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Rezept: Spezial-Hühnersuppe mit Kräuterfrittaten

suppengemueseDer Klassiker Hühnersuppe gehört zu jener Sorte Essen, die fast niemand nicht mag. (Naja, Vegetarier ausgeschlossen.) Mit Fleischeinlage und frischem Gemüse steht die Suppe durchaus als Hauptgericht ihren Mann. Die Zubereitung ist simpel, die Einlage variabel von Nudeln über Griesnockerl bis Hühnerleberknödel. Sehr gut zum hier beschriebenen Süppchen passen Kräuterfrittaten, ebenfalls eine der leichteren Übungen für KüchenbeginnerInnen. Gutes Gelingen!

Aber wozu ein Rezept für so etwas Banales wie eine Hühnersuppe? Die Antwort auf diese philosophischste aller Fragen liefert ein schneller Such-Rundblick: bei den Google-Top-Treffern sind so gute schlaue Tipps dabei wie „zuerst Suppe kochen, dann einen Hühnersuppenwürfel auflösen (muss aber nicht sein)“. Für alle Hühnersuppe-Beginner folgt hier also eine recht ausführliche Anleitung, die garantiert zum wohlschmeckenden Suppenerfolg führt. Vorsicht, Warnung: wer mal selbst Hühnersuppe gekocht hat, die/den machen in weiterer Folge sämtliche Fertigprodukte nicht mehr glücklich!

Generelles zur Hühnersuppentheorie

Da sich die Suppe ganz hervorragend einfrieren lässt und der Arbeitsaufwand bei doppelter Menge nur geringfügig mehr ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall, gleich mehr zuzubereiten. Dafür ist allerdings ein ordentlich großer Suppentopf von Nöten – aber der gehört bekanntlich sowieso ins Haus. Man kann wahlweise die fertige Suppe mitsamt Fleisch und Gemüse portionsweise einfrieren, oder wahlweise die Hälfte der klaren Brühe noch weiter einreduzieren (etwa auf ein Drittel), abkühlen lassen und dann in Eiswürfelsäcke abfüllen: 2-3 Stück sind ein grandioser Ersatz für die besagten Suppenwürfel.

Der Geschmack der fertigen Suppe steht und fällt – wie alle Gerichte – natürlich mit der Qualität der Zutaten. Da sich mit Hühnerfilet keine Suppe kochen lässt, empfiehlt sich auf jeden Fall ein Besuch am Markt oder beim Hendlbauern: je jünger das Huhn, desto feiner das Resultat: ideal zum Auskochen sind Junghuhnkarkassen, erhältlich bei jeden Hühnertandler. Die zweitbeste Alternative (wenn auch mit weitem Abstand) sind meiner Erfahrung nach die ganzen Tiefkühl-Hühner von Aldi/Hofer.

Beim Suppengemüse sollte man die fertigen Kombis vergessen – so gut wie immer sind entweder die Karotten, die gelben Rüben oder der Sellerie schon leicht vergammelt – besser alle Zutaten einzeln und vor allem als ganze Rüben kaufen!

Zutaten

für 4-6 Personen

Suppe

    2 Junghuhnkarkassen
  • 2 große gelbe Zwiebel
  • Meersalz
  • 1 cm frische Ingwerwurzel
  • 5 Lorbeerblätter
  • 2 Schoten Kubebenpfeffer (Langpfeffer)
  • 10 schwarze Pfefferkörner
  • (optional, falls verfügbar: 1 gehäufter TL Angelikakraut)
  • 60dag Hühnerfilet
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 Karotten
  • 2 gelbe Rüben
  • 1 Selleriewurzel
  • 1 Stangensellerie
  • 5 Jungzwiebel
  • 1/2 Bund frische Petersilie

Kräuterfrittaten

  • 2 Eier
  • 50g glattes Mehl
  • 100ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Esslöffel gehackte, gemischte Kräuter (frisch oder TK)
  • fein gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Öl zum Ausbacken

Zubereitung

Hühnerkarkassen zerteilen, sorgfältig putzen und waschen, Innereien entfernen. (Je mehr Haut und Fettschicht man dran lässt, desto fetter wird die Suppe. Für eine kräftige, aber magere Suppe sollte man Haut und Fettschicht mit einem sehr scharfen Messer komplett ablösen und etwas mehr Karkassen verwenden.) In einem großen Topf (ca. 4l) die Karkassen in ungesalzenem Wasser leicht sprudelnd auf großer Hitze ca. 25 Minuten kochen lassen – dabei mit einem Schaumlöffel allfälligen Schaum, der sich bildet, abschöpfen. (Wenn man die Karkassen sorgfältig geputzt und die Innereien entfernt, dann schäumt’s allerdings kaum.)

Nach 25 Minuten die geschälten und halbierten Zwiebel sowie die gewaschenen Zwiebelschalen, die Ingwerwurzel, die Lorbeerblätter, Kubebenpfeffer und Pfeffer sowie eventuell Angelikakraut zugeben, salzen und bei reduzierter Hitze weitere 45 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Währenddessen die Knoblauchzehen schälen und feinblättrig schneiden, die Jungzwiebel putzen, waschen und mit etwas grün in 3mm dicke Streifen hacken. Petersilienblätter abzupfen, waschen und mittelfein hacken. Das restliche Gemüse (Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Stangensellerie) schälen und entweder in ca. 5mm dicke Scheiben oder ein kleine Würfel schneiden.

Nach den 40 Minuten den Topf vom Feuer nehmen, Karkassen entfernen und die Brühe durch ein Sieb in einen frischen Topf seihen – sollte ca. 2 Liter Flüssigkeit ergeben. (An dieser Stelle könnte man, wenn man mehr Brühe zubereitet wie oben beschrieben einen Teil weiter einkochen und als Hühnerwürfel-Ersatz in Eiswürfelpackungen einfrieren.)

Sobald die Hühnerbrühe zu kochen beginnt die geputzten und gewaschenen Hühnerfilets im Ganzen einlegen. Etwa 10 Minuten köcheln lassen, anschließend das gesamte Gemüse zugeben und 10-15 Minuten lang weitersimmern lassen – das Gemüse soll weich, aber noch knackig sein.

In der Zwischenzeit in einem hohen Gefäß die beiden Eier mit einer Prise Salz und der Milch verquirlen, langsam und unter ständigem Rühren das Mehl sowie anschließend die gemischten Kräuter und eine Prise Pfeffer zugeben. Die Konsistenz der Frittatenmasse muss eher flüssig als fest sein.

In einer geeigneten Pfanne (perfekt sind natürlich die speziellen, beschichteten Palatschinkenpfannen) sehr wenig Fett (am besten die Pfanne mit einem ölgetränkten Küchentuch ausreiben) auf mittlere Temperatur bringen, je nach Größe der Pfanne 1/2 bis 1 Schöpflöffel Frittatenmassen eingießen und wie Palatschinken – jedoch eine Spur dicker – auf beiden Seiten ausbacken. (Wenn das Wenden bei der ersten nicht klappt: no Prob. Die erste Palatschinke geht meistens daneben, das ist irgendwie eine Art Natur-Küchengesetz.) Restliche Kräuterpalatschinken ausbacken, kurz abkühlen lassen, dann Einrollen und zu Frittaten schneiden.

Das Hühnerfilet aus der Suppe entfernen und in kleine Stücke schneiden. Die Hühner-Gemüsebrühe falls erforderlich nochmal nachsalzen. Anschließend in jedem Suppenteller etwas Hühnerfleisch und einige Frittaten verteilen, mit Suppe samt Gemüsestücken aufgießen und mit einem Blättchen Petersilie dekorieren. Guten Appetit!


Fotocredits:
Titelbild: Zutaten für Gemüsesuppe von Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de
Suppenbild: Hühnersuppe von Müllerchen / pixelio.de
5 comments
Lars
Lars

Cooles Rezept. Nächstes Wochenende habe ich Zeit, da kann ich das Essen mal ausprobieren.

Andreas
Andreas

Ist ja Lustig, heute gab es bei uns auch Hühnersuppe, aber ich kenne die normalerweise mit Eierstich und Gehacktesklöschen :smile: Frittaten hab ich noch nie gehört :shock: ... man lernt nie aus :wink:

David
David

auf großer Hitze ca. 25 Minuten kochen lassen Wirklich??? Ich hab das Gefühl, Suppe wird besser, wenn man sie auf gaaanz kleiner Flamme kocht...