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Nicht sprechen erscheint sicherer

07.06.2008, geschrieben von , 6 Kommentare

ueberwachungsbild Nicht sprechen erscheint sichererDie Vorratsdatenspeicherung in hält nicht nur Terroristen vom Telefonieren ab, wie eine aktu­elle Forsa– beweist: aus — wohl kei­nes­wegs unbe­grün­de­ter, wie der aktu­elle Telekom-Skandal zeigt — Angst vor mög­li­chen spä­te­ren Negativfolgen ver­zich­ten immer mehr Bundesbürger dar­auf, die Eheberatungsstelle, den Psychotherapeuten oder die Drogenberatungsstelle zu kon­tak­tie­ren. In Zeiten wie die­sen weiß man schließ­lich nie genau, wer eigent­lich Zugriff auf wel­che Daten hat.

1.002 Deutsche wur­den von Forsa am 27./28. Mai für die reprä­sen­ta­tive Umfrage aus­ge­quetscht, und die Ergebnisse soll­ten den Politikern zu den­ken geben:

Die zu Jahresbeginn ein­ge­führte Vorratsdatenspeicherung schreckt von sen­si­blen Gesprächen am Telefon ab und wird von nahezu jedem zwei­ten Bundesbürger als unver­hält­nis­mä­ßig abge­lehnt. […] Die Ergebnisse im Einzelnen: Sieben von zehn Befragten war bekannt, dass seit Beginn des Jahres 2008 alle Verbindungsdaten jedes Bürgers in Deutschland sechs Monate lang gespei­chert wer­den müs­sen. Die Mehrheit der Befragten würde wegen der Vorratsdatenspeicherung davon abse­hen, per Telefon, E-Mail oder Handy Kontakt zu einer Eheberatungsstelle, einem Psychotherapeuten oder einer Drogenberatungsstelle auf­zu­neh­men, wenn sie deren Rat benö­tig­ten (517 der Befragten). Hochgerechnet ent­spricht dies über 43 Mio. Deutschen.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung for­dert als Konsequenz aus der Umfrage — wel­che Über­ra­schung — die sofor­tige Außer-Kraft-Setzung des Gesetzes, wel­ches als lebens­ge­fähr­lich ein­ge­stuft wird, wenn es etwa von tele­fo­ni­schen Hilferufen beim Psychotherapeuten abhält, so die Argumentation.

Den kom­plet­ten Ergebnisbericht gibt’s online, aktu­elle Informationen zur lau­fen­den Verfassungsbeschwerde gegen die aus­ufernde fin­den poten­ti­elle Mit-ProtestantInnen hier.


Foto: Michael Hirschka / Pixelio

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Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "Nicht sprechen erscheint sicherer" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Aufschnürer Identicon Icon

    Aber mal ehr­lich, was für einen Strick soll­ten einem aus dem Anruf beim Psychotherapeuten oder bei der Eheberatungsstelle schon gedreht wer­den? Interessieren sich die dunk­len Mächte wirk­lich für die Wehwehchen der klei­nen Leute?
    Sicher, sen­si­ble Daten würde ich mitt­ler­weile auch nicht mehr per Telefon oder unver­schlüs­selte E-Mail über­tra­gen. Aber wenn ich mir einen Termin geben lasse bei Dr. Sorglos — who cares but Wayne? :roll:

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 10. Juni 2008 um 13:25

    Naja, bei Bewerbungen kann das durch­aus hei­kel wer­den… fast alle gro­ßen US-Firmen ver­lan­gen bei Bewerbungen mitt­ler­weile Einsicht in die “Krankenakte”…

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  • kre-alkalyn Identicon Icon

    Vorsicht ist bes­ser als… Hinterher ist es halt zu spät, wenn die Gespräche an Unbefugte gege­ben wur­den. Oder ver­kauft wur­den, schon mal dar­über nachgedacht?

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    Deflon Identicon Icon
    Deflon antwortete am 13. Juni 2008 um 14:57

    Ja, ganz genau — sowas kann sehr schnell ausarten.

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  • Paolo Identicon Icon

    Es soll­ten wirk­lich nur die schwar­zen Schafe, die etwas auf dem Kerbholz haben, tele­fo­nisch über­wacht wer­den. Und nicht Otto Normalverbraucher.
    Wer kon­trol­liert denn, wer von wem und warum daten­mä­ßig über­wacht wird ?
    Was sind die Gründe ? Die Terrorgefahr der Al-Qaida oder was auch immer ?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 12. November 2009 um 20:54

    Sie sind mit­ten unter uns :-)
    Nein, ich glaube da geht’s eher drum, dass viele Politiker mei­nen, es kann ja nicht scha­den, ein­fach mal prä­ven­tiv zu über­wa­chen bzw. zumin­dest die Infrastruktur dafür zu schaffen.

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