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Zwischenbericht vom Elevate Festival

07.11.2008, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 1 Kommentar

DJ SpookyGestern Abend rockte den  — direkt nach der ein­lei­ten­den Podiumsdiskussion, die ich auf­grund ver­spä­te­ter Anreise lei­der ver­passt habe, trat New Yorks Illbient-Aushängeschild hin­ter die . An mei­nem heu­ti­gen Kater war aller­dings in ers­ter Linie Herr EmeeGrant schuld, der in punkto Floor-Moving und Selection mei­ner Meinung locker mit Spooky mit­hal­ten konnte.

Als wir um halb zehn im ein­tra­gen, war die Location noch eher spär­lich gefüllt, das ändere sich in den fol­gen­den Stunden aller­dings recht rasant. Spooky trat vor zu Beginn ob des Wahlergebnisses enthu­si­as­miert ans Mikro und kün­digte ein fröh­li­ches Mash-Up Set an, und die­ses Versprechen hielt er ebenso rou­ti­niert wie gekonnt mit einem wei­ten Bogen von James Brown bis Panjabi MC ein. Partytechnisch ging das Konzept voll auf, ruhig an sei­nem Platz stand nach einer Stunde jeden­falls nie­mand mehr. Allerdings hätte ich per­sön­lich wesent­lich lie­ber den Illbient-Scratch-Wahnsinn, den ich von Spookys älte­ren Platten gewohnt bin, gehört — und muss im Nachhinein Richard Pyrker zustim­men: weite Teile des Sets erin­ner­ten an die klas­si­sche Too Many DJs Masche, was dann doch ein wenig uner­war­tet kam. Hier ein paar Bilder vom gest­ri­gen Abend — auf­ge­nom­men mit Anjas iPhone:

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Die Über­ra­schung des Abends lie­ferte für mich dann wie gesagt der Grazer DJ und Musikvernetzer EmeeGrant: was als ver­gleichs­weise harm­lo­ses Funk-Set beginn, mor­phte inner­halb der ers­ten Stunde zu einem fan­tas­ti­schen elek­tro­ni­schen Groove irgendwo zwi­schen , Techno, Afro, Minimal und Intelligent House, der genau die rich­tige Mischung aus Anknüpfungs-Punkten und neuen Beats bot. Two thumbs up! EmeeGrant steht ab sofort auf mei­ner Watch-List.

Von Umverteilungsschwierigkeiten

Heute von 12:00 bis 14:00 Uhr tra­fen wir uns in der Grünen Akademie, um beim Workshop “ and Collecting Societies” in der Grünen Akademie. Obwohl Paul Keller von CC Öster­reich aus gesund­heit­li­chen Gründen absa­gen musste und mich die Nachwirkungen des Party-Abends noch eini­ger­ma­ßen im Griff hat­ten, ent­wi­ckelte sich ein äußerst spa­nen­des Gespräch.

Mit dabei waren neben Christian Schwanz aka CEE (der mor­gen Abend auch im Dom auf­legt), Christoph Kummerer von Netvinyl.org/a> und Bernhard Hansbauer, Betreiber der Netzlabels Laridae und Bleak diverse Musik-Praktiker, und nach einer Stunde Diskussion wurde schnell klar: Schwein des Anstoßes ist jener Paragraph im AKM-Vertrag, der Musiker ver­pflich­tet, *jedes* ihrer Stück anzu­mel­den. Es ist recht­lich nicht mög­lich, ein­zelne Tracks von der AKM-Vertretung raus­zu­neh­men (etwa zur Eigenverwertung). Dass die Collecting Societies in Öster­reich irgendwo im 19. Jahrhundert ste­cken geblie­ben sind und einer eini­gen Austropopper eine gemüt­li­che Pension ermög­li­chen, ist eine Sache. Dass ein Großteil der “klei­nen” Musiker in Radio-, Clublisten etc. gar nicht erfasst wer­den, und sozu­sa­gen unter dem Radar der pau­scha­li­sier­ten Abrechnung durch­flie­gen, eine andere — und zeigt, wie drin­gend man end­lich auf die ver­än­derte Situation rea­gie­ren müsste. (Und damit meine ich, dass Musik längst nicht pri­mär auf Notenblättern ver­trie­ben wird :mrgreen:)

Jenseits von Begehrlichkeiten der Major Labels lau­tet die zen­trale Frage, wie ein Abrechnungssystem aus­se­hen könnte, das end­lich auch dem musi­ka­li­schen “Longtail” zugute kommt. Mir per­sön­lich gefällt Christophs Vorschlag, einen Teil der Gelder nicht direkt aus­zu­zah­len, son­dern in sinn­volle –Förderung, die Musikern zugute kommt, aus­ge­spro­chen gut. Ebenfalls ein wich­ti­ger Punkt in der Diskussion waren die “Limitationen” der Musterverträge: was “bringt” die CC Lizenz, was kann sie nicht leisten?

Selbstverständlich ist die­ses Thema viel zu kom­plex, um inner­halb eines Workshops abge­han­delt wer­den zu kön­nen. Und daher habe ich mich auch sehr über Rainer Praschaks Angebot, unsere “Was-wäre-wenn-Runde” im Mica in Wien fort zu set­zen — idea­ler­weise mit Vertretern der AKM/AUME. Denn dort schei­nen man­che Verantwortlich zu glau­ben, dass CC-Lizenzen sich als Nerd-Hobby eini­ger ver­stie­ge­ner Elektroniker abtun las­sen. Aber sobald man ein paar Schritte zurück­tritt und ver­sucht, eine etwas wei­tere Perspektive zu gewin­nen, wird eines ganz schnell klar: der (recht­li­che) Umgang mit Kulturgütern war und ist von klar ökono­mi­schen Interessen geprägt, und die kom­men in ers­ter Linie den Big Players (falls man die­sen Begriff in .at über­haupt anwen­den kann) zugute. Es ist höchste Zeit, ein Modell zu fin­den, dass die gesell­schaft­li­che Dimension der Kulturproduktion ebenso berück­sich­tigt wie die Ansprüche und Wünsche des “klei­nen” Musikers.

Ich freue mich jeden­falls auf die Fortsetzung des Workshops und auf Atom tm mor­gen Abend im Dom! An die­ser Stelle noch ein ganz gro­ßes Kompliment an die Veranstalter: ihr habt ein fan­tas­ti­sches mit groß­ar­ti­ger Atmosphäre, span­nen­den Gästen und einem Spitzen-Line-Up auf­ge­stellt: Respekt!

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Bisher haben meine Lieblingsleser 1 Kommentar zu "Zwischenbericht vom Elevate Festival" geschrieben.

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  • rip Identicon Icon

    …wobei ich ja schon ein Fan der Too many DJs bin :grin:

    Sag bist du das, der DJ Spooky noch heute vor der Lesung im Raum D inter­viewen wird? Und übri­gens, die iPhone Fotos machen mir Angst. Meine Spiegelreflexfotos sind nicht viel bes­ser geworden :roll:

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