim verwendete Wein.

PS: Und ein Wort noch zur Warenkunde: beim Anbraten ist die Qualität des Spargels besonders heikel – die Ware muss frisch und knackig sein. Nicht nur in diesem Punkt hatte uneingeschränkt recht: entscheidend für die Qualität des Gerichts sind frische der Zutaten – man muss , was der Markt bzw. die aktuelle Saison zu bieten haben. Krieg dem Dosengemüse! :mrgreen:


Fotocredits:
Alle Fotos von pixelio.de. Bilder in der Reihenfolge ihrer Verwendung:
Foto 1: © Jürgen Sörensen / pixelio
Foto 2: © Susanne Beeck / pixelio
Foto 3: © Stihl024 / pixelo
Foto 4: © knipseline / pixelio

15 Kommentare zu „Rezept: Orchiette mit gebratenen weißen Spargelspitzen“

  • Bitte, wo kriegt man in Wien gscheite Orchiette??

    direkt antworten

    Wieso im Winter? Sind doch Nudeln :cool:

    direkt antworten

  • In Wien! Nicht Winter. Hab in Wien keine gefunden, und jedes Mal nach Italien fahren ist aufwendig…

    direkt antworten

    Am Naschmarkt gibt’s recht ordentlich Nudeln… wobei die Sache mit den frischen wirklich recht schwierig ist.

    direkt antworten

    Hab mich mal umgeschaut: Selbermachen ist war etwas aufwendig, aber eigentlich eh nicht so schwer: http://www.youtube.com/watch?v=c-TX7bbMBnY

    direkt antworten

  • gibts bei euch in Österreich sowas icht?
    wobei ich Orchiette nicht kenn, muß ich mich echt mal umhören

    aber ehrlicherweiße es ich Spargel immer nur mit Sauce Hollondaise… *schäm*

    direkt antworten

  • Ob die Abmessungen deiner Spargelstücke so stimmen? Also der Länge nach geviertelt und dann in 5mm lange Stücke? Schade um den Spargel! Dann ist von der apetitlichen Optik nichts mehr übrig! Auch der Schinken dürfte 5×5mm groß püriert wirken.

    Ich habe mir als Konkurrenzrezept das folgende ausdedacht:

    Spargel – grüner und weißer gemischt , geputzt- in 5cm lange Stücke schneiden. 7 Min. blanchieren . Mit etwas Zitronensaft beträufeln und beiseite stellen. Dann mit Olivenöl und/oder Butter ein Sößchen machen: Erhitzen, ablöschen mit Spargelwasser, etwas reduzieren, Schinken- oder Lachsstreifen dazu, mit Sahne oder Wein verfeinern und mit Muskat und weißem Pfeffer abschmecken. Mit Gänseblümchenblüten – gibt’s jetzt reichlich – und frisch gehobeltem Parmesanspänen* bestreut servieren. Dazu gehen frische grüne oder weißeTagliatelle, die es auch überall gibt.
    Als Kräuter fürs Auge wären Rucola zum Schinken, Dill zum Lachs denkbar.

    Weder Zwiebel, noch Knoblauch, noch Paprika dazu. Es erschlägt das Spargelaroma, finde ich..

    (*geht mit dem Küchenmesser ganz prima!)

    Gruß,
    Gunhild
    www.blog.institut1.de

    direkt antworten

    Hi, ja, die Abmessungen stimmen… bin kein Freund des Blanchierens, außerdem haben weißer & grüner unterschiedliche Garzeiten. Wenn man den weißen ganz knackig will, isses besser, ihn kleiner zu schneiden und kürzer anzubraten. Früher hab ich Spargel auch immer gekocht oder blanchiert, aber seit Frau Ungers Tipps bin ich kein großer Freund dieser Zubereitungsmethode mehr :-)

    Mit Zwiebel, Knoblauch und Paprika ist das so eine Sache… ich war am meisten erstaunt darüber, dass auch Ingwer so gut zu Spargel passt. Ich find, wenn man den Zwiebel und den Knoblauch etwas andüstet und mit der Menge nicht übertreibt, dann passt das gut dazu; aber das ist wie alles beim Kochen Geschmackssache :mrgreen:

    direkt antworten

  • Krieg dem Dosengemüse, schreibst Du, ritchie, den Ansatz teile ich. Doch sollte man nicht da direkt konsequent weitergehen und sagen: Weg mit den Supermärkten? Wir haben doch genügend Fachgeschäfte und Märkte bei uns in Mitteleuropa. Brauchen wir wirklich diese Pseudo-Industriebetriebe, die uns nur vorgestanztes Zeugs verkaufen, zumeist mit Geschmacksverstärkern, die Leute schlecht bezahlen, die Personal und Kunden mit Kameras überwachen, die Nahrungsmittelproduzenten pressen und dranglasieren.

    Da ist mir Dein frischer Spargel vom Markt tausendmal lieber.

    direkt antworten

    Ja, da hast du völlig recht… und nicht zu vergessen: das meiste von diesem “Gemüse” schmeckt nicht schlecht, sondern einfach nach nix. Ist halt teilweise eine Preisfrage, aber wenn mehr Leute auf Märkten bzw. bei den den Bauern direkt einkaufen täten, wär das der Preisgestaltung sicherlich auch sehr förderlich.

    direkt antworten

  • GlyxXritter sagte am 31. May 2008 um 18:48

    Ein spitzen Gericht!!!
    Ich konnte mir auch noch nicht das wunderbare Zusammen wirken
    all dieser “starken” Zutaten vorstellen,
    aber ich bin begeistert!!!
    Habe nun schon zum zweiten mal dieses Gericht für zwei verschiedene Freundinnen gekocht; is echt ganz besonders lecker war immer das Urteil!
    Der knackige Spargel gibt sich wie ein ganz anderes Gemüse!
    Die Zutaten unterstreichen sein natürliches Aroma, der Ingwer ist soooo köstlich dazu.
    Ich habe den Spargel allerdings auf 6/7cm geschnitten und geviertelt, etwas die Zeit verlängert.
    Danke für dieses exquisite Spargelrezept!!!

    direkt antworten

    Dankeschön, das freut mich natürlich sehr! Ich hab beim letzten Mal den Spargel auch etwas größer geschnitten. Knackig ruled :mrgreen:

    direkt antworten

  • GlyxXritter sagte am 17. April 2009 um 21:47

    Heute: Beginn der Spargelsaison! :grin:
    War schon wieder lecker!
    grüße aus Berlin

    direkt antworten

    Dazu kann ich nur sagen:
    Spargelspitzen mit Zabaione gratiniert
    (und diesmal mit eigenen Fotos :mrgreen: )

    direkt antworten

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