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Blogistan Panoptikum KW50 2008

14.12.2008, geschrieben von , 8 Kommentare

wingsuit 1229275571 Blogistan Panoptikum KW50 2008Beherrschendes Thema der Woche: der neue WordPress-Release. Denn “Coltrane”, so der Codename der aktu­el­len Version 2.7., bringt eine Reihe gra­vie­ren­der Ände­run­gen. Am auf­fäl­ligs­ten ist sicher­lich die neue Optik im Backend: Matt und sein Team lie­ßen (fast) kei­nen Stein auf dem ande­ren. Jene User, die gleich nach dem Release die neue Anordnung der ein­zel­nen Elemente kri­ti­sier­ten, haben übri­gens eines der Hauptfeatures nicht kapiert: via “Screen Options” lässt sich jeder ein­zelne CMS-Screen via Drag und Drop bequemst an die eige­nen Editing-Bedürfnisse anpas­sen. Eine gute Nachricht für Technik-Hasser ist die auto­ma­ti­sche Update-Funktion: ana­log zum bis­he­ri­gen Plug-In-Update-Verfahren lässt sich ab 2.7 das ganze WordPress ohne ftp-Transfer direkt via Web-Interface aktualisieren.

WordPress 2.7 erschienen

Ich bin jeden­falls sowohl von der Über­ar­bei­tung des CMS-Backends als auch von den neuen Features rest­los begeis­tert, außer­dem konnte ich nach dem Update diverse nicht mehr benö­tigte Plug-ins deak­ti­vie­ren, da einige bis­lang nur extern nach­rüst­bare Funktionen in den Core über­nom­men wur­den. Keine Wunder: noch nie haben annä­hernd so viele Programmierer direkt zu einem Release beige­tra­gen: 150 Personen tru­gen Codeschnipsel zu die­ser Version bei. Dieser Screencast vom offi­zi­el­len WordPress-Blog gibt einen Über­blick über die neuen Features:

Dotcomtod wie­der­holt sich

Ein lah­mer Gag wird beim zwei­ten Mal auch nicht unbe­dingt bes­ser: trotz­dem war die Frage des Auftauchens von Dotcomtod 2.0 bloß eine Frage der Zeit. Der These, dass sich alles zykli­sche wie­der­holt, stimme ich zwar zu — aller­dings knüpft das erste Posting über SPON vs. Huffington Post naht­los an die Tradition des Originals, unge­fähr­li­ches Halbwissen in semi-unterhaltsamer Form zu prä­sen­tie­ren, an. Ein sym­pto­ma­ni­sches sym­pto­ma­thi­sches Zitat:

Beweisen kann ich es nicht, nur ein­mal meine jah­re­lan­gen Erfahrungen als SEO ein­brin­gen … die externe Verlinkung von Huffington sieht auf dem zwei­ten Blick nicht mehr ganz so natür­lich aus, doch das will ich gar nicht kri­ti­sie­ren. Sollen Investoren und Anzeigenkäufer glück­lich damit werden.

Mal sehen, was Matthias noch so draus macht — aber let’s face it, Captain Lummaland ist schwer zu wider­spre­chen, und auch wenn weite Teil des deut­schen Feuilleton sogar tem­po­rär aus der selbst­ver­schul­de­ten Lahmarschigkeit auf­wa­chen: her­bei­sch­rei­ben wird man die Krise nicht können:

Es gibt keine grö­ßen­wahn­sin­nig bewer­tete Nullnummern mit IPO-Aspirationen, es gibt einen klei­nen M&A-Markt, es gibt zwar viele kleine Startups und nicht alle schaf­fen es, aber die gro­ßen wil­den Dinger wie vor 8 Jahren gibt es nicht zu beobachten.

Spaß mit dem Gerichtsvollzieher…

…hatte Max vor kurzem:

Der Gerichtsvollzieher meinte das er einen “Arbeitsnachweis” für sei­nen Chef braucht, des­we­gen wollte er das ich zum Gericht gehe und bei ihm 1.000 Euro in bar ein­zahle. Darauf fragte ich warum ich das machen soll, wenn alles mit einem Telefonat geklärt wer­den kann. Darauf sagte er: “Das kön­nen sie so machen, aber dann merke ich mir ihren Namen und wenn jemals wie­der etwas gegen sie vor­liegt bre­che ich ohne Vorwarnung gleich die Wohnungstür auf”.

Gratulation an Moritz!

Er hat’s mit sei­nem phlow-Magazin in die letz­ten c’t Ausgabe geschafft, und zwar in die heiß­be­gehrte Rubrik Linktipp:

Die Promotion per Schneckenpost in Form einer CD-ROM plus “Waschzettel” mit unse­ren Phlow-Compilations hat also funk­tio­niert. Diese habe ich vor ein paar Wochen an die c’t Redaktion geschickt. Also auch die alten Medien wie Post plus ana­loge Datenträger funk­tio­nie­ren noch. Wer wis­sen will, was Jo über Phlow geschrie­ben hat, liest ein­fach den c’t Linktipp (ganz unten auf der Webseite).

Der Eintrag ist auf jeden Fall mehr als ver­dient — wer an aktu­el­ler netlabel-Musik inter­es­siert ist und täg­lich mit fri­schen, qua­li­ta­tiv beängs­ti­gend hoch­wer­ti­gen Tracks ver­sorgt wer­den will, sollte den ganz schnell in sei­nen Reader eintragen.

Jeder ein Pirat?

Aber sicher doch! Piraten sind cool, und damit meine ich *nicht* Johnny Depp. Captain Jack Sparrow stinkt… aber und Co. rocken und kom­men im Zuge der Urheberrechtsdebatte zu neuen Ehren. Der elek­tri­sche Reporter hat diese Zusammenhang in einem nicht nur inhalt­lich, son­dern auch gra­fisch extrem gelun­ge­nen Video fürs ZDF auf­be­rei­tet. Die Kurzversion: sel­ber Regie füh­ren, schau­spie­len und sin­gen (und kom­po­nie­ren). Oder einige hun­dert Jahre alte Gesetze wer­den end­lich an die Gegebenheiten der Netzwelt angepasst:

In jedem Kinderzimmer steht ein Filmkopierwerk, auf jedem Schreibtisch eine Plattenpresse, und das Internet ist ein rie­si­ger Piratenmarkt für kost­bare Kreativ-Inhalte. So sieht es die Entertainment-Industrie und ver­sucht mit immer neuen Maßnahmen, Raubkopien zu bekämp­fen — bis­her wenig erfolgreich.

SEO-News der Woche

Allblogs hat ein Brainstorming zum Thema “Geld ver­die­nen mit dem YouTube Partnerprogramme” begon­nen, Gretus blick aufs Jahr zurück und der Hodenkaiser stellt ein frag­wür­di­ges Softwarepaket zu Forschungszwecken zur Verfügung — ohne Sandbox und ent­spre­chende Proxy– würd ich da aber die Finger davon lassen.

Die Interne pushen

Die Beeinflussung der inter­nen Linkpopularität bezeich­net man als Pagerank-Sculpting. Baynado emp­fiehlt dazu das Automatic SEO Links Plug-In, mit dem Keywords auto­ma­tisch ver­linkt wer­den kön­nen. Da gibt’s eine ganze Latte von Plug-In — wer aller­dings ohne­hin Simple ein­setzt, kann genauso gut des­sen interne Linkfunktion ver­wen­den (aller­dings natür­lich nur dann, wenn die zu erwar­ten­den Resultate im Einklang mit der eige­nen –Policy ste­hen).

Skepsis und Linkbuilding

Sistrix sieht die aktu­el­len Entwicklungen im Linkbuilding-Markt mit gesun­der Skepsis:

Und wenn ich sehe, dass offen­bar Schwachsinnige eine Subdomain eines gro­ßen und alten Versandhandels mit mas­si­vem Kommentarspam pus­hen, dass große und starke Brands Massen von zwie­lich­ti­gen Links aus Russland erhal­ten und Myriaden von Studenten und „Textern“ Unsinn für Artikelverzeichnisse und Webkataloge schrei­ben, dann hoffe ich, dass Google als ein­zige Institution, die dem Treiben Einhalt gebie­ten kann, end­lich han­delt und den gro­ßen Worten bald Taten fol­gen lässt.

Da kann man wohl nur zustim­men — auf mit­tel­fris­tige Sicht wird dies zu einer deut­li­che­ren Unterscheidung von spam­mi­gen, sinn­lo­sen Massenaktionen und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Links füh­ren: für alle SEOs, die qua­li­täts­ori­en­tiert arbei­ten, anstatt auf Human Spam Power zu set­zen, zwei­fel­los ein gro­ßer Vorteil: und die Kunden ler­nen ja auch was dazu. Spätestens dann, wenn sie mal mit Big G in der Sandkiste spie­len durften.

Erfolgreich Verlinker anlocken

Duftstoffe funk­tio­nie­ren im Netz bekannt­lich nicht, also hilft nur geschick­tes Linkbaiting. Stefan Johne hat einen aus­führ­li­chen Guide geschrie­ben, der Newbies ordent­lich auf die Sprünge hel­fen dürfte und in dem sich alte Hasen wie­der­er­ken­nen sollten:

Wer einen wirk­lich guten Linkbait machen will sollte jedoch defi­ni­tiv alles lesen. Linkbaits sind ein sehr kom­ple­xes Thema und ihr könnt damit schnell auf die Füße fallen ;-).

Wahre Worte — spe­zi­ell Neo-Blogger soll­ten sich das Tutorial aus­dru­cken und unter den Kopfpolster legen frog6 Blogistan Panoptikum KW50 2008

Lokal sollst du hosten

Lautet bekannt­lich eines der zehn Gebote für län­der­ori­en­tierte Distributoren. Wer sei­nen deutsch­spra­chi­gen Online-Shop bis­her beim US-Hoster betrie­ben hat, kann auf SEO Handbuch noch­mal im Detail nach­le­sen, warum er auf einen große Teil sei­ner poten­ti­el­len Besucher verzichtet:

Ein loka­ler Serverstandort in Verbindung mit den pas­sen­den loka­len Länderdomains (wie z.B. .de für Deutschland oder .fr für Frankreich) kann z. B. bei Verwendung der Suchfunktion “Seiten aus Deutschland” (oder ent­spre­chen­des loka­les Land) eine posi­tive Auswirkung auf das Google-Ranking von bis zu 30% haben!

Video der Woche

Diese Jungs stür­zen sich aus hun­der­ten Metern Höhe in die Tiefe — ohne Fallschirm, son­dern ein­fach nur von nor­we­gi­schen Klippen. Wie man das über­lebt und dabei aus­sieht der flie­gende Petrelli-Bruder aus Heroes (nein, sorry, das wär eine Beleidung, so elen­dig schlecht, wie die dritte Staffel angeb­lich ist), ver­rät das fol­gende ele­gi­sche Video: eine der far­ben­präch­ti­ge­ren Variationen zum alten Thema Traum vom Fliegen. [via Blogpiloten].

Und das war’s auch schon wie­der für diese Woche — ich hab mich beim Schreiben heute beeilt, denn vor mir liegt noch eine wich­tige Aufgabe: ich muss die postato­mare, über­zeich­nete 50er-Jahre Welt von Fallout 3 erkun­den. Hat ja lange genug gedau­ert, an die original-englische Version ran­zu­kom­men: ich musste dem Amazon-Marketplace Händler sogar einen Scan mei­nes Passes schi­cken (Volljährigkeit!) und dem Rechner eine XP-Partition spen­die­ren: und jetzt geht’s los in die ver­strahl­ten Weiten von Washington. Ich wün­sche Ihnen, hoch­ver­ehrte Leser, einen erfreu­li­chen Sonntag, wir lesen uns morgen.

 

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