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Sprach.Splitting: von GeschlechterInnen-DifferenzInnen

18.08.2008, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 18 Kommentare

binnen i Sprach.Splitting: von GeschlechterInnen DifferenzInnenIm Englischen hät­ten wir die­ses Problemchen nicht, eh klar: aber die Tschörmän Flexion zieht über­all einen Geschlechtslayer ein und unter­schei­det etwa zwi­schen Schornsteinfeger und Schornsteinfegerin. Weil ein wesent­li­cher Teil der Weltwahrnehmung ist, for­dern Femis schon lange eine inklu­sive Form, und weil die per­ma­nente Doppel-Aufzählung suckt, erblickte das soge­nannte (SchornsteinfegerIn) das Licht der Welt.

Denn Sexismen seien tief in der ver­wur­zelt, so die Befürworterinnen. Diese Sichtweise stößt aber auch bei vie­len Ladies auf wenig Begeisterung; das soge­nannte “” mache Texte schwe­rer les­bar und “häss­li­cher”, ist ein oft gehör­tes Argument, dass die wah­ren Probleme anderswo lägen ein weiteres.

Ich bin ja ein Kind der lin­ken Uni-Sozialisation, wo die Kategorie schon vor Jahren das bio­lo­gi­sche Geschlecht — zumin­dest nach dem Willen der ProtagonistInnen — ersetzt haben sollte. Im jour­na­lis­ti­schen Bereich (außer viel­leicht beim Standard, dort habe ich nie gear­bei­tet) ist das in .at meist uner­wünscht, hier auf daten­schmutz habe ich ja die Freiheit, selbst zu ent­schei­den. Bislang habe ich den ein­ge­scho­be­nen Großbuchstaben hier am Blog immer ver­wen­det, aber inzwi­schen geht’s mir damit wie mit man­chen Lebensmitteln, die man frü­her gern mochte, und die einem plötz­lich gar nicht mehr schmecken.

Von mei­ner hoch­ge­schätz­ten LeserInnenSchaft habe ich außer­dem spo­ra­disch Feedback zum Binnen-I erhal­ten, und zwar aus­schließ­lich nega­ti­ves… Und als Bernd mir letz­tens das Binnen-I be gone Plugin für Firefox zeigte, kam ein lan­ger Nachdenkprozess zu einem rapi­den Ende: kein mehr auf datenschmutz.

Falls jemand Lust hast, einen rever­ses zu schrei­ben ( come in), kann sie oder das ja gerne tun: da für die meis­ten Readers (haha, aus­ge­trickst) aber die Split-Form wohl eine per­ma­nente Annoyance dar­stellt, beuge ich mich gern den Wünschen mei­ner Leserschar und spre­che die magi­sche Formel:

Lirum larum lite­ra­ri­scher Stil /
weil das Ihnen nicht gefiel /
nimmt’s der Trainer aus dem Spiel.

Ich hätte ja ver­mu­tet, dass man sich irgend­wann so sehr dran gewöhnt hat, dass frü­her oder spä­ter eher das feh­lende I den Lesefluss stört… aber für Nicht-Muttersprachler erhöht es gewiss die Schwierigkeit. Und um mein femi­nis­tisch gepräg­tes Gewissen ein für alle­mal zu beru­hi­gen, frag ich an die­ser Stelle noch­mal nach:

Sorry, there are no polls avail­able at the moment.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 18 Kommentare zu "Sprach.Splitting: von GeschlechterInnen-DifferenzInnen" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • weirdsista Identicon Icon

    ich habe auch eine gespal­tene mei­nung zum binnen-I, ich ver­wende es manch­mal, aber auch nicht stän­dig. in mei­ner diplom­ar­beit hab ich z.b. bewusst drauf ver­zich­tet, weil es so sper­rig ist, den lese­fluss stört und oben­drein unnö­tig mehr zei­chen erzeugt.
    ich finde es ganz gut, wenn es da ist, aber es ist mir auch recht wurscht, wenn es nicht da ist. rein typo­gra­phisch gefällt es mir gar nicht. natür­lich könnte man argu­men­tie­ren, dis­kri­mi­nie­rung beginnt schon bei der spra­che. aber ich finde, es gibt weit­aus drin­gen­dere pro­bleme zu lösen als die­ses. weit­aus ärger­li­chere dinge, die mich als frau an der gesell­schaft stören.

    imho: solange frauen nach wie vor für den glei­chen job weni­ger geld bekom­men und die­ser unter­schied gerade in öster­reich im EU-durchschnitt beson­ders hoch ist, dann sollte man sich nicht mit lin­gu­is­ti­schem eier­tanz aufhalten.

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    Peter Identicon Icon

    Sorry aber die Argumentation ist etwas kurz­sich­tig. Mit der glei­chen “Richtigkeit” wie du, sage ich dann näm­lich: Solange Menschen nicht genug zum essen haben und auch die gibts in Öster­reich, sollte man sich nicht mit Gleichberechtigungs-Schnickschnack aufhalten.

    Solange immer nur von Abteilungsleitern, Chefs, Managern etc. und nie von Abteilungsleiterinnen, Chefinnen und Managerinnen gespro­chen wird, wird sich auch an der Gehaltsdiskrepanz wenig ändern. Das Problem ist dann im kol­lek­ti­ven Denken (und das pas­siert wei­test­ge­hend über Sprache) nicht repräsentiert.

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    ritchie Identicon Icon

    I woas ned. Ist mir viel­leicht auch ein­fach nur zu tugend­haft :???: Die Jambik inter­es­siert heut­zu­tage ja kei­nen mehr :mrgreen:

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  • Jana Identicon Icon

    Ich hätte gerne noch eine dritte Option in der Abstimmung:
    [x] Weiß nicht
    Ansonsten ver­wende ich das Binnen-I ab und an aus Trägheit (denn zum tippen/schreiben isses ein­fa­cher und platz­spa­ren­der zwei­fa­che Nennung in zwei Varianten), nehme es aber nicht immer gerne, weil es immer so betu­lich, so bemüht klingt. Außerdem ist es ung­ram­ma­ti­ka­lisch (ebenso wie Mag. mit hoch­ge­stell­tem a, das ich NIE ver­wende — wofür an ne Abkürzung noch was dran hän­gen?) und nicht aussprechbar.

    Am liebs­ten ist mit das ange­le­gent­li­che wech­seln zwi­schen männ­li­chen und weib­li­chen Formen; mal eben “Leserin” und dann wie­der “Leser” verwenden.

    Einfach fürs ab und zu mal wie­der drauf hin­wei­sen — is’ für mich kein Eierinnentanz, son­dern macht Späßin.

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    ritchie Identicon Icon

    Ja ja und ja. Das find ich auch, außer­dem weist man so eigent­lich immer wie­der mal auf die von Peter ange­spro­che­nen Indiskrepanzen hin… “rep­re­sen­ting the female form”, wie der Rapper sagen würde — aber def lie­ber ohne Binnen-Iin!

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  • markus Identicon Icon

    mah bitte,… geschlechterInnen-differenzInnen? sol­che ein­lei­tun­gen kom­men bei dem thema nor­ma­ler­weise nur von ganz, ganz komi­schen menschen.

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  • michi Identicon Icon
    michi sagte am 19. August 2008 um 1:44

    danke peter! ich kann das argu­ment schon nicht mehr hören, dass wir doch schlim­mere pro­bleme haben! pro binnen-i!

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    ritchie Identicon Icon

    Kann ja jeder auf sei­nem Blog hal­ten, wie sie mag. Aber hier wurde es geteert und gefe­dert, jeg­li­che Hilfe kommt zu spät!

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  • Peter Identicon Icon

    Wie viele Zugriffe hast du? Du kannst mir am Tag 100 Leute vor­bei­schi­cken und 9 Leute haben gevo­tet. So what? Das passt zu Max Beitrag über Postdemokratie.

    Natürlich kann es jede und jeder im eige­nen Blog hal­ten wie sie und er es wol­len — aber dann bitte nicht nur mit Pragmatismus und Lesefluss argumentieren.

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    ritchie Identicon Icon

    Ja, ja — die gute alte Conversion Rate. Die ist, was akti­ves Involvement betrifft, immer sehr niedrig.

    Aber mit dem Lesefluss kann man sehr wohl argu­men­tie­ren… mir ist der Flow wich­ti­ger als das Splitting, und ich bin da ganz Janas Meinung: ele­gan­ter isses, ein­fach ab und an nur die weib­lich Form zu ver­wen­den — und es erfüllt genau den glei­chen Zweck.

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  • Helge Identicon Icon

    Darüber hab ich auch schon geb­loggt, bin zu einem ähnli­chen Ergebnis gekom­men: http://www.helge.at/2008/03/wa.….-verwende/

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  • sofastar Identicon Icon

    Ich kann mich in letz­ter Zeit für die soge­nannte “kontra-intuitive” Schreibweise begeis­tern. Man schreibt hier dann sehr wohl von Managerinnen und Abteilungsleiterinnen, und natür­lich von Friseuren und Sekretären. Manchmal fällt das beim Schreiben schon gar nicht so leicht, und ich glaube, dass es auch so man­chen Leser über­ra­schen kann. Außerdem ist der abwech­selnde Gebrauch sehr ein­fach und stört den Lesefluss bedeu­tend weni­ger als zum Beispiel Stilblüten jener Eifrigsten, die z.B. ein “man” durch ein “mensch” erset­zen. Bei sol­chen Texten brau­che ich dann schon sehr viel Motivation, um sie auch zu Ende zu lesen…

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    ritchie Identicon Icon

    Ja, ganz dei­ner Meinung. Das ist defi­ni­tiv die ele­gan­tere Variante! :cool:

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  • Fritz Identicon Icon

    Irgendwie hatte ich mich bis­her nicht ange­spro­chen gefühlt von MitarbeiterInnen, Binnenmasjuskel hin oder her.
    Aber seit der Entdeckung des Aftermajuskels sehe ich das wie­der gelassener.

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    ritchie Identicon Icon

    Aftermajuskel… das klingt ziem­lich schmerz­haft! :mrgreen: Das Google-Tippfehler Feature wird schon wis­sen, was es tut :twisted:

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  • Ferdi Identicon Icon

    Wer sich für die Differenzen und Gleichheiten der Geschlechter inter­es­siert, ist herz­lich auf mei­nem Blog willkommen.

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  • sofastar Identicon Icon

    Bekomme beim Betrachten die­ses Beitrages eine Fehlermeldung: “Stack over­flow at line: 871″. Browser: IE7 unter Windows XP SP3… Just to let you know.

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    ritchie Identicon Icon

    Hi, thx für den Hinweis! Dürfte von CommentLuv gekom­men sein, das ich test­weise mal akti­viert habe, das aber eh nicht funk­tio­niert, sollte wie­der ohne stack-overflow Meldung hinhauen.

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