10. Big Brother AwardsWer in zugange ist und noch keine spe­zi­el­len Pläne für den Samstagabend geschmie­det hat, hätte über eine Abstecher in den Rabenhof inten­siv nach­den­ken sol­len: dort wur­den ges­tern ab 20:00 Uhr die jubiläums-lastigen 10. (in Worten: zehn­ten) ver­lie­hen. Dagmar Streicher und Thomas Rottenberg mode­rier­ten die , als Laudatoren waren unter ande­rem der FM4-Blumenau, der Hypertext-Hrachovec und die Regie-Minck am Start, ganz zu schwei­gen vom Kabarett-Nowak von der Format-Mayerl. In das Kostüm des inter­na­tio­na­len Special Guests schlüpft Eddan Katz von der Electronic Frontier Foundation.

Stop Über­wa­chungs­la­wine” lau­tete das Motto in die­sem Jahr, der Eintritt zur Veranstaltung war gra­tis und ein gewis­ser Unterhaltungsfaktor garan­tiert. Selbstverständlich haben die Adepten der fern­münd­li­chen Kommunikation an Zeit-Raum-Paradoxien gedacht und die live ins ganz Universum gestrea­med, Details auf BigBrotherAwards.at. daten­schmutz Leser wis­sen ver­mut­lich, dass die Veranstaltung nix mit Reality-Shows zu tun hat, Zufalls-Besuchern sei an die­ser Stelle noch­mal deut­lich gesagt: der Name bezieht sich auf den “Großen Bruder” aus Georgie Orwells “1984”, aus­ge­zeich­net wer­den Personen, Firmen, Institutionen, die in beson­de­rer Art und Weise Grundsätze des Datenschutzes mit den Füßen getre­ten haben.

Verständlicherweise bleibt so man­cher Preisträger der Veranstaltung eher fern — ich glaub, wenn daten­schmutz als übels­tes deutsch­spra­chi­ges Blog nomi­niert wär, tät ich mir die Trophäe auch nicht per­sön­lich abho­len. Bei den ers­ten BBAs habe ich noch ein bis­serl mit­ge­ar­bei­tet und kann kaum glau­ben, dass seit­her schon wie­der neun Jahre ins Land gezo­gen sind… die Big Brother Awards haben sich jeden­falls seit­her zu einer fixen Institution ent­wi­ckelt. Man kann nur hof­fen, dass kein media­ler Abnutzungseffekt auf­tritt, denn zum Besseren hat sich in punkto Datenmissbrauch in den letz­ten Jahren nix gewen­det, ganz im Gegenteil. Hier gibt’s die Liste der Preisträger — als per­sön­lich Betroffener find ich die UPC/Nominum Kooperation, bei der aus Domain-Tippfehlern Werbeprofile wer­den, ganz beson­ders übel.