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Blogistan Panoptikum KW36 2008

14.09.2008, geschrieben von , Keine Kommentare

lhctube Blogistan Panoptikum KW36 2008Gerald hat (genau wie ich) kei­nen Bock auf , Marcel und Helge glau­ben an den Erfolg von G’s jüngs­tem Spross. Die Zeit wird’s wei­sen, denn Monopol-Bedenken haben im Zeitalter gren­zen­lo­ser Web 2.0 Euphorie schein­bar für immer aus­ge­dient. Da wünscht man sich doch direkt die gute alte M$-Dominanz zurück, denn IE war im Vergleich zum Evil Empire ja ein rei­ner Ausbund an Harmlosigkeit… aber zurück zu erfreu­li­che­ren Themen. Must-Read der Woche: der ars elec­tro­nica Rückblick von Max. Mich hat mein Kroatienurlaub vom Besuch in Linz abge­hal­ten, und ich muss sagen, frisch gegrill­ter Branzino ist mir ohne­hin lie­ber als ein Aspik-Kuchen aus den Resten von Schönheits-OPs, aber es sieht ganz so aus, als wär wie­der ein wenig Radikalität ins Festival ein­ge­zo­gen — gut so! Die letz­ten Jahre hat­ten ja immer sowas unfrei­wil­lig Retrospektives an sich.

They call him the large Collider

Georg outet sich als Fan des Large Hadron Collider — kein Wunder, denn die Welt der kleins­ten Teilchen grenzt an . Die Kosten des CERN wer­den ja viel­fach kri­ti­siert, aber ich bin da ganz Georgs Meinung: wer schon genau weiß, was er fin­den will, kann sich die Suche gleich spa­ren — und der Kollateralnutzen ist kei­nes­wegs zu unterschätzen:

Zudem hat extreme Forschung immer wie­der Erkenntnisse gebracht, die ander­wei­tig zum Einsatz gekom­men sind. Computertomographen, das Web sind nur zwei Beispiele, was bis­lang als “Nebenprodukt” am Cern erfun­den wurde. Was die­ses Mal her­aus kom­men wird, weiß man noch nicht. Außerdem: Wenn man das vor­her schon wüsste, bräuchte man den gan­zen Zirkus nicht aufführen.

Georg hat dazu einen sehr sehens­wer­tes Video-Interview mit einem Experten für unvor­stell­bar große Datenmengen geführt:

Wer tie­fer ins Thema ein­tau­chen möchte, dem lege ich Anton Zeilingers Einsteins Spuk: Teleportation und wei­tere Mysterien der Quantenphysik Blogistan Panoptikum KW36 2008 ans Herz: der Wiener Teilchenphysiker erklärt in bes­ter Richard-Feynman-Tradition, warum Teilchen heut­zu­tage nicht mehr ent­deckt wer­den: in der Tat schei­nen sie häu­fig erst dann zu exis­tie­ren, wenn sie vor­her “berech­net” wur­den — pure magic eben!

Von Kot– und Code-Beurteilungen

Ernährungsberaterin Sascha Walleczek beur­teilt gerne Kot und hat dafür eine stan­dar­di­sierte Vergleichstafel. (“Ist die Wurst eher hell– oder dun­kel­braun?”) IT-Menschen beur­tei­len lie­ber Code, und dafür gab’s bis­lang kei­ner­lei stan­dar­di­sier­tes Verfahren, doch das ist Geschichte. Hinkünftig ein­zig vali­des Kriterium: WTFMs, die “What the fucks per minute” — danke Focus Shift! Über­haupt sind die neuen Cartoons schwer zu emp­feh­len: thx an Dan für den Hinweis:

wtfm Blogistan Panoptikum KW36 2008

–News der Woche

Der Wegfall sämt­li­cher Gratis-SMS-Features scheint der Popularität Twitters bis­lang wenig Abbruch getan zu haben — der Microblogging-Service erfreut sich unge­bro­che­ner Wachstumsraten, wäh­rend identi.ca trotz über­le­gen­der dis­tri­bu­ier­ter Netzwerk-Architektur nicht so rich­tig aus den Startlöchern zu kom­men scheint.

Das wär übri­gens *die* Chance für Bleeper, den kürz­lich gestar­te­ten deutsch­spra­chi­gen Twitter-Clon: OpenID und OpenSource sind nice-to-have, wer­den aber kei­nes­wegs über den Markterfolg des Service ent­schei­den. Ich frag mich ja, warum es so frea­king schwie­rig ist, einen Partner im MoFu-Bereich zu fin­den: das Relaying von ein paar 100k SMSen kann für T-Mobile doch keine Problem sein… und brächte inner­halb der Opinion-Leader Web 2.0 Community einen wesent­lich bes­se­ren Image-Turnaround als 20 gespon­serte Elektronik-Festival, und das noch dazu ganz ohne unsym­pa­thi­sches Over-Branding.

Ich hab übri­gens heute mal wie­der auf­ge­räumt — wie Max schon mal so tref­fend bemerkt hat, ist Twitter eine wun­der­bare Traffic-Quelle, aller­dings bin ich ein Freund der Reziprozität: you tweet, I fol­low und vice versa. Direct Messages kann man ja bekannt­lich nur an eigene Followers ver­schi­cken, und das kann manch­mal ganz schön ner­ven — ich sehr Twitter eher als Kommunikations– denn als Informationstool, und wenn ich auf ein inter­es­san­tes Tweet nicht rea­gie­ren kann, dann will ich’s erst gar nicht lesen… also “folge” ich in Zukunft aus­schließ­lich den Usern, die mir auch fol­gen. Und wer meine Updates lesen möchte, die/der bekommt selbst­ver­ständ­lich ein Follow zurück.

SEO-News der Woche

Die Preise für SEO-related Domains befin­den sich im unge­brems­ten Höhenflug — wie Gerald Steffens auf Seo.de (die URL war für die neuen Besitzer auch nicht grade eine Okkasion) berich­tet, hat die Artaxo AG für Suchmaschinenoptimierung.de flo­ckige 84.000 Euro hin­ge­legt — das klingt nach einer Menge Kohle, erscheint mir per­sön­lich aller­dings als loh­nende Investition: denn sogar in Öster­reich kom­men immer mehr große Unternehmen so nach und nach drauf, dass AdWords-Schaltungen im Vergleich zu SEO-Maßnahmen ein teu­rer und rela­tiv unnö­ti­ger Spaß (mit Ausnahme von Kurzzeit-Kampagnen) sind.

Befreiphone gewin­nen: Ein iPhone mit Simlock hat den scha­len Geschmack von lau­war­mem alkfreiem-Bier. Wer sein küh­les Blondes lie­ber klas­sisch mag, hat noch einige Tage Zeit, beim Befreiphone-SEO-Contest von Blogschrott 2.0 mit zu machen: wer mit dem Keyword Befreiphone am 17. September auf Platz 1 steht, darf künf­tig mit Apfelgeschmack datafonieren.

TLDs: Torsten spe­ku­liert über Domainendungen und kommt zu einem kei­nes­wegs zutref­fen­den Ergebnis:

Der etwaige Bonus den man­che Suchmaschinen für bestimmte Endungen ver­ge­ben ist eigent­lich mar­gi­nal, sprich man kann ihn durch andere Komponenten recht gut ausgleichen.

Oink… so sim­pel ist’s kei­nes­wegs, denn die ange­führ­ten “Gegenbeispiele” sind im jewei­li­gen Index auf­grund der Geo-IP-Lokalisierung so gut ver­tre­ten. Also ein klein Wink mit dem TLD-Zaunpfahl: die Endung in Kombination mit dem län­der­spe­zi­fi­schen IP-Subnet macht das Kraut fett! Und Ausgleichen kann man SEO-Nachteile gene­rell nicht, es sei denn, die Konkurrenz schläft und das Keyword wohnt in der berühm­ten Nische…

Vermischtes: Reiffix unter­stellt RottenNeighbor einen genia­len Marketingfeldzug (ich muss geste­hen, der Gedanke kam mir eben­falls), das SEO-Handbuch fragt, ob Big womög­lich seine Kernkompetenz Suche ver­nach­läs­sigt (dabei ist die KK doch längst die Vermarktung von Adwords/-sense) und am abge­fahrn Satire Blog fin­det Möchtegern John-Chows end­lich die ulti­ma­tive Anleitung zum Reichwerden “mit dem längs­ten”. Schlechte News übri­gens für SEO-Twitterer: ab sofort gibt’s am Profil bloß noch einen nofollow-Link — das wird Spammer aller­dings eben­so­we­nig von der Registrierung ihrer Accounts abhal­ten wie das stan­dard­mä­ßige nofol­low von WordPress-Kommentaren.

Video der Woche

Völlig wie­der Erwarten gibt es doch Personen, die Werner Faymann wäh­len — und zwar die St. Pöltner Krocha. So hat eben jeder Möchtegern-Bundeskanzler die Fans, die ihn ver­die­nen. Ob sich die Jungs alle fünf Punkte des Programms mer­ken kön­nen, steht indes auf einem ande­ren glat­ten Blatt.

0 Blogistan Panoptikum KW36 2008

PS: Wer noch nicht weiß, was Krocha sind, sollte sich den Text die­ses instruk­ti­ven Lehrvideos “reinziehen”:

0 Blogistan Panoptikum KW36 2008

So denn… das war’s auch schon wie­der. Ich werd jetzt mal begin­nen, meine 500 Kroatien-Fotos zu sor­tie­ren (Wie sind wir frü­her bloß mit einem 24er Film aus­ge­kom­men?) . Der fri­sche, gegrillte Branzino fehlt mir übri­gens schon jetzt! Bleibt mir also nur mehr, Ihnen, hoch­ver­ehrte Leserin, einen erfreu­li­chen Restsonntag zu wün­schen: wir lesen uns morgen.

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