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Blogistan Panoptikum KW31 2008

druff3

verpeilt und druffIdeen kann jeder haben, aber in der Umsetzung liegt die Würze. Meint zumindest Derek Sivers, der dieser Tage seine Weltformel am O’Reilly Blog veröffentlichte. Ansonsten sind die Themen in dieser Woche Tod und Streit, also nicht gerade das fröhlichste Blogistan-Panoptikum aller Zeiten, dafür aber eines der längsten: Andrea Pininfarina verstarb, Kinder versterben angeblich an Überraschungseiern, Yatil streitet mit Oliver über die passende Webmontags-Organisationsplattform und Klaus streitet mit der Air Berlin über den Playboy.

Stryte der Woche: Webmontag Wien vs. Mixxt

Yatil will den Webmontag nicht auf Mixxt sehen, zumindest nicht die Wiener Version – und hat einen sehr ausführlichen Beitrag geschrieben, in der erklärt, warum er für offene Netzwerke und zugängliche Webseiten votiert; da kann man nix gegen sagen. Außer vielleicht, dass eine unglaublich lange und ausschweifende Diskussion über die passende Organisationsplattform für einen Event, den in Wien grade mal 30 Hanseln heimsuchen, ziemlich typisch ist für das selbstverliebte Über-Ego der Web 2.0 Szene. Aber vielleicht werden auch nur langsam alle unentspannter, weil’s mit den Investoren nicht mehr so recht klappen will… (Hey, ihr da draußen: wie wär’s mit dem 10. Localized Social Network?)

Trotzdem bin ich ja ein großer Freund der erhitzten Diskussion, nur leider leidet auch Yatil unter einem scheinbar typischen Syndrom der deutschen Blogosphäre: sobald die Diskussion interessant wird und/oder dem/der Autorin die Argumete ausgehen, dreht er – so schnell kannste gar nischt gucken – die Kommentarfunktion ab. I’m not loving it.

PS: Ich würd die Webmontag-Sache über Facebook abwickeln. Eine Gruppe und ein Event pro Webmontag – und gut is. Keine Extraanmeldung, super-accessible, leicht zu bedienen. Und dass die einzelnen Webmontage in verschiedenen Städten überhaupt nicht miteinander kommunizieren, seh ich nicht gerade als das erstrebenswerte Killer-Feature an.

Kindstod durch ein Überraschungseier

Die Kinderkommission des deutschen Bundestags hasst anscheinend ihre Schutzbefohlenen, deswegen will sie aufgrund des erhöhten Sicherheitsrisikos nun unter anderem das Wunderei verbieten:

Jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug solle verboten werden, heißt es nach Angaben der „Welt“ in einer Empfehlung gegen „Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag“. Dazu gehören nach Ansicht des Kommissionsmitglieds Miriam Gruß (FDP) auch Cornflakes mit Spielzeug. „Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln“, argumentiert sie. Konkrete Unfallzahlen mit verschluckten Plastikfiguren habe Gruß aber nicht vorgelegt, berichtet die Zeitung.

Wo sie recht hat, hat sie recht: ich konnte mit 5 noch nicht mal annähernd zwischen Lego und Manner Schnitte unterscheiden. Ständig hab ich Klötzchen gefressen und Burgen aus Waffeln gebaut…

Andrea Pininfarina verstorben

Andrea Pininfarina, (Auto) Designerlegende, verstarb am 7. August bei einem Autounfall in seiner Heimatstadt Rom. Pininfarina designte nicht nur so gut wie alle Ferrari, Maserati (und die meisten erfolgreichen Fiat) Modelle, seine Karosserie-Firma gehört zu den bedeutendsten Industriebetrieben Italiens. Der geniale Designer war mit seinem Vespa Scooter am Weg zur Arbeit, als er mit dem 78jährigen Giuliano Salmi kollidierte, der einem ausladendem LKW auswich und dabei die Vespa übersah. Pininfarina hinterlässt drei Kinder. Wer mehr über das Leben jenes Mannes nachlesen möchte, der unsere Vorstellung von Sportwägen stärker geprägt hat als jeder Großkonzern, findet auf der zugehörigen Mahalo Page einige spannende Links.

Ich lass mich doch nicht übersetzen

Seit kurzem übersetzt mloovi RSS-Feeds, und dazu müssen keinerlei indische Translatoren Überstunden machen: die Seite zapft einfach Google an, indem sie ein simples from-to-interface drüberstülpt. Eric Cartman würde vermutlich sagen „this is bullcrap“, denn was dabei rauskommt, entbehrt jeglichen Sinns, ist aber durchwegs unterhaltsam zu lesen, etwa mein Beitrag über meine Lieblingsgottheit:

In the year of polytheism not want such matters to be undertaken lightly taken shoulders. But if in doubt find a à la carte menu from which all the right order of courses for personal salvation rauspickt, I find all sympathetic than Dogmatismen: it does not have the body of Christ. In this respect I am also very pleased when John asked me if I was a review of my favourite deity for the polytheism blog written.

Nein, I’m not a review. Übersetzer müssen demnächst jedenfalls nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Zeit mir deine Chromosome…

…und ich sage dir dein Geschlecht. Oder zeig mir dein Browserhistory, das reicht nämlich auch. [via Helge] Das ganze ist kein Joke, sondern verwendet statistische Daten:

So what I did is I modified the SocialHistory JS so that it polled the browser to find out which of the Quantcast top 10k sites were visited. I then apply the ratio of male to female users for each site and with some basic math determine a guestimate of your gender. The math is really quite simple, I just take:
1 / (1 + r_1 * r_2 * … * r_n)
where p_i is the ratio of men-to-women for the specific site. For example, if you had been to two sites that had a 2-1 ratio of men to women, the probability of you being female would be:
1 / (1 + 2 * 2) = 1/5 = 20%

Alles klar? Helge, der alte Macho, ist zu 97% männlich. Ich dagegen bin privat zu 103% männlich und in der Arbeit fast eine halbe Frau (Kommt wohl daher, dass ich online immer so freundlich zu allen bin.)

D.el.i.cio.u.s we miss you

Nach harten Jahren des erfolglosen Versuchs, der eigenen Userbasis die originelle Punktierung der Domain beizubringen, hat delicious diese Woche schließlich das Handtuch geworfen: Die tastiest bookmarks on the web schauen ab sofort hübscher aus, werden von Symfony angetrieben – und sonst hat sich zum Glück nix geändert.

Die SEO-News der Woche

Eikyo bedankt sich bei Beeline Labs für nichts respektive für deren vollkommen überflüssige Community-Studi, Cpt. Sistrix zeigt Google-Trends auf und Janik führt einen aussichtslosen Kampf gegen Linkgeiz; das Anfangsstatement stellt die Sache allerdings gröbstens vereinfacht dar:

Google sieht, dass man auf gute Internetseiten verlinkt und deshalb die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass man selbst eine gute Seite hat, da man sich anscheinend auskennt.

Nene – so einfach isses nicht. G wertet die gesamt Linkstruktur aus; ansonsten würd’s ja reichen, mit einer neuen Seite auf heise, zdf und den deutschen Bundestags zu verlinken – und Boing. Tja, schön wär’s… auf Webdesign-In gibt’s zum selben Thema einen wesentlich differenzierteren Artikel. Eine kleine Anmerkung dazu: Page Rank Sculping wurde hierzulande grundsätzlich missverstanden… das macht nur Sinn in Kombination mit einer durchdachte Anti-Duplicate-Content Strategie: und in dieser Hinsicht gibt’s bei WP auch keinen Königsweg, es hängt rein davon ab, was man erreichen möchte: sollen die Kategorieseiten, die Tag-Übersichtspages oder doch die Einzelartikel die beste Platzierung abbekommen? Das kann man mit den Metatags noindex und nofollow wunderbar steuern… aber dazu werde ich demnächst einen Artikel posten.

Im Searchlab wurden einige interessante Beobachtungen zur neuen Suchmaschine Cuil getätigt, Malte Landwehrt misstraut völlig zur Recht Googles „objektiven“ Kreditvergleich und hat genau wie Tom Zeithaml ausgiebig mit Google Insights for Search gespielt. Am Techweblog gibt’s eine durchwegs fragwürdige Liste der Top 20 US Web 2.0 Seiten von Hitwise. Nach soviel virtueller Aufregung muss man sich ab und an auch mal in echt in Gesicht blicken: für die Schweizer SEOs organisiert Internet4You gerade einen Stammtisch. Sowas wär doch in Wiena auch mal nett…

Video der Woche: druff, druff, druff

Das Video der Woche habe ich von Pete gestohlen – wir beiden kennen das 3-Tage-wach Ding ja nur zu gut, seinerzeit von den Lagerhallen-House-Raves in Chicago anno 88:

Spieglein an der Wand, wer ist drei Tage wach? Hehe… da wird man doch gleich wehmütig 😛

Und was tut sich nächste Woche auf datenschmutz? Immer wieder montags gibt’s einen Artikel zum Zeitgeist-Thema Life Streaming, unser Lieblings SEO-Dog sucht neue SEO-Knochen am Mittwoch und am Freitag wird wieder gekocht. Schönen Restsonntag wünsch ich, wir lesen uns morgen.

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  1. […] gewaltig zulegen. Schwankende Gemüter konnten ihr soziobiologisches Geschlecht mittels Browser-Hisotry ermitteln, Webmontags-Organisator Yatil hatte keine rechte Freude mit Mixxt, das Barcamp am […]