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Springeight: Tag Numero 4

25.05.2008, geschrieben von , 1 Kommentar

sa marky 150x150 Springeight: Tag Numero 4DJ Marky und MC Stamina waren ges­tern Abend von eins bis drei für die Beschallung des ver­ant­wort­lich. Der Ausnahme-Turntablist aus Sao Paolo und sein kon­ge­nia­ler bri­ti­scher Gesangs– und Rap-Partner lie­fer­ten eine Show ab, die für mich per­sön­lich zu den abso­lu­ten Highlights des dies­jäh­ri­gen Festivals zählte. Dazu leis­te­ten auch die ela­bo­rier­ten Visuals von Mox und Decollage.tv einen beträcht­li­chen Beitrag. Bushwacka trieb uns anschlie­ßend ganz schnell Richtung Postgarage, wo Hot Chip gerade recht kon­se­quent den Club leer­spiel­ten — aber das ist eine andere Geschichte.

Unser Timing war ges­tern ein­fach per­fekt: wir hör­ten genau nix mehr von Gilles “Dancefloor-Boredom” Peterson — als wir den Dom enter­ten, legte Marky gerade die erste Pladde auf den 1210er. Kein sof­tes bra­si­lia­ni­sches Intro, son­dern bra­chiale Basslines gleich zu Beginn: Mister Marky ver­geu­dete keine Zeit, und nach den ers­ten drei Brettern betrat Stamina die Bühne. Ab die­sem Moment begann eine groß­ar­tige Soundreise: wie wenige Plattendreher beherrscht Marky, der mit 13 seine DJ-Karriere begann, die Kunst der Set– und das per­fekte Wechselspiel von soft und hart, das gerade bei Sets uner­läss­lich ist für län­ger­fris­tige Tanzmotivation. Seine schon damals sicken Scratch-Skills hat Marky, seit ich ihn vor drei Jahren das letzte Mal auf­le­gen gehört hab, noch wei­ter ver­bes­sert — und setzte sie an meh­re­ren Stellen gekonn­test ein. Stamina MCs Kommentar dazu: “Your fri­ends told you about him, you’ve seen him on youtube — he is *my* DJ!” Kein Wunder, dass bei so groß­ar­ti­ger Mucke der alt­be­kannte Zeitdilatationseffekt ein­trat: nach sub­jek­tiv gefühl­ten 30 Minuten waren die zwei Stunden um; “LK”, Megahit und Signature-Tune des Duos, folgte als vor­letzte Nummer. Alles in allem: gran­dios! Außerdem möchte ich unbe­dingt wis­sen, wie die­ses heißt, bei dem eine Frauenstimme singt “, what’s your dream deep down?” Falls irgend­je­mand diese Nummer kennt, bitte ich um einen Hinweis — der Track ist der Liquid-Burner schlechthin…

Ach ja, noch ein Wörtlein zu den Visuals: das Setup im Dom besteht aus drei Leinwänden (Mitte, links, rechts), die auch unab­hän­gig bespielt wer­den kön­nen. Während mich die beweg­ten Pixel am Freitag gar nicht vom Hocker ris­sen (dafür aber Robert Owens), war ich ges­tern ziem­lich begeis­tert und der äußerst abwechs­lungs­rei­chen Melange aus Fotos, Videos und Typo-Spielereien — sehr anre­gen­der visu­el­ler Input, bravo!

sa marky2 300x219 Springeight: Tag Numero 4Dass Bushwacka die­ses Set nicht würde top­pen kön­nen, hatte ich bereits ver­mu­tet. Allerdings brauchte er nur zwei­ein­halb (graus­lich mit­ten­über­steu­erte) Nu Rave Tracks, um uns ganz schnell Richtung Postgarage zu scheu­chen. Als wir dort anka­men, schien alles gut: der Hot Chip DJ spielte gerade gemüt­li­chen Old School DnB — aber nur drei Tracks lang. Dann wurde es unge­wollt kusche­lig, und eine Menge Folks, die gerne ihre Beinchen geschwun­gen hät­ten, beschlos­sen in Ermangelung von Couches, den Club zu ver­las­sen. Uns hielt die Hoffnung auf feine Acid Breaks von Luke Vibert vor Ort, die war aller­dings nach einer Stunde rest­los auf­ge­braucht; und als Wagon Christ, der um 3:30 hätte begin­nen sol­len, um 4:45 noch immer nicht hin­ter den stand und alles dar­auf hin­deu­tete, dass Mr. Hot Chip dem­nächst begin­nen würde, seine Bob Marley Sammlung aus­zu­pa­cken, beschlos­sen wir einen, den Vibert einen guten Mann sein zu las­sen und mach­ten uns auf den Heimweg.

Fazit: Marky machte den letz­ten Abend des Festivals zu einem Highlight. Im Großen und Ganzen hat mit das dies­jäh­rige Spring gro­ßen Spaß gemacht, und das Line-Up war moti­vie­rend genug, um vier­mal hin­ter­ein­an­der bis in die frü­hen Morgenstunden zu tan­zen. Weniger gelun­gen fand ich in Einzelfällen die zeit­li­chen Programmierung: das eine oder andere Mal war’s gerade zur “Haupt-Tanzzeit” 2 bis 4 ein­fach zu hat­schert, ruhig und ele­gisch — wobei man aller­dings, und das ist ja eine der Hauptstärken des Spring, bei der­art vie­len Locations immer recht pro­blem­los eine Ausweichmöglichkeit fin­det. Der Festivalbus ist dazu nicht unbe­dingt erfor­der­lich, denn in liegt defi­ni­tiv alles in Gehweite frog6 Springeight: Tag Numero 4

In die­sem Sinne also herz­li­chen Dank ans Spring-Team für vier läs­sige Tage in der Murmetropole; wenn ich wie­der zurück in Wien bin, werd ich ein klei­nes Video aus mei­nen Schnippselchen zusammenschneiden.

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