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gap-Interna: Umfrage über Musikjournalismus

09.10.2008, geschrieben von , 2 Kommentare

egitarre 1223465550 gap Interna: Umfrage über MusikjournalismusStefan führt für die Musikredaktion von gerade eine interne Umfrage unter allen CD-Rezensenten durch. Die Zeiten, in denen die Crew aus einer äußerst über­schau­ba­ren Zahl von Schreiberlingen bestand, sind seit Jahren vor­bei, und Präferenzen ten­die­ren bekannt­lich dazu, sich im Lauf der Zeit zu ver­än­dern. Beim Ausfüllen des Fragebogens ist mir aller­dings schlag­ar­tig klar gewor­den, dass ich nicht bloß zur Musik selbst, son­dern auch zum Schreiben über Musik mitt­ler­weile eine völ­lig andere Einstellung als vor 10 Jahren habe. Daher möchte ich die Antworten mei­ner geschätz­ten Leserschaft nicht vor­ent­hal­ten — viel­leicht ent­wi­ckelt sich dar­aus ja sogar eine kleine Diskussion über Musikreviews auf Blogs, Subjektivität und frog6 gap Interna: Umfrage über Musikjournalismus

Stefan: Seit wel­cher Ausgabe bei The Gap?
rit­chie: #02

?: Nach wel­chen Kriterien unter­schei­dest du zwi­schen guter und schlech­ter Popmusik?
!: Weiß nicht. Ich kann ja nicht in die eige­nen Blackbox rein­schauen und mei­nen ata­vis­ti­schen Geschmacks-Algorithmen reverse-engineeren!

?: Inwiefern rich­ten sich deine Plattenkritiken/Rezensionen in The Gap nach den Wünschen der Zielgruppe?
!: Indem ich über CDs schreibe, die Labels zum gap schi­cken, wel­che ver­mu­ten, dass die Zielgruppe pas­sen könnte. Aber von den Wünschen der Zielgruppe hab ich keine Ahnung, dazu bin ich auch schon viel zu alt.

?: Wie viel Fachkompetenz benö­tigt ein Journalist, um über Musik zu berich­ten?
!: Gar keine. Über Musik schrei­ben ist wie über Architektur tan­zen und so… Manchmal könnte Kompetenz aller­dings beim Füllen der Zeilen hilf­reich sein, aller­dings sind CD-Reviews meist so kurz, dass sel­bige nicht unbe­dingt erfor­der­lich ist. In Zeiten der Wikipedia kann sowieso jeder Dillwhip mit unglaub­li­chem Faktenwissen glän­zen. Müssen eigent­lich schwere Zeiten sein für die Die-Hard Fan-Fraktion, die frü­her jeden Spex-Artikel aus­wen­dig gelernt hat.

?: Welche Kriterien setzt du zur Bewertung von Musik an?
!: Primäres Kriterium ist der Klang frog6 gap Interna: Umfrage über Musikjournalismus Wenn sie mir gefällt und der ange­nehm meine Hypophyse mas­siert, dann muss es ja wohl gute Musik sein. Wenn ich gleich zum nächs­ten Track skippe oder das Hirschfilet sich im Magen umdreht, dann nicht. Der nächste Rezensent mag aber wie­derum ganz anders drü­ber denke — ich etwa kann mit Emo noch immer nix anfan­gen und finde alle Emo– und Brit-Pop Platten voll scheiße.

?: Wie sieht dein per­sön­li­ches Rechercheverhalten aus?
!: Lange Beine, kur­zer Rock, Lackstiefel, even­tu­ell Netzstrümpfe. Haarfarbe egal. Ne, im Ernst: es geht nix über Primär-Recherche, am bes­ten immer die Musiker sel­ber spre­chen las­sen. Das Netz hilft eben­falls, und weil man jedem im Leben min­des­tens zwei­mal begeg­net, würd ich das eigene Archiv auch nicht unter­schät­zen wollen.


Fotocredits:
von Schwamby3/ pixelio.de

 

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Bisher haben meine Lieblingsleser 2 Kommentare zu "gap-Interna: Umfrage über Musikjournalismus" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Dieter Reinig Identicon Icon

    Ich denke, wenn man seriös über Musik schrei­ben will, dann sind bestimmte Kenntnisse not­wen­dig. Es gibt ver­schie­dene Stils, Srömungen. Für mich ist das schöne Lied eine Harmonie von Musik und Text. Haben Sie den Film “Music and Lyrics” gese­hen? Dort gibt man eine Antwort auf diese Frage. Die Musik, die Melodie klin­gen in uns, aber das Wesentliche ist der Text. So ist auch im Leben.

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    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 10. Oktober 2008 um 15:10

    Das glaube ich nicht — ich denke, Musik ist ein viel zu kom­ple­xes Phänomen, als dass man ein sim­ples Kategoriensystem auf­stel­len könnte, dazu sind auch die Erwartungen viel zu divers und unterschiedlich.

    Nehmen Sie zum Beispiel John Zorn her: ich behaupte, man muss die “Regeln” von Jazz, Komposition, Rhythmus etc., die er gezielt bricht, nicht ken­nen, um seine Musik zu genie­ßen. Und selbst Aufnahmequalität ist sehr rela­tiv, was die Lo-Fi Bewegung deut­lich zeigt. Und zum Text: der Großteil mei­ner Lieblingsnummer sind instru­men­tal Tracks.

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