Die Firma Orbster beschäftigt sich mit der Entwicklung von Location-based Services. Im Mai diesen Jahres startete die Betaversion von GPS Mission, einem Geo-Location Portal für Spielernaturen, die ihrem Hobby lieber im Freien statt in virtuellen Computerwelten nachgehen. Waren GPS-Empfänger noch vor wenigen Jahren Nerd-Spielzeug oder Luxus-Gut, so verfügen so gut wie alle aktuellen Smartphones über eingebaute GPS-Sensoren, und die machen derartige location-based-games überhaupt erst möglich.
Die Seite ist in deutsch und englisch verfügbar, richtet sich allerdings an ein internationales Publikum - man findet mittlerweile auch etlichen Missionen in anderen Sprachen. Wer am "Mission of the Month" Award teilnehmen und dabei ein Nokia N92 abstauben möchte, sollte sich allerdings bei .de und .en bleiben, damit die Jury seine Missions-Texte versteht.
Wer mitspielen möchte, muss sich zuerst auf http://gpsmission.com registrieren und anschließend den gratis verfügbaren Client auf seinem Handy installieren - verfügbar ist die Software für Nokias N-Serie bzw. das S60-Betriebssystem, für Samsungs SGH-i550 und für Windows Mobile Geräte mit Touchscreen, zum Beispiel den HTC Diamond Touch. Die Software funktioniert anstandslos und lässt sich ohne Probleme bedienen.
Der eigentliche Clou ist jedoch das Erstellen der Missionen: jeder Teilnehmer kann im Missions-Editor einen Startpunkt bestimmen, Checkpoints mit Fragen und/oder Fotomotiven einrichten und andere Spieler mit virtuellen Goldmünzen dazu bewegen, seine Missionen nachzuspielen. Je aktiver die einzelnen Spieler, desto höher der Highscore, Punkte fließen sowohl durch das Absolvieren von Missionen als auch durchs Erstellen von Aufgaben, die dann von anderen Spielern gelöst werden, aufs eigene Punktekonto. So sieht der Missions-Editor aus:

Bei der dramaturgischen Ausgestaltung können die "Missionare" ihrer Phantasie völlig freien Lauf lassen: ob man Stationen im Leben Kafkas zu einer GPS-Story verknüpft oder eine außerirdische Invasion postuliert, GPS-Mission nutzt die echte Welt als Spielplatz. Ziemlich begeistert war ich auch in usability-technischer Hinsicht vom Missions-Editor: direkt auf der Straßenkarte platziert man die einzelnen Elemente und stattet sie mit Geschichten bzw. Fragen und Aufgaben aus: einfacher geht's nicht, bei den ersten Schritten hilft außerdem ein gut gemachter Guide.
Weil die wenigsten Spieler extra für eine Mission mal schnell nach Chicago fliegen dürften, kann man das Angebot selbstverständlich lokal beschränken. Für Wien gibt's derzeit nur eine Mission, die sich um den untoten Harry Lime bzw. den Dritten Mann dreht, andere Städte sind bereits dichter be-missioniert. Kreativen Freiraum für dramaturgische Mash-Up Betätigung (z.B. ein Mix aus Rätselrallye und Fotosafari) bietet GPS Mission auf jeden Fall, daher: two thumbs up!
Fazit: GPS-Mission ist sozusagen um Geocaching mit Story-Komponente, Social Networking und eigenem Client. Was mich als leidgeplagten Betatester wirklich überrascht hat, ist die Ausgereiftheit des ganzen Systems: GPS Mission funktioniert, macht Spaß und hat mich motiviert, demnächst auch mal eine Mission rund um den Augarten zu erstellen. Macht mir persönlich wesentlich mehr Spaß als durch Warcraft-Dungeons zu latschen...
PS: Den führenden der Bestenliste, VadimV aus Minsk, schickte Orbster übrigens kürzlich aufs Oktoberfest - inklusive Freibier: da soll nochmal wer behaupten, spielen zahle sich nicht aus!
Als wären Smartphones kein Nerd-Spielzeug oder Luxus-Gut :grin:
Die Idee hinter GPS Mission ist allerdings wirklich gut.
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