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Blogistan Panoptikum KW51 2008

21.12.2008, geschrieben von , 1 Kommentar

graffwall Blogistan Panoptikum KW51 2008Wien wird weiße wol­len — wenig wahr­schein­lich, wenn wet­ter­mä­ßig Wärme wie­der­kehrt. Außerdem wollte ich schon immer mal einen –Satz mit lau­ter W-Wörtern begin­nen, und das ist immer­hin die vor­letzte Gelegenheit in die­sem Jahr. Übri­gens sind mir so gut wie keine Blogs mit Weihnachtsdekoration und Lichterketten auf­ge­fal­len, oder sollte ich da was über­se­hen haben? Jedenfalls erwar­tet uns im Lauf der kom­men­den Tage gewiss eine Flut von Jahresrückblicken. Die Blogpiloten lie­gen jeden­falls nicht falsch, wenn sie 2008 das “Jahr der 140 Zeichen” nennen.

Endlich adäquate digi­tale Präsentationen

Slide-orientierte Präsentation waren ges­tern: ist ja bloß sowas wie Final Scratch für Vortragende, ein ver­zwei­fel­tes Festhalten an der Folienmetapher. Die Ungarn zei­gen, dass es auch anders geht: Max ist schwers­tens ange­tan von sei­nem Closed-Beta Prezi Account. Mindmaps meet Flash-Ästhetik meet SaaS (Software as a Service): tolle Sache und hof­fent­lich bald öffent­lich ver­füg­bar. Auf der neuen Homepage sind einige Beispiels-Präsentation online, außer­dem kann man den Editor schon mal tes­ten. Ich freu mich jeden­falls sehr über mei­nen heute ein­ge­trof­fe­nen Beta-Key: Adios, Powerpoint!

Den Clickpreis wählen

TechCrunch ver­brei­tet ein inter­es­san­tes Gerücht, dem­zu­folge Digg mit Hochdruck an einem eige­nen, AdWords-ähnlichen Werbesystem bas­teln soll:

One expe­ri­ment Digg is working on, says one source close to the com­pany, is a self ser­vice adver­ti­sing pro­duct that will be some­what simi­lar to Google AdWords, but with a twist. The pro­duct would insert adver­ti­se­ments into the Digg news stream (pres­um­a­bly cle­arly mar­ked). Where those ads end up, and how much an adver­ti­ser pays per click, would be based on user feedback.

Klingt in der Theorie gut — prak­tisch bezweifle ich aber stark, dass “echte” User Zeit und Energie ins Bewerten von Werbung inves­tie­ren. Digg möchte wohl die Qualität der Werbung erhö­hen, man braucht aller­dings keine hell­se­he­ri­schen Fähigkeiten für eine kleine Zukunftsprognose: Digg-Mobs haben dem­nächst ein wesent­lich lukra­ti­ve­res Business-Model. (“‘tschuldigen’s, mei Glickbreis is zu hoh. I breichat wohts!”)

Der Ausverkauf des

Janko Röttgers hat einen lesens­wer­ten Kommentar über den Ausverkauf des Web auf der ORF Futurezone ver­öf­fent­licht: ange­sichts der Über­nahme und Schließung von Pownce durch 6Apart, der Über­nahme und Schließung von Sandy durch Twitter und der Verknappung fri­schen Kapitalgeber-Geldes fol­gern Sequoia und Co., dass Web 2.0 Start-Ups pro­fi­ta­bel wer­den müs­sen. Wer hätte das gedacht? Ein Vergleich mit der ers­ten Blase wäre aller­dings völ­lig fehl am Platz, denn inter­es­san­ter­weise scheint das Geldverdienen der­zeit eher den klei­nen, wen­di­gen SaaS-Anbietern zu gelin­gen als den Schwergewichten der Branche (Gruß an und Facebook!). Außerdem schreibt Janko:

Fehlender Erfolg war nicht immer ein Grund für eine Über­nahme mit Todeskuss. Branchenriesen gaben zu den Hochzeiten des Web-2.0-Booms viel Geld für Start-Ups aus, deren Nutzerzahlen alles andere als beein­dru­ckend waren. So ließ sich Yahoo das soziale zehn Millionen Dollar kos­ten, obwohl der Dienst zum Über­nah­me­zeit­punkt Anfang des letz­ten Jahres gerade mal 45.000 regis­trierte Nutzer verzeichnete.

Ich würd aller­dings behaup­ten, dass dies eine der bes­se­ren Investition in Yahoos wech­sel­vol­ler Firmengeschichte der letz­ten 12 Monate war…

SEO-News der Woche

Für mich war’s eine sehr erfreu­li­che Woche mit einem ange­neh­men Highlight: bei den neu gelaunch­ten Blogcharts stieg daten­schmutz auf Platz 44 der deutsch­spra­chi­gen Rangliste ein — war ja auch wirk­lich höchste Zeit für einen Technorati-Nachfolger. Andererseits haben zwei mei­ner Network-Sites gra­vie­rend an Pagerank ver­lo­ren — eine wei­tere Bestätigung der Tatsache, dass regel­mä­ßig Update-Zyklen ein zuneh­mend grö­ßere Rolle für Big G spie­len. Apropos Fakten: jede Menge davon gibt’s in der neu erschie­nen Ausgabe der Online-SEO-Zeitschrift Suchradar: “Zentrales Titelthema der aktu­el­len Ausgabe ist der Ausblick auf das Jahr 2009 im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing”, so das SEO-Handbuch. Eines steht jeden­falls schon fest: OMD wird’s 2009 keine mehr geben, wie <a href=“http://www.die-topnews.de/omd-2009-igedo-sagt-online-marketing-duesseldorf-2009-ab 3301322>die-topnews.de berich­ten: deren Aufgaben soll im kom­men­den Jahr die DMEX in Düsseldorf übernehmen.

Sistrix expe­ri­men­tiert mit Linktexten

Wie lange darf ein Linktext sein?” fragt Sistrix. Und wie es eben seine Art ist, spe­ku­liert er nicht wild drauf los, son­dern hat ein auf­schluss­rei­ches Experiment durchgeführt:

Mit dem vor­letz­ten Verlinkten (dem 8. Wort) aller­dings schon, Google schnei­det also ein­fach nach den 8 Worten ab. Das ist übri­gens genau der Wert, den Shaun in sei­nem ursprüng­li­chen Blogpost erwähnt hat – er hat dar­aus aller­dings den fal­schen Schluss gezo­gen, dass Google den Linktext nach Anzahl von Buchstaben begrenzt. Dass dies nicht so ist und Google die Anzahl der Trennzeichen nimmt, glaube ich mit den 2 Tests gezeigt zu haben.

Keyword nicht gleich Keyword

SEO-United fasst einige Über­le­gun­gen zu den unter­schied­li­chen Typen von Keywords zusam­men — gerade bei Longtail-Seiten steckt in dem Artikel inter­es­san­tes Futter für Nischen-Konzepte:

Neben der Tatsache, dass Suchanfragen immer län­ger wer­den, also die Anzahl der eige­ge­ben Begriffe steigt, unter­schei­det man Keywords auch in Bezug auf deren Funktion. Etabliert hat sich hier­bei die Unterteilung in infor­ma­tio­nal, navi­ga­tio­nal und tran­sac­tio­nal, also in infor­mie­rende, navi­gie­rende und agie­rende Suchanfragen bzw. Keywords.

Webseitenaufbau mit Sprites beschleunigen

Die Image-Slicer haben ihre gol­de­nen Zeiten hin­ter sich: die Leitungen sind schnell genug, ob ein Bildchen 2 oder 5kB groß ist, macht weni­ger Unterschied als die Zahl der Requests. Google mag bekannt­lich schnelle Responses mit weni­gen Requests, also könnte der bei phlow beschrie­bene Sprite-Ansatz gerade bei icon-lastigen Web 2.0 Seiten sehr nütz­lich sein:

Insbesondere wie­der­keh­rende Grafiken — z.B. Icons -, die man für CSS ver­wen­det, kön­nen unter Umständen eine Menge Server-Anfragen pro­du­zie­ren. Um das zu ver­hin­dern baut man sich so genannte Sprite-Maps. Das sind Dateien, auf denen sämt­li­che Icons oder Layout-Grafiken in nur einer Grafikdatei abge­spei­chert (siehe Bild)werden. Glücklicherweise gibt es dafür einen Online-Service.

Video(s) der Woche: Tangible Interaction

Aus der Abteil: Wunschwerkzeuge eines jeden Visualisten. Tangible Interaction bauen, wie der Name nahe­legt, diverse “full-sensory” Interfaces zu digi­ta­len Medien. Klingt abs­trakt, dürfte in der Bedienungspraxis aber rie­si­gen Spaß machen — hier ein Video der Graffiti Wall. Sowas sollte eigent­lich jedes Haus haben, an dem man vor­bei­spa­ziert frog6 Blogistan Panoptikum KW51 2008

Und wo das her­kommt, gibt’s noch mehr: Scott Beale vom Lachenden Tintenfisch hat die HD-Videofunktion sei­ner neuen Canon 5D Mark II an Doc Populars Yoyo-Künsten getes­tet, und man kann nur sagen: geile Bildqualität, geile Tricks:

Und das war’s auch schon wie­der mit dem vor­letz­ten Blogistan Panoptikum die­ses Jahres. Mögen Sie, hoch­ge­schätzte Leser, die Weihnachtsfeiertage gut über­ste­hen. Vorsicht jeden­falls vor Elchen im freien Fall, fro­hes Feiern und viel Glück und Durchhaltevermögen, falls Sie mor­gen bei der Last-Minute Geschenksrallye teil­neh­men (müssen) — wir lesen uns morgen!

 

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