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Blogistan Panoptikum KW41 2008

19.10.2008, geschrieben von , 6 Kommentare

secondweb 1224407795 Blogistan Panoptikum KW41 2008Georg freut sich über seine brand­neue D90, Gerald schreibt über die Nominierung von Google für die Big Brother Awards, Max prä­sen­tiert Menschen aus Lego und Peter weist auf eine Veranstaltungsreihe des IKW zum Thema geis­ti­ges Eigentum hin. Für mich war die Woche sehr erfreu­lich, das ESET Gewinnspiel erfreut sich zahl­rei­cher Teilnehmer und die Blogcatalog Gruppe flo­riert. Mein Videosetup krieg ich lang­sam auch in den Griff, also werd ich mich nächste Woche wie­der dem Running Gag Redesign wid­men. Und weil das noch län­ger dau­ern könnte, hat der heute hier offi­zi­ell sei­nen Logodienst ange­tre­ten frog6 Blogistan Panoptikum KW41 2008

The Second Web

Ein 16jähriger Öster­rei­cher baut gerade The Second Web, ein neues Internet im Internet mit eige­nem DNS-System und “Browser im Browser”, das aller­dings auch aus dem “nor­ma­len” Netz erreich­bar ist, siehe z.B. Facebook im Second Web [via Speyburn]. Das klingt alles nur auf den ers­ten Blick extrem absurd (aber schon allein dafür müsste man das Projekt unter­stüt­zen), aller­dings weiß Julian ganz genau, was er da tut:

The main idea about the “Second Web” is to create a new, excit­ing way of adver­ti­sing. We know that The Second Web would never replace the first one, because it’s based on it. So all we’re doing is sel­ling vir­tual “domains” on a sur­real Second Internet.

In der Tat ist das Projekt gut mit der Million Dollar Homepage oder dem Million Dollar Wiki ver­gleich­bar: und der kurz­fris­tige Hype funk­tio­niert, seit dem Launch im September wur­den 5.000 (!) Domains ver­kauft und zahl­rei­che Berichte in Mainstream-Medien ver­öf­fent­licht. Was wie­der mal zeigt: mit der rich­ti­gen Storyline lässt sich ein alter Gag erfolg­reich reak­ti­vie­ren. Garantiert wird die Uptime des 2nd Web für min­des­tens fünf Jahre — ich frage mich, ob Google die “Domainadressen” in der Form http://www.thesecondweb.net/browse:Das-Auto.com über­haupt indi­ziert (der Doppelpunkt!), aber das raus­zu­fin­den, ist mir alle­mal 20$ wert: datadirt.net, datenschmutz.net, ritchie.web und seo.us gehö­ren mir frog6 Blogistan Panoptikum KW41 2008

SEO-News der Woche

Im SEO-Handbuch wird erklärt, wie man auch nach erfüll­ter Mission nicht arbeits­los wird (nennt sich xTen­ded SEO), Searchlab hat her­aus­ge­fun­den, wo der Feuerfuchs wohnt und der Webstandard hat eine kleine, aber umso fei­nere Liste deutsch­spra­chi­ger SEO-Seiten zusam­men­ge­stellt.

Verlink-Schweinereien: Das Blog ist da, und keine Sau ver­linkt? Dann wird’s Zeit für Reiffix’ 12 Tipps für mehr Links, von supa­s­auba bis särrr schmützig:

Der Urvater aller schmut­zi­gen Methoden: Spam. Glaube dazu braucht man nicht mehr sagen, ver­sende dei­nen Artikel an Blogger, nerve was das Zeug hält, die Quote der Verlinkung wird gering sein, aber ein paar wer­den den­noch drauf ansprin­gen. Merke, auch nega­tive Links sind Links.

Die Flucht aus Akismet: Gerald beschreibt seine Begegnung der drit­ten Art mit dem Akismet Support und wider­legt die alte These “Einmal im Spamfilter, immer im Spamfilter”:

Akismet gibt Usern i.d.R. eine zweite Chance, wer die obige Antwort genau liest, der sieht aber auch, es gibt wohl keine dritte Chance. Also sorg­sam auf­ge­passt, andern­falls war es das mit dem lus­ti­gen Kommentieren oder Trackbacken. Wer z.B. glaubt er könne frisch durch die Gegend track­ba­cken, ohne einen Link oder Bezug zur Zielseite im eige­nen Artikel zu haben, der wird dank Akismet schnell eines Besseren belehrt.

für Dummies: Torsen hat ein eBook zum ergie­bi­gen Thema “Xing rich­tig ein­set­zen” geschrie­ben. Auch wenn ich mich dem Beschreibungstext Nirgends sonst fin­det man eine solch geballte Ladung an Entscheidungsträgern. kei­nes­wegs anschlie­ßen kann: für Xing-n00bs ste­hen da ein paar wert­volle Tipps drin, spe­zi­ell in punkto Profilerstellung.

Finanzkrise: Calcanis hat keine Angst

Eleganter als Jason Calcanis im Guardian könnte man die Auswirkung der Welt-Finanzmarkt-Krise aufs Online-Marketing nicht cha­rak­te­ri­sie­ren. Seit Jahren erkläre ich mei­nen Kunden, die häu­fig glau­ben, dass “Zuseherquoten” und “Auflagen” die har­ten Währungen seien, dass kein ande­res Medium genauer mess– und aus­wert­bar ist als das Internet — und unter ande­rem auch aus die­sem Grund einen extrem effi­zi­en­ten Einsatz von Marketing-Budgets erlaubt:

Companies are going to have to get pro­fi­ta­ble, break even or go away. The down mar­ket favours the small two-, three-, four-person com­pany, not the huge com­pany with 100 people losing half a mil­lion dol­lars a month. The big com­pa­nies are going to have to sell off their assets. You’ll see Yahoo pro­bably sell 10 or 20 com­pa­nies they bought, you’ll see lay­offs. It will be a flat mar­ket for years. But the inter­net will do well in terms of adver­ti­sing, because when the mar­ket goes down, people want mea­sura­ble adver­ti­sing, and the inter­net is the most mea­sura­ble, –based adver­ti­sing. Newspapers, maga­zi­nes, radio and tele­vi­sion and out­door adver­ti­sing will suf­fer the most; and the inter­net will actually suf­fer the least. So it’ll actually be good, long-term, for the internet.

Lob der Prokrastination

Sascha Lobo und Kathrin Passig haben im Rowohlt Verlag ein schö­nes Büchlein ver­öf­fent­licht: Dinge gere­gelt krie­gen — ohne einen Funken Selbstdisziplin Blogistan Panoptikum KW41 2008 besticht schon durch den Klappentext:

Ein Trostbuch für Betroffene: Wer pro­kras­ti­niert, ist nicht nur nicht krank, son­dern oft nur ein klei­nes Bewusstseinsschrittchen vom Glück ent­fernt. Das meiste, was uns drän­gend im Nacken sitze, sei näm­lich gar nicht wert, beach­tet zu werden.

Time to clean out the clo­set — die FAZ hat ein lesens­wer­tes Interview mit dem Autorenduo ver­öf­fent­licht, in dem mit gän­gi­gen kul­tur­pes­si­mis­ti­schen Klischees ordent­lich auf­ge­räumt wird:

[…]Phaidros habe mit der Erfindung der Buchstaben Schein statt Weisheit ver­brei­tet. So geht es heute mit dem Internet, einer Kulturtechnik von ähnli­cher Größe wie Buchstaben. Das Geplärre ist kaum mehr zu ertra­gen. Natürlich för­dert das Netz die Prokrastination, ebenso wie Bücher, Filme, Strickmode zum Selbermachen, Sport und die Kapernernte; alles, was gut und rich­tig ist, för­dert die Prokrastination, weil es Beschäftigungsvolumen absaugt von den doo­fen, läs­ti­gen Dingen.

Ich hab mir das Büchlein grad bestellt… klingt sehr unterhaltsam.

Video der Woche

Beim Wordcamp in New York prä­sen­tierte Matt Mullenweg einen Ausblick auf das ab November ver­füg­bare 2.7. In der Pipeline sind jede Menge Neuerungen: das Admin– wird hüb­scher und mäch­ti­ger, eine API erwei­tert die Anbindungsmöglichkeiten an Drittservices und und und… WP-Blogger dür­fen sich freuen!

Please enable Javascript and Flash to view this Viddler video.

Und das wär’s auch schon wie­der! Nächste Woche gibt’s zwei aus­führ­li­che Interviews, ein­mal mit einem der Macher von Wahltotal und mit der Trainerei, einem Zusammenschluss gendersensibler-Gruppendynamiker. Außerdem im Plansoll: ein genia­les WordPress-Plugin für den eige­nen Glossar. Ich wün­sche einen nahezu unvor­stell­bar groß­ar­ti­gen Sonntag, wir lesen uns morgen.

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