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Paul Otlet: der Netz-Visionär

04.11.2008, geschrieben von , 11 Kommentare

Sie nannten ihn . Kein Wunder: das war schließlich auch sein Name. 1934 veröffentlichte der “verrückte” belgische Professor sein wichtigstes Werk “Traité de documentation”, laut Untertitel “Das über das ”. In diesem Meta-Medium präsentierte er seine Vision einer ganz anderen Informationsorganisation. Und wenn sich heute mit seinem Oeuvre beschäftigt, dann fällt es sogar schwer zu glauben, dass es sich nicht um den Hoax einiger Medienkünstler, sondern eine historische Persönlichkeit handelt. Der folgende -Clip stammt aus der Dokumentation The Man who wanted to classify the world:

0 Paul Otlet: der Netz Visionär

Paul Otlet hat das erfunden, die technische Grundlage – ein weltumspannendes Netz aus Elektrizität – war gerade erst im Entstehen. Doch er hat die Fundamente zu dem gelegt, was wir heute als semantische Technologien bezeichnen. Otlets Konzept ist weit älter als Ted Nelsons Xanadu Hypertext System und der älteste mir bekannte Entwurf eines “multimedialen Computers”. Kennt vielleicht jemand noch ältere Quellen?

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Bisher haben meine Lieblingsleser 11 Kommentare zu "Paul Otlet: der Netz-Visionär" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • moritz f. fürst Identicon Icon

    ich würde sagen, die ganze geschichte beginnt schon bei leibnitz irgendwie.

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  • mask Identicon Icon

    Die Grenzziehung ist schwierig und hängt ganz von den individuell gesetzten Gründen ab, warum man die Grenze genau hier ziehen möchte.

    Frank Hartmann hat Paul Otlet in seinem Buch “Globale Medienkultur” erwähnt und ist auf dessen Ideen zur Informationsvernetzung eingegangen. Armand Matellarts geht in seiner “Kommunikation ohne Grenzen?” weniger auf das Thema Informationsvernetzung ein als auf die physische Vernetzung der Welt. Direkt zu dem Thema als ein – allerdings auch späterer – Vorläufer für eine Informationsorganisationsmaschine – fällt mir noch die Memex von Vannevar Bush ein. Aber noch älteres als Otlets Ideen? Nein, nicht für den Augenblick…

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon

    Matellarts Buch ist wirklich ein Klassiker der “Materialitäten der Kommunikation”. Von Otlet hat mir Frank Hartmann vor einigen Jahren das erste Mal erzählt – flashig finde ich vor allem die extreme Nähe seiner Voraussagen zu dem, wie Computertechnologie heute aussieht. Leibniz war da wesentlich abstrakter.

    direkt antworten

    mask Identicon Icon

    Ein recht berühmtes Beispiel für Informationsvernetzung wär ja noch Hegels Zettelkasten, aber der ist weder elektronisch noch wurde er von seinem Schöpfer als Konzept festgehalten. Passt also auch nicht so wirklich…

    Ähnlich flashig habe ich nur einige Kurzgeschichten von Jorge Luis Borges in Erinnerung, der die Idee einer Weltbibliothek fiktiv an die Spitze treibt…

    direkt antworten

  • Frank Identicon Icon
    Frank sagte am 7. November 2008 um 19:00

    Das Mundaneum in Brüssel hat es tatsächlich gegeben. Aber Butterkeks beiseite (Leibniz!) — die Konzepte sind kaum vergleichbar, und Otlet hat sicher nicht das Internet “erfunden”. Er hat aber die Organisation von Wissen via Metadaten und die Datenbank-Logik mit Hilfe neuer elektromechanischer Technik (“Classeurs”, Mikrofiche) realisiert. Ganz wesentlich ist seine ab 1895 (!) entwickelte Erkenntnis, dass neue Medien die alten auflösen, zugunsten von “Hypermedia” (wörtlich in Otlet 1934).

    PS: Soviel ich weiss war mein TP-Artikel der erste deutschsprachige Text zu Otlet

    PPS: Bin im Besitz des kompletten Films von Francoise Levie, kann bei Interesse gern mal ein Viewing organisieren.

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon

    Das wär super, den Film findet man nirgends. Wir könnten das ja mal bei fatfoogoo im Büro machen, da gibt’s einen großen Fernseher und genug Platz.

    direkt antworten

    mask Identicon Icon

    Dann auf alle Fälle Ort und Zeit bekannt geben, da würde ich ebenfalls sehr gerne kommen.

    direkt antworten

    moritz f. fürst Identicon Icon

    ich wäre auch dabei.

    direkt antworten

    ritchie Identicon Icon

    Passt, ist notiert – ich sag Bescheid.

    direkt antworten

    Martina Bauer Identicon Icon
    Martina Bauer antwortete am 1. Juni 2010 um 12:40

    Ob diese E-Mail-Adresse noch aktuell ist und ich Sie erreiche? Ich habe gerade mit großem Interesse Ihren Artikel über Paul Otlet gelesen. Ich übesetze gerade einen kurzen Text von ihm und bin etwas ratlos, wie ich die Ausdrücke “radiated library” and televised book übersetzen soll. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?
    Ich sollte den Text morgen bereits abgeben, die Zeit ist also kurz.

    Kontext: Cinema, phonographs, radio, television – these instruments taken as substitute for the book will in fact become the new book. The most powerful works for the diffusion of human thought. This will be the radiated library and the televised book

    Mit bestem Dank im Voraus, Martina Bauer

    direkt antworten

    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Hallo, sorry – hab den Kommentar zu spät gesehen, bin aber mit Otlets Terminologie ebenfalls nicht sehr vertraut. Ich kann mir vorstellen, wie schwierig es ist, solche Fachbegriffe zu übersetzen. Frank Hartmann wär da ein guter Ansprechpartner, er hat einiges über Otlet geschrieben: http://www.medienphilosophie.net

    direkt antworten

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