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Soziale Netzwerke öffnen sich

17.05.2008, geschrieben von , 5 Kommentare

oe1 Soziale Netzwerke öffnen sichSeit das Zauberwort im Netz 2.0 Interaktion lau­tet und kaum eine Seite ohne Freundesverwaltung oder zumin­dest Kommentarfunktion aus­kommt, kennt jeder Surfer die Crux mit den vie­len ver­schie­de­nen Logins und Passwörtern aus leid­vol­ler eige­ner Erfahrung — spä­tes­tens bei der zehn­ten Registrierung ver­geht die Neugier so plötz­lich, wie sie nie gekom­men ist. Man könnte fast geneigt sein, Rilke zu para­phra­sie­ren: “doch hin­ter tau­send Logins keine vir­tu­elle Welt…” [[ , ver­öf­fent­licht auf oe1.orf.at]

Nach dem Willen Googles soll das Zauberwort, das die Passwort-Misere end­gül­tig löst, hin­künf­tig Open Social hei­ßen: wie von Big Gs eige­nen Services gewohnt, könnte eine ein­zige Usernamen-Passwort-Kombi der magi­sche Schlüssel zu allen betei­lig­ten Partnerseiten sein. Doch die gro­ßen Social Networks und wol­len dem Platzhirsch der Informationssuche eines der wich­tigs­ten zukünf­ti­gen vir­tu­el­len Geschäftsfelder kei­nes­wegs so ganz kampf­los über­las­sen. Und mit dem neu­es­ten Vorpreschen ist das Thema digi­ta­les Identitätsmanagement drauf und dran, sämt­li­che natio­na­len Privacy-Gesetzgebungen ganz prag­ma­tisch in der Innenkurve zu überholen.

Neben Googles Initiative exis­tiert schon seit län­ge­rer Zeit das Betreiber-unabhängige –System, ein Framework für das Austauschen der eige­nen Identität quer über ver­schie­dene Webseiten hin­weg. Wer das Bedürfnis dazu ver­spürt, einen Server zu betrei­ben, kann dies tun — hat man sich ein­mal bei einem sol­chen Server regis­triert, gibt man in wei­te­rer Folge ein­zel­nen Websites, die unter­stüt­zen, die dezi­dierte Erlaubnis, auf die eige­nen Daten, die zen­tral auf besag­tem Server gespei­chert sind, zuzugreifen.

Dennoch war weder OpenSocial noch OpenID bis­lang Erfolg auf brei­ter Basis ver­gönnt — doch diese Woche kün­digte Myspace sein neues “Data Availability” Programm an: Bereits in Kürze soll es mög­lich sein, die eige­nen Myspace-Accountdaten mit zusätz­li­chen Services wie Twitter oder Photobucket zu syn­chro­ni­sie­ren — also ein bereits beste­hen­des Profil zu ver­wen­den, anstatt sich irgendwo neu zu registrieren.

Diese Ankündigung löste hek­ti­sche Aktivität bei der Konkurrenz aus. Nur zwei Tage spä­ter kün­digte Facebook ein weit­ge­hend iden­ti­sches System namens < href=“http://developers.facebook.com/news.php?blog=1&story=108″>Connect an, an dem der­zeit eben­falls mit Hochdruck gear­bei­tet wird. Martin Weigert schreibt dazu in sei­nem Blog Webzweinull.cc:

Ging es bis­her haupt­säch­lich darum, inner­halb eines mehr oder weni­ger abge­schlos­se­nen Raumes mit ande­ren Menschen zu kom­mu­ni­zie­ren, so sind Myspace, Facebook und (bzw. OpenSocial-Partner) dabei, diese Räume zu öffnen, so dass Personen ihre Kommunikation auch andern­orts fort­füh­ren kön­nen. Das Motiv dabei ist klar: Wer jetzt nicht mit­zieht, hat spä­ter keine Chance mehr, selbst zum “” zu wer­den. Dieser Status ist aber (für die gro­ßen Player) not­wen­dig, um Mitglieder lang­fris­tig an sich zu bin­den und eine best­mög­li­che Ausgangsposition für die Monetarisierung des Social Webs zu haben.

Ein genauer Startzeitpunkt ist weder für Facebook Connect noch für Myspace Data Availability bekannt. Eines aber zei­gen die eilig ver­schick­ten Pressemeldungen ganz über­deut­lich: von der Vorstellung, jemals eine allein-selig-machende all-in-one Lösungen sein zu kön­nen, haben sich die gro­ßen Player längst ebenso ver­ab­schie­det wie sei­ner­zeit Ende der neun­zi­ger Jahre alle gro­ßen Portale ein­se­hen muss­ten, dass eine ein­zige URL nie­mals das ganze erset­zen kann — also stür­zen sich Myspace, Facebook und Google nun jeweils mit größ­tem Nachdruck dar­auf, zum “Mutternetzwerk” der digi­ta­len Identitätsverwaltung zu avancieren.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 5 Kommentare zu "Soziale Netzwerke öffnen sich" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • giwreh Identicon Icon

    Allerorten liest man jetzt, dass sich die Netzwerke öffnen, obwohl diese Formulierung doch in einige Irre lei­tet: Es wird soweit geöff­net, wie die eigene Kontrolle gewähr­leis­tet ist und Facebook blockt bereits Googles Friend Connect: http://www.zdnet.de/news/tkomm.….981,00.htm

    Wenn nur ein ein­zi­ger wenigs­tens mäßig gro­ßer Service das ganze _wirklich_ offen gestal­tet wurde, am bes­ten mit user-verwalteten FOAF-Files (denn genau hier­für sind die doch gedacht), dann wäre ein Ende mit den greedy data mono­po­lism. Oder sich ein­fach an die DataPortability BestPractices hal­ten würde, grrr.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 18. Mai 2008 um 13:34

    Ja, das stimmt… aber dem ste­hen halt lei­der mas­sive wirt­schaft­li­che Interessenb ent­ge­gen. Ich hab mir die Techcrunch-Bericherstattung zur Causa FB Connect/Google ange­schaut und die “offi­zi­elle” Begründung ist ja, dass die FB-User in den Privacy-Settings kei­ner­lei Möglichkeit haben, Daten-Sharing zu wider­ru­fen; aber im Prinzip geht’s da ja nur darum, wer schnel­ler die kri­ti­sche Masse erreicht.

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  • Musashi Identicon Icon

    Natürlich ste­hen da mas­sive wirt­schaft­li­che Interessen dahin­ter. Aber ins­ge­samt ergibt das wahr­schein­lich den­noch inter­es­sante Chancen auch für klei­nere Netzwerke. Die Einstiegshürde irgendwo Mitglied zu wer­den sinkt ein­fach, wenn man nicht den gan­zen Schmarrn noch­ein­mal ein­tip­pen muss.
    Aber die kon­kre­ten Realisierungen wird man sich natür­lich genau anschauen müssen.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 22. Mai 2008 um 17:49

    Das stimmt def­in­tiv… man kann dann halt ein­fach “schnell mal rein­gu­cken”; aber dafür ist auch eine One-Time (bzw. zeit­li­mi­tierte) Usage der Daten (und zwar unter Kontrolle des Users) ganz wich­tig. Ich hab da recht viel nach­re­cher­chiert und kann gut nach­voll­zie­hen, warum Facebook mit der Google-Lösung ganz und gar nicht glück­lich ist.

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  • Singular Identicon Icon
    Singular sagte am 24. Mai 2008 um 21:25

    ver­stehe den gan­zen hype um netz 2.0 über­haupt nix.
    bis auf so ein paar Ajax funk­tio­nen kann ich dabei nichts neues entdecken.

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