Blogistan Panoptikum KW47 2008

obamoidaDas österreichische Parlament rüstet schon mal seine Mailserver-Infrastruktur hoch, denn Max will die Abgeordneten mit mittelmäßig unsanften Mitteln zur direkten Demokratie überreden. Tja, Messianismus á la Obama gilt in Österreich als tendenziell visionär und erfordert seit spätestens seit Vranz ärztliche Prokura. Die kann man echt nur sagen: Obamoida!. [via Helge] Ich könnte mir ja durchaus vorstellen, dass sich die Polit-Elite von MyOnId eher angesprochen fühlt als von der lästigen Aufgabe, E-Mails des kleinen Mannes Geeks beantworten zu müssen…

Facebook und der Anzeigenmarkt

Der “Marketplace” in Facebook ist so belebt wie der Hauptplatz von Hinterstinkenbrunn am Donnerstag um 2 Uhr früh. Der Gedanke, die zwei Konzepte “Kleinanzeigen” und “Social Network” zusammen zu führen, liegt zwar nahe, die Listings aber lagen brach. Und weil man ja schließlich nicht alles selber machen kann, suchten sich die Betreiber und anscheinend einen Partner – schließlich hat man mit externen Applikationen ja Erfahrung. TechCrunch berichtet, dass Oodle den Job übernehmen wird und wünscht FB viel Glück: denn der US-Markt ist mit Ebays Kijiji, Microsofts MSN-Anzeigen und vor allem der guten alten Craigslist mehr als übersättigt. Dafür entdecken die Österreicher langsam das Genre der Classifieds: gab es vor drei Monaten noch bloß insgesamt 2 Anzeigen (eine davon von HP), so tröpfeln mittlerweile täglich im Durchschnitt bereits an die drei neuen Verkaufsgesuche (österreichweit) herein.

Anleitung zum Arschkriechen

Mit dem metaphorischen Eingang durch den Enddarm beschreibt man unangebracht schleimig-devotes Verhalten zur Erlangung eines persönlichen Vorteils. Das gehört gefördert, dachte Dr. Isis und erklärte in einem Beitrag auf Scienceblogs ausführlich, warum hartnäckige Anbiederung und regelmäßiges frühes Auf-der-Matte-Stehen bei ihr zum Erfolg führen. Tobias Maier hat eine exzellente Antwort verfasst:

Wenn ich, als hypothetischer Prof morgens um halb sieben vor meinem hypothetischen Büro einen Studenten vorfinden würde, gäbe es zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Typ durchgeknallt, und ich schicke ihn sofort nach Hause. Oder er schläft den Rausch der Uni-Party vom Vortag aus, dann biete ich ihm vielleicht noch einen Kaffe an, und ich schicke ihn anschließend ebenfalls nach Hause.

SEO-News der Woche

SEO-United.de füttert Tante G. mit einem umfangreichen Glossar, Semplicity berichtet über das neue Beta-Interface für AdWords und der Mobile SEO gibt eine ausführliche Einweisung ins Thema Suchmaschinenoptimierung für mobile Endgeräte.

Outgoing-Link Autorität

Hub oder Linkschleuder? Dieser Frage geht Seokratie nach und kommt dabei in punkto Link-Autorität zu Ergebnissen, die doch so manchen überraschen dürften:

Hubs sind sehr oft private Seiten, die es sich bei der Erstellung der Webseite zum Ziel gemacht haben, alle anderen relevanten Seiten zu finden um dem Besucher einen Mehrwert zu bieten. Das fällt natürlich auf die eigene Seite zurück: Der Besucher denkt sich “Wow, der kennt sich aber aus! Er kennt alle relevanten Seiten zum Thema.” [...] Google denkt sich das Gleiche wie dieser Besucher!

Wenn Yahoo sich ziert

SEO-Handbuch.de wärmt einen alten Tipp auf: nach wie vor kann man im US-Yahoo-Directory Seiten vorschlagen, während das neue Pendant keine frischen Kandidaten mehr aufnimmt. Einziges Problem dabei: falls es überhaupt einen Editor gibt, dann macht der schon ziemlich lange Party. Und interessiert sich nicht die Bohne für non-englischsprachige Seite. Andererseits kann man sich für 300 Dollar den Weg ins Directory kaufen – müsste da Google nicht eigentlich Yahoo wegen Verstoß gegen Linkverkauf auslisten? :evil:

Facebook monetarisiert Apps

“Verified Apps” sind auf Facebook künftig Primus inter pares: Entwickler, die 375 Dollar pro Jahr bezahlen, dürfen mehr Spam aka Einladungen verschicken und werden bevorzugt behandelt. Irgendjemans muss ja schließlich die Stromrechnungen bezahlen, und es düfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis FB von erfolgreichen App-Entwicklern Werbeeinnahmen-Anteile verlangt – mehr dazu auf Blogwave und bei Pixelsebi.

Die Pythons auf Youtube

“For 3 years you YouTubers have been ripping us off,” begins a recent Monty Python announcement “taking tens of thousands of our videos and putting them on YouTube.”

Anstatt in mühsamer Kleinarbeit sämtliche User zu verklagen, hat sich die Monty-Python-Truppe für den affirmativen Ansatz entschieden und betreibt ab sofort einen eigenen Channel, der neben den bekannten Sketches auch rares Archivmaterial enthalten wird: ich wette, die Fanquote des Monty Python Channels wird rasant die Höhe schnalzen! [via Laughing Squid]

Video der Woche: Nicholas Patten

Twitter geht immer noch ab wie Schmidts sprichwörtliche Katze – und es vergeht keine Woche, in der nicht neue, spannende Net-Citizens kennen lerne. Und dass Twitter mal eine meiner primären Versorgungsquellen für net.music direkt vom Erzeuger wird, hätte ich vor einem halben Jahr auch nicht vermutet. Eine meiner Neo-Bekanntschaften dreht ausgesprochen flowige Filme und designed – passend zum gestrigen Schneetreiben in Wien – nicht nur Twitter Backgrounds, sondern auch Snowboards. Sein Portfolio postet Nicholas Patten auf Posterous, die komplette Videosammlung gibt’s bei Vimeo. Neuester Streich: meditative Handkamera-Impressionen aus New York City, unterlegt mit Bonobo’s Terrap – Today is now:

Und damit wären wir auch schon wieder am rückblickstechnischen Ende dieser Woche angelangt – ich danke für die Aufmerksamkeit, wir lesen uns am Montag!

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2 comments
ritchie
ritchie

Gerne! Sorry für den Vertipper, da fehlte ein Anführungszeichen - ich hab die URL im Artikel ausgebessert.

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  1. [...] einen beispiellosen Popularitätsschub bei Twitter, Yahoo sorgte allerorten nur noch für Kopfschütteln und Lycos Europa verabschiedete sich vom [...]