Springeight-Overview: Nur mehr 2 Tage!

spring2008Und dabei ist doch in Kürze Sommerbeginn! Aber hier ist ja auch nicht die Rede vom Frühling, sondern vom Festival: genau genommen von meinem Lieblings-Elektronik-Festival südlich des Weißwurstäquators. Einen Fotopass hab ich auch, mit anderen Worten: mit ein paar Schnappschüssen muss gerechnet werden, und vielleicht sogar dem einen oder anderen Audio-Interview. Vorgestern hab ich noch eine Einladung zur Electronic Beats Party von T-Mobile bekommen, die schon am Mittwoch Nachmittag im Aiola am Schlossberg (mein Lieblingslokal in Graz) beginnt – also wird die Pilgerfahrt gen Rave-Culture wohl bereits am Mittwoch in der Früh beginnen.

Als Stammbesucher des Grazer springfestival habe ich die ersten fünf Auflagen miterleben und musste dann aus Termingründen zwei Jahre pausieren – umso größer ist die Vorfreude drauf, nächste Woche mal endlich wieder im Dom im Berg abzurocken, der genialsten Location, in der in Österreich je legale Parties gefeiert wurden. Man stelle sich einen großen Quader (Einen sehr großen Quader. Er bietet immerhin Platz für weit über 1.000 Tänzer.) vor, der einfach mitten in den Grazer Schlossberg reingesprengt wurde: meterdicke, massive Naturfelswände, dazu eine phatte Anlagen und ein talentierter Tontechniker, und jeder Raver ist im siebten Soundhimmel. Der Dom ist allerdings „nur“ die Hauptlocation, ingesamt verteilt sich die Feierei auf mehrere Venues, darunter auch PPC und Postgarage.

springBegonnen hat das Spring-Festival, wie jedes ambitionierte Musik-Event, vergleichsweise klein – eine Riesen-Veranstaltung á la Sonar wird aber glücklicherweise nie draus werden, denn die Locations begrenzen die Zuseherzahl, und das ist eine der Hauptstärken des Festivals. Einige der Vorjahres-Highlights sind bei play.fm als komplette Streams verfügbar, außerdem ist die hübsch gesaltete Videogallerie mittlerweile auf ganz beachtlichen Umfang angewachsen. Ebenfalls einzigartig in Österreich: die Partys verteilen sich über die gesamte Innenstadt, abendlicher Party-Tourismus ist quasi ein Muss. Vielen Elektronik-Connaisseuren gilt der Event mittlerweile als Highlight der Partysaison – kein Wunder, wenn man einen Blick auf das diesjährige Artist Line-Up wirft. Neu in diesem Jahr: die Veranstalter haben mit dem Londoner End, dem ich kürzlich beim London-Ausflug mit Tom erstmals einen Besuch abgestattet hab, eine Partnerschaft abgeschlossen:

This is another step towards the springfestival’s further expansion providing sophisticated clubnights to an international crowd. The End will take over the whole Dom im Berg – the festival’s main venue – on Saturday 24th May, with a lineup that represents the club’s wide musical spectrum of some of the world’s finest DJs holding residencies at The End.

Ein unvergessliche Party war übrigens die Brazil-Night beim Springfive. Stamina MC und DJ Marky sind das dynamischste Drumandbass-Duo, das ich jemals gehört hab… glücklicherweise mehrmals, und ich freu mich schon mächtig auf die diesjährige Brazil-Session.

Ebenfalls bereits „Tradition“ beim Spring ist das Tagesprogramm mit zahlreichen Workshops der Red Bull Music Academy, Lesungen und Vorträgen, Symposien und – neu in diesem Jahr – einer Videoausstellung im Museum für Moderne Kunst. Eine Aufzählung aller Programmpunkte würde den Rahmen dieses Artikel sprengen – die vollständige Übersicht gibt’s auf der Homepage. Mein vorläufiger Partyplaner sieht folgendermaßen aus: am Mittwoch werd ich mir Streets und Roni Size beim Electronic Beats Opening in den Kasematten anhören und vielleicht in der Früh dann noch zu marfloW & Co. in den Dom rüberschauen. (Bereits hier tritt der erste Interessenskonflikt auf: Fabio, D-Bridge, Bryan G *und* Artificial Intelligence spielen mit den MCs LowQui, SP:MC und Rage im PPC).

Am Donnerstag wird’s mich wohl wieder in den Dom verschlagen, XRS spielt gemeinsam mit Drumagick live – der Mann ist ein Qualitätsgarant, außerdem sind die ebenfalls brasilianischen Plattendreher Bungle und DJ Edgar am Start, zweiteren hab ich noch nie gehört. Allerdings werd ich dann wohl relativ früh abreisen müssen, denn: in der Postgarage spielen neben Arabian Prince aka Professor X, Egyptian Love & Jamie Jupiter auch… the Man!!! The one and only Godfather of Techno and House – Mr. Juan Atkins! Ich hab sein Set nach der Wiener Loveparade im Jahr 2000 im Flex gehört – der Mann versteht sein Handwerk wie wenige. Ich vermut mal stark, das wird mein persönliches Highlight – mal gucken, ob sich die Vice Party im Arcadium dann noch ausgeht.

Am Freitag werd ich mir im Orpheum den lang gehegten Wunsch, Senor Coconut and his Orchestra mal live auftreten zu sehen, erfüllen – und später dann zum Chicago House Special mit Robert Owens und Larry Heard aka Mr. Fingers in den Dom rüberwandern. Der Samstag wird dann nochmal richtig anstrengend – da braucht man ja fast schon Projektmanagement-Software für die Koordination der Timetables. Den Dom rocken Marky, Stamina, Gilles Pterson, Bushwacka und Mr. C, im PPC sind die Dub Pistols, Atomic Hooligan, Hannah Holland, MC Chickaboo, Trevor Loveys, Baobinga und Kid Blue zugange, in der Postgarage zelebrieren Luke Vibert (aka Wagon Christ), Hot Chip und Deadelus elektronische Klänge, während im Arcadium Temper D, The Sec und The Dying Punks Drumandbass hochleben lassen.

*Achtung*: das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Programms. Daneben gibt’s weitere Locations, Second Floors, Afterpartys, Vorträge… einfach hier reinschauen. Ansonsten sehen wir uns am Springeight – lookin‘ forward!


Fotocredits: Alle Bilder von Springfestival.at.

 

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