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Trainerei: Gruppendynamik und Gendersensibilisierung

23.10.2008, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, Keine Kommentare

TrainereiVor kur­zem habe ich die Verwendung des Binnen-I auf daten­schmutz zur Diskussion gestellt und seine Verwendung auf­grund des groß­teils nega­ti­ven Feedbacks been­det. Meine Bloggerkollegen Irene, Markus und Peter von der Trainerei haben im Bereich der Gendersensibilisierung eini­ges an Erfahrung. Grund genug, mich mit der Trainerei zu tref­fen und mir anzu­hö­ren, was die Experten so zum unge­lieb­ten zu sagen haben — und bei der Gelegenheit auch gleich mal nach­zu­fra­gen, was die Trainerei denn eigent­lich so treibt.

daten­schmutz: Was ist denn eure Erfahrung mit , und Co. in eurer Arbeit?

Trainerei: Das ist vom Kontext abhän­gig. Einige AuftraggeberInnen fin­den es sehr wich­tig und beste­hen auf gen­der­sen­si­blen Formulierungen, einige kom­men im Zuge eines Trainings zum ers­ten Mal mit dem Thema in Berührung. Wirklich egal ist es aber sehr sel­ten, da prak­tisch immer pola­ri­siert. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, gen­der­sen­si­bel zu spre­chen und zu schrei­ben. Uns geht es in ein­schlä­gi­gen Trainings ja nicht darum, jeman­den zu bekeh­ren oder zu mis­sio­nie­ren, son­dern Argumente und Fakten zu prä­sen­tie­ren, andere Sichtweisen vor­zu­stel­len bzw. Erfahrungen zu ermög­li­chen, die blinde Flecken auf­zei­gen. Was die ein­zel­nen SeminarteilnehmerInnen damit tun, bleibt in ihrer Selbstverantwortung. In die­ser gan­zen Debatte blei­ben lei­der andere Punkte, die zum gen­der­sen­si­blen Umgang mit­ein­an­der gehö­ren, voll­kom­men unterbelichtet.

?: Was wären diese Punkte?

Trainer!: Nicht nur bei der hän­gen blei­ben, son­dern sich die eigene Rolle, das eigene Agieren und folg­lich die unter­schied­li­chen Handlungsweisen anzu­se­hen; Strategien zu ent­wi­ckeln, um diese Unterschiede nicht zu wer­ten, son­dern in den eige­nen Handlungen mit­zu­den­ken. Es geht um Bewusstseinsbildung, und da sind Gut-Böse-Schemata der fal­sche Ansatz. Im Idealfall kön­nen nach einem Seminar die Unterschiede wahr­ge­nom­men und als Ressourcen aner­kannt und genutzt werden.

?: Was heißt das jetzt für mich als Blogger?

!: Du kannst es natür­lich hal­ten, wie du willst. Das ist ja das schöne am Bloggen, dass du deine eige­nen Regeln auf­stel­len kannst und an kein Redaktionsstatut gebun­den bist. [[Anm.: das daten­schmutz Redaktionsstatut ist äußerst streng! :mrgreen] Aber Wirklichkeit wird über kon­stru­iert, und wer in der nicht vor­kommt, spielt auch weni­ger Rolle in der kol­lek­ti­ven Wirklichkeit. Das hat Markus in dem Video, das du auch ver­linkt hast, deut­lich gezeigt.

?: In wel­cher Situation wende ich mich mit –Wünschen an euch? Was sind eure Empfehlungen?

!: Immer mehr Aufgaben im beruf­li­chen Alltag wer­den in Gruppen oder Teams erle­digt. Diese funk­tio­nie­ren am bes­ten, wenn alle vor­han­de­nen Ressourcen bekannt sind, ein­ge­bracht und genutzt wer­den kön­nen. Ressourcen umfas­sen nicht nur fach­li­che Kompetenzen, son­dern auch ein Verständnis der eige­nen Position und der damit ver­bun­de­nen Zuschreibungen. Dabei spielt Gender eine noch oft unter­schätzte Rolle. Unsere Seminare sind immer auf die Bedürfnisse unse­rer AuftraggeberInnen zuge­schnit­ten. Es macht ver­ständ­li­cher­weise einen Unterschied, ob wir es mit einer Schulklasse, Studierenden, einer KMU, NGOs oder einem Groß zu tun haben. Prinzipiell geht es uns darum her­aus­zu­fin­den, was die the­ma­ti­schen Knackpunkte und die Erwartungen der AuftraggeberInnen sind. Wir ver­wen­den keine Seminarkonzepte von der Stange, son­dern ent­wi­ckeln indi­vi­du­elle Trainings je nach Bedürfnislage. Ob wir dabei auf Kreativmethoden, spie­le­ri­sche Übun­gen oder auf klas­si­sche Wissensvermittlung set­zen. hängt genauso von der Gruppe wie der Dauer des Seminars ab.

?: Ihr macht aber nicht nur Genderkompetenz-Seminare. Wer auf eure Website schaut, fin­det da noch eine Reihe ande­rer Seminarthemen wie Leitungs– und Führungskompetenz, Moderationstechniken, Projektmanagement und einige andere.

!: Dadurch, dass wir zu neunt sind, ergibt sich eine Vielzahl unter­schied­li­cher Kompetenzen, Schwerpunkte und wis­sen­schaft­li­cher Zugänge. Die Kombination dar­aus führt zu einem brei­ten Spektrum an Seminaren, sowohl the­ma­tisch als auch methodisch.

?: Neun Personen sind ganz schön viele — ist das ganze orga­ni­sa­to­risch sehr auf­wän­dig? Als EPU wünscht man sich ja manch­mal Austausch und Diskussion, aber gleich neun Leute?

!: Hinter den Kulissen kann schon mal län­ger dis­ku­tiert wer­den ;-) Im Endeffekt ent­schei­den die AuftraggeberInnen, wen sie kon­tak­tie­ren. Zu AuftraggeberInnen gibt es immer eine Ansprechperson, die die Projektverantwortung trägt. Diese Person führt das Vorgespräch, stellt das ideale Team zusam­men und küm­mert sich um den rei­bungs­lo­sen Ablauf.

?: And now to some­thing com­ple­tely dif­fe­rent: Im April gab es eine phatte Party im Nelsons. Ist so etwas wie­der geplant?

!: Sicherlich. Unser ein­jäh­ri­ges Bestehen wer­den wir jeden­falls feiern.

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