Die Gesundheit gehört zu den sensibelsten aller Themen: der Gesetzgeber gibt hier besonders strenge Kontroll-Richtlinien vor, die für erhöhtes Patientenvertrauen sorgen sollen. Doch Medizinstudium hin oder her: jeder, der schon mal wegen ein und desselben Gebrechens eine Odyssee durch verschiedene Arztpraxen erlebt hat, weiß ein Lied davon zu singen, dass die Unterschiede ganz beträchtlich sein können. Da wäre es doch praktisch, Informationen von “LeidensgenossInnen” direkt aus erster Hand zu erhalten! Exakt diese Idee verfolgt DocInsider, die größte Ärztebewertungscommunity Deutschland.
Vor kurzem relaunchten die Betreiber Teile ihrer Seite und stellen der Community seitdem in Zusammenarbeit mit neofonie:mobile ein neues Features kostenlos zur Verfügung: Patienten können ihre Arzttermine eintragen, sich per SMS erinnern lassen und anschließend den gewählten Onkel Doktor auch gleich via mobilem Internet bewerten. Zusätzlich erlaubt die Seite den Austausch über Gesundheitsthemen: jeder User kann Fragen stellen bzw. die Unklarheiten anderer Antwortsuchender beseitigen. Gegenstand dieser Rezension wäre vor allem ein Usability–Test der neuen mobilen Features. Den Test der Seite wollte ich mit meinem HTC Kaiser (T-Mobile Österreich Edition), also mit dem Betriebssystem Windows Mobile Pro 6, durchführen — allerdings werden keine SMS-Nachrichten nach Österreich verschickt, doch dazu später mehr. Für die Anfertigung der Screenshots verwende ich übrigens die simple und praktische Freeware Ilium Screen Capture.
High-tech-mäßig hochgerüstete Geeks, die täglich mehrmals ihr mobiles Gerät mit der Desktop-Kalenderapplikation synchronisieren, werden vermutlich auf die SMS-Erinnerungen verzichten können, da ohnehin alle Smartphones Kalender-Erinnerungen von Haus aus beherrschen. Wer sein Handy mehr oder weniger nur zum Telefonieren und Fotografieren nutzt, wird allerdings mit der neuen Funktion durchaus Freude haben: liegt doch der Hauptvorteil darin, dass man das Mobiltelefon so gut wie immer bei sich trägt. Eine komfortable Eingabemöglichkeit ist da durchwegs willkommen.
Gerade erstere Zielgruppe könnte aber wiederum das mobile Bewertungsfeature zu schätzen wissen: besonders positive oder negative Erlebnisse möchte man erfahrungsgemäß am liebsten dann dokumentieren, wenn die Erinnerung noch möglichst frisch ist — bist man wieder zuhause am Rechner sitzt und sich bei DocInsider einloggt, sind die erste Begeisterung oder der Ärger ja vielleicht schon verflogen. Zwar erfolgt die Bewertung direkt aus dem Erinnerungs-SMS heraus, allerdings ist für die Abgabe zwingend ein internetfähiges Handy erforderlich.

Um die SMS-Benachrichtigung zu nutzen, muss man sich erstmal registrieren: das zugehörige Formular in der rechten Seitenspalte sehen zwar auch nicht eingeloggte Besucher, bei der Verwendung quittiert die Applikation das Abschicken allerdings mit der Meldung “unbekannte Nummer”. Die Registrierung erfolgt schnell und schmerzlos, die “erweiterten Daten” wie echter Namen und auch die Nummer, die man aber logischerweise für die SMS-Funktionalität benötigt, sind optionale Angaben.
Ich hatte freilich nicht bedacht, dass sich die Seite an deutsche Bundesbürger richtet. Zwar meckerte beim Anlegen des Profils niemand über meine 0043er Vorwahl, auch ließ sich die Erinnerung problemlos einstellen — allerdings kam das SMS auch beim zweiten und dritten Test nie an, und ich vermute mal ganz stark, dass der Free-Service nur innerhalb Deutschlands verfügbar ist. Leider konnte ich daher die Handy-Funktionalitäten in Ermangelung einer deutschen SIM-Karte nicht testen. Schade, denn die Usability des Web-Frontends weiß ausgesprochen zu gefallen: hat man via Suchfunktion mittels Schlagwort und Postleitzahl einen passenden Arzt gefunden, dann trägt man auf dessen Profilseite lediglich die Handynummer (die sich die Seite auf Wunsch merkt) sowie das Erinnerungsdatum und die gewünschte Uhrzeit ein. Jegliche weitere Angaben entfallen, da der Applikation ja bekannt ist, für welchen Arzt respektive welche Adresse die Erinnerung angelegt wurde. Diese integrierte Timer-Funktion bietet meiner Meinung nicht zuletzt deshalb einen echten Mehrwert, weil man den gesamten Workflow übersichtlich auf einer einzigen Profilpage erledigen kann.

Wenn der Workflow am Handy auch so problemlos funktioniert, dann haben die Designer ganze arbeitet geleistet — die betreffenden Screenshots kann ich in Ermangelung der SMS ja leider nicht liefern. Stattdessen habe ich versucht, DocInsider ganz normal im Browser aufzurufen: Smartphone–Nutzer sind ja nicht notwendigerweise auf SMS und WAP angewiesen, auch wenn sich in der Praxis immer wieder mal Probleme zeigen. Dabei habe ich allerdings festgestellt, dass die mobile Darstellung der Seite nicht so recht hinhaut: im Internet Explorer werden zwar alle Elemente dargestellt, aber bunt durcheinander gewürfelt. Die aktuelle Beta-Version von Opera Mobile dagegen rendert die Seite komplett richtig, im Vollbildmodus aber natürlich stark verkleinert, die die Screenshots zeigen:

Da die Betreiber offensichtlich eine überdurchschnittlich mobile Zielgruppe anpeilen, wäre eine Style-Sheet Weiche für mobile Devices, welche die Inhalte Mini-Screen gerecht aufbereitet, gewiss nicht von Nachteil. Im Großen und Ganzen finde ich die angebotenen Services allerdings leicht verständlich und sinnvoll — und vielleicht expandiert der DocInsider ja eines Tages auch nach Österreich. Aktuelle Informationen über neue Features und Facts rund um die Community bietet das zugehörige DocInsider Blog.
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Wer will schon Ärzte vom Handy aus bewerten? Irgendwie finde ich das blödsinn.
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