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Symbaloo: Nicht die schlechteste Startseite

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symbalooVersuche, den Absprungpunkt in die Weiten des Netzes möglichst komfortabel zu gestalten, gab es in der jungen Geschichte des Netzes bereits unzählige. Mitte der Neunziger wollte so gut wie jeder Anbieter ein eigenes Portal zimmern: um seine User zu finden, zu konvertieren und auf ewig zu binden :mrgreen: Aber kurze Zeit später kam Google mit dem enorm erfolgreichen Konzept des minimalistischen Suchfeldes dazwischen, und Alles-aus-einer-Hand Lösungen waren nicht mehr besonders gefragt. Aber jede Entwicklung verläuft bekanntlich zyklisch, und nun tritt Symbaloo in moderner Web 2.0 Optik an, um das Genre der personalisierten Portale erneut zu beleben.

Die Symbaloo-Startseite besteht aus drei Tabs, standardmäßig beginnt man mit dem sogenannten „Desktop“ – und aus den Fehlern der Vergangenheit hat man offenbar gelernt: denn das Google-Suchfeld wurde zentral platziert, umgeben wird es von diversen thematisch gruppierten Icons, die häufig benötigte Services in jeweils neuen Tabs öffnen. Alle Icons sind via drag-and-drop beliebig im Grid platzierbar und selbstverständlich kann man auch eigene Links hinzufügen.

Symbaloo Startscreen

Der zweite Tab nennt sich „News“ und präsentiert in der Standardeinstellung eine bildliche Übersicht aktueller Geschehnisse, die sich via Dropdown-Menü auf bestimmte Themenbereiche einschränken lässt und der dritte Tab, selbsterklärend mit „Feeds“ betitelt, listet die aktuellsten Meldungen diverser RSS-Quellen. Diese Grundausstattung lässt sich um weitere, frei konfigurierbare Tabs ergänzen, die wiederum aus Vorlagen oder von Null weg gestaltet werden können. Neben den erwähnten Links und Feeds bietet Symbaloo diverse vorgefertigte Widgets, etwa zur Anzeige des aktuellen Horoskops, von Börsenkursen etc. an. Die Auswahl hält sich derzeit noch in relativ engen Grenzen, allerdings wollen die Betreiber weitere 3rd Party Widgets integrieren. Lokalisierung spielt für ein solches Projekt eine wichtige Rolle: im Gegensatz zu den meisten us-amerikanischen Start-Ups setze Symbaloo seit Beginn an auf Mehrsprachigkeit, wobei lokalisierte Inhalte und Seitensprache getrennt gewählt werden können.

Auch wenn Symbaloo gewiss keinen innovativen Durchbruch darstellt, so weiß die Seite doch durch schnelle Ladezeiten, nette Zusatzfeatures wie Kontaktverwaltung und hohe Flexibilität zu gefallen. Public Desktops fügen eine soziale Komponenten hinzu: registrierte User dürfen öffentliche Tabs freigeben, die andere User dann wieder in ihr Symbaloo-Setup einbinden können. Genau dieses Features bereite Online-Marketeers große Freude: denn wer sich die Zeit nimmt, eine gut sortierte Themenseite zum eigenen Fachgebiet zusammenzustellen und dort auch Links zu eigenen Projekten unterbringt, darf sich über umso mehr netten Zusatz-Traffic freuen, je populärer Symbaloo wird. Die Chancen dafür stehen durchaus gut, denn die derzeit noch vollkommen werbefreien Webstart-Applikation erfreut sich in den letzten Wochen zunehmender Beliebtheit – von einem Massenphänomen zu sprechen, wäre allerdings verfrüht, aber auch das könnte sich ändern.

Vom Online-Marketing haben die Symbaloo-Macher jedenfalls Ahnung: ein mir unbekannter User hat – was mich natürlich sehr freut – datenschmutz als erster seiner Symbaloo-Seite hinzugefügt. Ich erhielt darauf ein E-Mail mit der Aufforderung, ein Symbaloo-taugliches Icon beim Betreiber zu hinterlegen. Meine Kontaktdaten sind im ds-Impressum in maschinenlesbarer Form hinterlegt, trotzdem war ich durchaus überrascht über diese recht schlaue Form der viralen Verbreitung – denn erst über diese Notification habe ich Symbaloo kennen gelernt und in weiterer Folge dieses Posting verfasst :mrgreen:

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