cocktail rezepteDer Mensch lebt bekannt­lich nicht von fes­ter Nahrung allein: Experten emp­feh­len für einen aus­ge­wo­ge­nen Lebensstil reich­lich Flüssigkeit, die vor­wie­gend in Form von Wasser und abends der Abwechslung hal­ber auch mal als kon­su­miert wer­den sollte. In Zeiten medial hoch­sti­li­sier­ter Koma-Besäufnisse kann man die guten alten Bartraditionen gar nicht hoch genug hal­ten: ein kunst­voll vom Keeper hand­ge­fer­tig­ter Rausch ist mit dem Ergebnis der syn­the­ti­schen Alkopops kei­nes­wegs zu ver­glei­chen :mrgreen: Daher fol­gen an die­sem Rezeptfreitag statt eines Hauptganges drei Cocktail-Anleitungen aus mei­nem pri­va­ten Mixing-Repertoire, die Sie so in kei­nem Cocktailbuch fin­den wer­den: es han­delt sich schließ­lich um meine Eigenkreationen. Minderjährige bitte an die­ser Stelle nicht wei­ter­le­sen… Alkohol ist ganz übel, da kriegt man bloß Kopfweh am nächs­ten Tag.

Gehörten Cocktailbars im Europa der Siebziger Jahre noch zu den Exoten unter den Gastronomiebetrieben, so hat der Alko-Gourmet inzwi­schen die freie Wahl, mit allen Vor– und Nachteilen: auf jede exzel­lente kom­men min­des­tens 25 Wanna-be-Mixer, die nichts von ihrem Geschäft ver­ste­hen. Am bes­ten beur­tei­len lässt sich eine Bar anhand der Basics: ein ordent­li­cher Vodka Martini ver­rät mehr als tro­pi­sche Kreationen, und wer Fruchtsaft in den Mai Tai gießt, sollte ohne­hin in der –Akademie nach­sit­zen. Seit Jahren ist in Wien das First Floor am Schwedenplatz meine Lieblings-Barspot, her­vor­ra­gende Drinks bekommt man — eine gewisse Resistenz gegen Schnöseltum vor­aus­ge­setzt — auch in der Bar Italia auf der Mariahilferstraße, vor allem deren Asian mit selbst ange­setz­tem Ingwer-Gin kann einiges.

Anlässlich mei­ner Sponsion habe ich die Bartool-Grundausrüstung geschenkt bekom­men und diese seit­dem in veri­ta­blem Maße aus­ge­baut. Über den not­wen­di­gen Grundvorrat an Spirituosen ist viel geschrie­ben wor­den — das ein­zige wahre Barbuch für alle Puritaner ist aller­dings die Standardfibel von Charles Schumann: “American Bar. The Artistry of Mixing Drinks” ent­hält nicht nur geball­tes Mixing-Wissen, son­dern auch jede Menge kul­tur­ge­schicht­li­che Fakten rund um die Verfeinerung des Alkoholgenusses.

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Das gesamte Feld ist bekannt­lich ein wei­tes: von pick­sü­ßen Tropicals über herbe Gimlets bis zu sau­ren Shots reicht die Bandbreite. Wie wär’s zum Beispiel mit einem sau­ren data Gimlet (gut geeig­net auch als Aperitif), einem unan­stän­di­gen Dirt Shot (klas­si­scher “Dessertdrink”) oder einem “Little Man in the Boat”? (Sehr mainstream-tauglicher Allrounder). Viel Spaß mit mei­nen drei Eigenkreationen!

data Gimlet

  • 6cl Gin (ich bevor­zuge Bombay Saphire)
  • 2cl Zitronensaft, frisch gepresst
  • 2cl Limettensaft, frisch gepresst
  • 2cl Rose’s Lime
  • wei­ßer Kristallzucker

Den Rand einer Cocktailschale mit Zitronensaft befeuch­ten und das umge­drehte Glas auf den auf einem Teller aus­ge­brei­te­ten Kristallzucker drü­cken und ein wenig bewe­gen, sodass ein Zuckerrand ent­steht. Alle Zutaten mit *sehr viel Eis* in den Shaker geben, kräf­tig schüt­teln und *ohne Eis* durch ein Cocktailsieb in die vor­be­rei­te­ten Gläser abseihen.

Dirt Shot

  • 1cl dunk­ler Rum (eine kräf­tige Sorte, z.B. Myers)
  • 1cl Kahlua
  • 1cl Zimtliquer
  • 2cl Milch
  • 1 Messerspitze dunk­len Back-Kakao (ohne Zucker)
  • Zimt zum Garnieren

Alle Zutaten im Shaker auf Eis gut schüt­teln und mit einem ein­zel­nen Eiswürfel in ein Shotglas absei­hen. Ex!

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Little Man in the Boat

  • 3cl Vodka
  • 2cl Contreau
  • 2cl Malibu
  • 4cl Kokosmilch
  • 6cl Litschisaft
  • Alle Zutaten in den Shaker gie­ßen, auf reich­lich Eis shaken und in ein mit Eiswürfeln gefüll­tes Longdrinkglas absei­hen. Besonders stylish dazu: ein wei­ßer Strohhalm und fri­sche Kokosraspel als Garnitur.

    Wohl bekomms! Mein per­sön­li­cher Favorit ist übri­gens der bereits erwähnte Mai Tai (nach dem von Schuhmann, also bloß nicht mit Amaretto, son­dern mit Mandelsirup und *ohne* Ananas-Unnötigkeiten) und der alte Klassiker Cola Rum: auf 1 Glas den Saft einer frisch gepress­ten Limette, je nach Geschmack (und wei­te­ren Abendplänen) 4-8cl Rum (vor­zugs­weise Myers oder Ron Varradero), vor­sich­tig (schäumt!) auf­fül­len mit Coca (ganz wich­tig) Cola.


    Fotocredits:
    Titebild:
    Bar_2 von Narcosis / pixdelio.de
    2. Foto: bucu­rescu 0011 cock­tails von die_alex /pixelio.de
    3. Foto: Blue Hawai von Muelli75 /pixelio.de