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Blogistan Panoptikum KW22 2008

01.06.2008, geschrieben von , 4 Kommentare

sonnenbild 150x150 Blogistan Panoptikum KW22 2008Sonnenschirme allent­hal­ben, schwit­zende Städter und Temperaturen knapp unter­halb der hitzefrei-Marke: Wien hat eine aus­ge­spro­chen unme­ta­pho­risch heiße Woche hin­ter sich (gebracht). Da hel­fen nur Industry-Grade Ventilatoren oder Nachmittage am Stadt-st-rand… aber in den Medien ist von som­mer­li­cher Müdigkeit keine Spur. An die­ser Stelle übri­gens noch ein Nachtrag: mein Posting über die groß­ar­ti­gen China vs. Deutschland Bilder stieß auf eini­ges Interesse. Mittlerweile weiß ich, dass die Künstlerin Yang Liu heißt — auf ihrer Seite Yang Liu Design gibt’s wei­tere gra­fi­sche Arbeiten, die ich ziem­lich sen­sa­tio­nell finde.

Wem der Sinn mehr nach Bewegtbild-Input steht, sollte einen Blick auf diese Liste der 10 ein­fluss­reichs­ten Flash-Animationen wer­fen — als Bonus gibt’s dazu noch Kurzinterviews mit allen Artists; meine Wertung wär ziem­lich anders aus­ge­fal­len, aber der Autor scheint nach einer ziem­lich strik­ten Methodik vor­ge­gan­gen zu sein:

Over the last month, I’ve cul­led toge­ther a list of 40 –ani­ma­ted shorts wor­thy of inclu­sion, and then gra­ded each one on a 1 – 10 scale in three cate­go­ries — ARTISTIC MERIT, REACH and INFLUENCE.

Fans des wah­ren Lebens (as oppo­sed to gezeich­net) soll­ten dage­gen heu­ti­gen­tags um 20:15 Uhr PULS 4 auf­dre­hen, denn da trifft Natascha Kampusch auf Niki Lauda — und umge­kehrt. [via Lektroliv]

DIY in the house

Die Do-it-yourself Ausstellung im net.culture.space ist mitt­ler­weile eröff­net — Bastelfans kön­nen immer­sive Nerdkunst am eige­nen Leib erfah­ren, wenn die Lötkolben gezückt wer­den. [Nein, keine SM-Schmerzperformance. Gutes, altes soli­des Handwerk — wir tre­ten ein in das Zeitalter der Retro-Moderne; siehe auch Interview mit Karel Dudesek]

In einer offe­nen Werkstatt besteht zwei Wochen lang von 11 bis 18 Uhr die Möglichkeit an Do It Yourself-Workshops teil­zu­neh­men — jede® kann mit bas­teln! Weitere Informationen unter

Das DartDatencenter Gerücht

Google baut. Aus. In Kronstorf, ver­kün­det die Fama. 60ha, aber wohl doch nicht das euro­päi­sche Big-G Forschungszentrum, son­dern wie’s aus­sieht, wohl bloß ein Datencenter. In der Gegend fließt anschei­nend reich­lich Wasser (für Kraftwerke), und ein paar phatte Glasfaserleitungen kugeln eben­falls rum. Es ist aber nicht pri­mär der Newswert, der diese Story news­wor­thy macht, son­dern die Genese des Über­sprungs von der Blogosphäre in die ural­ten Medien: Gebreakt hat die Geschichte — zuerst über , dann in sei­nem Blog — Kollege Helge. “Und dann ging’s rund”, krächzte der Papagei und flog in den Ventilator. Und zeigt eines ganz deut­lich: die Blogosphäre zu unter­su­chen, erfor­dert Meta-Kommunikationswissenschaftler, denn der refle­xive Diskurs läuft nicht nur stän­dig mit, son­dern wird im Gegensatz zu den Massenmedien, die gerne auf Quellenangaben ver­zich­ten, sogar transparent.

Zu jung für Xing

Yannick Eckl kenn ich vir­tu­ell schon eine ganze Weile — der Autor von Blogschrott gehört imho zu den aktivs­ten und fit­tes­ten Bloggern Deutschlands. Kein Wunder, er hat auch sehr früh mit dem Bloggen begon­nen und inter­es­siert sich vor allem für das Thema Geld im Netz ver­die­nen. Daher brachte er eini­ges an Papierkram hin­ter sich, um die volle Geschäftsfähigkeit zu erlan­gen. Das mag für die freie Wirtschaft da drau­ßen rei­chen, nicht aber für Xing — denn kürz­lich wurde Yannicks Account gesperrt:

Als ich mich heute ein­log­gen wollte, um meine Nachrichten und Kontaktanfragen zu bear­bei­ten, sah ich einen gel­ben Kasten, in wel­chem stand, dass mein Account vor­rü­ber­ge­hend gesperrt wurde. Dazu gab es eine Liste mög­li­cher Gründe. Und da bei mir nur die Sache mit dem Alter zutref­fen kann (man darf sich bei Xing nur mit 18 Jahren anmel­den, laut AGB) wurde ich höchst­wahr­schein­lich des­halb gesperrt.

Schon eigen­ar­tig, bedenkt man, dass die AGBs zwar Volljährigkeit ver­lan­gen, ande­rer­seits aber eine eigene U18-Unternehmer Gruppe besteht. Die Reaktionen sind durch­wegs gemischt — ich denke, dass es für Xing nur kon­tra­pro­duk­tiv ist, in die­sem Fall päpst­li­cher als der zu agie­ren: einen Individualvertrag abzu­schlie­ßen, kann ja wohl kaum das juris­ti­sche Problem sein. Yannick schreibt dazu:

Da bemüht man sich mona­te­lang, die volle Geschäftsfähigkeit zu erlan­gen, rennt zum Amtsgericht, zum Rathaus etc. und wird dann so behan­delt. Denn Fakt ist, inner­halb mei­nes Gewerbes bin ich 18. Laut dem Mitarbeiter, mit dem ich tele­fo­nierte, sei das aber nicht rele­vant, da XING eine “per­so­nen­be­zo­gene Community” wäre. Außerdem habe ich vor mei­ner Registrierung mit einem Xing-Ambassador (Erklärung) gespro­chen, der meinte, das wäre in mei­nem Fall okay, wenn ich mich sonst an die AGBs halte.

Die Causa macht mir Xing nicht gerade sym­pa­thi­scher… und die der Foren ist enorm grot­tig, möcht ich an die­ser Stelle mal anmer­ken. Aber zum Glück gibt’s ja LinkedIn, Facebook und Co. — blöd nur, dass Yannick nicht mal seine vCards recht­zei­tig expor­tie­ren konnte.

Wer twee­tet wen?

Walter Rafelsbergers Präsentation Visualizing Conversations in Twitter vom die­ser Woche hat’s sogar auf die Titelseite von Slideshare geschafft — com­mu­ni­ca­tion map­ping at its best; die Präsi fand ich sehr span­nend; schon schräg, was sich so alles aus der Struktur der Shortmessages anhand von Antworten (@) und Tags (#) her­aus­le­sen lässt:

visualtwit Blogistan Panoptikum KW22 2008

In die­sem Sinne bleibt mir nur mehr, einen schö­nen Sonntag zu wün­schen — wir lesen uns nächste Woche.


Fotocredits: Sonnenuntergang 21 von knip­se­line (pixelio.de)

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