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Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha

24.09.2008, geschrieben von , 12 Kommentare

illu gerrytheking 1222179376 Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha Wer das neu­este BMW-Sportwagenmodell, einen neuen Apple-Rechner oder ein ande­res Produkt, für das bereits a priori gro­ßes Interesse herrscht, viral bewer­ben will, hat leich­tes Spiel. Wesentlich schwie­ri­ger wird die Implementierung und Durchführung einer vira­len Kampagne aber, wenn man in einem ver­gleichs­weise über­sät­tig­ten Markt agiert und produkt-intrinsisches Interesse nicht als pri­mä­rer Motor des Interesses her­hal­ten kann. Sehr gelun­gen finde aus die­sem Grund die aktu­elle –Kampagne mit Gerry the King: seit Wochen sorgt der “letzte Krocha” im Social Web für : ob er eine Frau sucht, die öster­rei­chi­schen Wahlen kom­men­tiert oder den Vaamummtn auf ihren Krocha-Diss ant­wor­tet, Gerry der King stellt Krocha-Käppi und Palästinensertuch in den Dienst des öster­rei­chi­schen Mobilfunkproviders Telering. Der neue “Bam Oida Tarif” wird näm­lich — und das ist eine unge­wöhn­li­che Neuigkeit am an sich recht kon­ser­va­ti­ven öster­rei­chi­schen Markt — aus­schließ­lich online und viral bewor­ben. Verantwortlich für die Umsetzung sind die öster­rei­chi­sche Agenturen a-linea und JMC. (Kreativ-Team: Florian Schütz, Johannes Mantl, André Höschele).

Der neue Spot, online seit Mittwoch, hat hohen Aktualitätsbezug: im Hinblick auf die bevor­ste­hende Nationalratswahl stellt Gerry das poli­ti­sche Programm der ÖKP (Öster­rei­chi­sche Krocha Partei) vor:

0 Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha

Begonnen hat die Kampagne mit dem Spot “Krocha sucht Frau pt. 1″ — nota bene: zu die­sem Zeitpunkt war kei­nes­wegs ersicht­lich, dass es sich bei Gerry um eine Kunstfigur han­delt: a-linea hat die Flut an äußerst belieb­ten Krocha-Videos auf Youtube äußerst smart genutzt, um King Gerry glaub­wür­dig in der Szene zu plat­zie­ren, was sich übri­gens auch daran zeigt, dass nach wie vor viele Zuseher den­ken, Gerry würde von Telering bloß gespon­sert. Relevantes Element: gleich im ers­ten Video wur­den Kontaktadresse und Telefonnummer unter­ge­bracht, um die Kampagne inter­ak­tiv zu gestalten:

0 Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha

Besonders gut gefällt mir der dritte Teil, indem Unglücksrabe Gerry auf äußerst amü­sante Weise verunfallt:

0 Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha

Der bewor­bene “Krocha-Tarif” nennt sich Bam Oida!, ist in limi­tier­ter Auflage ver­füg­bar und wird auf der Landingpage Bamoida.cc beworben:

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Ergänzend wer­den auf DerletzteKrocha.at Comics mit Gerry in der Hauptrolle ver­öf­fent­licht und selbst­ver­ständ­lich betreibt Gerry auch einen eige­nen Channel auf youtube. Was mir an der Kampagne so gut gefällt, ist die kon­se­quente Online-Umsetzung unter Verzicht auf jeg­li­che Online-Werbemittel. Dass a-linea ganze Arbeit geleis­tet haben, zeigt sich allein daran, dass ich die erste Serie von Krocha-sucht-Frau Videos gleich mehr­fach von diver­sen Bekannten und Krocha-Afficionados zuge­schickt bekom­men habe. Florian Schütz (Geschäftsführer a-linea), André Höschele(a-linea) und Johannes Mantel (JMC) haben mir einige Fragen zur Kampagne “Der Letzte Krocha” beantwortet.

daten­schmutz: War es schwie­rig, Telering von der rein vira­len Bewerbung des neuen Tarifs zu überzeugen?

Florian Schütz: Absolut nicht, Telering hat die stra­te­gi­sche Relevanz der Spots für die anvi­sierte Zielgruppe sofort ver­stan­den. Das Tarifmodell ist ja per­fekt fürs Internet geschaf­fen. Wir hat­ten größte Freiräume bei der Umsetzung und den­ken dass diese auch not­wen­dig sind um schnell und hoch­fle­xi­bel auf User-Feedback rea­gie­ren zu können.

?: Habt ihr die Clips pri­mär über Youtube gesee­det und bewor­ben, oder erfolg­ten zusätz­li­che flan­kie­rende Maßnahmen?

Johannes Mantl: Um der Kampagne zu Beginn einen Boost zu ver­schaf­fen, haben wir flan­kie­rende Maßnahmen in Foren und WEB 2.0 Plattformen gesetzt. Ansonsten glau­ben wir aber daran, dass eine gute und wit­zige Story letzt­end­lich von selbst funk­tio­niert. Sie muss sich im Web behaup­ten, oder die war eben schlecht.

?: Was sind für euch die ent­schei­den­den Erfolgskriterien für eine virale Kampagne?

André Höschele: Eine erfolg­rei­che virale Kampagne pro­gnos­ti­ziert die Antworten von freien, mün­di­gen und kri­ti­schen Menschen bereits im Vorfeld und baut diese in den wei­te­ren Verlauf der Kampagne ein. Sie muss fle­xi­bel auf Meinungsänderungen und aktu­elle Tagesgeschehnisse rea­gie­ren, ohne dabei die Ziele der Auftraggeber aus dem Auge zu ver­lie­ren. Dazu ist sowohl Fingerspitzengefühl für die Zielgruppe als auch ein brei­tes und tie­fes tech­ni­sches Wissen notwendig.

?: Wie seid ihr mit dem bis­he­ri­gen Verlauf von Gerrys Krocha-Karriere zufrie­den und wel­che Rückmeldungen habt ihr von “Heiratswilligen” Krocharinnen auf die ers­ten Clips bekommen?

Johannes Mantl: Es haben sich viele Frauen und ein paar Männer gemel­det. Von Sexangeboten bis zu seriö­sem Interesse ist alles dabei, davon waren wir selbst über­rascht. Gerry konnte sich bis dato noch für nie­man­den ent­schei­den frog5 Lässige Viralkampagne: Der letzte Krocha Ein ent­spre­chen­der Clip würde Gerrys Motivation natür­lich steigern.

?: Welche Rolle wird vira­les in Zukunft am öster­rei­chi­schen Markt eurer Einschätzung nach spielen?

Florian Schütz: Ich denke, dass die Rolle immer grö­ßer wird. Besonders die junge Generation ist nur über sol­che Wege nach­hal­tig zu errei­chen. Interessanterweise legen virale Kampagnen die Macht in die Hände der Konsumenten. Nur was unter­hält wird beach­tet und aktiv wei­ter­ge­ge­ben. Passives Konsumieren ist out! Seeding hilft um Zugriffszahlen zu Beginn einen Boost zu ver­schaf­fen, lang­fris­tig ent­schei­den aber die Inhalte.

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