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Blogistan Panoptikum KW38 2008

28.09.2008, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 1 Kommentar

Wochenrückblick #38Öster­reich wählt gerade jetzt (Deinetwegen!), end­gül­tige Ergebnisse wer­den auf­grund der Briefwahlverzögerung erst in einer Woche fest­ste­hen — “heast, kenna de ned mit Ih-Mehl wöhn?”. A pro­pos: die von mir an die­ser Stelle kürz­lich erwähn­ten Wahlplakat-Persiflagen stamm­ten und stam­men noch immer von Raketa.at, der mei­ner Meinung nach schwer genial relaunchte Falter ließ mir diese Information soeben zukom­men. Dass die Blogosphäre aus einer klei­nen Gruppe von “Spinnern” besteht, die gerade mal für unter 20% der Bevölkerung reprä­sen­ta­tiv sind, zeigt sich deut­lich an der Aktion Endorsement 08 — die wäh­len ja alle grün oder gelb!

Zum Thema Grün und Kleinunternehmer fällt mir dazu noch eine kleine Anekdote ein: zur letz­ten Wahl lie­ßen die Grünen auf die Schnelle von ihrer Agentur Microstars bauen, eine Plattform für Einzel– und Kleinunternehmer, die der Vernetzung die­nen und einen schaf­fen sollte. Direkt nach der Wahl war das Projekt nicht mehr inter­es­sant, in den letz­ten Wochen ist dem einen oder ande­ren Grün-Funktionär dann wohl wie­der ein­ge­fal­len, dass die Seite exis­tiert — und jetzt steht bei den News lau­ter Parteiwerbung drin, die ein­zi­gen Events sind “Grüne Tische”. Das ärgert mich maß­los, denn der nach­hal­tige Betrieb einer sol­chen Plattform wäre hoch­gra­dig sinn­voll — aber ein die­ses Projekt als Wahlzuckerl zu laun­chen und dann lang­sam ver­re­cken zu las­sen ist ein­fach nur pein­lich, unwür­dig und zeigt, wie ernst es den Grünen mit der Förderung klein­be­trieb­li­cher Strukturen und dem Einsatz neuer Medien wirk­lich ist: aber von Wirtschaftssimulationen soll­ten Alexander van der Bellen als Volkswirtschaftler ja aus­rei­chend Ahnung haben. (Ich hab mich sei­ner­zeit sogar gleich nach dem Launch regis­triert und bis­lang beacht­li­che 0 Anfragen bekom­men. Der bes­ten gra­fi­sche Prognosekommentar zum Ergebnis stammt jeden­falls von Meister Tex.

Bailout-Plan

Wer sich über die Lehmann Brothers, den Handel mit im wesent­li­chen unge­de­ckel­ten Derivaten und andere Absonderlichkeiten des Finanzmarktes auch nur mehr wun­dert, dem sei ein aktu­el­ler Artikel auf The Drama Show 2.0 emp­foh­len — denn wäh­rend in Europa respek­tive ganz beson­ders in .at staat­li­che Investments in Pleite-Unternehmen an der Tagesordnung ste­hen, sorgt diese Vorgehensweise bei den tra­di­tio­nell wesent­lich libe­ra­ler ori­en­tier­ten Amerikanern aller­orts für Kopfschütteln:

My bailout plan is desi­gned to ensure that the indus­try remains fun­da­men­tally sound for years to come. Here are the three com­ponents: A federal-backed invest­ment vehi­cle which will buy unmo­ne­tiz­able adver­ti­sing inven­tory. Since adver­ti­sers aren’t wil­ling to buy enough toxic adver­ti­sing inven­tory because of con­cerns about ROI, the federal govern­ment will pro­vide an invest­ment vehi­cle that play­ers like and YouTube can sell their inven­tory to at a discount. […]

Lassen Sie sich nicht fektern!

Der Slogan gefällt mir — auf Überwachungsstaat.at gibt’s ein net­tes Video, lei­der ohne O-Ton: Aktionismus ganz nach mei­nem Geschmack:

Die Innenministerin will nur unser Bestes — unsere Fingerabdrücke, Personendaten, DNA-Abstriche, Informationen über per­sön­li­che Kontakte und viel mehr. Natürlich nur zum Schutz der Bevölkerung. Um sie zu unter­stüt­zen, stell­ten wir uns ges­tern in Wien auf die Straße und sam­mel­ten unter dem Slogan “Lassen sie sich fek­tern!” genau diese Datensätze ein — inklu­si­ver der Genehmigung, besagte Daten wahl­weise an die Innenministerin oder gleich an die ÖVP wei­ter­ge­ben zu können.

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News der Woche

traf­ficmaxx hat das Befreiphone gewon­nen und Google freut sich über tau­sende neue Seiten, Torsten Maue erklärt die Limitationen des Backlink-Aufbaus via Blogkommentar (lus­ti­ger­weise glau­ben viele Blogger ja nach wie vor, jeder Kommentar mit kom­mer­zi­el­lem Hintergrund sei wert­los und ver­ach­tens­wert) und Sistrix erfreut die Netzgemeinde mit einer top-aktuellen Google-Datacenter IP-Liste. Die Wiener Medienmesse hab ich diese Woche auf­grund eines spon­ta­nen Anfalls von Domain-Einkaufslust aus­ge­las­sen, aber ich ver­mute mal ganz stark, dass ich kei­ner­lei –Bekanntschaften ver­passt hab.

Cookie.Killaz: Affiliates vor dem Aus? Nein, so tra­gisch ist es nicht, aber dras­ti­sche Über­schrif­ten erlan­gen erfah­rungs­ge­mäß mehr Aufmerksamkeit. Tatsächlich aber wird die Funktion neue­rer Browser, Cookies bei jedem Beenden auto­ma­tisch zu löschen, für einige Einsatzeinbußen sor­gen und auf mit­tel­fris­tige Sicht zu einem Technologiewandel füh­ren. Denn wenn das Cookie am nächs­ten Tag fehlt, dann gibt’s auch keine Provision für den Einkauf. Minutenlohn beschreibt die der­zei­ti­gen Tracking-Alternativen.

Neuer Pagerank? Der devi­ante Matt Cutts wei­gert sich hart­nä­ckig, auf Blogger.com umzu­stei­gen. In sei­nem *word­press blog* lie­ferte der Spekulationsfutter für ein in Kürze bevor­ste­hen­des Pagerank Update, das auch tat­säch­lich gerade über die Bühne geht. Tja, schade um die vie­ler 6er. Fünf, nicht bestan­den, set­zen! :mrgreen:

wpAFFI: ganz ein­fach Versteckspielen: Sergej Müller, Entwickler des gebe­ne­dei­ten WP–, stellte diese Woche sein neues Plugin vor: wpAFFI setzt auf Simple is beau­ti­ful und zeigt vor, wie man Affiliate-Links voll­kom­men unin­trusiv, ohne Wartungsaufwand und Backend-Optionen am ein­fachs­ten ver­ste­cken kann.

Keyword-Recherche: Mitfighten bei der Riesterrente oder und pri­va­ten Krankenversicherungen, oder doch lie­ber auf –Keywords opti­mie­ren? Torsten hat dazu ein paar inter­es­sante Über­le­gun­gen ange­stellt, die sich jeder ange­hende Internet-Millionär unters Kopfkissen legen sollte.

Video der Woche: Es ist suboptimal!

Auf uiuiuiuiuiuiui.de ver­öf­fent­licht Manuel seit einer gan­zen Weile jeden Freitag ein impro­vi­sier­tes Lied, des­sen Text und Melodie völ­lig spon­tan ent­ste­hen — ich bin erst vor kur­zem auf die Serie gesto­ßen und finde den Track Es ist sub­op­ti­mal (doch es ist das Internet) ein­fach nur groß­ar­tig — viel Vergnügen!

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Damit wären wir auch schon wie­der durch mit dem Wochenprogramm — ich nutze die kurze Regenpause, um mich auf mein Bike (das moto­ri­sierte) zu schwin­gen und eine ent­spannte Herbstrunde über den zu dre­hen. Ladies and Gentlemen, bereuen Sie Ihre Wahlentscheidung(en) nicht — wir lesen uns am Montag!

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